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Temperenzler - Temple

Bild 65.697: Temperenzler - Temple (Gebäude)
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Überblick der Artikel
13 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Temperenzler(Temperänzler, Temperanzler), verächtliche Bezeichnung für die Anhänger der Mäßigkeitsbestrebu / 19
Tempergußaus Roheisen hergestellte Gußwaren, die durch anhaltendes Glühen die dem Gußeisen eigentümliche / 77
Temperieren(lat.), den richtigen Grad geben, mäßigen, mildern. / 8
Temperierte Häusers. Gewächshäuser. / 4
Temperierte Stimmunggleichschwebende Temperatur, in der Musik eine Korrektur der mathematisch reinen Intervalle / 273
Temperns. Adoucieren, Temperguß und Eisenerzeugung. / 6
Tempestaoder Cavalier T. (d. h. Ritter Sturm), der Beiname des durch seine Seestücke berühmten holländ. / 100
Tempierendas Einstellen oder Einrichten der Zeitzünder (s. Zünder) auf die der Flugzeit der Geschosse / 17
TempierschlüsselWerkzeug zur Einstellung der Zeitzünder (s. Zünder) beim Schießen. / 10
Tempio PausaniaHauptstadt des Kreises T. P. (28 441 E.) der ital. Provinz Sassari auf Sardinien und früher / 58
Tempi passati(ital.), vergangene Zeiten. / 5
Templariis. Tempelherren. / 3
Temple# (frz., le Temple, spr. tangpl), ehedem ein großer Gebäudekomplex (Kirche, Turm und Schloß / 101

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Temperenzler - Temple (Gebäude)


Fortsetzung: Temperaturverteilung, die Verteilung der Lufttemperatur (s. d.) auf der Erdoberfläche. Über die vertikale T. s.
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dem Normalwert dieses Grades und nannte sie Anomalien. Er trug diese in Karten ein, konstruierte Linien gleicher Abweichungen, die Isanomalen (s. d.), die bei Beurteilung der Temperaturverhältnisse eines Gebietes sehr wichtig sind.

Die Isothermenkarten geben eine viel natürlichere Grundlage für die klimatische Einteilung der Erde, als die rein geometrische der Parallelkreise. Deshalb wurden sie auch schon öfters zur Aufstellung von Temperatur- oder Wärmezonen benutzt. So teilt Supan die Erde folgendermaßen ein: I. Warme Zone zwischen den Jahresisothermen +20° C. a. Tropengürtel, polwärts begrenzt durch die Temperatur 20° des kältesten Monats; d. ektropische Gürtel, [* 2] die übrigen Teile der warmen Zone. II. Gemäßigte Zone mit Jahrestemperaturen von +20 bis 0°. a. Äquatorialgürtel der gemäßigten Zone bis zur 0°-Isotherme des kältesten Monats; b. Polargürtel der gemäßigten Zone, die andern Teile derselben. III. Kalte Zone mit Jahrestemperaturen unter 0°. a. Äquatorialgürtel der kalten Zone mit Temperaturen des wärmsten Monats über Null; b. Polargürtel der kalten Zone mit Temperaturen aller Monate unter Null.

Eine andere Einteilung stellte Köppen aus:

1) Tropischer Gürtel, alle Monate über 20° C warm;

2) subtropische Gürtel, 4-11 Monate über 20° warm;

3) gemäßigte Gürtel, 4-12 Monate zwischen 10 und 20° warm;

4) kalte Gürtel, 1-4 Monate unter 10° warm;

5) polare Gürtel, alle Monate unter 10° warm.

Temperenzler

(Temperänzler, Temperanzler), verächtliche Bezeichnung für die Anhänger der Mäßigkeitsbestrebungen, insbesondere aber für die Mitglieder von Mäßigkeitsvereinen (s. Temperanzgesellschaften).

Temperguß,

aus Roheisen hergestellte Gußwaren, die durch anhaltendes Glühen die dem Gußeisen eigentümliche Sprödigkeit verloren haben. Im engern Sinne versteht man unter Temperguß eine besondere Art des schmiedbaren Eisengusses (s. Eisenerzeugung, II, L).

Kuppel

Bild 60.826: Kuppel
* 3 Kupolofen.

Stahlabfälle werden mit Roheisen zusammen im Kupolofen [* 3] (s. d.) geschmolzen, wobei ein weißes Roheisen entsteht, welches in Formen vergossen wird.

Die Abgüsse werden, wie bei Darstellung des schmiedbaren Gusses überhaupt, mit Eisenerzen geglüht, dadurch entkohlt und in schmiedbares Eisen [* 4] umgewandelt, welches Verfahren man Tempern nennt.

Temperieren

(lat.), den richtigen Grad geben, mäßigen, mildern.

Temperierte

Häuser, s. Gewächshäuser.

Temperierte

Stimmung, gleichschwebende Temperatur, in der Musik eine Korrektur der mathematisch reinen Intervalle zu Gunsten einer freien und vielseitigen harmonischen Verwendung der Töne. In der heutigen praktischen Musik besteht die Oktave aus 12 Halbtonstufen von gleichem Schwingungszahlenverhältnis. Sieben solcher Halbtonstufen entsprechen einer Quinte. Schreitet man von einem Grundton um 12 reine Quinten aufwärts, so gelangt man sehr nahe zur siebenten Oktave des Grundtons. Da das Verhältnis der Schwingungszahl der Quinte zum Grundton 3:2, das der Oktave 2:1 ist, so müßte ^[img] sein;

dies ist nicht genau der Fall;

um daher mit 12 Halbtönen auszukommen, müssen in der praktischen Musik entweder die Oktaven von dem Verhältnis 2:1 oder die Quinten von dem Verhältnis 3:2 etwas abweichen. Da ersteres unerträglich wäre, wählt man letzteres, wonach das Schwingungszahlenverhältnis der Quinte ^[img] wird, statt 3/2. Das ist die Methode der deren Princip am Ende des 17. Jahrh. von Andreas Werkmeister («Musikalische Temperatur», 1691) aufgestellt und von Seb. Bach zum erstenmal für die praktische Komposition in umfassender und klassischer Weise verwendet wurde in seinem «Wohltemperierten Klavier».

Eine sichere Methode, die Töne von Klavieren und Orgeln temperiert rein zu stimmen, erfand Joh. Heinr. Scheibler. Im Gegensatz zu dieser gleichschwebenden Temperatur kann die reine Stimmung im Gesang angewendet werden. Es wurden in neuerer Zeit Versuche gemacht, auch Tasteninstrumente mit einer größern Anzahl von Tönen herzustellen, die von der reinen Stimmung nicht mehr merklich abweichen.

Vgl.   M. Hauptmann, Klang und Temperatur (in den «Opuscula», Lpz. 1874);

H. von Helmholtz, Die Lehre [* 5] von den Tonempfindungen (5. Aufl., Braunschw. 1896);

Sh. Tanaka, Studien im Gebiete der reinen Stimmung (in der «Vierteljahrschrift für Musikwissenschaft», 1890);

Eitz, Das mathematisch reine Tonsystem (Lpz. 1891).

Tempern,

s. Adoucieren, ^[= (frz., spr. adußi-), Anlassen, Nachlassen oder ein technolog. Ausdruck für Glühprozesse, ...] Temperguß und Eisenerzeugung.

Tempesta

Haarkalk - Haarmensche

Bild 58.612: Haarkalk - Haarmenschen
* 6 Haarlem.

oder Cavalier Tempesta (d. h. Ritter Sturm), der Beiname des durch seine Seestücke berühmten holländ. Malers Pieter Mulier jun. (fälschlich auch Molyn genannt). 1637 in Haarlem [* 6] geboren, ging er nach Rom; [* 7] beschuldigt, daß er sein Weib habe umbringen lassen, kam er ins Gefängnis, entfloh aus demselben nach 16jähriger Haft und starb 1701 zu Mailand. [* 8] Seine kraftvollen und naturwahren Seestürme haben ihm größern Ruhm verschafft als seine im Stil Claude Lorrains gehaltenen Landschaften. - Mit ihm ist nicht zu verwechseln Antonio Tempesta, auch Tempestino genannt, Maler und Kupferstecher zu Florenz, [* 9] geb. 1556, gest. 1630, dessen vorzüglichste Blätter Schlachtenbilder und Jagdstücke sind.

Tempieren,

das Einstellen oder Einrichten der Zeitzünder (s. Zünder) auf die der Flugzeit der Geschosse [* 10] entsprechende Brennzeit.

Tempierschlüssel,

Werkzeug zur Einstellung der Zeitzünder (s. Zünder) beim Schießen. [* 11]

Tempio

Sardelle - Sardinien

Bild 14.322: Sardelle - Sardinien
* 12 Sardinien.

Pausania, Hauptstadt des Kreises (28 441 E.) der ital. Provinz Sassari auf Sardinien [* 12] und früher des Judicats Gallura, 376 m hoch, am Nordfuß der Monti di Limbara, unweit der Quelle [* 13] der Liscia, an der Zweigbahn Monti-Tempio Pausania P. (10 km), ist Bischofssitz und hat (1881) 5452, als Gemeinde 11 188 E., Gymnasium, technische Schule, Seminar;

Weinbau.

Tempi

passati (ital.), vergangene Zeiten. ^[= # die begrifflich nicht bestimmbare, uns nur durch die innere Anschauung bekannte Form, unter ...]

Templarii,

s. Tempelherren. ^[= oder Tempelbrüder, auch Templer geistlicher Ritterorden, der, wie die Orden der ...]

Temple



Temple (Richard Grenvi

Bild 65.698: Temple (Richard Grenville, Graf von) - Temporalien
* 17 Seite 65.698.

(frz., le Temple, spr. tangpl), ehedem ein großer Gebäudekomplex (Kirche, Turm und [* 14] Schloß) zu Paris, [* 15] der als Kerker Ludwigs XVI. (s. d.) und seiner Familie bekannt geworden ist. Das Gebäude war ursprünglich (seit 1212) das Ordenshaus der Tempelritter. Als sich Philipp der Schöne 1312 der Ordensgüter bemächtigte, richtete er den Temple als Wohnhaus [* 16] ein, überließ ihn jedoch nach der Vernichtung des Ordens den Johanniterrittern. In der Revolution verwandelte man den Turm, als Ersatz für die Bastille, in ein Staatsgefängnis. Dieses ¶

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wurde 1811, der Rest unter Napoleon III. abgetragen und an dessen Stelle ein schöner Square mit großer Halle [* 18] für Trödelmarkt eingerichtet.

Temple

(spr. templ), Richard Grenville, Graf von, engl. Staatsmann, geb. 26. Sept. 1711, erbte den Grafentitel 1752 von seiner Mutter Hester (s. Grenville), trat 1734 ins Unterhaus und schloß sich eng an seinen Schwager Pitt (s. Chatham) an, mit dem er 1756-57 dem Ministerium des Herzogs von Devonshire und 1757-61 dem des Herzogs von Newcastle [* 19] angehörte, und mit dem er 1761 zurücktrat. 1763 wurde Temple wegen seiner Verbindung mit Wilkes (s. d.) seiner Stelle als Lordlieutenant von Buckinghamshire enthoben.

Als Pitt nach Grenvilles Sturz 1765 mit der Bildung eines Ministeriums beauftragt war, versagte Temple seinen Beitritt und bewog Pitt zur Rückgabe des Auftrags. Bald kam es vornehmlich wegen der amerik. Kolonien zu einer Spannung zwischen den Schwägern, in der Temple zu seinem Bruder George Grenville (s. d.) hielt. 1766 bildete Pitt sein neues Ministerium ohne Temple. Dieser eröffnete eine giftige Polemik gegen ihn, jedoch erfolgte 1769 die Versöhnung. Temple nahm noch bis zuletzt am polit. Leben teil und starb kinderlos 11. Sept. 1779. Die Grafenwürde ging über auf seinen Neffen George Grenville, zweiten Grafen von Temple, der 1784 zum Marquis von Buckingham (s. d.) erhoben wurde.

Temple

London

Bild 10.896a: London
* 20 London.

(spr. templ), Sir William, engl. Diplomat und Schriftsteller, geb. 1628 zu London, [* 20] studierte in Cambridge, reiste sechs Jahre auf dem Festland, betrat 1661 als Mitglied des irländ. Parlaments die öffentliche Laufbahn und kam als dessen Kommissar bei König Karl II. nach London. Einer Sendung zum Bischof von Münster [* 21] beim Ausbruch des Krieges gegen Holland (1665) verdankte er den Baronettitel. Er schloß 1667 als engl. Bevollmächtigter die Tripelallianz mit den Niederlanden und Schweden [* 22] ab, deren Folge dann 2. Mai 1668 die Nötigung Frankreichs zum Aachener Frieden war.

Karl ernannte ihn darauf zum Gesandten bei den Generalstaaten. Seit 1669, während der Herrschaft des Cabalministeriums (s. d.), lebte Temple auf seinem Gute Sheen bei Richmond und schrieb dort seine «Observations on the United Provinces of the Netherlands» und einen Teil seiner «Essays». 1672 berief ihn Karl wieder ins Amt, 1674-79 weilte er als Gesandter im Haag, [* 23] schloß den Frieden mit den Niederlanden ab und leitete die Vorverhandlungen für die Ehe des Prinzen Wilhelm von Oranien mit Karls ältester Nichte Maria. Temple gehörte zu den vertrautesten Räten der Krone, legte aber nach der Parlamentsauflösung vom 10. Jan. 1681 sein Amt nieder und lebte bis zu seinem Tod 27. Jan. 1699 auf Sheen. Seine «Works» erschienen London 1750 (2 Bde.) und 1814 (4 Bde.). Swift gab seine «Memoirs» (2 Bde., Lond. 1709) und «Letters» (2 Bde., 1700) heraus. -

Vgl.   Courtenay, Memoirs of the life, works and correspondence of Sir Wi11iam Temple (2 Bde., Lond. 1836);

Emerton, Sir William Temple und die Tripelallianz (Berl. 1877).

Ende Temple
→ weiter zu Seite 65.698: Templeisen ⟹ die Ritter des Grals (s. d.).
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 695 [Suche = 65.697] im Internet seit 2005; Text geprüft am 15.12.2013; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0697

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Siehe auch:

  • 15.584 Temperguß
  • 15.584 Temperieren
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* 23 Bilder dazu:

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