an der östl. Thalwand 2
Batterien und 1
Blockhaus liegen, dahinter ist an der Abhangskante des Marzola hinauf eine Reihe
Batterien
angelegt zur Beherrschung des
Val Sorda, während an seinem Fuß, 3 km rückwärts, das
FortSan Rocca als Reduitposten dient,
unterstützt durch
Batterie Romagnana am westl. Thalhang. ImOsten wird
Straße und Eisenbahn im Fersinathal
durch mehrere Werke gesperrt, daran schließen sich südlich die des Monte-Selva (1 Panzerfort und 1
Batterie) und Cimirlo.
Nach Norden
[* 2] schaut
Fort Martignano am Südwesthang des Monte-Calisio und
Batterie Gardalo nordwestlich seines Rückens ins
Etschthal. Die Befestigung der Westfront umfaßt die
Sperre derStraße nach
Tione (Buca di
Vela nebst
Batterie
auf der Höhe) sowie die Werke Sopramonte und Brigalino. Die Höhe des Monte-Vazon westlich und Chegol östlich von der Etsch
sind nicht befestigt.
Trient
[* 3] (lat. Tridentum) ist die älteste Stadt
Tirols. Die
Römer
[* 4] hatten hier eine von
Augustus befestigte
Niederlassung. Während
derVölkerwanderung litt Trient sehr und wurde von dem König der
OstgotenTheodorich aufs neue hergestellt.
Aus seiner Zeit rühren noch heute erhaltene Mauerreste her. Trient ging dann der Reihe nach in den
Besitz got., langobard.
Herzöge
und der
Franken über, bis 1027 die Herrschaft der
Bischöfe von Trient begann. Das älteste
Statut der Stadt
ist deutsch und stammt aus dem 13. Jahrh. In Trient wurde 1545-63 das
Tridentinische Konzil (s. d.) abgehalten. 1803 wurde das
Bistum säkularisiert und kam an
Österreich,
[* 5] das es 1805 an
Bayern
[* 6] abtrat. 1809 wurde es ein
Teil des Königreichs
Italien,
[* 7] bis
es 1814 wieder an
Österreich kam. -
Vgl. Barbacovi, Memoire storiche della città e del territorio di
Trento (Trient 1808);
1) Regierungsbezirk der preuß. Rheinprovinz
[* 11] (s.
Karte: Rheinprovinz u. s. w. II.
SüdlicherTeil), umfaßt Gebiete des ehemaligen Erzbistums Trier, der Fürstentümer Veldez,
Zweibrücken
[* 12] und Lichtenberg, der
Grafschaft Saarbrücken,
[* 13] der Herrschaften Dagstuhl, Freudenberg, Ottweiler,
Blankenheim ünd
Gerolstein sowie der
Abteien Prüm und Echternach, grenzt im
W. an Luxemburg
[* 14] und Lothringen, im SO. an die bayr. Pfalz, mit
den
Flüssen Mosel, Saar,
Sauer, Prüm,
Kyll, Salm und
Lieser, und den
Gebirgen Eifel (Schneifel 675 m),
Idar- und
Hochwald, hat
Acker- und
Weinbau, Waldungen, Steinkohlenbergwerk, bedeutende Eisenindustrie, 7184,14 qkm und (1895) 768 451 (388 292 männl., 380 159 weibl.)
E., 14
Städte mit 176,61 qkm und 139 034 (73 115 männl., 65 919 weibl.) E., 1111 Landgemeinden
mit 7007,53 qkm und 629 417 (315 177 männl., 314 240 weibl.) E. Dem Religionsbekenntnis nach
waren 619 239 Katholiken, 142 374
Evangelische, 245 andere
Christen und 6575 Israeliten.
Der Regierungsbezirk zerfällt in folgende
Kreise:
[* 15]
Der
Regierungsbezirk wird eingeteilt in 6 Reichstagswahlkreise : Daun-Prüm-Bitburg (Abgeordneter 1893: Brökmann),
Wittlich-Bernkastel
(Dieden), Trier (Dr. Rintelen), Saarburg-Saarlouis (Roeren, sämtlich dem Centrum angehörig),
Saarbrücken
(Boltz, nationalliberal), Ottweiler-St.
Wendel
(Freiherr von
Stumm-Halberg,
Reichspartei). - 2) Landkreis im Reg.-Bez. (s. obenstehende
Tabelle). - 3) Trier, frz.
Trèves (lat.
Augusta Trevirorum), Hauptstadt des Reg.-Bez. Trier und
Stadtkreis, ehemals
Hauptstadt des Erzstifts und Kurfürstentums Trier, 10 km von der luxemb.
Grenze, liegt in einem schönen
Thal,
[* 16] das von zwei mit
Wein bepflanzten Bergreihen gebildet wird, am rechten Ufer der Mosel,
über welche eine
Brücke
[* 17] (190 m lang, 7,5 m breit) führt, an den Linien Köln-Trier (180 km), Koblenz-Trier-Sierck
(163,4 km), Trier-Saarbrücken-Saargemünd (106,4 km), Trier-Wasserbillig (14,6 km) und den
Nebenlinien Trier-Hermeskeil (52,7 km)
und Ehrang-Conz der
Preuß. Staatsbahnen
[* 18] (3
Bahnhöfe),
[* 19] ist Sitz der königl. Regierung, des Landratsamtes für den Landkreis,
eines Landgerichts (Oberlandesgericht Köln)
[* 20] mit 16
Amtsgerichten
(Bernkastel,
Bitburg, Daun, Hermeskeil, Hillesheim, Merzig,
Neuerburg, Neumagen,
Perl, Prüm, Rhaunen, Saarburg, Trier,
Wadern, Waxweiler,
Wittlich), eines Amtsgerichts, Gewerbegerichts,
Hauptsteueramtes, einer Oberpostdirektion, Handelskammer, Reichsbanknebenstelle, eines belg.
Vicekonsuls, der Kommandos der 16. Division, 31. Infanteriebrigade und zweier
Bezirkskommandos und hat (1895) 40 026 E., darunter 5185
Evangelische
und 823 Israeliten, in Garnsion die Infanterieregimenter von
Horn (3. rhein.) Nr. 29 und (7. rhein.)
Nr. 69, und die 3.
Abteilung des Feldartillerieregiments von Holtzendorf (1. rhein.) Nr.
8, Postamt erster
Klasse mit Zweigstelle,
Telegraphenamt erster
Klasse, Postagentur und
Telegraph
[* 21] (Trier-Löwenbrücken) und
Fernsprecheinrichtung. Der ältere
Teil der Stadt ist, soweit er noch Privatgärten besitzt, weitläufig gebaut, die
Straßen aber eng und unregelmäßig; die neuern
Straßen umschließen die
Altstadt als Ringstraße und verbinden
sie mit den 1888 einverleibten
Vororten. Von der Befestigung sind nur Reste vorhanden, an
Stelle des Stadtgrabens Promenadenanlagen
getreten.
Gebäude.
Außer in Südfrankreich finden sich nirgends diesseit der
Alpen so viele und gut erhaltene
Denkmäler aus
der Römerzeit wie in Trier; sie stammen, mit Ausnahme des unter
Trajan erbauten
Amphitheaters (für 30000
Personen), sämtlich
aus dem Ende
¶
mehr
des 3. und 4. Jahrh., so die Porta nigra (Simeonsthor), ein aus Sandsteinquadern erbautes, befestigtes Stadtthor (36 m lang, 29 m
hoch; s. Tafel: Thore I,
[* 22]
Fig. 1), welches im 11. Jahrh. vom Erzbischof Poppo
in eine Doppelkirche umgewandelt wurde, 1817 aber seine ursprüngliche Gestalt wiedererhielt und 1876 freigelegt wurde;
die Moselbrücke, von der jedoch nur der Unterbau aus Basaltblöcken der röm. Zeit angehört;
der Kaiserpalast, eine malerische Ruine, die jetzt zum Teil noch in einer Höhe von 20 m steht;
er wurde
im 12. Jahrh. in eine Kirche verwandelt, diente 1568 als Festung
[* 23] gegen den Kurfürsten und wurde 1673 vom
Amphitheater aus beschossen;
die Basilika,
[* 24] ursprünglich röm. Gerichtskaufhalle, später Sitz der frank.
Könige und Statthalter,
zuletzt der Kurfürsten, durch Friedrich Wilhelm IV. wiederhergestellt und seit 1856 der evang. Gemeinde eingeräumt,
und die ältesten Teile des Doms, später zur Kirche umgewandelt, nach einem Brande wiederhergestellt vom
Bischof Nicetius (532 und 566) und später umgebaut von Poppo (1016-47), Udo (1066-78) und Hillin (1152-69), gegenwärtig (1897)
in Erneuerung begriffen. Im Domschatz werden kostbare Meßgewänder und Reliquien (wie der Heilige Rock, s. d.) aufbewahrt.
In der Umgegend röm. Bauten bei Igel (s. d.) und Nennig (s. d.).
Unter den spätern Bauten sind zu erwähnen die frühgot. Liebfrauenkirche (1227-44), durch einen schönen
Kreuzgang mit dem Dom verbunden, die Gangolfskirche (13. Jahrh.) mit schönem Turm
[* 25] (15. Jahrh.), die Matthiaskirche aus dem 12. Jahrh.,
jedoch mehrfach umgebaut, die Paulinuskirche (1734) mit schönen Deckengemälden, neuerdings von dem niederländ.
Maler Hermesdorff renoviert, das adlige Frauenkloster St. Irminen, vom Erzbischof Modwald gegründet und 1804 der
Stadt zur Einrichtung der «Vereinigten
[* 26] Hospitien» geschenkt, das Rote Haus (1453), ehemals Stadthaus, jetzt Hotel, das Kaufhaus
(1373 zuerst genannt), ehemals Rathaus, das kurfürstl. Schloß im Barockstil, von Napoleon der Stadt geschenkt, jetzt (Palast-)
Kaserne, die Abtei St. Maximin, ursprünglich teilweise ein röm. Gebäude, jetzt Kaserne, und das Provinzialmuseum
mit reichhaltiger Altertümersammlung. Ein Monumentalbrunnen mit Erzstandbild des Erzbischofs Balduin (von F. von Miller) wurde 1897 errichtet.
Bildungs- und Wohlthätigkeitsanstalten. Die 1472 gestiftete Universität der Jesuiten wurde 1798 aufgehoben. Die Stadt hat
ein Gymnasium (seit 1563), Realgymnasium (1822), eine königl. und zwei
private höhere Mädchenschulen, Lehrerinnenseminar, Priesterseminar, bischöfl. Konvikt, Provinzialweinbauschule, Provinzialtaubstummenanstalt,
Stadtbibliothek (über 100000 Bände, Handschriften), Vereine für Wissenschaft, Kunst und Handwerk, Bürgerhospital (Hospitienanstalt),
Provinzialmutterhaus der Barmherzigen Schwestern, Krankenhaus
[* 27] und Kuranstalt der Barmherzigen Brüder, Landarmenhaus, Sparkasse,
Wasserwerk, Kanalisation, Gaswerk und Schlachthaus.
Die Industrie erstreckt sich auf Eisengießereien, Färbereien, bedeutende Gerbereien, auf Fabrikation
von Möbeln, Bürsten, Hüten, Regenschirmen, Rouleaux, Schuhwaren, Seife und Kerzen, Tabak
[* 28] und Cigarren, Wachswaren, Asphalt,
Klaviere, Billards, Essig, pharmaceutischen Präparaten, optischen Instrumenten, Handschuhen, Malz und Kaffeesurrogaten, Wagen,
Senf, künstlichem Eis,
[* 29] Gold- und Silberwaren, ferner bestehen Brauereien,
Lumpensortieranstalten, mechan. Werkstätten, lithogr.
Anstalten, Industrie für Glasmalerei
[* 30] und bedeutende Gärtnereien, Weinbau, Holz- und Weinhandel. Die jährlichen
Versteigerungen von Mosel- und Saarweinen sind weit bekannt. In der Nähe sind Brüche von Dachschiefer (17 Brüche; Jahresproduktion 159000
M.), Steinen und Gyps (86 378000 M.), sowie Bergbau
[* 31] auf Blei-, Kupfer- und Zinkerze.
Geschichte der Stadt und des Erzbistums. Trier (August Trevirorum) ist die alte Hauptstadt der kelt. Trevirer,
wurde dann wahrscheinlich vom KaiserAugustus zur Sicherung der Rheingrenze neu befestigt und etwa von 286 bis 400 die Residenz
der röm. Kaiser für den Westen. 411 (endgültig 455) fiel die Stadt an die Franken. Das Erzstift entstand wahrscheinlich
um 815 aus einem angeblich schon im 1. Jahrh. gestifteten Bistum in Trier. Die Stadt wurde im 5. Jahrh. wiederholt
zerstört, und bis in das 7. Jahrh. ist hier die Reihe der Bischöfe unsicher und vielleicht längere Zeit unterbrochen. Trier gehörte
dann zu Austrasien, kam im Vertrage zu Verdun
[* 32] von 843 an Lothringen, 870 an Deutschland,
[* 33] 895 wieder an Lothringen
und wurde durch König Heinrich I. bleibend mit Deutschland vereinigt.
Nachmals, unter den Erzbischöfen und spätern Kurfürsten von Trier, die zeitweilig ihren Sitz nach Ehrenbreitstein
und Koblenz
[* 34] verlegten, gelangte die Stadt zu großer Macht; doch war sie mit den Erzbischöfen, die ihre Freiheiten und Privilegien
nicht anerkennen wollten, oft in heftiger Fehde. Erst 1580 wurde ihr die lange Zeit angestrebte Reichsunmittelbarkeit
definitiv durch kaiserl. Urteil aberkannt. Der Kurfürst von Trier, der sich den Titel «Kanzler durch Gallia» beilegte, war der
Reihenfolge nach der zweite Kurfürst in Deutschland.
Das Land teilte sich in das obere und das niedere Stift, letzteres mit der erzbischöfl. Residenz Koblenz.
Unter den Erzbischöfen sind zu nennen der GrafBalduin (s. d.) von Luxemburg (1307-54), BruderKaiserHeinrichs VII. und der
Begründer der Macht des Erzstifts wie des luxemb. Kaiserhauses; der Graf Richard von Greiffenklau (1511-31), der dem Eindringen
der Reformation in das Erzstift wehrte, 1512 zuerst eine Ausstellung des Heiligen Rockes veranstaltete und
durch seine Fehde (1522) mit Sickingen bekannt ist; der Erzbischof Philipp Christoph von Sötern (1623-52), der 1632 den Franzosen
das Besatzungsrecht von Koblenz und Ehrenbreitstein zugesagt hatte, deshalb mit dem Domkapitel zerfiel und 1635 von den Spaniern
gefangen genommen, 1645 von Turenne nach Trier zurückgeführt wurde und den Franzosen die Schutzherrlichkeit
über Philippsburg, das BistumSpeyer
[* 35] und alle seine linksrhein.
Besitzungen einräumte; der Pfalzgraf FranzLudwig von Neuburg
[* 36] (1716-29), der sehr viel zur Verbesserung des Rechtszustandes
seines Landes that, und der letzte Kurfürst, der Prinz Clemens Wenzeslaus (s.d.) von Sachsen
[* 37] (1768-1803),
der regen Anteil an der Emser Punktation (s. d.) nahm, aber mit dem Erzbischof
von Mainz
[* 38] wieder zurücktrat. BeimAusbruch der Französischen Revolution sammelten sich im Trierschen, namentlich in Koblenz,
die franz. Royalisten. Nachdem die Franzosen 1794 Trier und Koblenz genommen hatten, wurde das Triersche Land auf dem linken
Rheinufer zu Frankreich geschlagen und, nachdem auch die Festung Ehrenbreitstein sich 1799 hatte ergeben
müssen, fast das ganze Kurfürstentum mit Frankreich vereinigt. Im Frieden zu Lunéville wurde
¶