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Tempelbrüder - Tempelh

Bild 65.692: Tempelbrüder - Tempelherren
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Tempelbrüders. Tempelherren. / 3
TempelburgStadt im Kreis Neustettin des preuß. Reg.-Bez. Köslin, zwischen dem Zepplinsee und dem Dratzigsee, / 72
TempelgesellschaftTempelverein, deutscher Tempel, Jerusalemsfreunde, Hoffmannianer, Bezeichnung für eine in Württemb / 162
Tempelherrenoder Tempelbrüder, auch Templer (Templarii), geistlicher Ritterorden, der, wie die Orden der / 1161

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Tempelbrüder - Tempelherren


Fortsetzung: Tempel, (lat. templum, ursprünglich der vom röm. Augur durch seinen Stab in vorgeschriebener feierlicher
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einem Seitenbau umgeben, der dreistöckig den Tempel [* 2] bis zur halben Höhe umschloß. Das Innere des Tempel zerfiel 1) in einen größern Vorderraum, das Heilige, wo der Tisch für die Schaubrote (s. d.), nach späterer unwahrscheinlicher Hinzufügung auch 10 goldene Leuchter und ein Räucheraltar standen, und 2) in einen niedrigern und kleinern dunklen Hinterraum, das Allerheiligste (s. d.) genannt. In diesem stand die Bundeslade (s. d.) und als symbolische Hüter derselben zwei geflügelte Cherube.

Getrennt waren beide Räume durch eine Cederwand. Die spätern judäischen Könige änderten und verschönerten das Tempelhaus und seine Umgebung unablässig. Der Vorhof wurde in zwei Abteilungen zerlegt. Der erstere diente zur Aufnahme der Massen, in den zweiten traten die Opfernden und es funktionierten in ihm die Priester. (Vgl. Stade, [* 3] Geschichte des Volkes Israel, Bd. 1, Berl. 1887, S. 325-343; Benzinger, Hebr. Archäologie, Freib. i. Br. 1894, S. 233 fg., 383 fg.; schwerlich richtig sind die Konstruktionen von Th. Friedrich, Tempel und Palast Salomos, Innsbr. 1887, und O. Wolff, Der Tempel von Jerusalem, [* 4] Graz [* 5] 1887.) Dieser Tempel wurde 587 v. Chr. von den Chaldäern zerstört.

Eine ideale Rekonstruktion desselben giebt der Prophet Ezechiel, Kap. 40-43. Die wirkliche Erneuerung des Tempel nach dem Exil durch Serubabel 516 v. Chr. blieb weit hinter diesen Vorbildern zurück. Herodes d. Gr. baute den Tempel ganz um. Er vergrößerte die Grundfläche des Tempelplatzes um das Doppelte. Auf allen vier Seiten liefen neben den Umfassungsmauern prächtige Säulenhallen, deren großartigste auf der Südseite dreischiffig war. Die beiden Vorhöfe wurden jetzt vollständig durch Mauern geschieden; vom äußern Vorhof stieg man auf 45 Stufen zum innern hinauf. Dieser war wieder durch eine Quermauer in zwei Hälften geteilt. Die östliche war auch Frauen zugänglich (Vorhof der Frauen), die westliche, noch etwas höher liegende, war der Raum, wo die Priester ihr Amt verrichteten und in den sonst nur die Opfernden eintreten durften. Dieser Herodianische Tempel, bei dem der griech. Baustil maßgebend war, ward im J. 69 v. Chr. durch Titus zerstört. -

Vgl.   Rosen, Das Haram von Jerusalem (Gotha [* 6] 1866);

F. Spies, Das Jerusalem des Josephus (Berl. 1881);

Schick, Die Stiftshütte, der in Jerusalem und der Tempelplatz der Jetztzeit (ebd. 1896). -

Baukunst I

Bild 2.481a: Baukunst I
* 7 Baukunst.

In der neuern Baukunst [* 7] heißen Tempel die Gotteshäuser der Juden. (S. Synagoge.)

Tempelbrüder,

s. Tempelherren. ^[= oder auch Templer (Templarii), geistlicher Ritterorden, der, wie die Orden der ...]

Tempelburg,

Stadt im Kreis [* 8] Neustettin [* 9] des preuß. Reg.-Bez. Köslin, [* 10] zwischen dem Zepplinsee und dem Dratzigsee, in 138 m Höhe, an der Nebenlinie Ruhnow-Konitz der Preuß.

Staatsbahnen, [* 11] Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Köslin), hat (1895) 4604 E., darnnter 122 Katholiken und 132 Israeliten, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, [* 12] evang. und kath. Kirche, Sparkasse;

Zündholz- und Dachpappenfabrikation. 7 km entfernt die Burgruine Draheim. Tempelburg wurde 1291 von Tempelrittern gegründet und kam 1668 von Polen an Brandenburg. [* 13]

Tempelgesellschaft,

Württemberg und Hohenz

Bild 16.772a: Württemberg und Hohenzollern
* 14 Württemberg.

Tempelverein, deutscher Tempel, Jerusalemsfreunde, Hoffmannianer, Bezeichnung für eine in Württemberg [* 14] durch Chr. Hoffmann (gest. 8. Dez. 1885) seit 1848 gebildete Gemeinschaft zur Sammlung des Gottesvolks in Jerusalem, wo die gläubigen Auswanderer das Gottesreich finden und aufrichten sollten. Nachdem sich die Anhänger Hoffmanns auf dem Kirschen-

hardthof bei Marbach ein sociales Gemeinwesen eingerichtet hatten, wurden seit 1868 mehrere Niederlassungen in Palästina [* 15] begründet, in Haifa, Jaffa, Sarona und Rephaim bei Jerusalem. Als Hoffmann freiere dogmatische Ansichten entwickelte, entzog sich ein Teil der Templer unter Hardeggs Leitung seinem Einfluß. Die Leitung der Tempelgesellschaft liegt jetzt in den Händen eines Ausschusses. Auch in Amerika [* 16] giebt es Mitglieder. Der auf christl. Kolonisation Palästinas gerichtete Plan ist gescheitert, aber die blühenden Ackerbau und Weinkultur treibenden Tempelgemeinden behaupten sich. Organ derselben ist die «Warte des Tempels», früher «Süddeutsche Warte». -

Vgl.   Chr. Hoffmann, Fortschritt und Rückschritt in den zwei letzten Jahrhunderten, oder Geschichte des Abfalls (3 Bde., Stuttg. 1864);

ders., Mein Weg nach Jerusalem (2 Bde., ebd. 1881-84).

Tempelherren

Orden

Bild 12.426a: Orden
* 17 Orden.

oder Tempelbrüder, auch Templer (Templarii), geistlicher Ritterorden, der, wie die Orden [* 17] der Johanniter und der Deutschen Ritter, seinen Ursprung den Kreuzzügen verdankte. Einige Waffengefährten Gottfrieds von Bouillon, Hugo von Payens und Gottfried von Saint-Omor, traten 1118 mit sieben andern franz. Rittern in eine Gesellschaft zusammen, um die nach den heiligen Orten wallfahrtenden Pilger vor den Anfällen der Sarazenen zu schützen. Der Bund legte vor dem Patriarchen von Jerusalem das Gelübde der Keuschheit, des Gehorsams und der Armut ab. In den ersten Jahren lebten die Brüder äußerst dürftig.

König Balduin II. von Jerusalem räumte ihnen einen Teil seines Palastes ein, der auf der Stelle des Salomonischen Tempels erbaut sein sollte und dicht neben der Kirche des Heiligen Grabes lag. Daher nannten sich fortan die Ordensglieder Templer, und auch ihre Ordenshäuser, z. B. in Paris, [* 18] erhielten den Namen «Tempel». Papst Honorius II. bestätigte den Orden 1127 auf dem Konzil zu Troyes und verlieh ihm die ersten Statuten. Der Zweck des Ordens wurde dabei erweitert, indem die Templer unter kanonischer Disciplin und mönchischer Ascese ihr Leben im Kampfe gegen die Ungläubigen zur Bewahrung des Heiligen Grabes hinbringen sollten.

Europa. Fluß- und Gebi

Bild 5.919a: Europa. Fluß- und Gebirgssysteme
* 19 Europa.

Bald erhielten die Ritter (im J. 1160 waren ihrer schon 300) für ihren Dienst die ansehnlichsten Geschenke und Vermächtnisse in Europa [* 19] wie in Palästina. Ihre großen Privilegien bestätigte und vermehrte 1172 Alexander III. Von jeder andern Gewalt unabhängig, standen sie unmittelbar unter dem Papst und waren befreit von allen Zehnten, Zöllen und Abgaben. Die Zucht des Ordens ward infolge des zunehmenden Reichtums und Wohllebens bald erschüttert, und schon seit dem Anfang des 13. Jahrh. wurde er selbst von Päpsten ketzerischer Neigungen beschuldigt. Um die Mitte des 13. Jahrh. stand der Orden in höchster Blüte [* 20] und besaß nahezu 9000 Komtureien, zahllose Güter und reiche Einkünfte.



Tempelhof - Tempeln

Bild 65.693: Tempelhof - Tempeln
* 21 Seite 65.693.

Viele angesehene Leute beiderlei Geschlechts pflegten als Assiliierte, Donaten und Oblaten in ein Verhältnis mit dem Orden zu treten, wodurch dieser in allen Kreisen des bürgerlichen Lebens Einfluß gewann. Ein Noviziat hielten die Templer nicht. Oberhaupt des Ordens war der Großmeister, der fürstl. Rang besaß. Ihm folgten die Großprioren, die die Provinzen regierten. Die höchste Gewalt lag in dem aus den Ordensobern und einigen berufenen Rittern zusammengesetzten Generalkapitel, dessen Stelle jedoch in gewöhnlichen Fällen und Zeiten das Kapitel zu Jerusalem einnahm. ¶

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Überdies verhandelte jedes große Ordenshaus seine Angelegenheit in einem eigenen Kapitel. Alle Ordensglieder trugen als Zeichen der Keuschheit einen hänfenen Gürtel. [* 22] Die Geistlichen führten weiße, die Servienten dagegen schwarze oder graue Kleidung. Die Ritter trugen über ihrer Rüstung [* 23] einen weißen Mantel, der auf der linken Seite mit einem achtspitzigen roten Kreuze geziert war.

Trotz der Tapferkeit der Ritterorden haben ihr Stolz und ihre Unbotmäßigkeit, vorzüglich die bis zu offenem Kampf gesteigerte Eifersucht zwischen den Templern und Johannitern, viel zum Verlust des Heiligen Landes beigetragen. Als die christl. Herrschaft in Syrien 1291 zu Grunde ging, wandte sich der Großmeister der Templer nach der Insel Cypern, [* 24] wo er sich zu Limisso niederließ. Die meisten und umfangreichsten Besitzungen aber hatten sie in Frankreich, und diese reizten die Habsucht König Philipps IV. (s. d.). Zum Gehorsam gegen den Papst verpflichtet, hatten sie gegen ihn zu Bonifacius VIII. gehalten.

Als in Clemens V. ein vom König ganz abhängiger Papst erhoben war, beschloß Philipp ihren Untergang. Der Papst lud die Großmeister der Templer und Johanniter nach Frankreich, um über einen neuen Kreuzzug zu beraten, aber nur der Templer Jakob von Molay (s. d.) kam. Am 13. Okt. 1307 ließ der König sämtliche Templer in Frankreich des Götzendienstes (Verehrung des Baphomets, s. d.), der Verleugnung Christi und unnatürlicher Ausschweifungen beschuldigen, sie auf einmal einziehen und ihnen mittels der Folter Geständnisse erpressen.

Spanien und Portugal

Bild 15.63a: Spanien und Portugal
* 25 Portugal.

Clemens V. versuchte vergeblich Widerstand; er setzte eine Untersuchungskommission ein und gebot 12. Aug. 1308 eine Untersuchung gegen die Templer in allen Ländern. Da die Kommission nicht rasch genug vorwärts kam, ließ der Erzbischof von Sens mit seinem Provinzialkonzil 54 Templer, die ihre Aussagen widerrufen hatten, 12. Mai 1310 als rückfällige Ketzer verbrennen. Clemens V., gedrängt und bedroht vom König, sprach in einem geheimen Konsistorium 22. März 1312 die Aufhebung des Ordens aus und verkündigte sie 3. April im Konzil zu Vienne sowie durch eine Bulle vom 2. Mai 1312. Der Großmeister Molay hatte sich zu einem Geständnis bewegen lassen und sollte es öffentlich in Paris bestätigen; anstatt dessen beteuerte er laut die Unschuld des Ordens und ebenso der Großpräceptor der Normandie, worauf sie der König 18. März 1313 verbrennen ließ. Die Ordensgüter kamen zum Teil an die Johanniter; viele Güter, namentlich in Frankreich, behielten die Fürsten. In Portugal [* 25] wurde der Orden 1319 in den noch bestehenden Christusorden (s. d.) verwandelt. Von den Templern selbst, deren Anzahl sich im Beginn des Prozesses auf 20000 belaufen haben soll, wurden einige lebenslänglich im Gefängnis oder in Klöstern verpflegt; viele traten in den Johanniterorden; andere kehrten in die Welt zurück.

Im 18. Jahrh. bemühten sich die Jesuiten, in die Freimaurerei manche angeblich dem Templerwesen entlehnte Spielereien und Gaukeleien einzuführen, um so den Bund im kath.-hierarchischen Sinne zu leiten. Das Jesuitenkollegium Clermont in Paris ward der Sitz dieses Systems, das allmählich in die Logen aller Länder eindrang. (S. Freimaurerei.) Der neue Templerorden in Frankreich hat sein Dasein der jesuitischen Freimaurerloge von Clermont zu verdanken. Im Nov. 1751 verließ eine Menge vornehmer Mitglieder die Loge, um den Orden der alten Templer in Wahrheit fortzusetzen.

Asien. Fluß- und Gebir

Bild 1.911a: Asien. Fluß- und Gebirgssysteme
* 26 Asien.

Die Bewahrung des ritterlichen Geistes und das Bekenntnis eines aufgeklärten, in der Zeitphilosophie wurzelnden Deïsmus waren die Hauptpunkte des neuen Bundes. Während der Revolution ging der Orden als Adelsbund auseinander. Erst in den letzten Jahren der Direktorialregierung sammelten sich die Trümmer wieder. Indessen zerrütteten die lächerlichsten Streitigkeiten den Orden; die Heermeister von Asien, [* 26] Afrika [* 27] und Amerika empörten sich, bis endlich 1811 ein neues Statutenbuch zu stande kam.

Die aufgeklärten Tendenzen machten den Orden unter der Restauration sehr verdächtig, so daß der Großmeister, ein Arzt Fabré de Palaprat, auf Betrieb der Jesuiten mehrmals eingezogen wurde. Nach der Julirevolution von 1830 wagte der Orden wieder die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Auch der Abbé Châtel (s. d.) wirkte in dem Orden, wurde aber ausgestoßen. Am 13. Jan. 1833 fand zu Paris die Einweihung eines neuen Tempelhauses statt, wobei auch ein templerischer Damenbund auftrat. Der Orden versprach die Veröffentlichung von Beweisstücken, die seinen ununterbrochenen Zusammenhang mit den alten Templern darthun sollten, hat aber keine beigebracht.

Vgl.   Moldenhawer, Prozeß gegen den Orden der Tempelherren. Aus den Originalakten der päpstl.

Kommission in Frankreich (Hamb. 1792);

Munter, Statutenbuch des Ordens der Tempelherren (Tl. 1, Berl. 1794);

Wilcke, Geschichte des Tempelherrenordens (2. Aufl., 2 Bde., Halle [* 28] 1860);

Michelet, Procès des Templiers (2 Bde., Par. 1811-51);

Soldan, über den Prozeß der Tempelherren (im «Histor. Tafchenbuch», 1845);

Havemann, Geschichte des Ausgangs des Tempelherrenordens (Stuttg. 1816);

Merzdorf, Geheimstatuten des Ordens der Tempelherren (Halle 1877);

Prutz, Geheimlehre und Geheimstatuten der Tempelherren (Berl. 1879);

ders., Kulturgeschichte der Kreuzzüge (ebd. 1883);

ders., Entwicklung und Untergang des Tempelherrenordens (ebd. 1888);

ders., Kritische Bemerkungen zum Prozeß des Templerordens (in der «Deutschen Zeitschrift für Geschichtswissenschaft», Bd. 11, Freib. i. Br. 1894);

K. Schottmüller, Der Untergang des Templerordens (2 Bde., Berl. 1887);

Gmelin, Schuld oder Unschuld des Templerordens (Stuttg. 1893).

Ende Tempelherren
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Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 690 [Suche = 65.692] im Internet seit 2005; Text geprüft am 19.5.2009; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

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