beigegeben. Die Hauptstation Tippo Tips ist im Kasongoreich am rechten Ufer des
Lualaba; außer zahlreichen kleinen Posten besitzt
derselbe oberhalb der
Stanleyfälle noch die
Station Kibonge, und an der Mündung des
Lira in den
Lualaba die
Station Riba Riba,
wo er durch
Anlage von Pflanzungen sich auch als Verbreiter der Kultur erweist.
Sahib oder
Tipu Sultan,
Sultan von Maisur, Sohn Haidar
Alis (s. d.), geb. bestieg 1782 den
Thron
[* 5] seines
Vaters. Er hatte 88000
Mann im Felde stehen und zog mit ungeheuerer Übermacht gegen die Engländer unter Matthews
und zwang ihn, sich im April 1783 zu Bednur zu ergeben. Nach hartnäckiger
Belagerung fiel auch
Mangalur
in
Hände. Inzwischen Tipu SahibInzwischen hatten die Engländer ein
Bündnis mit den Mahratten geschlossen, infolgedessen sich
den der Friede
von Versailles
[* 6] auch der franz. Unterstützung beraubt hatte, durch den Frieden zu
Mangalur unterwerfen
mußte. nahm 1786 den
TitelPadischah an, befahl, die alte Hauptstadt Maisur samt der
Burg abzutragen, zwang die Bewohner,
nach
Srirangapattan überzusiedeln, richtete die Hofhaltung auf das glänzendste ein und trachtete sein
Heer bis auf 200000
Mann zu verstärken. In seinem religiösen
Fanatismus als Mohammedaner überbot er noch seinen
Vater und
führte den «heiligen
Krieg» gegen die
Hindu mit größtem
Nachdruck fort, während er einen großen mohammed.
Staatenbund anstrebte
und sich deshalb nach Sindh,
Kabul,
Belutschistan und
Konstantinopel
[* 7] wandte.
Indessen harrten die Briten nur auf eine Gelegenheit zu einem neuen
Kriege, welche sich ihnen inAngriff
auf Tipu Sahibauf
Trawankur (Dez. 1789) darbot. Nachdem Lord Cornwallis 1790 ein Schutz- und Trutzbündnis
mit den frühern Verbündeten dem Tipu Sahibdem Peschwa der Mahratten (s. d.)
und dem Nisam
Ali des
Dekan geschlossen hatte, begann der
Krieg. leistete tapfern
Widerstand, verlor jedoch mehrere Plätze
in Maisur, infolgedessen Cornwallis und
Abercromby bis
Srirangapattan vorrückten, unter dessen
Mauern sich
der
Sultan der feindlichen Übermacht fügen mußte. Er verlor die Hälfte seiner
Länder, zahlte 33 Mill. Rupien,
gab die Gefangenen und gewaltsam Übergesiedelten frei und stellte zwei seiner
Söhne als Geiseln.
Als 1795 der Titularradscha von Maisur, Tscham-Radsch, welcher in seinem
Palast gefangen gehalten worden
war, gestorben, vertrieb dessen Familie und beraubte sie ihres Eigentums. In seiner Erbitterung gegen die Briten suchte
andere ind. Mächte gegen England aufzuwiegeln, unterhandelte mit
Persien
[* 8] und rüstete im geheimen. Er sandte
Boten nach
Mauritius und
Briefe an das Direktorium in
Paris
[* 9] (1797), worin er
Frankreich einen Freundschaftsbund anbot,
der gern angenommen wurde.
Der unerwartete
Einfall der
Franzosen in
Ägypten
[* 10] (1798) setzte die Briten in die größten Besorgnisse. Sie beschlossen daher,
als
die
Einstellung der Rüstungen
[* 11] verweigerte, dem
Angriff zuvorzukommen und erklärten denKrieg.
Zwei
Heere, verstärkt durch Hilfstruppen des Nisam, rückten in Maisur ein und schlugen unweit
Srirangapattan in zwei
Treffen, 6. März bei
Sidasir und 27. März bei Malaveli. Der
Sultan zog sich nach
Srirangapattan zurück, welches 4. Mai mit
Sturm genommen wurde. wiederholt
von
Kugeln getroffen, kämpfte bis zum letzten Atemzug. Aus Politik teilten die Briten das
Reich Maisur
(s. d.) mit ihrem Bundesgenossen, dem Nisam des
Dekan. Familie Tipu SahibFamilie wurde die Festung
[* 12] Wellur in
Karnatak zum Wohnort und eine
Pension angewiesen. Urenkel, Tipu SahibUrenkel, Prinz Farruch Schah, gehört heute zu den angesehensten Notabeln Kalkuttas.
Vgl. Michaud, Histoire des progrès et de la chute de l'empire
Mysore sous le règne de Hyder Aly et
Tippoo Saib
(2 Bde., Par. 1801);
The history of
TippooSultan, written by Mir Hussain
Ali Khan (übersetzt von
Miles, Lond. 1844).
(AmblyommaamericanumL. oder nigua
Degeer, Niguazecke, eine 2-3
mm lange, rotbraune,
berüchtigte Zecke
Südamerikas, die in den Wäldern sehr häufig ist und dadurch, daß sie sich an
Menschen und
Tieren, besonders
Pferden festsaugt, sehr lästig wird.
(spr. -boski),Girolamo, ital. Litterarhistoriker,
geb. zu
Bergamo, wurde im Jesuitenkolleg zu
Monza gebildet, trat in den geistlichen
Stand und
lehrte in Mailand
[* 13] und
Novara an niedern Schulen, bis er den Lehrstuhl der Rhetorik an der
Brera zu Mailand erhielt. Dann wurde
er Bibliothekar bei dem
HerzogFranz III. von Modena und starb auf seinem Landgute bei Modena Sein
Hauptwerk ist die berühmte «Storia della letteratura italiana» (13 Bde.,
Modena 1772-81; 2. Ausg., 16 Bde.,
1787-93; vorzüglichste Ausg., 16 Bde.,
Mail. 1822-26; deutsch im
Auszuge von
Jagemann, 5 Bde., Lpz. 1777-81).
Das Werk reicht von den Anfängen wissenschaftlicher
Bildung bis 1700. Unter T.s übrigen Werken sind
die «Biblioteca modenese» (6 Bde.,
Modena 1781-86) und die «Memorie storiche modenesi» (4 Bde.,
ebd. 1793; mit seinem Urkundenbuche) zu nennen.
(vom ital. tirare,d. i. ziehen), in der
Musik eine Verzierung, die zwischen zwei
Tönen die dazwischen liegenden
Noten durchläuft. Tirade ist auch die Bezeichnung für einen längern deklamationsartigen
Worterguß, oft mit dem Nebensinn des Phrasenhaften.
d. M., links an der
Adda,
hat (1881) 3119, als Gemeinde 5870 E.,
Paläste (meist aus dem 16. Jahrh.) der Visconti, Pallavicini, Salis,
Torelli,
KircheSan Martino;
Handel mit
Seide
[* 15] und
Wein. 1½ km nordwestlich in einem kleinen Ort die großartige Wallfahrtskirche
Madonna di Tirano (16. Jahrh.), links am
Poschiavo, am Eingang in das schweiz. Puschlavthal, den südlichsten
Teil des Kantons Graubünden.
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