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Devonport - Devonshire

Bild 4.917: Devonport - Devonshire
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Devonshire# (spr. déww'nschir, kurz Devon), Grafschaft im südwestlichen England, zwischen dem Kanal von / 368
Devonshire _2# oder Devon, engl. Adelstitel, der, seit Heinrich I. bestehend, 1335 von dem Haus Redvers auf / 751
Devonshire _3William Cavendish, 7. Herzog von, starb 21. Dez. 1891 auf Hardwicke Hall; er hatte sich seit / 39
Devonshire _4# (spr. deww'nschĭr) oder Devon, Grafschaft im südwestl. England, zwischen dem Meere im N. und / 366
Devonshire _5# (spr. deww'nschĭr), engl. Grafen-und Herzogswürde im Besitz der Familie Cavendish (s. d.) / 732

Seite 4.917

Devonshire

2 Seiten, 2'256 Wörter, 15'169 Zeichen

Geschichte — Großbritannien — Adelstitel und Geschlechter

Im Meyers Konversations-Lexikon, 1888 steht:



Devonshire

Weide

Bild 16.480a: Weide
* 4 Weide.

(spr. déww'nschir, kurz Devon), [* 2] Grafschaft im südwestlichen England, zwischen dem Kanal [* 3] von Bristol und dem Englischen Kanal gelegen, östlich von den Grafschaften Dorset und Somerset, westlich von Cornwallis begrenzt, umfaßt einen Flächenraum von 6698 qkm (121,6 QM.). Die Küsten sind im allgemeinen steil, und die Oberfläche des Bodens ist sehr mannigfaltig gestaltet. Im westlichen Teil nimmt das aus Granit bestehende wüste Tafelland Dartmoor Forest (s. d.) mit seinen Sümpfen und Moorstrecken eine Oberfläche von 500 qkm ein und erreicht im Yeo Tor eine Höhe von 633 m. Im N. erstreckt sich von Somerset aus der aus devonischem Kalkstein bestehende Exmoor Forest (s. d.) in die Grafschaft, und im O. steigen die Black Downs zu einer Höhe von 220 m an. Mit Ausnahme der genannten Landstriche, welche sich nur zur Weide [* 4] eignen, ist das Land fruchtbar, namentlich in den Thälern.

Die Mehrzahl der zahlreichen Flüsse [* 5] ergießt sich nach S. in den Englischen Kanal (so Tamer, Avon, Dart, Teign, Ex); nur Taw und Torridge fließen in nordwestlicher Richtung in die große, aber seichte Barnstapler Bai. Die Südküste ist reich an guten Häfen, darunter vornehmlich der Plymouthsund (s. d.). Das Klima [* 6] ist mild und feucht und günstiger für Viehzucht [* 7] als für Ackerbau. Die Bevölkerung [* 8] zählte 1881: 603,595 Einw., von welchen mehr als die Hälfte in Städten wohnt.

Rinder

Bild 13.834a: Rinder
* 10 Rinder.

Etwa 39 Proz. der Oberfläche bestehen aus Ackerland, 35 aus Weideland, 1,6 aus Obst- und Gemüsegärten und 4,7 aus Wald. Die Landschaft South Hams im westlichen Teil der Grafschaft zeichnet sich namentlich durch ihren Obstbau aus und gilt als Garten [* 9] Devons (viel Apfelwein wird gekeltert). Die Viehzucht ist sehr ausgedehnt und liefert Butter, Rahm und Käse vorzüglicher Qualität. Im J. 1884 gab es 246,049 Rinder, [* 10] 867,291 Schafe, [* 11] 101,890 Schweine [* 12] und 54,821 Acker- und Zuchtpferde.

Der Fischfang (besonders Makrelen, Lachse, Heringe) beschäftigte 1822 Menschen. An Mineralien [* 13] ist die Grafschaft reich, und Kupfer, [* 14] Zinn, Eisen, [* 15] Blei, [* 16] Silber und Manganerz werden von 2080 Bergleuten ausgebeutet. Auch Bausteine (Marmor), Schiefer und besonders Porzellanerde (40,000 Ton.) und Töpferthon (15,000 T.) werden gewonnen. Die Industrie ist ziemlich entwickelt. Im J. 1881 beschäftigte der Schiffbau 2656 Menschen, die Spitzenklöppelei 3426 (namentlich Frauen), die Fabrikation von Handschuhen 1242, die Fabrikation wollener Waren 1192, der Maschinenbau 2001 und die Papierfabrikation [* 17] 784 Menschen. Hauptstadt ist Exeter.

Devonshire

oder Devon, engl. Adelstitel, der, seit Heinrich I. bestehend, 1335 von dem Haus Redvers auf das Haus Courtenay überging, das seit Heinrich II. in England ansässig war. Thomas Courtenay, sechster Graf von Devonshire, wurde in der Schlacht von Tewton gefangen und 1461 enthauptet; Edward Courtenay, der 1485 Graf von Devonshire wurde, zeichnete sich unter Heinrich VII. aus; dessen Sohn William heiratete die Prinzessin Katharine, jüngste Tochter Eduards IV., und spielte unter Heinrich VIII. eine Rolle ebenso wie sein Sohn Henry, der nach vielen Gunstbezeigungen von seiten Heinrichs VIII. 1538 in Ungnade fiel und 1539 hingerichtet wurde.

Mit Henrys Sohn Edward, dem Maria die Blutige 1553 den Titel Graf von Devonshire wiedergab, erlosch die Hauptlinie der Courtenay; aber eine Nebenlinie des Hauses bestand fort, und diese beanspruchte in neuerer Zeit auf Grund des Patents von 1553 den Titel Graf von Devon, der ihr 1831 vom Oberhaus zugesprochen wurde. Inzwischen hatte 1618 Jakob I. den Titel Graf von an William Cavendish verliehen, der zu den ersten Kolonisatoren Virginias und der Bermudas gehörte. Von den Grafen und Herzögen von Devonshire aus dem Haus Cavendish sind die folgenden hervorzuheben.



Devorieren - Devrient

Bild 4.918: Devorieren - Devrient
* 18 Seite 4.918.

William, vierter Graf von Devonshire, gehörte zu den Lords, die Wilhelm III. nach England hinüberriefen, und wurde dafür 1694 zum Marquis von Hartington und Herzog von Devonshire erhoben. Er starb 1707 als Oberhofmeister der Königin Anna. Ihm folgte sein ältester Sohn, William, als zweiter Herzog von Devonshire sowie in der Hofwürde, die seitdem in der Familie fast erblich war. Derselbe starb 1729 und hinterließ drei Söhne, von denen der jüngste, Charles, der Vater des als Chemiker und Gelehrter berühmten Henry Cavendish ist. Der älteste, William, dritter Herzog von Devonshire, geb. 1698, war 1736-45 Vizekönig von Irland, Mitglied der königlichen Societät der Wissenschaften und starb 5. Dez. 1755. Sein ältester Sohn, William, vierter Herzog von Devonshire, geb. 1720, wurde 1755 Vizekönig von Irland, 1756 erster Kommissarius der Schatzkammer und Lord-Lieutenant von Derbyshire, dann 1757 Oberkammerherr und Ritter des Hosenbandordens. Unter Butes Ministerium ¶

mehr

legte er die Oberkammerherrnstelle nieder und starb 2. Okt. 1764 in Spaa. Sein ältester Sohn, William, fünfter Herzog von Devonshire, geb. 1748, wurde 1766 Großschatzmeister von Irland und stand, wie seine ganze Familie, auf seiten der Opposition gegen die irische Politik des Hofs. Er starb 29. Juli 1811. Seine erste Gemahlin, Georgiana Cavendish, Herzogin von Devonshire, die Tochter des Grafen John Spencer, geb. 9. Juni 1757, glänzte ebensosehr durch Schönheit und Liebenswürdigkeit wie durch Geist und poetisches Talent und beteiligte sich lebhaft an den politischen Angelegenheiten.

Fortune de mer - Forum

Bild 56.1019: Fortune de mer - Forum
* 20 Forum.

Sie starb 30. März 1806. Seine zweite Gemahlin, Elisabeth Hervey, Tochter des vierten Grafen von Bristol und Witwe von John Thomas Foster, gewann seit ihrer Vermählung mit dem Herzog von Devonshire großen Einfluß auf die politischen Angelegenheiten und wandte sich nach dem Tod ihres Gemahls 1815 nach Rom, [* 19] wo ihr Haus der Sammelplatz vieler ausgezeichneter Künstler und Gelehrten ward. Auf ihre Veranlassung wurden auf dem Forum [* 20] romanum die Säulen des [* 21] Phokas aufgedeckt und erschienen Annibale Caros Übersetzung der »Äneide« des Vergil mit ausgezeichneten Kupferstichen in 150 Exemplaren (1818, 2 Bde.) sowie die Illustrationen der fünften Satire des Horaz (Parma [* 22] 1818) und ein Gedicht ihrer Freundin Georgiana (Rom 1816) im Druck.

Sie starb 30. März 1824, mit Illustrationen zum Dante beschäftigt. William Spencer Cavendish, sechster Herzog von Devonshire, Sohn des vorigen aus erster Ehe, geb. 21. Mai 1790, ward Mitglied des Geheimen Rats, erwarb sich 1826 als Krönungsbotschafter in Moskau [* 23] die persönliche Freundschaft des Kaisers Nikolaus und bekleidete vom Mai 1827 bis Februar 1828 am Hof [* 24] Georgs IV. und zum zweitenmal vom November 1830 bis Dezember 1834 unter Wilhelm IV. das Amt eines Lord-Oberkammerherrn. Er war ein freigebiger Beschützer der Kunst und Litteratur, verfaßte auch selbst eine Beschreibung seiner alten Familiensitze unter dem Titel: »Handbook of Chatsworth and Hardwick« (1846). Nachdem er 18. Jan. 1858 unverheiratet gestorben, folgte ihm als siebenter Herzog von Devonshire sein Vetter William Cavendish, Graf von Burlington, der Enkel des Lords George Cavendish, eines jüngern Sohns des vierten Herzogs von Devonshire, der 1831 die Grafenwürde erhalten hatte.

London

Bild 10.896a: London
* 25 London.

Derselbe, geb. 27. April 1808, studierte zu Cambridge, vertrat die dortige Universität 1829-30 im Unterhaus und war nachher Parlamentsmitglied für Nordderbyshire, bis er 1834 bei dem Tod seines Großvaters seinen Sitz im Oberhaus einnahm. Von 1836 bis 1856 war er Kanzler der Universität London, [* 25] zu deren Gründung er beigetragen. 1858 wurde er zum Lord-Lieutenant von Derbyshire ernannt; 1862 folgte er dem Prinzen Albert im Kanzleramt der Universität Cambridge. Sein ältester Sohn ist Spencer Compton Cavendish, Marquis von Hartington (s. d.), einer der Hauptführer der liberalen Partei im Unterhaus.

Ende Devonshire (1)
→ weiter zu Seite 4.918: Devorieren ⟹ (lat.), verschlingen.

Im Meyers Konversations-Lexikon, 1888 steht:



Devonshire,

William Cavendish, 7. Herzog von, starb 21. Dez. 1891 auf Hardwicke Hall; [* 26]

er hatte sich seit Jahren großen industriellen Unternehmungen mit Erfolg gewidmet.

Sein Nachfolger als achter Herzog von Devonshire wurde fein ältester Sohn, der Marquis von Hartington.

Ende Devonshire (2)
→ weiter zu Seite 19.206: Dezimalmaß ⟹ Die Bestrebungen zur Herstellung einer universellen, unveränderlichen Maßeinheit für die

Im Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910 steht:



Devonshire

Plymouthbrüder - Pneum

Bild 13.141: Plymouthbrüder - Pneumatische Briefbeförderung
* 27 Plymouth.

(spr. deww'nschĭr) oder Devon, Grafschaft im südwestl. England, zwischen dem Meere im N. und S., Somerset und Dorset im O. und Cornwall im W., hat 6698,15 qkm und (1891) 631.767 E., i. 94 auf 1 qkm, gegen 604.397 im J. 1881, nach York und Lincoln die größte Grafschaft in England, wird von den höchsten Massen des Devonischen oder Cornischen Gebirgszugs, von niedrigen und flachen Berg- und Hügelreihen und Gruppen erfüllt, die von tiefen, spaltenähnlichen Thälern oder Coombs durchfurcht sind. Am höchsten und rauhesten ist, zwischen Exeter und Plymouth, [* 27] das Hochland Dartmoor (s. d.) oder Dartmoor-Forest. Es fällt steil zur 257 km langen Küste des Kanals ab, welche, von hohen Felsenriffen eingeschlossen, treffliche Häfen und Reeden bildet.

Vor den rauhen Nordwinden geschützt, treten hier fruchtbare Strecken (South-Hams) mit üppigem Pflanzenwuchs auf, die der Umgegend von Exeter, in dem tiefen Exethal, und von Sidmouth, wo die Myrte im Freien gedeiht, den Namen der «westl. Gärten Englands» erworben haben. Besonders Torquay, an der schönen Tor-Bai gelegen, und seine liebliche Umgebung werden ihres milden Klimas wegen in den Wintermonaten von Lungenkranken besucht. Der N. und NO. mit seinen trocknen Sand- und Heidestrecken ist feucht und unfreundlich.



Devonshire (Grafen- un

Bild 55.235: Devonshire (Grafen- und Herzogswürde) - Devotion
* 28 Seite 55.235.

Der anziehendste Punkt an der Nordküste ist das von Touristen vielbesuchte Seebad Ilfracombe. Im Exmoor-Forest (s. d.) an der Nordküste kommen noch Edelhirsche vor, die halb wilden Schafherden von Dartmoor und Exmoor liefern vorzügliches Hammelfleisch. Unter den Flüssen sind wichtig: der Tamer, Tavy, Dart, Teign und Exe, welche in den Kanal, und der Taw und Torridge, die in die Bai von Bristol münden. Die Berge liefern namentlich Zinn, Kupfer (über 35000 t jährlich), Mangan-und Eisenerz, Blei, Silber sowie Steinkohlen, Bausteine, Schiefer und besonders Porzellanerde und andere Thonarten. ¶

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Mineral-233 quellen giebt es in großer Zahl. Der Boden erzeugt Getreide, [* 29] Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Hanf und Obst, aus dem viel Cider bereitet wird. Die Tuchmanufaktur ist zurückgegangen; wichtig sind Eisenindustrie und Schiffbau. Die Hauptorte für die Fischerei [* 30] sind Brixham an der Tor-Bai und Plymouth. Im Parlament wird Exeter durch 1, Plymouth und Devonport durch je 2, der Rest der Grafschaft durch 8 Abgeordnete vertreten. Hauptstadt ist Exeter; andere Orte sind: Plymouth, Devonport, Tiverton, Barnstaple und Bidefort. –

Vgl.   Worth, Tourist's guide to Devonshire (4. Aufl., Lond. 1886).

Devonshire

(spr. deww'nschĭr), engl. Grafen-und Herzogswürde im Besitz der Familie Cavendish (s. d.) Der erste, der sie erhielt, war William Baron Cavendish von Hardwick, der 1618 von Jakob I. zum Grafen von Devonshire erhoben wurde. – Sein Urenkel William, vierter Graf von Devonshire, geb. 1640, gehörte seit 1675 zur Opposition im Unterhaus gegen die Hofparei. Nach seinem Eintritt ins Oberhaus 1684 hielt er sich zunächst zurück, trat aber mit Wilhelm von Oranien (Wilhelm III.) in Verbindung, der ihn 1694 zum Marquis von Hartington und Herzog von Devonshire erhob. Er starb 18. Aug. 1707 als Oberhofmeister der Königin Anna.

Der Sohn eines jüngern Enkels von ihm war der Chemiker Henry Cavendish (s. d.), der Sohn des ältern William Cavendish, vierter Herzog von Devonshire, geb. 1720. Er trat zuerst als Whig ins Unterhaus, wurde 1755 Lordlieutenant von Irland, wo er sich sehr populär machte. 1756 übernahm er das Schatzkanzleramt, trat aber im folgenden Jahr schon wieder zurück. Er starb 1764. – Auch sein Sohn William, fünfter Herzog von Devonshire, blieb den Whigs treu und stand unter Georg III. meist zur Opposition; jedoch waren bekannter wie er seine beiden Gemahlinnen.

Die erste Georgiana Cavendish, Tochter des Grafen Spencer, geb. 1757, vermählt 1774, war die Königin der engl. Gesellschaft, und obgleich keine eigentliche Schönheit, doch von hoher Anmut und glänzendem Geist. Sie besaß polit. Einfluß und war eine Freundin von Fox; auch verfaßte sie durch Eleganz und Phantasie ausgezeichnete Gedichte. Sie starb 30. März 1806. – Die zweite Gemahlin des Herzogs war Elisabeth Hervey, Tochter des vierten Grafen Bristol, geb. 1759, heiratete als Witwe von J. Th. Foster 1809 den Herzog von Devonshire, nach dessen Tod 1811 sie sich in Rom niederließ.

Ihr Haus war der Mittelpunkt der Gesellschaft, vor allem strebte sie nach dem Ruhm des Mäcenatentums. In freigebigster Weise förderte sie Künste und Künstler und ließ Prachtausgaben der fünften Satire des Horaz und einer ital. Virgilübersetzung veranstalten. Sie starb 30. März 1824. William Cavendish, geb. 1790, der einzige Sohn des Herzogs aus erster Ehe, folgte als sechster Herzog von Devonshire. Er stand zu den Whigs, ohne selbstredend oder handelnd einzugreifen; zweimal war er unter Georg IV. und Wilhelm IV. Lord-Kämmerer.

Als Liebhaber und Förderer der Kunst legte er reiche Sammlungen an und ließ sich großartige Treibhäuser auf seinem Landsitz Chatsworth in Derbyshire von Paxton einrichten. Er starb 17. Jan. 1858 unvermählt. Ihm folgte sein Vetter William Cavendish, siebenter Herzog von Devonshire, Graf von Burlington, geb. 27. April 1808. Er studierte in Cambridge, trat 1829 ins Unterhaus, 1834 kam er nach dem Tode seines Großvaters als Graf Burlington ins Oberhaus, 1836–56 war er Kanzler der Universität London, seit 1862 der Universität Cambridge. Wie seine Vorgänger war er ein Gönner von Kunst und Litteratur. Er starb 21. Dez. 1891 auf seinem Landsitz Holker Hall in Lancashire.

Trägerrecht - Tragisch

Bild 15.792: Trägerrecht - Tragisch
* 31 Träger.

Der jetzige Träger [* 31] des Titels ist sein ältester Sohn Spencer Cavendish, achter Herzog von Devonshire, bis zum Tode seines Vaters bekannt unter dem Namen Marquis von Hartington, geb. 23. Juli 1833. Er wurde herangebildet in Eton und Cambridge, trat 1857 als Liberaler für Nord-Lancashire ins Unterhaus, wo im Juni 1859 das von ihm beantragte Mißtrauensvotum zum Sturz des Ministeriums Derby führte. 1863 wurde er unter Palmerston Admiralitätslord, dann bis 1865 Unterstaatssekretär, und unter dem Ministerium Russell-Gladstone Staatssekretär für den Krieg (bis Juli 1866). Gladstone machte ihn 1868 zum Generalpostmeister, Jan. 1871 zum Staatssekretär für Indien.

Durch seine hervorragenden Gaben als Parlamentsredner und Geschäftsmann sowie durch seine Geburt und seine Verbindungen erwarb er sich ein solches Ansehen, daß er nach Gladstones Rücktritt vom Amt Febr. 1874 und schließlich von der Parteileitung, Jan. 1875, einstimmig zum Führer der liberalen Partei erhoben wurde. Nach Beaconsfields Sturz 1880 lehnten jedoch er und Granville die angebotene Kabinettsbildung ab, die nun Gladstone wieder übernahm, in dessen Ministerium Devonshire als Staatssekretär für Indien eintrat. 1882 wurde er Kriegsminister. 1885 trat er mit dem Kabinett zurück, verweigerte aber den Eintritt in Gladstones Ministerium von 1886, trennte sich vielmehr in der irischen Home-Rule-Frage völlig von dem alten Führer und wurde selbst das Haupt der liberalen Unionisten (s. d.), die Irland gegenüber zu den Konservativen hielten und das konservative Ministerium Salisbury durch ihre Unterstützung im Parlament regierungsfähig machten. Auch nach seinem Eintritt in das Oberhaus (Dez. 1891) behielt er thatsächlich die Leitung der unionistischen Partei, während Chamberlain sein Nachfolger als Führer der Partei im Unterhaus wurde.

Ein jüngerer Bruder von ihm war der 1882 im Phönixpark zu Dublin [* 32] ermordete Lord Frederick Cavendish (s. d.).

Ende Devonshire (3)
→ weiter zu Seite 55.235: Devorieren ⟹ (lat.), verschlingen; Devoration, das Verschlingen, Verschlucken.
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 4. Band, Seite 917 im Internet seit 2005; Text geprüft am 12.3.2008; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//devonshire

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