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Hören - Horizont

Bild 8.718: Hören - Horizont
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Horizont(v. griech. horizein, "begrenzen"), der begrenzende Kreis, Gesichtskreis, heißt der / 612

Seite 8.718

Horizont

612 Wörter, 3'800 Zeichen

Astronomie und Meteorologie — Allgemeines



Horizont

[* 1] (v. griech. horizein, »begrenzen«),

der begrenzende Kreis, [* 2] Gesichtskreis, heißt der Kreis, in welchem sich scheinbar der halbkugelförmige Himmel [* 3] und die Erdoberfläche schneiden, wenn man sich auf offenem Meer oder in einer weiten Ebene befindet. Der Standpunkt des Beobachters bildet den Mittelpunkt dieses Kreises. Die Astronomen unterscheiden den scheinbaren und den wahren Horizont; ersterer ist der Durchschnitt der scheinbaren Himmelskugel mit der Ebene, welche die Erde im Standpunkt A des Beobachters berührt, letzterer dagegen der Schnitt einer parallelen, durch den Erdmittelpunkt O gelegten Ebene mit der Himmelskugel. In [* 1] Fig. 1 bedeutet der kleine Kreis um O die Erde, der große die Himmelskugel; der scheinbare Horizont von A ist daher ein Kreis mit dem Durchmesser H1H1, der senkrecht zur Papierebene steht, der wahre aber hat HH als Durchmesser.

Paraguay-Roux - Parall

Bild 12.705: Paraguay-Roux - Parallaxe
* 4 Parallaxe.

Für einen Himmelskörper M mit merklicher Parallaxe, [* 4] wie für den Mond, [* 5] ist die auf den wahren Horizont bezogene Höhe h größer als die auf den scheinbaren Horizont bezügliche h1, welche die Beobachtung liefert; der Unterschied ist der Winkel [* 6] p1, die sogen. Höhenparallaxe. Steht ein solcher Körper für den Beobachter A im (scheinbaren) Horizont, so ist seine Höhe über dem wahren Horizont noch gleich dem Winkel H1OH = p, den man die Horizontalparallaxe des Himmelskörpers nennt; vgl. Parallaxe.

Bei Beobachtung von Fixsternen sind beide Horizonte als zusammenfallend zu betrachten. Die Ebene des Horizonts heißt die Horizontalebene; sie steht senkrecht auf der Richtung der Schwere, die uns das Lot, ein ruhendes Pendel, [* 7] angibt, und wird unmittelbar durch die Oberfläche einer ruhenden Flüssigkeit bezeichnet. Darin liegt der Grund für die Verwendung der Wasserwage zum Horizontalstellen von Linien und Ebenen bei astronomischen und geodätischen Beobachtungsinstrumenten. Zu manchen Beobachtungen, insbesondere zur Messung von Sonnen- und Sternhöhen auf dem Festland mit dem Spiegelsextanten, braucht man eine spiegelnde horizontale Ebene, einen sogen. künstlichen Horizont, um den scheinbaren Abstand (Winkelabstand) zwischen der Sonne [* 8] oder dem Stern und dem Spiegelbild messen zu können.

Man kann hierzu eine kleine Wasserfläche von 25-100 qcm in einem flachen, innen geschwärzten Gefäß [* 9] benutzen oder besser eine dünne Quecksilberschicht, auch eine mit Ruß gefärbte Ölschicht. Größer als angegeben nimmt man die Fläche nicht, weil sonst leicht durch Erschütterungen, Winde [* 10] etc. Bewegungen auf ihr entstehen. Der Kreis, in welchem für unsern Blick Himmel und Erde zusammenzustoßen scheinen, fällt indessen niemals streng mit dem scheinbaren Horizont zusammen; er liegt nicht in der Berührungsebene der Erde, sondern in einer ihr parallelen und zwar um so tiefer unter jenem, je höher der Standpunkt des Beobachters ist. In [* 1] Fig. 2 ist O der Mittelpunkt und OA = r der



Horizontal - Hormayr

Bild 8.719: Horizontal - Hormayr
* 11 Seite 8.719.

[* 1] ^[Abb.: Fig. 1.] ¶

mehr

Radius der kugelförmig angenommenen Erde, B ist das Auge [* 12] eines Beobachters in der Höhe AB = h über der Erdoberfläche. In diesem Fall ist

C D = 2r/(r+h) √h(2r+h)

der Durchmesser des vom Beobachter übersehenen Preises, des sogen. natürlichen Horizonts. Die Linie vom Auge nach einem Punkt auf dem Umfang dieses Kreises ist nicht mehr horizontal, sondern bildet mit der Horizontalen B H den nach unten gerichteten Winkel HBC = d, die sogen. Depression [* 13] des Horizonts oder Kimmtiefe, welche durch die Formel

tan d = √h(2r+h) / r

bestimmt ist und folgende Werte hat:

h d
1 m 1' 47"
2 m 2' 31"
3 m 3' 5"
4 m 3' 33"
4 ^[richtig: 5 m] 3' 59"
6 m 4' 21"
7 m 4' 42"
8 m 5' 2"
9 m 5' 20"
10 m 5' 38"
11 m 5' 54"
12 m 6' 10"
13 m 6' 25"
14 m 6' 39"
15 m 6' 53"
16 m 7' 7"
17 m 7' 20"
18 m 7' 33"
19 m 7' 45"
20 m 7' 57"

In der Meßkunst heißt Horizont s. v. w. Niveau (s. d.).

[* 11] ^[Abb.: Fig. 2. Geometrische Konstruktion.]

Ende Horizont
→ weiter zu Seite 8.719: Horizontal ⟹ (griech., wage- oder wasserrecht), dem Horizont eines Ortes parallel, also rechtwinkelig gegen
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 8. Band, Seite 718 im Internet seit 2005; Text geprüft am 21.9.2008; publiziert von Peter Hug; Abruf am 23.8.2026 mit URL:

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Siehe auch:

  • 8.714 Hor
  • 8.719 Horizontal
  • 8.719 Horizontale Gliederung
  • 8.719 Horizontalkreis
  • 8.719 Horizontaluhr

* 13 Bilder dazu:

  • 12Auge
  • 13Depression
  • 9Gefäß
  • 3Himmel
  • 2Kreis
  • 5Mond
  • 4Parallaxe
  • 7Pendel
  • 8Sonne
  • 10Winde
  • 6Winkel
  • 1_Seite 8.718
  • 11_Seite 8.719
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