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Tuchfarbig - Tucuman

Bild 65.1046: Tuchfarbig - Tucuman
Seite 65.1046.
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Überblick der Artikel
12 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Tuchfarbigs. Tuchfabrikation. / 3
Tuchlappens. Jagdzeug. / 3
Tuchmacherstuhls. Weberei. / 3
TuchraschStoff, s. Rasch. / 4
TuchrotAzofarbstoffe, die durch Diazotieren von Amidoazotoluol und Kombination mit β-Naphtholmonosulfosäu / 25
Tuchschereeine der gewöhnlichen Schafschere ähnliche, nur viel größere Schere, die vor der allgemeinen / 27
Tuchschererauch Appreteur genannt, derjenige, der die Zurichtung von Tuchen und tuchartigen Stoffen einschließ / 19
Tuchwebstühles. Weberei. / 3
Tückebotesoviel wie Irrlicht (s. d.). / 5
Tuckumruss. Stadt, s. Tukkum. / 5
Tuculörein Stamm der Fulbe (s. d.) im nordwestl. Afrika, besonders in den Haussastaaten und in Bambuk, / 39
Tucuman1) Die kleinste Provinz Argentiniens im N. von Salta, im O. und S. von Santiago del Estero, / 241

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t

Tuchfarbig - Tucuman


Fortsetzung: Tuchfabrikation, die Herstellung von Tuch (s. d.) aus dem durch Weben (s. Weberei) hergestellten Rohgewebe, dem
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son-1044 dern der auch durch erhöhten Abschluß der Luft im Innern des Gewebes die Wärmeleitungsfähigkeit desselben abmindert. Das Rauhen des Tuchs ist teils Handarbeit, teils Maschinenarbeit. Vorzugsweise wird dasselbe mit den Fruchtköpfen der Kardendistel vorgenommen, die für diesen Zweck entweder in ein mit der Hand [* 2] geführtes Kardenkreuz eingesetzt sind, oder die Umfläche der Trommel der Rauhmaschine [* 3] (s. Appretur) bedecken. Das einmalige Durchrauhen eines Gewebestückes nennt man eine Tracht.

Diese Trachten folgen in größerer oder geringerer Zahl unmittelbar aufeinander. Das Rauhen erfolgt stets in der Längenrichtung des Tuchs, so daß hierbei die emporgehobenen Haarenden gleichzeitig im Strich niedergelegt werden. Die Florhöhe der gerauhten Stücke ist keine gleichförmige, da die Rauhkarden die Haarenden auf verschiedene Längen aus dem Gewebe [* 4] herausziehen. Infolgedessen werfen verschiedene Oberflächenteile das Licht [* 5] verschieden stark zurück; das Gewebe erscheint fleckig und streifig.

Scheren

Bild 14.433: Scheren
* 6 Scheren.

Dem Rauhen folgt daher das Scheren [* 6] des Tuchs, d. h. das Abschneiden der durch Bürsten aufgerichteten Haarenden auf gleiche Länge mittels der Schermaschine, seltener durch Handarbeit. Durch wiederholtes Scheren wird auf der ganzen Gewebefläche ein vollkommen gleich hoher Flor erzeugt und damit die gleichmäßige Zerstreuung des von der Fläche zurückgeworfenen Lichts, also ein völlig gleichförmiges Ansehen derselben erzielt. Die Rückseite der Tuche wird entweder nicht oder nur schwach gerauht und mit wenig Schnitten geschoren.

Hierdurch bleibt die Filzdecke unversehrt und gewinnt der Stoff an Haltbarkeit. Bei zu starker Entblößung der Vorderseite während des Scherens oder durch nachträgliches Abreiben der Haardecke während des Gebrauchs, treten die Grundfäden des Gewebes hervor; man nennt derartige Tuche fadenscheinig. Abgesehen von dem Färben stückfarbiger Tuche bestehen die Vollendungsarbeiten in dem Heißpressen und Dekatieren (s. d.), wodurch der Oberfläche des fertigen Tuchs ein schöner matter Glanz erteilt wird und das Tuch so weit eingeht, daß späteres Durchfeuchten beim Gebrauch weder das Ansehen noch die Größe der aus dem Tuche gefertigten Kleidungsstücke beeinträchtigt.

Weben (gemusterte Stof

Bild 16.449: Weben (gemusterte Stoffe, Samt, Gaze etc.)
* 7 Weben.

Das Tuch heißt wollfarbig, wenn die zu demselben verwendete Wolle vor der Bearbeitung auf dem Wolf (s. Wollspinnerei) gefärbt, lodenfarbig, wenn das Färben mit dem Gewebe vor dem Walken vorgenommen, tuchfarbig, wenn der Stoff nach dem Walken oder sogar erst nach dem Scheren gefärbt wurde. Im allgemeinen mit der Herstellung der Tuche übereinstimmend ist die Herstellung derjenigen dicken rauhen Stoffe aus Streichwolle, die verschiedene Namen, wie Flocconné, Velour, Ratiné, Welloné, Perlé u.s.w. führen und zu Herrenwinterkleidern verwendet werden. Auch sie werden nach dem Weben [* 7] gewalkt, gerauht und geschoren, dann aber meist noch frisiert oder ratiniert. Hierdurch wird wiederum eine teilweise Verfilzung der Haardecke hervorgebracht und die Oberfläche des Stoffes mit verschiedenen Reliefmustern, Knötchen, Wellenlinien u.s.w. bedeckt. (S. Appretur).

Die Tuchfabrikation ist ein altes deutsches Gewerbe, das aber zuerst in den Niederlanden den höchsten Grad der Vollendung erreichte. Am Ausgang des Mittelalters waren als Tuchfabrikanten die Deutschen, Niederländer und Italiener berühmt. Heute nehmen in der Tuchfabrikation neben Preußen [* 8] und Sachsen, [* 9] die durch ihre ausgezeichneten Wollen begünstigt sind, Österreich, [* 10] Frankreich, England und Belgien [* 11] eine hervorragende Stellung ein. Frankreich hat besonders in den an Belgien und Luxemburg grenzenden Teilen und in der Normandie bedeutende Tuchfabriken. Die deutsche Tuchfabrikation ist in der preuß. und sächs. Lausitz, andern Teilen von Sachsen und am Rhein am weitesten vorgeschritten.

Vgl.   Stommel, Das Ganze der Weberei [* 12] des Tuch- und Buckskinfabrikanten (2 Bde., Düsseld. 1883);

Ölsner, Lehrbuch der Tuch- und Buckskinweberei, (2 Bde., Altona [* 13] 1881);

Löbner, Praktische Erfahrungen aus der Tuch- und Buckskinfabrikation (3 Bde., Grünberg [* 14] 1891).

Tuchfarbig,

s. Tuchfabrikation. ^[= die Herstellung von Tuch (s. d.) aus dem durch Weben (s. Weberei) hergestellten Rohgewebe, dem ...]

Tuchlappen,

s. Jagdzeug.

Tuchmacherstuhl,

s. Weberei. ^[= * Um bei den mechan. Webstühlen eine möglichst hohe Leistung zu erzielen, hat man einerseits ...]

Tuchrasch,

Stoff, s. Rasch.

Tuchrot,

Azofarbstoffe, die durch Diazotieren von Amidoazotoluol und Kombination mit β-Naphtholmonosulfosäure (Tuchrot G, dunkelroter Wollfarbstoff) oder mit β -Naphtholdisulfosäure (Tuchrot L, braunroter Wollfarbstoff) dargestellt werden.

Tuchschere,

Schenschin - Scheren (

Bild 64.416: Schenschin - Scheren (Werkzeuge) [unkorrigiert]
* 15 Schere.

eine der gewöhnlichen Schafschere ähnliche, nur viel größere Schere, [* 15] die vor der allgemeinen Einführung der Schermaschinen zum Scheren des Tuchs gebraucht wurde. (S. Appretur und Tuchfabrikation.)

Tuchscherer,

auch Appreteur genannt, derjenige, der die Zurichtung von Tuchen und tuchartigen Stoffen einschließlich des Pressens und Dekatierens besorgt.

Tuchwebstühle,

s. Weberei. ^[= * Um bei den mechan. Webstühlen eine möglichst hohe Leistung zu erzielen, hat man einerseits ...]

Tückebote,

soviel wie Irrlicht (s. d.). ^[= Irrwisch, in Norddeutschland auch sind angeblich kleine, flammenartige und leuchtende, ...]

Tuckum,

russ. Stadt, s. Tukkum. ^[= 1) Kreis im mittlern Teil des russ. Gouvernements Kurland, südwestlich am Rigaischen Meerbusen, ...]

Tuculör,

ein Stamm der Fulbe (s. d.) im nordwestl.

Die wichtigsten Forsch

Bild 1.148a: Die wichtigsten Forschungsreisen in Afrika
* 16 Afrika.

Afrika, [* 16] besonders in den Haussastaaten und in Bambuk, entstanden aus der Vermischung der heller gefärbten Fulbe mit der Negerrasse der Joloff.

Die Franzosen waren es, welche diese dunkelgefärbten Fulbe Toucouleurs benannten.

Titel
Elemente zu Tucuman:

1) Die kleinste Provinz Argentiniens im N. von Salta

2) Tucuman oder San Miguel del T., Hauptstadt der Provinz

Tucumān.

1) Die kleinste Provinz Argentiniens im N. von Salta, im O. und S. von Santiago del Estero, im S. und W. von Catamarca begrenzt (s. Karte: La-Plata-Staaten u.s.w.), bedeckt 21970 qkm. Der Osten des Landes ist eben. Im NO. ist Hügelland und gegen Catamarca findet sich die zu 4650 m aufragende Sierra de Aconquija, eine Gneiskette, welche von engen Flußthälern durchzogen, einen prächtigen Urwald von Walnuß-, Mahagoni- und Ebenholzbäumen nebst Cedern, Lorbeeren und Myrten trügt.

In den Bergen [* 17] gewinnt man etwas Gold, [* 18] Silber, Kupfer [* 19] und Blei. [* 20] Der nicht schiffbare Rio [* 21] Tala, der Oberlauf des Rio Dulce, mit zahlreichen Nebenflüssen, bewässert, durch Kanäle verbreitet, den Boden, der in außerordentlicher Üppigkeit Zuckerrohr und Mais, daneben Tabak, [* 22] Weintrauben, Südfrüchte hervorbringt. Auf dem reichen Weidelande wird eine schwunghafte Pferde-, Maultier- und Rindviehzucht betrieben. Das Klima ist mild, bei einer Mitteltemperatur von 19,4° fallen 900 mm Regen. Die Bewohner (1895: 215693), meist Mischlinge, sind intelligent und thätig und haben von jeher mit besonderm Eifer an den polit. Umwälzungen teilgenommen. Tucuman wird von den Bahnen Cordoba-Salta (in zwei Armen), Santiago del Estero-Tucuman und Nosario-Tucuman durchzogen. –



Tucumaöl - Tuffstein

Bild 65.1047: Tucumaöl - Tuffstein
* 23 Seite 65.1047.

2) Tucuman oder San Miguel del Tucuman, Hauptstadt der Provinz, 3 km rechts vom Rio Tala, Station der ¶

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Staatsbahnlinie Cordoba-Tucuman, ist von zahlreichen Landhäusern, Plantagen und einem großen Walde von Orangenbäumen umgeben, Sitz aller Provinzialbehörden, besitzt eine Kathedrale, Nationalcolleg, Lehrerseminar, Filiale der Nationalbank, Hospitäler und ein Theater; [* 24] hat 34 297 E., Gerberei, Branntweinbrennerei, Zuckerfabriken und liefert schöne Satteldecken und Spitzen.

Ende Tucuman
→ weiter zu Seite 65.1047: Tucumaöl ⟹ s. Aouraöl.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 1044 [Suche = 65.1046] im Internet seit 2005; Text geprüft am 4.11.2014; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_1046

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Siehe auch:

  • 15.897 Tuchfarbig
  • 15.897 Tückebote
  • 15.897 Tuckum
  • 15.897 Tucuman

* 24 Bilder dazu:

  • 16Afrika
  • 13Altona
  • 11Belgien
  • 17Bergen
  • 20Blei
  • 4Gewebe
  • 18Gold
  • 14Grünberg
  • 2Hand
  • 19Kupfer
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