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Stereotomie - Stereoty

Bild 65.331: Stereotomie - Stereotypie
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Stereotomie(grch., d. i. Körperschnitt), der Teil der Stereometrie (s. d.), der von den Durchschnitten / 40
Stereotypie(grch.), das Verfahren, durch das man den beweglichen Schriftsatz in eine massive Platte, aus / 627

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Stereotomie - Stereotypie


Fortsetzung: Stereoskop, (grch.), eine optische Vorrichtung, die zwei nebeneinander liegende, für beide Augen richtig
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umgekehrt, mit dem linken Auge [* 2] betrachtet, mehr nach dem rechten Rande zu. Denkt man sich, während Pyramide und Kopf unverrückt bleiben, zwischen beide eine Glastafel geschoben, und zeichnet man auf dieser, während man das linke Auge geschlossen hält, die Konturen der Pyramide, wie sie dem rechten Auge erscheinen, und darauf bei geschlossenem rechtem Auge die Konturen, wie sie dem linken Auge erscheinen, so erhält man auf der Platte zweierlei verschiedene perspektivische Zeichnungen der Pyramide.

Sphragid - Spiegel

Bild 15.136: Sphragid - Spiegel
* 3 Spiegel.

Nimmt man bei unverrückter Lage der Glastafel und der Augen die Pyramide weg, so wird man trotzdem immer noch die Pyramide körperlich erhaben auf dem Tische zu sehen meinen, denn die beiden Zeichnungen machen für die beiden Augen denselben Eindruck wie vorhin die Konturen der Pyramide selbst. Diese stereoskopische Wirkung wird durch das S. unterstützt. Wheatstone, von dem auch der Name S. herrührt, stellte 1832 sein Spiegelstereoskop her. Vor den beiden Augen befinden sich zwei Spiegel [* 3] mit den spiegelnden Flächen schräg nach auswärts gerichtet.

Rechts und links von den beiden Spiegeln befinden sich die beiden (hier nicht auf demselben Blatte befindlichen) stereoskopischen Bilder, so daß jedes in dem ihm gegenüber liegenden Spiegel gespiegelt erscheint, und zwar ist die Stellung der beiden Spiegel eine solche, daß die beiden Bilder in der deutlichen Sehweite sich zu decken scheinen und dann natürlich den Eindruck eines dort befindlichen körperlichen Objekts machen. Einfacher und praktischer ist das von Brewster 1843 konstruierte S., das seit 1850 bekannter wurde und jetzt allgemein benutzt wird.

Pflanzenvariationen (S

Bild 18.724: Pflanzenvariationen (Sippenbildung bei Erophila)
* 4 Porträte.

Für das rechte Auge ist durch eine Blendung das linke Bild verdeckt und umgekehrt. Die Vereinigung der beiden Bilder und ihre Verlegung in die deutliche Sehweite wird durch Linsen erleichtert, die etwas schräg nach innen gestellt sind. Die Anfertigung der stereoskopischen Bilder kann nur in den seltensten Fällen durch geometr. Konstruktion und Zeichnung erfolgen, z. B. bei Darstellung von geometr. Körpern, Krystallgestalten u. s. w. Für Porträte, [* 4] Statuen, Architekturobjekte, Landschaften u. dgl. benutzt man, wie 1844 zuerst Moser in Königsberg [* 5] gezeigt hat, mit großem Vorteil die Photographie, indem man den Gegenstand mit einer Stereoskopcamera (s. Tafel: Photographie II, [* 1] Fig. 7) aufnimmt.

Ducos du Hauron brachte 1894 eine neue Darstellungsweise stereoskopischer Bilder in die Öffentlichkeit (s. Anaglyphe). 1859 hat Dove in Berlin [* 6] gezeigt, wie man durch die stereoskopische Betrachtung die Identität oder Nichtidentität des Drucks zweier scheinbar gleicher typographischer Erzeugnisse nachweisen kann. Das ist besonders für die Entdeckung und Konstatierung der Unechtheit bei Wertpapieren von Wichtigkeit. Zwei von demselben Satze oder derselben Platte abgezogene Drucke zeigen unter dem S. nichts besonders Auffallendes.

Legt man dagegen zwei für das bloße Auge ganz gleich scheinende Drucke, die aber von verschiedenen Sätzen oder Platten stammen, unter das S., so scheinen die Buchstaben, Worte, Silben u. s. w. nicht mehr alle auf dem Papier, sondern ganz unregelmäßig in oft mehrere Zoll großer Entfernung teils vor, teils hinter dem Papier zu liegen. Das rührt von kleinen Verschiedenheiten in den Entfernungen der betreffenden Buchstaben auf beiden Blättern her, die ebenso wirken wie die kleinen Verschiedenheiten der Zeichnung auf zwei stereoskopischen Bildern. -

Vgl.   Dove, Optische Studien (Berl. 1859);

ders., Anwendung des S., um falsches vom echten Papiergeld zu unterscheiden (ebd. 1859);

Ruete, Das S. (2. Aufl., Lpz. 1867);

Steinhauser, über die geometr. Konstruktion der Stereoskopbilder (Graz [* 7] 1870);

Stolze, Die Stereoskopie und das S. in Theorie und Praxis (Halle [* 8] 1894).

Stereotomie

(grch., d. i. Körperschnitt), der Teil der Stereometrie (s. d.), der von den Durchschnitten der Oberflächen der Körper handelt, die einander ganz oder zum Teil durchdringen.

Ihre zeichnerische Darstellung wird durch die Projektionslehre gewonnen. S. heißt auch der Steinschnitt (s. d.).

Stereotypie

(grch.), das Verfahren, durch das man den beweglichen Schriftsatz in eine massive Platte, aus Letternmetall abgeformt, zum Abdruck in der Buchdruckerpresse herstellt. Die S. gewährt den Vorteil, daß der Verleger von seinen Stereotypplatten anfangs nur eine geringere Anzahl und dann bei Bedarf weitere Abdrücke machen lassen kann.

Klamath - Klang

Bild 9.804: Klamath - Klang
* 9 Klammern.

Bei der Gipsstereotypie wird die für den Abguß bestimmte Druckform mit einem metallenen Rahmen erhöht umgeben, der nach unten abgeschrägt ist; hierauf ölt man sie ein, füllt sie mit Gipsbrei und streicht mit einem Streichbrett nach der Höhe des Rahmens ab. Dieser Gipsabguß erhärtet nach einer Viertelstunde und man hebt ihn von der Form ab; er bildet dann die Matrize, enthält die Lettern vertieft und die Ausschließungen erhaben. Die völlig ausgetrocknete Matrize wird nun mit der Bildfläche nach unten in eine gußeiserne Pfanne gelegt, in der sich eine lose Eisenplatte (Schwimmer) befindet, und dann durch einen Deckel mit vier abgestumpften Ecken bedeckt, welche die Öffnungen zum Eingießen des Metalls bilden; das Ganze aber wird durch die Deckplatte und durch Klammern [* 9] mittels Schrauben [* 10] in seiner Lage festgehalten.

Dieser Apparat wird durch einen Kran [* 11] in den mit geschmolzenem Schriftmetall gefüllten Kessel von Gußeisen gebracht und dort untergetaucht, bis alle Räume mit dem Metall ausgefüllt sind und die feuchte Luft entwichen ist; hierauf hebt man denselben aus dem Metall und läßt ihn erkalten, worauf man ihn öffnet, den Guß herausnimmt, die Eingüsse abschlägt und die Matrize abhebt und abbricht. Dann wird die nun erhaltene Platte, die einen scharfen Abguß des Letternsatzes zeigt, mit Wasser und einer scharfen Bürste gereinigt, verputzt und endlich auf der hintern Seite durch Abhobeln auf die erforderliche Dicke gebracht; zum Druck befestigt man sie auf metallene oder hölzerne Unterlagen.



Sterigmen - Stern (Ado

Bild 65.332: Sterigmen - Stern (Adolf)
* 15 Seite 65.332.

In neuerer Zeit wendet man statt der Gipsmatrizen meist solche von Papier an (Papierstereotypie), wozu man mehrere Bogen [* 12] Seidenpapier und ungeleimtes Druckpapier mit einer besonders präparierten Kleistermasse auseinander klebt und in die so gebildete dünne Pappe, während sie noch feucht und weich ist, den Typensatz durch Klopfen mit einer Bürste hineinschlägt oder ihn in einer Presse [* 13] gleich in eine präparierte Papierplatte einpreßt. Das Abgießen dieser vorher unter einer erhitzten Trockenpresse auf dem Schriftsatz getrockneten Matrizen in Metall geschieht in einem eigenen Gießinstrument. Dieses Verfahren bietet den Vorteil, daß sich die Matrizen mehrmals zum Guß benutzen lassen; es ist von Wichtigkeit durch das Bedürfnis cylindrisch gebogener Druckplatten für den Druck auf Rotationsmaschinen (s. Schnellpresse). [* 14] Für den Zeitungsdruck ist neuerdings die Kaltstereotypie eingeführt worden, die sich von der ¶

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gewöhnlichen Papierstereotypie nur dadurch unterscheidet, daß die Matrize noch feucht von der Schriftform abgenommen, in einen Rahmen gespannt und in einem Trockenofen getrocknet wird. Eine Matrize, die sonst 15-20 Minuten zum Trocknen braucht, ist auf diese Weise in 5-8 Minuten gußfertig, und ein Hauptvorteil ist der, daß das Schriftmaterial keiner Hitze ausgesetzt wird und somit nicht leidet. Für S. von Accidenzen und bessere Werke ist jedoch die Kaltstereotypie nicht anwendbar, da die Matern durch das freie Trocknen nicht die volle Schärfe behalten. Zur Herstellung von Matrizen feinerer Holzschnitte eignet sich die Papierstereotypie nicht; dazu dient die Galvanoplastik [* 16] (s. d.). (S. auch Clichieren.)

Paris

Bild 12.719a: Paris
* 19 Paris.

Schon zu Ende des 17. Jahrh. versuchten van der May und der deutsche Prediger Johannes Müller in Leiden, [* 17] dann 1725 Ged in Edinburgh und Tilloch und Foulis in Glasgow [* 18] das Stereotypieren; doch beschränkte sich ihr Verfahren darauf, die Lettern zusammenzulöten. Die heutige Gestalt hat die Gipsstereotypie durch den Grafen Stanhope in England 1804 erfahren, die Papierstereotypie wurde von Genoux in Paris [* 19] erfunden. Firmin Didot in Paris ließ Typen aus Hartmetall gießen und in weiche Bleiplatten abdrücken, diese benutzte er dann als Matrize für den Guß der erhabenen Platte. Das Resultat war jedoch unbefriedigend. -

Vgl.   Isermann, Anleitung zur Stereotypgießerei (3. Aufl., Lpz. 1894);

Röder, Die S. (ebd. 1885);

Bock, [* 20] Die Papierstereotypie (ebd. 1886);

Kempe, Wegweiser durch die S. und Galvanoplastik (ebd. 1888).

Ende Stereotypie
→ weiter zu Seite 65.332: Sterigmen ⟹ (grch.), s. Basidiomyceten.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 329 [Suche = 65.331] im Internet seit 2005; Text geprüft am 5.12.2012; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0331

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Siehe auch:

  • 15.300 Stereotomie
  • 15.300 Stereotypie

* 20 Bilder dazu:

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