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Militärwaisenhäuser -

Bild 11.626: Militärwaisenhäuser - Miljutin
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Miliz(v. lat. militia), ursprünglich Streitkräfte überhaupt, also s. v. w. heute Militär, später / 161
Miliz _2Besonders für die Schweiz typisches System der Heeresorganisation, bei dem keine stehenden / 44
Miliz _3(vom lat. militia, Kriegsmacht), die Landesbewaffnung im Gegensatz zu den frühern Lehns- und / 209

Seite 11.626

Miliz

414 Wörter, 3'095 Zeichen

Militärwesen — Organisation

Im Meyers Konversations-Lexikon, 1888 steht:



Milīz

(v. lat. militia), ursprünglich Streitkräfte überhaupt, also s. v. w. heute Militär, später Land- und Bürgertruppen, die nur für den Krieg formiert, nach dessen Beendigung aber wieder aufgelöst werden, Solche Milizen gab es schon im 16. Jahrh. fast in allen Staaten unter verschiedenen Benennungen. In Frankreich und Spanien [* 2] hießen später Miliz die aus dem Land Ausgehobenen im Gegensatz zu den Angeworbenen. Jetzt versteht man unter Miliz Truppen aus Landesangehörigen, die, ohne volle Ausbildung im Heer zu erhalten, im Frieden nur zu kurzen Übungen einberufen, für den Krieg aber auf Grund vorbereiteter Organisation formiert werden.

Schweiz

Bild 14.746a: Schweiz
* 3 Schweiz.

Beim Milizsystem beruht das ganze Wehrwesen auf solchen Formationen, wie z. B. in der Schweiz. [* 3] Eine wichtige Rolle neben einem geworbenen Heer spielt die Miliz in Großbritannien. [* 4] Unter den Begriff Miliz fallen auch Nationalgarden, Landsturm, Territorialtruppen, wie die schwedische Indelta, die holländische Schutterij, auch die österreichische Landwehr etc., die alle neben ausgedienten Soldaten auch andre Elemente aufnehmen (vgl. Volksbewaffnung). In Italien [* 5] und Rumänien [* 6] ist Miliz die Benennung der Landwehr.

Ende Miliz (1)
→ weiter zu Seite 11.626: Miljutin ⟹ Dimitri Alexejewitsch, Graf, russ. Kriegsminister, geb. 10. Juli 1816 zu Moskau, ward 1833 Offizier

Im Das Lexikon des Zeitungslesers, 1951 steht:



Miliz.

Besonders für die Schweiz typisches System der Heeresorganisation, bei dem keine stehenden Truppen unterhalten, sondern nur periodische Wiederholungskurse der ganzen wehrfähigen männlichen Bevölkerung abgehalten werden. Davon unterschieden die Miliz des ⟶ Faschismus, ein Heeresteil außerhalb des normalen Heeres zur Unterstützung besonderer politischer Unternehmungen.

Ende Miliz (2)
→ weiter zu Seite 48.41: Minderheit ⟹ ⟶ Minorität.

Im Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910 steht:



Milīz

Preußen

Bild 13.338a: Preußen
* 7 Preußen.

(vom lat. militia, Kriegsmacht), die Landesbewaffnung im Gegensatz zu den frühern Lehns- und geworbenen oder den jetzigen stehenden Heeren. Frankreich erhielt unter Ludwig ⅩⅣ., Preußen [* 7] unter Friedrich Ⅰ. (1701) eine Miliz, die Friedrich Wilhelm Ⅰ. wieder aufhob. Im nordamerik. Befreiungskriege wurden in der Französischen Revolution Nationalgarden organisiert. Gegenwärtig haben die Schweiz und die nordamerik. Union ihre ganze Wehrverfassung auf das Milizsystem gegründet, das mit Ausnahme geringer Abteilungen oder Stämme kein stehendes Heer, sondern für den Krieg eine organisierte Volksbewaffnung als Milizheer aufstellt.

Durch Jugendwehr, Schützen- und Wehrvereine sucht man der militär. Ausbildung nachzuhelfen. Es kann durch das Milizsystem im Verhältnis zur Bevölkerung [* 8] die stärkste Streitmacht aufgestellt werden, in der Schweiz durch die Überzähligen und den Landsturm bis zu 7 Proz. Aus diesen Gründen ist früher und neuerdings vielfach auf Abschaffung der stehenden Heere gedrungen worden. Der Sezessionskrieg in Nordamerika [* 9] sowie der Krieg Serbiens gegen die Türkei [* 10] haben aber auch die Mängel des Milizsystems dargethan. In Rußland bestehen in beschränktem Umfange Miliztruppen für den innern Dienst und zur örtlichen Verteidigung, jedoch nur im Kaukasus und in Transkaspien. Ständige Miliztruppcn giebt es nur im Militärbezirk Kaukasus und in Transkaspien für den innern Dienst und zur örtlichen Verteidigung. Sie sind aus Eingeborenen gebildet und nach nationaler Art gekleidet und bewaffnet.

Ende Miliz (3)
→ weiter zu Seite 61.895: Miljútin ⟹ Dmitrij Alexejewitsch, Graf, russ. General und Staatsmann, geb. 10. Juli 1816 in Moskau, wurde
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 11. Band, Seite 626 im Internet seit 2005; Text geprüft am 10.8.2008; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

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