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Tischzuchten - Tisza (

Bild 65.869: Tischzuchten - Tisza (Koloman von)
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Überblick der Artikel
15 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Tischzuchtenpoet. Anweisungen zum höfisch anständigen Essen, die im Mittelalter dadurch, daß man mit / 106
Tise GangriGebirge in Tibet, s. Gangri. / 7
Tisfons. Ktesiphon. / 3
Tisias. Theiß. / 3
TisioBenvenuto, ital. Maler, s. Garofalo. / 6
Tisiphoneeine der Erinnyen (s. d.). / 5
Tisnovs. Tischnowitz. / 3
TissaStadt, s. Randazzo. / 4
TissandierGaston, franz. Luftschiffer und Geschichtsschreiber der Aeronautik (s. Luftschiffahrt). / 10
Tisserand(spr. tiss'ráng), François Felix, franz. Astronom, geb. 13. Jan. 1845 zu Nuits (Côte-d'Or / 159
Tissierographieein von Tissier in Paris angewendetes Verfahren, um Kupferstiche u. dgl. auf Stein umzudrucken / 36
Tissot(spr. -oh), Victor, franz. Schriftsteller, geb. 15. Aug. 1845 zu Freiburg in der Schweiz, leitete / 110
Tissuss. Theiß. / 3
Tisza# (spr. tissa), ungar. Name der Theiß (s. d.). / 8
Tisza _2# (spr. tissa), Koloman von, ungar. Staatsmann, geb. 16. Dez. 1830 zu Geszt im Biharer Komitat, / 285

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Tischzuchten - Tisza (Koloman von)


Fortsetzung: Tischrücken, und Geisterklopfen. Mit Tischrücken wird eine besondere, drehende, zuletzt gleichsam fortschreitend
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vom 4. April 1853 bekannt, der zunächst bloß das Verfahren zur Hervorbringung jener drehenden Bewegung beschrieb. Es dauerte nicht lange, bis das sich daran knüpfende Klopfen und der Psychograph eine Art geistiger Epidemie erzeugten, welche in Deutschland [* 2] nur vorübergehend, in Frankreich aber und besonders in England um so länger herrschte. Zur Erklärung des seltsamen Phänomens genügen schon die Gesetze der Mechanik. Das Erzittern der lange aufliegenden Hände summiert sich in dem Tische zu einer Kraftwirkung, die endlich, wenn mehrere unwillkürlich herniederdrückende Seitenpressungen hinzukommen, das Möbel [* 3] in eine wälzende Bewegung versetzt (Faraday, Braid).

Letztere gilt aber den Experimentierenden für eine selbständige, weil sie ihren bisherigen Kraftaufwand für zu unbedeutend ansehen und von der Geringfügigkeit der Reibung [* 4] nichts ahnen, die, sobald die Bewegung einmal eingeleitet ist, zum größern Teile schon durch die Schwere des Tisches überwunden wird. (Vgl. Scheffler, Imaginäre Arbeit, eine Wirkung der Centrifugal- und Gyralkraft, mit Anwendungen auf die Theorien des Kreisels, des rollenden Rades, des Polytrops und des Tischrückens, Lpz. 1866.) Das Klopfen dagegen erklärt sich teils als Betrug, teils daraus, daß sich das Bewußtsein durch eine längere abtötende mechan. Beschäftigung teilweise hemmen, gleichsam anästhesieren läßt. Mit dem Hypnotismus hat das Tischrücken übrigens dem Wesen nach nichts zu schaffen; lediglich durch die irrtümliche Anschauung, daß beim Hypnotisieren (Magnetisieren) eine Art Fluidum (das sog. Od, s. d.) von einer Person auf die andere übergehe, hat man beide Vorgänge in Zusammenhang gebracht, ein Fehler, der auch bei neuern Mystikern wiederkehrt. (S. Spiritismus.)

Tischzuchten,

Essen - Essential

Bild 5.857: Essen - Essential
* 5 Essen.

poet. Anweisungen zum höfisch anständigen Essen, [* 5] die im Mittelalter dadurch, daß man mit der Hand [* 6] aß, daß meist mehrere einen Teller, ein Glas [* 7] benutzten, besonders nötig wurden; das Benehmen bei Tisch war ein Maßstab [* 8] der gesellschaftlichen Bildung. Solche Tischzuchten gab es auch lateinisch («Reineri Phagifacetus), hg. von Lemcke, Stett. 1880), französisch und englisch (vgl. Furnivall in der »Early English Text Society», Nr. 32, Lond. 1808). In Deutschland ist die älteste selbständige Tischzucht die sog. Hofzucht des Tannhäusers; Hans Sachs dichtete drei Tischzuchten. Aus der Parodie der Tischzuchten erwuchs die grobianische Litteratur is. Grobianus). -

Vgl.   Geyer, Altdeutsche Tischzucht (Altenb. 1882);

Haussen, C. Scheidt (Straßb. 1889).

Tise

Gangri, Gebirge in Tibet, s. Gangri. ^[= Gangsri oder Kailasch, Gebirgskette in Innerasien, mit der das Hochland von Tibet ...]

Tisfon,

s. Ktesiphon. ^[= alte Stadt am östl. Ufer des Tigris, südlich vom Einflüsse des Diyalah, das der Orientalen ...]

Tisia,

s. Theiß. ^[= ungar. Tisza, slaw. Tisa, bei den Alten als Grenzstadt Daciens Tissus oder Pathissus ...]

Tisio,

Benvenuto, ital. Maler, s. Garofalo.

Tisiphone,

eine der Erinnyen [* 9] (s. d.). ^[= (frz., spr. ráng dü pĭeh), s. Brand (in der Medizin).]

Tisnov,

s. Tischnowitz. ^[= czech. Tišnov, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Brünn in Mähren, am linken Ufer ...]

Tissa,

Stadt, s. Randazzo.

Tissandier,

Gaston, franz. Luftschiffer und Geschichtsschreiber der Aeronautik (s. Luftschiffahrt). [* 10]

Tisserand

Digynus - Dijon [unkor

Bild 55.307: Digynus - Dijon [unkorrigiert]
* 11 Dijon.

(spr. tiss'ráng), François Felix, franz. Astronom, geb. 13. Jan. 1845 zu Nuits (Côte-d'Or), besuchte das Lyceum in Dijon [* 11] und studierte von 1893 ab an der École normale supérieure Mathematik und Physik. 1866 wurde er an der Pariser Sternwarte [* 12] als Adjunkt angestellt, 1873 zum Direktor der Sternwarte und Professor an der Fakultät in Toulouse, [* 13] 1878 zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften und des Bureau des Longitudes und zum Professor der Mechanik an der Sorbonne, 1892 zum Direktor des Pariser Observatoriums ernannt.

Nach Monchez' Tode wurde er dessen Nachfolger in der Direktion der Pariser Sternwarte. T.s Arbeiten beziehen sich auf die verschiedenen Gebiete der himmlischen Mechanik, zu deren namhaftesten Vertretern er gehörte. Sie sind zumeist in den Annalen und Memoiren der Institute veröffentlicht, denen Tisserand angehörte. Außerdem hat Tisserand ein sehr wertvolles Lehrbuch der himmlischen Mechanik: «Traité de mécanique céleste», herausgegeben, von dem bisher 3 Bände erschienen sind (Par. 1889, 1891 u. 1894). Er starb 20. Okt. 1896 in Paris. [* 14]

Tissierographie,

ein von Tissier in Paris angewendetes Verfahren, um Kupferstiche u. dgl. auf Stein umzudrucken und für die Buchdruckerpresse hochzuätzen.

Diese Steinhochätzungen sind schon von Senefelder und andern gemacht worden, haben sich aber praktisch nicht eingeführt.

Tissot

Freiburg (in der Schwe

Bild 6.639: Freiburg (in der Schweiz)
* 15 Freiburg.

(spr. -oh), Victor, franz. Schriftsteller, geb. 15. Aug. 1845 zu Freiburg [* 15] in der Schweiz, [* 16] leitete die «Gazette de Lausanne» [* 17] bis 1874. Nachdem er Deutschland und Österreich [* 18] bereist hatte, gab er 1875 die Schmähschrift «Voyage au pays des millards» (deutsch Bern [* 19] 1875) heraus, die in Frankreich außerordentlichen Beifall fand. Tissot veröffentlichte hierauf unter anderm: «Les Prussiens es Allemagne» (1876),

«Voyage aux pays annexés» (1876),

«Vienne et la vie viennoise» (1878),

«Les mystères de Berlin» [* 20] (1879),

«L'Allemagne amoureuse» (1884),

«La police secrète prussienne» (1884; illustrierte Ausg. 1886),

«De Paris à Berlin» (1886),

«Un hiver à Vienne» (1888),

«L'Allemagne amoureuse» (1893),

«Les jeunes filles» (1896),

«Un Lys dans la neige» (1897) u. a.

Tissus,

s. Theiß. ^[= ungar. Tisza, slaw. Tisa, bei den Alten als Grenzstadt Daciens Tisia oder Pathissus ...]

Tisza

(spr. tissa), ungar. Name der Theiß (s. d.). ^[= ungar. slaw. Tisa, bei den Alten als Grenzstadt Daciens Tissus, Tisia oder Pathissus ...]

Tisza

(spr. tissa), Koloman von, ungar. Staatsmann, geb. 16. Dez. 1830 zu Geszt im Biharer Komitat, studierte die Rechte und trat schon 1848 ins Unterrichtsministerium. Während der Revolution zog er sich zurück, 1855 wurde er Hilfskurator des reform. Nagy-Szalontaer Kirchendistrikts und bekämpfte 1859 energisch das von dem Grafen Leo Thun eingeführte, gegen die autonome prot. Kirchenverfassung Ungarns gerichtete Protestantenpatent. 1861 wurde in den Reichstag gewählt und übernahm nach dem Selbstmorde des Grafen Ladislaus Teleki die Führerschaft des linken Centrums im ungar. Abgeordnetenhause, die er auch in den folgenden Sessionen (1865, 1869, 1872) behauptete.



Tisza (Ludwig, Graf vo

Bild 65.870: Tisza (Ludwig, Graf von) - Titanen
* 21 Seite 65.870.

Endlich gab er im Anfang 1875 seinen oppositionellen Standpunkt auf und ermöglichte die Verschmelzung des linken Centrums mit der Deák-Partei zu der liberalen Partei. Im Ministerium Wenkheim vom 5. März 1875 übernahm Tisza das Ministerium des Innern und 21. Okt. auch die Ministerpräsidentschaft. Hauptaufgabe des Tisza-Ministeriums war der wirtschaftliche Ausgleich mit Transleithanien und die Neuorganisierung der Österreichisch-Ungarischen Bank. Während der Wahlen für 1878-81 bereitete die Occupation Bosniens und der Herzegowina neue Schwierigkeiten für die Finanzen diesseit und jenseit der Leitha, so daß das ganze Tisza-Ministerium seine Entlassung einreichte, obgleich die Wahlen ihm eine große Majorität gesichert hatten. Die viel angefochtene Politik Andrássys siegte aber in den Delegationen, und Tisza trat abermals im Dez. 1878 an die Spitze des neuen Kabinetts. 1887 übernahm er nach Szapárys ¶

mehr

Rücktritt die Leitung des Finanzministeriums, wogegen er das Ministerium des Innern provisorisch an Freiherrn von Orczy abgab, legte aber 1889 beide Portefeuilles nieder, so daß er nur noch das Präsidium behielt. Den Widerstand, auf den er bei der Revision des Heimatsgesetzes stieß, nahm er zum Anlaß, um seine Entlassung einzureichen, die er 13. März 1890 erhielt. (S. Ungarn, [* 22] Geschichte.) -

Vgl.   Visi, Koloman Tisza (Budap. 1880).

Tisza

Széchényi (Emerich, Gr

Bild 65.566: Széchényi (Emerich, Graf von) - Szegedin
* 24 Szegedin.

(spr. tissa), Ludwig, Graf von, ungar. Staatsmann, Bruder des vorigen, geb. 12. Sept. 1832 zu Geszt, wurde 1861 Mitglied des Reichstags, gehörte anfangs zur Opposition, trat später zur Deák-Partei über, wurde 1807 Obergespan des Biharer Komitats, 1869 Vizepräsident des Baurates in Budapest, [* 23] 1871 Minister der Kommunikationen und öffentlichen Bauten, trat 19. Dez. 1873 zurück und wurde nach der Katastrophe von Szegedin [* 24] 1879 königl. Kommissar zur Rekonstruktion der verwüsteten Stadt. Zur Belohnung für seine Thätigkeit hierbei erhielt er 1883 den Rang eines «Grafen von Szegedin», nachdem ihm schon 1869 die k. k. Kämmerers- und 1873 die Geheimratswürde verliehen war. Am 11. Nov. 1892 wurde er im Ministerium Wekerle zum Minister am königl. Hoflager ernannt, welches Amt er 11. Juni 1891 niederlegte.

Ende Tisza
→ weiter zu Seite 65.870: Tisza-Eszlár ⟹ (spr. tissa éßlahr), Groß-Gemeinde im Stuhlbezirk Gáva des ungar. Komitats Szabolcs in Ungarn,
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 867 [Suche = 65.869] im Internet seit 2005; Text geprüft am 3.7.2014; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0869

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* 24 Bilder dazu:

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