König Philipps II., mit dem
NamenThessalonike belegt. Die
Römer
[* 2] machten sie nach der Einverleibung von Macedonien 146
v. Chr.
zuerst zur Hauptstadt und zum Sitze der Regierung dieser
Provinz. Nach der
Teilung der macedon.
Provinz im 4. Jahrh. n. Chr.
wurde sie Hauptstadt der Macedonia prima. In der röm. Kaiserzeit gelangte
die Stadt als Mittelpunkt des europ.-asiat.
Handels zu Reichtum und Ansehen. Eine Empörung der Stadt gegen die röm.
Besatzung
unter
Theodosius endete mit der Hinrichtung von 7000
Bürgern. Trotz der Plünderungszüge der
Slawen und Sarazenen am Anfang
des Mittelalters behielt Thessalonich seine Bedeutung als Handelsplatz. Vorübergehend kam es in die
Hände der
Normannen, der
Lateiner
(Bonifacius von Montserrat), der
Byzantiner,
Venetianer, bis sie 1430 die
Türken eroberten.
Noch jetzt ist Thessalonich als Saloniki
[* 3] (s. d.) einer der wichtigsten
Handelsplätze. –
Briefeandie, zwei der kleinern Paulinischen
Briefe im neutestamentlichen
Kanon. Wenn
sie wirklich von
Paulus herrühren, sind sie die ältesten seiner
Briefe und bald nach
Stiftung der Gemeinde zu
Thessalonich
von
Korinth
[* 4] aus geschrieben. Der erste
Brief enthält neben Ausführungen zur persönlichen
Apologie des
Apostels Belehrungen
über die bevorstehende Wiederkunft Christi und Mahnungen an die
Leser zur Standhaftigkeit in Bedrängnis und
zu einer würdigen Vorbereitung auf das
Reich des Herrn.
Der zweite
Brief kündigt in dunkler Rede an, daß
vor der Wiederkunft Christi erst der
Antichrist, der
Mensch der Ungesetzlichkeit,
erscheinen und sich in den
Tempel
[* 5]
Gottes setzen werde, und warnt die
Leser, sich durch angebliche
Briefe des
Apostels irre machen
zu lassen. Die Echtheit des ersten
Briefs ist von
Baur und seiner Schule, zuletzt von Holsten und
Steck, bestritten worden,
wird aber von den meisten Kritikern festgehalten; die Echtheit des zweiten
Briefes ist sehr zweifelhaft.
Kommentare verfaßten Pelt (Greifsw. 1830),Schott (Lpz. 1834),
De Wette (3. Aufl. bearb. von W.
Möller,
ebd. 1864), P. Schmidt (Berl. 1885), Zimmer (in der
«Denkschrift des evang.-theol. Seminars zu Herborn», 1891) und Schäfer
(katholisch;
Münster
[* 6] 1890),
Schmiedel (2. Aufl., Freib. i. Br. 1892),
H. A. W.
Meyer 16. Aufl., bearb. von
Bornemann, Gött.
1894),
Theodoros dachte schon an die Wiedereroberung
Konstantinopels, wurde aber 1230 vom bulgar. König
JohannesAsan besiegt, gefangen genommen und geblendet. 1240 befreit, verdrängte er seinen inzwischen in
Thessalonich zur Herrschaft
gelangten
Bruder Manuel, übergab aber die
Kaiserkrone seinem
SohneJohannes. Mit Unterstützung des
Kaisers von
Nicäa,
Johannes
Dukas
Vatatzes, kehrte Manuel jedoch nach Europa
[* 8] zurück und riß verschiedene thessalonikische Plätzean sich,
versöhnte sich aber bald mit seinem
Bruder.
Nachdem Manuel 1241 gestorben war, griff
Vatatzes 1242
Thessalonich an und zwang
Johannes nach einer längern
Belagerung zu einem
Frieden, wonach dieser zwar sein
Reich unter der Oberhoheit von
Nicäa behalten, den kaiserl.
Titel aber mit dem eines
Despoten
vertauschen sollte. Nach dem
Tode des
Johannes (1244) zettelte
Vatatzes im Nov. 1246 eine Verschwörung
gegen dessen
Bruder und Nachfolger Demetrios an, worauf er sich
Thessalonichs bemächtigte und einen
Teil des nunmehr aufgelösten
Reichs, das westl. Macedonien, an seinen Neffen
Michael II. von
Epirus gab, während der alte Theodoros mit der Herrschaft über
Wodena abgefunden wurde. 1253 wurde jedoch das ganze Thessalonikisches Kaiserreich dem
Reich von
Nicäa einverleibt.
Tochter des Nereus und der
Doris, die mächtigste der Nereiden. Sie wohnte mit ihren Schwestern in der
Tiefe
des
Meers bei ihrem alten
Vater und zeigt sich als eine hilfreiche Göttin. Sie war von Hera
[* 9] auferzogen
und genoß die besondere Gunst des Zeus,
[* 10] weil sie einst, als Hera,
Poseidon
[* 11] und
Athene
[* 12] ihn fesseln wollten, den Meeresriesen
Aigaion zu Hilfe rief und ihn dadurch von dieser Schmach rettete. Er und
Poseidon werben auch um ihre
Hand,
[* 13] verzichten aber
auf eine
Verbindung mit ihr, weilThemis oder Prometheus geweissagt hatte, daß ihr Sohn größer als sein
Vater sein werde. Sie wird deshalb wider ihren Willen gezwungen, sich mit einem Sterblichen, dem
Peleus, zu vermählen. Dieser,
von dem
KentaurenCheiron beraten, lauert ihr in einer
Grotteauf und zeugt mit ihr, nachdem er sie trotz vielfacher Verwandlungen
und Schrecknisse überwunden hat, den
Achilleus (s. d.). Thetis heißt auch der 17.
Planetoid und ein Mond
[* 14] des
Saturns (s. d.).
Tewrdanck,Titel eines allegorischen Gedichts, das unter dem
Bilde einer Brautfahrt die Lebensschicksale
Kaiser Maximilians I. schildert. Es erzählt, wie Theuerdank (Maximilian) auf der Fahrt zu Ehrenreich
(Maria von
Burgund) durch drei von seinen Feinden bestellte Hauptleute, Fürwittig (Fürwitz, Unbesonnenheit der
Jugend), Unfalo
(Unfälle des beginnenden Mannesalters) und Neidelhart (polit. und andere zahlreiche Feinde des reifern
Alters), aufgehalten
und in
Abenteuer (meist wirkliche Erlebnisse des
Kaisers) verwickelt wird, die er mit
Glück und
Mut besteht.
Theupolis - Thibaudeau
* 16 Seite 65.780.
Die Erfindung und der erste
Entwurf des Werkes stammen von Maximilian selbst; die weitere Ausführung
haben in seinem
Auftrage Sigismund von Dietrichstein und
MarxTreizsaurwein besorgt; die uns im Druck vorliegende Gestalt hat
Melchior Pfinzing zum
Urheber, der namentlich den Versbau regelte. Der künstlerische Wert der trocknen und unbeholfenen
Darstellung
und der dürftigen
Allegorie ist gering. Es erschien zuerst ohne Jahreszahl (1517) zu
Nürnberg,
[* 15] prachtvoll
gedruckt
(Faksimile, s.
Buchdruckerkunst,
Textfigur 11) und ausgestattet mit 118 von
Hans Schäuffelein und andern
Meistern besorgten
Holzschnitten. Zur Enträtselung der unter der
Allegorie versteckten histor.
Namen und Begebenheiten fügte schon Pfinzing
dem Werke einen
Schlüssel bei. Im 16. Jahrh, hat Burkard Waldis (1553), im 17. Jahrh.
noch Math. Schultes (1679) es neu bearbeitet.
Ausgaben von Haltaus (Quedlinb. 1836) und von
Goedeke (Lpz. 1878); Neudruck im
¶
mehr
Faksimile mit wertvoller Einleitung von Laschitzer im 8. Bande des «Jahrbuchs der kunsthistor. Sammlungen des Kaiserhauses»
(Wien
[* 17] 1888).