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Tassoni - Taste

Bild 65.631: Tassoni - Taste
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5 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
TassoniAlessandro, ital. Dichter, geb. 28. Sept. 1565 in Modena, studierte zu Bologna und Ferrara und / 305
TassurtHandelsplatz in Marokko, s. Mogador. / 6
TassyGarcin de, franz. Orientalist, s. Garcin de Tassy. / 9
Tastatur(ital.), s. Klaviatur. / 4
Tasteoder Clavis, der hebelartige Teil an Klavierinstrumenten und Orgeln, durch dessen Nieder-[folgende / 113

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Tassoni - Taste


Fortsetzung: Tasso, # Torquato, ital. Dichter, Sohn des vorigen, geb. 11. März 1544 zu Sorrento, wurde von den Jesuiten
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nichts ging in Erfüllung, und er begab sich 1588 nach Neapel, [* 2] um den vergeblichen Versuch zu machen, das eingezogene Vermögen seiner Eltern zu erhalten. Hier beschäftigte er sich mit einer gänzlichen Umarbeitung seines großen Gedichts, kehrte nach Rom [* 3] zurück und lebte eine Zeit in Florenz, [* 4] Mantua [* 5] und Neapel, immer unstet und unruhig, sich und andern mißtrauend, krank und arm. Die Umarbeitung seines Werkes «Gerusalemma conquistata» (1593 gedruckt) und die Dichtung «Le [* 6] sette giornate del mondo creato» entstanden in dieser unglücklichen Zeit. Da fand er einen neuen Gönner.

Ferrara (Stadt) [unkor

Bild 56.690: Ferrara (Stadt) [unkorrigiert]
* 7 Ferrara.

Kardinal Cinzio Aldobrandini, Neffe Clemens' VIII., bewog ihn nach Rom zu kommen, um die feierliche Dichterkrönung auf dem Kapitol zu empfangen. Im Nov. 1594 langte an; man verschob aber die Feierlichkeit bis zum Frühjahr. Während des Winters schwand seine Gesundheit mehr und mehr. Er fühlte sein nahes Ende und ließ sich in das Hieronymitenkloster Sant' Onofrio auf dem Janiculum bringen, wo er an einem Fieber 25. April 1595 starb und in der Kirche des Klosters bestattet wurde. Der Kardinal Bevilacqua von Ferrara [* 7] ließ ihm ein Denkmal setzen; ein glänzenderes wurde unter Pius IX. von De Fabris über seinem Grabe aufgeführt. Seine Vaterstadt Bergamo hat ihm ein Standbild errichtet.

Mit der «Gerusalemme liberata» gedachte Tasso ein wahres Epos nach den strengen Regeln der Kunst zu schaffen, wählte daher einen würdigen und ernsten histor. Stoff, den ersten Kreuzzug, der in den Zeiten der kath. Reaktion und der Türkenkriege mit den Empfindungen der Gegenwart eng verknüpft schien und dabei auch das Ideal des Rittertums in sich darstellte. Indessen, um dem größern Publikum zu gefallen, verband er damit episodisch die Elemente des Romans, phantastische Geschichten von Liebe und Zauberei.

Allein die Religiosität der Zeit war abstrakt, ohne lebendiges Gefühl, das die Dichtung beseelen konnte, und dazu war die Nachahmung der Alten, die Befolgung der ihnen entnommenen Regeln eine Fessel, die alle freiere Bewegung hemmte. So ist von T.s großen Gedichten nicht eigentlich das Epos, sondern der episodische romantische Teil lebendig und anziehend geblieben. Nicht sein Gottfried, sondern Tancred, Clorinda, Erminia und vor allen die schöne Zauberin Armida sind seine unvergeßlichen Schöpfungen, alle erfüllt von seinem eigenen Geiste, von seiner zu Herzen gehenden Melancholie.

Bregthalbahn - Bremen

Bild 67.215: Bregthalbahn - Bremen [unkorrigiert]
* 8 Breite.

Seine lyrischen Gedichte sind vielfach Gelegenheitsverse, Lobpreisungen, Galanterien, manche allerdings von großer Anmut, «Aminta» ist ein reizendes, zartes Idyll; ganz mißlungen ist die Tragödie «Trismondo». Die zahlreichen Dialoge in Prosa suchen Plato nachzuahmen, leiden aber an Breite [* 8] und Schwerfälligkeit. Die Rosinische Ausgabe von T.s Werken (33 Bde., Pisa [* 9] 1821-31) ist die vollständigste, sehr brauchbar die Mailänder der «Opere scelte» (5 Bde., 1823-25). Kritische Ausgaben von «Gerusalemme liberata» besorgten Orelli (Zur. 1838),

Scartazzini (Lpz. 1871; 2. Aufl. 1882) und Spagnotti (Mail. 1895),

die besten deutschen Übersetzungen Gries (14. Aufl., 2 Bde., Berl. 1880; auch in Reclams «Universalbibliothek») und Streckfuß (4. Aufl., 2 Bde., Halle [* 10] 1847). «L'Aminta e rime scelte» wurden herausgegeben von Orlandini (Flor. 1862),

«Il Rinaldo e l'Aminta» von Mazzoni (ebd. 1884),

«I dialoghi» von Guasti (3 Bde., ebd. 1858-59),

«Le prose diverse» von demselben (2 Bde., ebd. 1875). «Auserlesene lyrische Gedichte» übersetzte K. Förster (2. Aufl., Lpz. 1844). Eine vollständige chronol. Ausgabe seiner sehr wichtigen Briefe lieferte Guasti l5 Bde., Flor. 1853-55),

mit wertvollen Abhandlungen über Tasso. Die von Graf M. Alberti herausgegebenen «Manoscritti inediti di Tasso Tasso» (Lucca [* 11] 1837) sind unecht. - T.s Leben wurde von vielen beschrieben; so von G. Manso (Neap. 1619), am vollständigsten von P. A. Serassi (Rom 1785; neue Aufl., von Guasti, Flor. 1858).

Vgl.   ferner Ranke, Zur Geschichte der ital. Poesie (Berl. 1837);

Streckfuß, Tasso. T.s Leben (ebd. 1840);

Milman, Life of Tasso. Tasso (2 Bde., Lond. 1850);

G. Voigt, Tasso. Tasso am Hofe von Ferrara (in Sybels «Histor. Zeitschrift», Bd. 20, Münch. 1868);

D'Ovidio, Il carattere, gli amori e le sventure di Tasso. Tasso (Mail. 1875);

Cecchi, Tasso Tasso, il pensiere e le belle lettere nel secolo XVI (Flor. 1877; deutsch von Lebzeltern, Lpz. 1880);

Ferrazzi, Torquato Tasso (Bassano 1880);

Speyer, [* 12] Torquato Tasso (im 10. Bd. des «Neuen Plutarch», Lpz. 1884);

Corradi, Le infermità di Tasso. (in den «Memorie dell' Istituto Lombardo», Mail. 1881);

G. Campori und A. Soberti, Luigi, Lucrezia e Leonora d'Este (Tur. 1888).

Tassoni,

Sejm - Sekt [unkorrigi

Bild 64.834: Sejm - Sekt [unkorrigiert]
* 13 Sekretär.

Alessandro, ital. Dichter, geb. 28. Sept. 1565 in Modena, studierte zu Bologna und Ferrara und ging 1597 nach Rom. Er begleitete als Sekretär [* 13] den Kardinal Ascanio Colonna 1600 nach Spanien, [* 14] lebte nach dessen Tode von schriftstellerischen Arbeiten in Rom, trat 1618 in den Dienst des Kardinals Moritz von Savoyen, 1626 in den des Kardinals Ludovisi, kam 1632 an den Hof [* 15] seines Landesherrn Herzogs Franz I. von Este und starb 25. April 1635 in Modena. Tassoni hat sich in manchen Fächern versucht, in allen mit Geschick, in mehrern mit Originalität, wenngleich nicht frei von Bizarrerie und Gesuchtheit.

Mit den «Considerazioni sopra il Petrarca» (1609) trat er gegen die übertriebene Bewunderung dieses Dichters auf und erregte damit heftige Angriffe. Gewissermaßen eine neue Gattung, das komische Epos, als Gegensatz zum wiedererweckten Heldengedicht klassischen Stils, schuf er in «Secchia rapita» (Par. 1622; dann sehr oft, von Carducci, mit Biographie, Flor. 1861, und von Casini mit den «Filippiche», ebd. 1887; deutsch von Kritz, «Der geraubte Eimer», Lpz. 1842), das ein um die Mitte des 13. Jahrh. in einer Fehde zwischen Modena und Bologna vorgekommenes Ereignis mit Humor und Erfindungsgabe behandelt.

Spottiswoode - Sprache

Bild 15.177: Spottiswoode - Sprache (physiologisch)
* 16 Sprache.

Auch bezüglich der Sprache [* 16] und des Versbaues ist dieses Gedicht mit Recht geschätzt. Als polit. Schriftsteller verfaßte er zur Zeit der Opposition Karl Emanuels von Savoyen gegen Spaniens Einfluß in Italien [* 17] «Filippiche contra gli Spagnuoli» (Modena 1615; vollständig mit andern polit. Aufsätzen T.s, Flor. 1855), leidenschaftlich übertrieben, aber von Wert für die Kenntnis der ital. Zustände im ersten Drittel des 17. Jahrh., vom Verfasser verleugnet, aber doch einer der Anlässe zu seinem Ausscheiden aus dem piemont. Dienst, als der Herzog sich mit Spanien versöhnte. Fast vergessen sind seine übrigen Gedichte («Rime», Bologna 1880), sowie sein kirchengeschichtliches Annalenwerk, das bis 1400 reicht und oft den Baronius widerlegt. -

Vgl.   Ronca, La Secchia rapita di Al. Tassoni. Studio critico (Caltanissetta 1884).

Tassurt,

Handelsplatz in Marokko, [* 18] s. Mogador. ^[= bei den Europäern, Suera oder Sueïra bei den Einheimischen bei den Berbern, bedeutendster ...]

Tassy,

Garcin de, franz. Orientalist, s. Garcin de Tassy.

Tastatur

(ital.), s. Klaviatur. ^[= (vom lat. clavis, die Taste, eigentlich Schlüssel) oder die Tastenreihen des Klaviers, ...] [* 19]

Taste



Tastempfindung - Tatar

Bild 65.632: Tastempfindung - Tataren
* 20 Seite 65.632.

oder Clavis, der hebelartige Teil an Klavierinstrumenten und Orgeln, durch dessen ¶

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Niederdrücken der den Ton bewirkende Mechanismus (bei den Orgeln die Ventile der Pfeifen, beim Pianoforte die Hämmer, beim Spinett die Docken mit den Rabenkielen, beim Klavichord die Tangenten u. s. w.) in Bewegung gesetzt wird. Der deutsche Name kommt daher, daß diese Teile mit den Fingern oder mit den Füßen betastet werden. Die Taste wird von Holz [* 21] gefertigt, mit Elfenbein oder Ebenholzplatten (neuerdings auch mit Knochen [* 22] oder Walroß) belegt. Im 15. Jahrh. wurden für die Halbtöne die Obertasten eingeführt. Die Farbenordnung der Taste war im 18. Jahrh. der heutigen Ordnung entgegengesetzt, die Obertasten waren weiß, die Untertasten schwarz. (S. Musikinstrumente, Bd. 17.)

Ende Taste
→ weiter zu Seite 65.632: Tastempfindung ⟹ s. Gefühl und Tastsinn.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 629 [Suche = 65.631] im Internet seit 2005; Text geprüft am 28.10.2013; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0631

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Siehe auch:

  • 15.531 Tassoni
  • 15.532 Taste
  • 65.632 Tastempfindung
  • 65.632 Tastengeige
  • 99.184 Tasteninstrumente
  • 15.532 Taster
  • 65.632 Taster_2

* 22 Bilder dazu:

  • 8Breite
  • 7Ferrara
  • 4Florenz
  • 10Halle
  • 15Hof
  • 21Holz
  • 17Italien
  • 19Klaviatur
  • 22Knochen
  • 6Leland
  • 11Lucca
  • 5Mantua
  • 18Marokko
  • 2Neapel
  • 9Pisa
  • 3Rom
  • 13Sekretär
  • 14Spanien
  • 12Speyer
  • 16Sprache
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