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Spitz - Spitzen

Bild 65.182: Spitz - Spitzen
Seite 65.182.
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Überblick der Artikel
17 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Spitzs. Hunde. / 3
Spitzahornin Deutschland einheimische Art des Ahorns (s. d.). / 8
Spitzäpfel14. Klasse des Diel-Lucasschen Apfel-Systems (s. Apfel). / 8
SpitzbergenInselgruppe im Nördlichen Eismeer mit etwa 70 100 qkm, liegt zwischen 76½° und 80° 48' nordl. / 467
Spitzbeutels. Filtrieren. / 3
Spitzblasebälges. Gebläse. / 3
Spitzbogens. Bogen. / 3
Spitzbogenstilveraltete Bezeichnung für den Gotischen Stil (s. d.). / 8
Spitzbohrers. Bohrer. / 3
Spitzbombendie Granaten der gezogenen Mörser in der österr. Artillerie. / 10
Spitzdockeein Teil der Drehbank (s. d.). / 6
Spitzedie vorderste Abteilung der Avantgarde (s. d.). Früher bestand eine vom Vortrupp vorgeschobene / 87
Spitzeberoder Binneneber, ein männliches Schwein mit abnormer Hodenlage wie beim Klopfhengst (s. d. / 13
SpitzederAdele, s. Dachauer Banken. / 5
Spitzelverächtliche Bezeichnung für Kriminalbeamte der polit. Polizei; Lockspitzel nennt man die / 15
Spitzen# Fachausdruck für das Hervorbrechen der Wurzelscheide bei der keimenden Gerste. / 11
Spitzen _2# durchbrochene, flächenartig ausgedehnte und gemusterte Besatzstoffe aus textilen Fäden, seltener / 1792

Seite 65.182

Spitz - Spitzen


Fortsetzung: Spittler, Ludw. Timotheus, Freiherr von, Geschichtschreiber und Publizist, geb. 10. Nov. 1752 zu Stuttgart,
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Anmerkungen von Gurlitt (Hamb. 1824-28; vervollständigt von Paulus, Heidelb. 1826) und seine «Geschichte der Kreuzzüge» und die «Geschichte der Hierarchie von Gregor VII. bis auf die Zeiten der Reformation» von K. Müller aus Gurlitts litterar. Nachlaß (Hamb. 1827-28) herausgegeben. Eine Gesamtausgabe von S.s «Werken» besorgte sein Schwiegersohn K. Wächter (14 Bde., Stuttg. 1827-37).

Spitz,

s. Hunde. ^[= (Canidae), Säugetierfamilie der Ordnung der reißenden oder Raubtiere, deren Angehörige so ...] [* 2]

Spitzahorn,

in Deutschland [* 3] einheimische Art des Ahorns (s. d.). ^[= (Acer L.), Pflanzengattung aus der Familie der Aceraceen (s. d.) mit gegen 50 in der nördlich ...]

Spitzäpfel,

14. Klasse des Diel-Lucasschen Apfel-Systems (s. Apfel). ^[= Apfelbaum, eine Art der Gattung Pirus oder Pyrus aus der Familie der Rosaceen (s. d.); die Gattung ...]

Spitzbergen,

Die Sonne

Bild 15.20a: Die Sonne
* 5 Sonne.

Inselgruppe im Nördlichen Eismeer mit etwa 70 100 qkm, liegt zwischen 76½° und 80° 48' nordl. Br. und 10 und 30° östl. L. von Greenwich, zwischen der Grönlandsee im W. und der Barentsee im O. (S. Karte der Nordpolarländer, [* 4] Bd. 12, S. 427.) S. besteht aus drei größern und mehrern kleinern Inseln, die alle von Fjorden und Buchten durchschnitten, felsig und mit Gebirgen und Gletschern bedeckt sind, die sich in der Hornsundspitze bis zu 1390 m erheben. Das Klima ist durchaus arktisch und selbst im Sommer, wo sich in den langen Tagen, in denen die Sonne [* 5] nicht untergeht, eine sehr bedeutende Wärme [* 6] entwickelt, im Schatten [* 7] doch so rauh, daß weder Eis [* 8] noch Schnee [* 9] schmilzt.

Die Flora zählt noch 122 Arten von Blütenpflanzen und Farnen, dazu viele Moose, [* 10] von denen einzelne Arten (Aulacomnium palustre Schwaegr.) weite Flächen mit üppigem Grün bedecken und den Renntieren zu Weideplätzen dienen. Den Blütenreichtum bieten die Matten, aber verhältnismäßig wenige Arten reifen regelmäßig Früchte. Die Inseln sind sämtlich unbewohnt, aber reich an See- und Pelztieren, an Renntieren und im Sommer an Seevögeln. An einzelnen Punkten hat man Steinkohlen gefunden.

Nächst der durch den mächtigen Eisfjord fast in zwei Teile geteilten Hauptinsel Westspitzbergen (mit den dazugehörigen Inseln, außer Prinz-Karls-Vorland, 39 535 qkm groß) sind die Insel Nordostland (Nordland), im Nordosten jener gelegen und durch die Hinlopenstraße von ihr getrennt (10 462 qkm), Stans-Foreland oder Edgeinsel (6332 qkm) und Barentsinsel im Osten die bedeutendsten. Im äußersten Nordwesten liegt die kleine Däneninsel, Ausgangspunkt der Ballonfahrt von Andrée (s. Nordpolexpeditionen). - Entdeckt wurde S. 1596 von Holländern, die es für einen Teil von Grönland hielten und Nieuwland (Neues Land) nannten.

Das Meer von S. wurde wegen seiner Menge von Walfischen und Walrossen und andern Seetieren alsbald der Schauplatz einer außerordentlichen Thätigkeit der Seeleute. Das Übergewicht behielten schließlich die Holländer, die eine feste Station gründeten. Näher bekannt wurde S. durch Scoresby (1817-18), Parry (1827), besonders aber seit 1861 durch die schwed. Forscher Nordenskiöld und Torell, dann durch die deutsche Expedition unter Koldewey (1868), durch Th. von Heuglin (1870), Weyprecht und Payer (1871), Smith und Ulve (1871), Graf Wilczek (1872), Kückenthal (1889), Ekroll (Winter 1894/95), de Geer, Conway (erste Durchquerung 1896) u. a. Seit 1891 ist S. das Ziel jährlicher sehr beliebter Touristenfahrten.

Von einer norweg. Gesellschaft wurde 1896 an der Adventbai ein Gasthaus erbaut und im Sommer regelmäßige Dampferverbindung mit Hammerfest eingerichtet.-

Vgl.   Petermann, S. und die arktische Centralregion (Gotha [* 11] 1865);

Dunér, Malmgren, Nordenskiöld und Quennerstadt, Svenska expeditioner till S. (Stockh. 1868);

Koldewey, Die erste deutsche Nordpolarexpedition (Gotha 1871);

Heuglin, Reisen nach dem Nordpolarmeer (3 Bde., Braunschw. 1872-74);

Zeppelin, Reisebilder aus S., Bären-Eiland und Norwegen [* 12] (Stuttg. 1892);

Voyage de la Manche à l'ile de Jan-Mayen et Spitzberg (in den «Nouvelles Archives des Missions scientifiques et littéraires», Bd. 5, Par. 1894);

Conway, The first crossing of S. (Lond. 1897).

Spitzbeutel,

Filtrieren

Bild 6.263: Filtrieren
* 13 Filtrieren.

s. Filtrieren. [* 13]

Spitzblasebälge,

s. Gebläse. [* 14]

Spitzbogen,

s. Bogen. ^[= # wichtige Waffe für den Fernkampf, dient zum Abschießen der Pfeile, wird zu Jagd- und Kriegszwecken ...] [* 15]

Spitzbogenstil,

veraltete Bezeichnung für den Gotischen Stil (s. d.). ^[= (lat. stilos) oder Styl (grch. stȳlos, d. i. Griffel), ursprünglich ein Begriff der Rhetorik, ...]

Spitzbohrer,

s. Bohrer. ^[= # sind Werkzeuge zur Herstellung cylindrischer Löcher in festen Körpern, wobei die zu entfernenden ...] [* 16]

Spitzbomben,

die Granaten [* 17] der gezogenen Mörser in der österr.

Artillerie.

Spitzdocke,

ein Teil der Drehbank [* 18] (s. d.). ^[= # oder Drechselbank, die älteste und wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit noch heute am häufigste ...]

Spitze,

die vorderste Abteilung der Avantgarde (s. d.). Früher bestand eine vom Vortrupp vorgeschobene S. gewöhnlich aus 3 Mann, nach der deutschen Felddienstordnung von 1887 besteht die Infanteriespitze aus 1 Offizier und einer ausgeschwärmten Sektion und ist 300-400 m vor den Vortrupp vorgeschoben, die Kavalleriespitze aus 1 Offizier und 4-6 Reitern und geht jener eine Strecke voraus. Die äußersten Ausläufer der Arrièregarde (s. d.) nach dem Feinde zu heißen Nachspitze. S. nennt man auch die in vorderster Linie befindlichen, meist aus Kavallerie bestehenden Abteilungen einer im Vormarsch begriffenen Armee.

Spitzeber

oder Binneneber, ein männliches Schwein [* 19] mit abnormer Hodenlage wie beim Klopfhengst (s. d.).

Spitzeder,

Adele, s. Dachauer Banken. ^[= Schwindelbanken in München in der Zeit 1871‒73, die für eingelegte Kapitalien enorme Zinsen ...]

Spitzel,

verächtliche Bezeichnung für Kriminalbeamte der polit.

Polizei;

Lockspitzel nennt man die Agents provocateurs (s. d.).

Spitzen,

Gerste (Varietäten der

Bild 7.189: Gerste (Varietäten der gemeinen Gerste)
* 20 Gerste.

Fachausdruck für das Hervorbrechen der Wurzelscheide bei der keimenden Gerste. [* 20]

Spitzen,

durchbrochene, flächenartig ausgedehnte und gemusterte Besatzstoffe aus textilen Fäden, seltener aus Gold- und Silbergespinsten, die aus einer, dem beabsichtigten Muster entsprechenden Vereinigung verschiedenartiger Fadengebilde (s. d.) von wechselnder Anordnung und Gestaltung hervorgegangen sind. Die Benennung «Spitze» sowie das franz. «dentelle», das engl. «point» und das ital. «punto» kommen von der Zackenform der ältern, ausschließlich als Randbesatz von Gewändern (Kanten) gebrauchten S. her. Die bessern Arten werden aus Seide [* 21] (s. Blonden) oder aus feinem Leinengarn verfertigt; außerdem giebt es baumwollene (engl. Maschinenspitzen) und wollene (Mohairspitzen). Die Herstellung der Arbeit kann durch Nähen (s. d.), Klöppeln (s. d.), Häkeln (s. d.), Stricken (s. d.), Knüpfen u. s. w. erfolgen.



Spitzen

Bild 65.183: Spitzen
* 23 Seite 65.183.

Nach der Konstruktion des die Musterfiguren tragenden und verbindenden Fadengebildes unterscheidet man jetzt Guipürespitzen und Réseauspitzen. Bei Guipürespitzen erfolgt die Verbindung der den größten Teil der Fläche erfüllenden [* 1] Figuren durch Stäbchen oder Stege, die ursprünglich nur durch Umwickeln starker Fäden hergestellt, später auch geflochten wurden. Zuweilen erhalten dieselben durch Knötchen oder Sternchen (Picots) künstlerische Ausbildung. Die Mustergebilde der Réseauspitzen sind von einem Netzwerk [* 22] aus engen Maschen (Zellen) von regelmäßiger Gestalt und Anordnung ¶

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umschlossen, Réseau oder Spitzengrund genannt. Durch den Wechsel in Gestalt und Größe dieser Zellen entstehen zahlreiche Grundarten, die mit der angewendeten Herstellungsmethode die Grundlage für die Einteilung der S. in technologischer Hinsicht bieten, während man dieselben im Handelsverkehr nach den mutmaßlichen oder nachweislichen Fabrikationsorten oder Fabrikationsgebieten zu bezeichnen pflegt.

Die ältesten S. sind Nadelarbeit und ohne Zweifel aus den Stickereien hervorgegangen. Sie besitzen wie diese als Unterlage einen dichten Stoff, der durch zweckentsprechendes Ausziehen einzelner Webfäden, sowie durch geeignete Gruppierung und Verbindung der zurückgebliebenen Fäden derart durchbrochen ist, daß die beabsichtigten, meist geometr. Muster entstehen. Infolge der rechtwinkligen Kreuzung von Einschlag- und Kettenfäden in dem als Grundlage dienenden Gewebe [* 24] sind die Durchbrechungen nur von geringem Wechsel der Form.

Die Vereinigung der bündelweise zusammengelegten Fäden geschieht durch dichtes Umwinden mit einem Nähfaden, wodurch dem entstehenden Stäbchen eine beträchtliche Steifheit und Widerstandsfähigkeit erteilt und ein klares Netzwerk mit rechteckigen Zellen geschaffen wird. Das Ausziehen der Fäden geschieht derart, daß innerhalb der Zellen Fadenkreuze, oder an den Kreuzungspunkten der Stäbchen durch Umwinden derselben Rosetten entstehen. Größere Flächenmuster erhält man durch Zurücklassen quadratischer oder sternförmiger Stoffteile oder durch Ausfüllen der Zellen mit dicht an- und übereinander gelegten Stichen.

Diese Arbeiten heißen mit Rücksicht auf die Art ihrer Erzeugung Ausziehspitzen (ital. punto tirato). Zu größerer Vollkommenheit und Feinheit gelangt die Mustergebung in der ausgeschnittenen Arbeit (punto tagliato), bei der die durch Ausschneiden von Fäden erzeugten Durchbrechungen der Stofffläche mit Gitterwerk aus eingezogenen und kordonnierten Fäden und mit Languetten wirkungsvoll ausgefüllt sind. Mit Rücksicht auf die sich rechtwinklig kreuzenden Fäden der Gewebeteile kommen nur geometr. Muster zur Ausführung, die aber durch schräg eingezogene Fäden und durch die freie Bildung der Languetten mannigfachen Wechsel in der Zeichnung gestatten. Diese im Aussehen den Charakter der S., in der Herstellungsweise den der Stickerei tragenden Arbeiten vermitteln gleichsam den Übergang zwischen beiden Kunstzweigen. Hier sind auch die in neuester Zeit auf der Plattstichstickmaschine zur Anfertigung gelangenden Ätzspitzen (s. d.) zu nennen.

Bei den eigentlichen genähten S. (Nadelspitzen) fehlt das die einzelnen Fadengebilde stützende Grundgewebe; dieselben halten sich gegenseitig und müssen deshalb ganz bestimmte Formen besitzen. Die ältesten Arbeiten dieser Art sind die Netzspitze (ital. reticella) mit vorwiegend geometr. Mustern und die zu der Art der Guipürespitzen (s. Guipüre) gehörende schwere und prunkvolle Venetianer Spitze (ital. punto di Veneziaia), deren mannigfach gestaltetes Blatt- und Rankenwerk mit seinen durch Unterlegen plastisch hervorgehobenen Umrissen ihnen unter allen Erzeugnissen des weiblichen Kunstfleißes den höchsten ästhetischen und technischen Wert verleiht.

Paris

Bild 12.719a: Paris
* 25 Paris.

Die [* 23] Figuren des Musters sind hier durch Stäbchen oder Stege verbunden, die aus mehrfachen in Festonstich umnähten Fadenlagen bestehen und öfters mit Schleifen oder Knötchen (Picots) besetzt sind. Aus dieser Nadelarbeit hervorgegangen ist die nicht minder schöne und reiche, dabei leichtere und zierlichere Guipürespitze, Point de France oderPoint de Paris [* 25] genannt, die aus schmalen, mannigfach gewundenen Bändern bestehende Genueser Litzenspitze, die mit Zellengrund versehene Alençon-, Argentan-, Brüsseler Spitze u. s. w. Zur weitern Ausbildung des Musters oder der Grundzellen dienen zahlreiche, meist höchst kunstvoll geschlungene Sticharten (Spitzenstiche).

Die neuern Nadelarbeiten dieser Art haben alle mehr oder weniger die Ausführung der alten Muster zum Vorbild, die sie jedoch in Bezug auf die Güte der Arbeit nur selten erreichen. Die Herstellung der Nähspitzen erfolgt mit Hilfe eines Musterblattes (Patrone), auf dem die Umrisse der [* 23] Figuren durch Nadelstiche angedeutet sind. Mittels sehr feiner Fäden wird das Musterblatt auf zwei übereinander liegenden Zeugstücken festgenäht, sodann, der punktierten Zeichnung folgend, ein starker Doppelfaden aufgelegt und mittels eines dünnen Fadens angeheftet. Je nach der zu erzielenden Schattierung der Musterflächen werden sie mehr oder minder dicht mit dem betreffenden Spitzenstich angefüllt, die Umrisse durch entsprechende Stichlagen hervorgehoben, die Grundfäden der die [* 23] Figuren verbindenden Stege ausgespannt und umnäht, bei Réseauspitzen die freien Räume mit dem nicht sehr dichten, aber gleichmäßigen Grund ausgefüllt. Nach beendeter Arbeit bewirkt man die Trennung der S. vom Musterblatt durch Voneinanderziehen der beiden Zeugstücke und Zerreißen der dieselben verbindenden Heftfäden.

Weit mannigfaltiger als bei den genähten sind die Formen der Grundzellen bei den geklöppelten S. (s. Klöppeln), deren Muster sich als breite Gewebeflächen, in denen meist Einschlag- und Kettenfäden sich rechtwinklig kreuzen, oder die letztern von einer gleichen Anzahl im Zickzack laufender Einschlagfäden in schräger Richtung gekreuzt werden, von dem mehr oder weniger durchsichtigen Grund abheben. Die zur Herstellung des Grundes benutzten Fäden laufen sämtlich die S. entlang und werden an den betreffenden Stellen direkt zur Bildung des Musters verwendet, so daß dieses mit dem Grund ein untrennbares Ganzes bildet.

Während die Konstruktion der geklöppelten Guipürespitze im allgemeinen mit derjenigen der genähten übereinstimmt, weicht dieselbe in der Ausbildung der Details wesentlich von jener ab. An die Stelle der umwickelten Fäden treten als Stege Gezwirne oder Geflechte, die häufig durch schleifenförmige Picots verziert sind. Nach der Art der punto tagliato gemusterte Klöppelspitzen, bei denen die einzelnen Fadenstränge durch Gezwirne oder schmale Geflechte ersetzt sind, werden Clunyspitze genannt.

Die neuern Guipürearbeiten, namentlich die sächs. und böhm. Wollguipürespitzen, zeigen meist ein vollständig ausgebildetes Grundnetz mit mannigfachen Zellenformen. Die bei den geklöppelten Réseauspitzen am häufigsten vorkommenden Grundbindungen sind der Torchon-, Valenciennes-, Kettelgrund, der Mechelner oder Malinesgrund, ferner der Tüllgrund, wie er sich bei den alten S. von Brügge, Chantilly, Lille, [* 26] in neuerer Zeit bei den Malinesspitzen des sächs. und böhm. Erzgebirges, bei Blonden u.s.w. findet. Bei den applizierten S. trägt ein geklöppelter oder auf der Bobbinnetmaschine gefertigter Tüllgrund durch Handarbeit hergestellte und durch Aufnähen befestigte Musterfiguren. Gehäkelte S., z. B. die sog. irische Guipürespitze (auch einfach irische Spitze ¶

Fortsetzung Spitzen:
→ weiter zu Seite 65.184 || genannt), sind vielfach aus einzelnen gehäkelten Figuren, die teils aneinander geschlungen,
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 180 [Suche = 65.182] im Internet seit 2005; Text geprüft am 23.6.2012; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0182

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* 26 Bilder dazu:

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