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Stamma - Stammbuch

Bild 65.245: Stamma - Stammbuch
Seite 65.245.
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Überblick der Artikel
9 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
StammaPhilipp, Schachmeister, gab 1737 zu Paris 100 künstliche Endspiele heraus; er ist der Erfinder / 62
Stammachsens. Stamm. / 3
Stammaktiebei Aktiengesellschaften, die Prioritätsaktien (s. d.) ausgegeben haben, die Urkunde für die / 24
Stammbaum(lat. - grch. Stemma), die bildliche Darstellung des zwischen verschiedenen Personen bestehenden / 133
Stammbaumtheoriein der Sprachwissenschaft, s. Indogermanen. / 6
Stammbegriffs. Begriff. / 3
Stammbildungslehres. Stamm und Grammatik. / 5
Stammbrüches. Bruch (mathematisch). / 4
Stammbuchoder Album, ein Buch, in das Freunde oder Bekannte des Besitzers ihren Namen einschreiben, gewöhnli / 158

Seite 65.245

Stamma - Stammbuch


Fortsetzung: Stamm, in der Botanik jedes Organ der höhern Pflanzen, das Blätter trägt oder doch die Fähigkeit
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aus den gegenseitigen Beziehungen sowie aus der Verzweigungsart eine bestimmte Entscheidung treffen. Alle Organe, die eine unbegrenzte Neubildung von Zellen an ihrem Scheitel und somit auch ein unbegrenztes Längenwachstum besitzen (das Wort unbegrenzt ist hier nicht im allgemeinen Sinne, sondern mit Rücksicht auf die jedem Pflanzenindividuum vorgezeichneten individuellen Grenzen [* 2] zu verstehen) und ferner die Eigenschaft haben, in akropetaler Reihenfolge seitliche, in ihrem Wachstum begrenzte Auszweigungen, Blätter, zu erzeugen, nennt man Stammorgane oder Stammachsen.

Außer den Blättern, entweder gleichfalls in akropetaler Folge oder auch in anderer Weise, können die Stammachsen wiederum Stammachsen hervorbringen, die nun ihrerseits dieselbe Art der Verzweigung wiederholen. Man unterscheidet hiernach zwischen Haupt- und Nebenachsen, oder Stammachsen erster, zweiter, dritter Ordnung u. s. w. Ferner können an den Stammachsen Wurzeln hervorsprossen (s. Wurzel). [* 3] An jedem Stammorgan können demnach drei verschiedene Verzweigungsformen, Blatt, [* 4] S. und Wurzel, sich vorfinden, während die Blätter überhaupt keine Verzweigungen und die Wurzeln wieder Wurzeln, niemals aber Blätter und nur in sehr seltenen Fällen Stammorgane bilden.

An den jungen, fortwachsenden Scheiteln der S. stehen die Blätter meist dicht gedrängt, später werden sie häufig weit auseinander gerückt (s. Blattstellung), [* 5] indem die zwischen den einzelnen Blättern oder Blattquirlen liegenden Stammpartien, die Internodien oder Stengelglieder, bedeutend in die Länge wachsen; man bezeichnet diesen Vorgang als interkalares Wachstum. Die Partien, an denen die Blätter sitzen und die somit die Grenzen der einzelnen Internodien bilden, nennt man die Knoten, sie treten in vielen Fällen sehr deutlich hervor, besonders bei Blättern mit scheidenartiger Basis, z. B. an den Halmen der Gramineen. [* 6] Wo die Blattbasis nur schmal ist und die Blätter ziemlich dicht stehen, wie bei den Heidearten, sind die Knotenstellen äußerlich wenig deutlich gekennzeichnet.

Knochenöl - Knolle

Bild 9.883: Knochenöl - Knolle
* 7 Knollen.

Betreffs der Lebensweise und der Funktion der einzelnen Stammachsen herrschen die größten Verschiedenheiten. In den meisten Fällen leben dieselben über dem Erdboden, stehen entweder aufrecht und ihre Verzweigungen in verschiedenen Winkeln zur Lotrechten, oder kriechen mit ihrem ganzen Verzweigungssystem auf dem Boden hin, oder benutzen andere Gegenstände als Stütze und klettern oder winden sich an denselben in die Höhe. In vielen andern Fällen vegetieren die Stammachsen im Boden und sind hier meist dickfleischig, oder als Knollen, [* 7] Zwiebeln u. dgl. entwickelt, wobei die Internodien in der Regel nur geringe Längenausdehnung besitzen und die Blätter nur als Schuppen oft in sehr rudimentärer Form vorhanden sind. Derartige Stammachsen nennt man Rhizome; sie lassen sich von den echten Wurzeln sofort durch das Auftreten von Blattorganen oder Blattnarben unterscheiden.

Über S. im anatomischen Sinne s. Rumpf.

In der Sprachwissenschaft heißt S. der Teil des Wortes, der übrigbleibt, wenn, man die Flexionsendungen, d. h. von einem Namen die Deklinations-(Casus-) Endungen, von einem Verbum die Personalendungen abtrennt, z. B. im lat. lectus (gelesen) = älterm lectos ist lecto- der S., -s die Nominativendung des Maskulinums, in est ist es- der S., -t das Suffix der dritten Person des Singulars. Der S. ist entweder gleich der Wurzel, z. B. es- in est, oder aus der Wurzel durch ein Suffix (s. d.) gebildet, z. B. im S. lecto- ist leg- die Wurzel (vgl. lego ich lese), -to- das Suffix des passiven Particips. Ist ein S. unmittelbar aus der Wurzel abgeleitet, so heißt er primär, wird aus einem primären S. durch Hinzufügung weiterer Suffixe ein neuer S. abgeleitet, so heißt dieser sekundär, z. B. lat. lectita- (S. des Verbums lectitare wiederholt lesen), abgeleitet von lecto-. Gleichbedeutend mit S. wird Thema gebraucht. Die Lehre [* 8] von den S. und ihrer Bildung nennt man Stammbildungslehre (weniger richtig Wortbildungslehre). (S. Ableitung.)

Stamma,

Paris

Bild 12.719a: Paris
* 9 Paris.

Philipp, Schachmeister, gab 1737 zu Paris [* 9] 100 künstliche Endspiele heraus;

er ist der Erfinder der jetzt ziemlich allgemein gültigen Schachnotationen. 1745 erschien sein Buch in erweiterter Auslage zu London; [* 10]

es waren den bisherigen Stellungen noch 74 Spieleröffnungen hinzugefügt.

Die gründlichste Kritik der Endspiele S.s liefert die Ausgabe seines Werkes, welche von Bledow (s. d.) und O. von Oppen (Berl. 1856) bearbeitet wurden.

Stammachsen,

s. Stamm. ^[= in der Botanik jedes Organ der höhern Pflanzen, das Blätter trägt oder doch die Fähigkeit ...]

Stammaktie,

bei Aktiengesellschaften, die Prioritätsaktien (s. d.) ausgegeben haben, die Urkunde für die ein Vorrecht nicht genießenden Aktionäre und das durch diese Urkunde verbriefte Recht.

Stammbaum

(lat. -

Kreisabschnitt - Kreis

Bild 10.186: Kreisabschnitt - Kreisinstrumente
* 11 Kreise.

grch. Stemma), die bildliche Darstellung des zwischen verschiedenen Personen bestehenden verwandtschaftlichen Verhältnisses. (S. Genealogie.) Nach röm. Weise werden die Personen in kleine Kreise [* 11] eingefügt, der gemeinschaftliche Stammvater obenan, die Abkömmlinge je nach der Entfernung in erster, zweiter, dritter Stufe u. s. f. unter ihn gestellt, und diese auf- oder abwärts durch kleine, nur die unmittelbare kindschaftliche Beziehung andeutende Linien miteinander verbunden.

Soll ein vollständiger S. eines Geschlechts dargestellt werden, so fallen die Einzelkreise fort und ganze Geschwisterketten werden in offene Klammern [* 12] gezogen. Auch wurde in besonders früher beliebter Spielerei der genealog. Aufriß in die Zeichnung eines Baumes (daher der Name S.) eingetragen, so daß der Ahnherr als truncus an die Wurzel des Stammes zu sitzen kommt, und seine Descendenten bis zum Wipfel hinaufreichen. (S. Stammtafel.) - Über die S. der Juden s. Geschlechtsregister.

Stammbaumtheorie,

in der Sprachwissenschaft, s. Indogermanen. ^[= gegenwärtig in Deutschland der fast allgemein angenommene Gesamtname für den großen Sprachstamm, ...]

Stammbegriff,

s. Begriff. ^[= nach dem Wortsinn eine Zusammenfassung, und zwar die eines Mannigfaltigen der sinnlichen Vorstellung ...]

Stammbildungslehre,

s. Stamm ^[= in der Botanik jedes Organ der höhern Pflanzen, das Blätter trägt oder doch die Fähigkeit ...] und Grammatik.

Stammbrüche,

s. Bruch ^[= # nennt man in der Medizin erstens das widernatürliche Hervortreten eines Eingeweides aus irgend ...] (mathematisch).

Stammbuch



Stammeln - Stammgüter

Bild 65.246: Stammeln - Stammgüter
* 14 Seite 65.246.

oder Album, ein Buch, in das Freunde oder Bekannte des Besitzers ihren Namen einschreiben, gewöhnlich unter Hinzufügung eines Denkspruchs oder auch einer Handzeichnung, eines Wappens u. s. w. Die Sitte, S. zu führen, nahm besonders seit dem Anfange des 16. Jahrh. überhand. Im 16. und 17. Jahrh. pflegten reisende Gelehrte und Edelleute ihre S. oder «Gesellenbücher» den Fach- und Standesgenossen, sowie Studenten ihren Professoren und Kommilitonen zur Einzeichnung vorzulegen, so daß S. aus jener Zeit (wie z. B. das S. des Herzogs Philipp II. von Pommern) [* 13] häufig für Autographensammler, Heraldiker und zuweilen wegen ihrer Miniaturen selbst für Kunstfreunde hohen Wert haben. Auch für Kultur- und Litteraturgeschichte gewähren S. einige Ausbeute. Eine reiche ¶

mehr

Sammlung von S. hat die großherzogl. Bibliothek zu Weimar. [* 15] -

Vgl.   Hölbe, Geschichte der S. (Camburg 1798);

Friedländer, Von S. und Rebus (Berl. 1855);

Radicz, über drei alte S. des Laybacher Museums (Wien [* 16] 1861);

Rob. und Rich. Keil, Die deutschen S. des 16. bis 19. Jahrh. (Berl. 1893).

Ende Stammbuch
→ weiter zu Seite 65.246: Stammeln ⟹ und Stottern, Ausdrücke, die im gemeinen Leben häufig irrtümlich als gleichbedeutend gebraucht
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 243 [Suche = 65.245] im Internet seit 2005; Text geprüft am 29.9.2012; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0245

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Siehe auch:

  • 15.222 Stamma
  • 15.223 Stammakkord
  • 48.56 Stammaktie
  • 15.223 Stammaktien
  • 15.223 Stammbaum
  • 15.223 Stammbuch

* 16 Bilder dazu:

  • 4Blatt
  • 5Blattstellung
  • 6Gramineen
  • 2Grenzen
  • 12Klammern
  • 7Knollen
  • 11Kreise
  • 8Lehre
  • 10London
  • 9Paris
  • 13Pommern
  • 15Weimar
  • 16Wien
  • 3Wurzel
  • 1_Seite 65.245
  • 14_Seite 65.246
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