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Spekulation - Spencer

Bild 65.141: Spekulation - Spencer (Familie)
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Überblick der Artikel
13 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Spekulation(lat.), eigentlich Ausspähung, Erforschung, in philos. Bedeutung häufig im Sinne von Theorie / 58
Spekulationsmanöverabsichtliche Unternehmungen der interessierten Personen zur Beeinflussung der Kurse. / 10
SpekulationspapiereWertpapiere, die starken Preis- oder Kursveränderungen unterliegen und zur Spekulation (s. / 16
Spekulativ(lat.), zur Spekulation (s. d.) geneigt, auf Spekulation gegründet. / 9
Speläologie(grch.), Höhlenforschung (s. d., Bd. 17). / 6
Speldorfpreuß. Ortschaft, s. Bd. 17. / 6
Spelerpesoder Geotriton, Gattung der Molche (s. d.), von schlankem Körperbau, am dünnen Schwanz ohne / 70
Speltenpreuß. Dorf, s. Bd. 17. / 6
Spelter(engl.), s. Zink. / 4
SpelzWeizenarten, s. Dinkel. / 4
Spelzendie Hüllblätter und Deckblätter der Grasblüten (s. Gramineen). / 9
Spencemetalleine metallähnliche, durch Zusammenschmelzen von Schwefeleisen, Schwefelzink, Schwefelblei / 120
Spencer# alte, in Northamptonshire ansässige engl. Familie, von der John S. (gest. 1783) 1765 zum Viscount / 425

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Spekulation - Spencer (Familie)


Fortsetzung: Spektrum, (lat.), das durch die Zerlegung eines nicht streng einfarbigen Lichtstrahls entstehende vielfarbige
mehr

sehr große, fast unzählige Menge von dunkeln, bald feinern, bald stärkern Unterbrechungen, die zuerst von Fraunhofer (1814) genauer untersucht wurden und nach ihm die Fraunhoferschen Linien genannt wurden. Fraunhofer hat die hauptsächlichsten derselben vom roten Ende des S. an mit den Buchstaben A bis H bezeichnet, und zwar liegen A, a, B und C im Rot, D im Orange, E im Gelb, b und F im Grün, G im Dunkelblau, H im Violett. (S. auch Nr. 1 der Tafel: Spektralanalyse.) [* 2] Später hat man noch im ultravioletten Teile des S. die Bezeichnung derselben von L bis S fortgesetzt, ebenso im ultraroten Teile Buchstaben eingeführt.

Hören - Horizont

Bild 8.718: Hören - Horizont
* 5 Horizont.

Alle diese dunklen Linien rühren von der Sonne [* 3] selbst her, bis auf die von der Erdatmosphäre erzeugten sog. atmosphärischen Linien. Die letztern wurden 1863 durch Brewster und Hudstone entdeckt, welche die Verstärkung [* 4] derselben bei Annäherung der Sonne an den Horizont [* 5] beobachteten, also dann, wenn das Sonnenlicht dickere Schichten der Erdatmosphäre zu durchsetzen hat. Zu diesen Linien gehört die Gruppe a, sowie zwischen den beiden D-Linien austretende Streifen.

Man beobachtet die atmosphärischen Linien, die vorzugsweise vom Wasserdampf herrühren, auch an dem S. eines fernen Feuers (Janssen). Der große Wert der Fraunhoferschen Linien besteht darin, daß sie in dem S. bestimmte Stellen angeben und somit bei der Untersuchung der Lichtbrechungsverhältnisse einer Substanz als Anhaltspunkte dienen. Ferner kann man mittels der durch Beugung [* 6] (s. d.) hervorgebrachten Gitterspektren die Wellenlänge der einzelnen Spektralfarben bestimmen und dadurch auch ihre Schwingungszahl. Das S. anderer Lichtquellen zeigt sich entweder kontinuierlich, wie das unserer «weißen» Lichtquellen, oder zertrennt in eine kleinere oder größere Anzahl von hellen Linien oder Banden. Diese für jede bestimmte Lichtquelle charakteristische Gestalt des S. wird in der Spektralanalyse (s. d.) benutzt.

[* 1] ^[Abb. 2]

Spekulation

(lat.), eigentlich Ausspähung, Erforschung, in philos.

Bedeutung häufig im Sinne von Theorie (s. d.) gebraucht. In engerm Sinn bedeutet es das specifisch philos.

Denken im Gegensatz zum empirischen.

Infolge der Überspannung dieses Gegensatzes in der absolutistischen Philosophie nach Kant haftet dem Ausdruck der Nebensinn von Verachtung der Empirie an. - Über S. im geschäftlichen Sinne s. Handel II.

Spekulationsmanöver,

absichtliche Unternehmungen der interessierten Personen zur Beeinflussung der Kurse.

Spekulationspapiere,

Wertpapiere, die starken Preis- oder Kursveränderungen unterliegen und zur Spekulation (s. Handel II.) Anlaß geben.

Spekulativ

(lat.), zur Spekulation (s. d.) geneigt, auf Spekulation gegründet.

Speläologie

(grch.), Höhlenforschung (s. d., ^[= (lat.), eigentlich Ausspähung, Erforschung, in philos. Bedeutung häufig im Sinne von Theorie ...] Bd. 17).

Speldorf,

preuß. Ortschaft, s. Bd. 17.

Spelerpes

oder Geotriton, Gattung der Molche (s. d.), von schlankem Körperbau, am dünnen Schwanz ohne senkrechten Hautsaum;

die scheibenförmige, auf einem kontraktilen Stiele sitzende Zunge kann hervorgeschleudert werden. Es finden sich 4-5 freie oder verwachsene Zehen.

Die wenigen Arten bewohnen hauptsächlich Nord- und Mittelamerika;

eine (S. fuscus Str.) findet sich auf der Apenninischen und Iberischen Halbinsel;

sie wird bis 10 cm lang und ist von gelbgrauer Farbe mit verwaschenen rötlichen Flecken.

Spelten,

preuß. Dorf, s. Bd. 17.

Spelter

(engl.), s. Zink. ^[= Blasinstrument, s. Zinke. – Z. in Baden soviel wie Weiler (s. d.).]

Spelz,

Weizenarten, s. Dinkel. ^[= # oder diejenigen Weizenarten, bei welchen die Hülse oder e des Korns sich in der ...]

Spelzen,

Gramm - Grammatik

Bild 58.246: Gramm - Grammatik
* 7 Gramineen.

die Hüllblätter und Deckblätter der Grasblüten (s. Gramineen). [* 7]

Spencemetall,

eine metallähnliche, durch Zusammenschmelzen von Schwefeleisen, Schwefelzink, Schwefelblei und Schwefel erhaltene Mischung. Das S. ist von grauer Farbe, sehr zähe, etwas elastisch und von nur geringem Wärmeleitungsvermögen, besitzt große Widerstandsfähigkeit gegen die Einwirkung der Luft, des Wassers, der Alkalien und der Säuren. Es schmilzt schon bei 111-170° C. und dehnt sich beim Erkalten etwas aus, weshalb es sehr scharfe Abgüsse liefert. Deshalb und weil es nach dem Guß keiner Politur bedarf und sich leicht mit einer schönen Patina überzieht, findet es in der Gießerei [* 8] häufige Verwendung. Man benutzt es besonders zu Abgüssen von Kunstgegenständen, als Dichtungsmittel für Gas- und Wasserleitungen, zu Clichés, als Unterlage für galvanoplastische Abdrücke, als luftdichten Verschluß für Flaschen und Einmachbüchsen, zu Zeugdruckwalzen, Zapfenlagern, Gußformen [* 9] u. s. w.

Spencer,

alte, in Northamptonshire ansässige engl. Familie, von der John S. (gest. 1783) 1765 zum Viscount Althorp und Grafen S. erhoben wurde. Sein Sohn George John, zweiter Graf von S., Staatsmann und Bücherliebhaber, geb. 1. Sept. 1758, studierte in Cambridge und trat 1783 nach dem Tode seines Vaters in das Oberhaus. Unter Pitt war er 1794-1801 erster Admiralitätslord und leitete unter Fox und Grenville 1806 das Innere. Dann zog er sich zurück und lebte vor allem der Erweiterung seiner Privatbibliothek, der größten in Europa. [* 10] Er hatte sie 1789 durch Ankauf der gräflich Rewiczkischen Sammlung begründet, ließ für ihre Erweiterung ganz Europa bereisen und vermehrte sie bis auf 40000 Bände.



Spencer (Herbert) - Sp

Bild 65.142: Spencer (Herbert) - Spener
* 14 Seite 65.142.

Sie ist reich an ältesten Druckwerken und Klassikerausgaben und wurde 1892 von Mrs. Rylands erworben, die sie in Manchester [* 11] unter dem Namen «John Rylands Bibliothek» öffentlich aufstellen ließ. (Vgl. Dibdin, Bibliotheca Spenceriana", 4 Bde., Lond. 1814; und den in Berlin [* 12] 1794 erschienenen Katalog der Rewiczkischen Sammlung. Über S.s reiche Gemäldesammlung vgl. Dibdins Aedes Althorpianae, 2 Bde., Lond. 1822, deren 2. Band [* 13] Nachträge über die Bibliothek bringt.) S. starb 10. Nov. 1834. Sein ältester Sohn John Charles, dritter Graf von S., als Staatsmann mehr unter dem Namen Lord Althorp bekannt, geb. 30. Mai 1782, studierte in Cambridge ¶

mehr

trat 1803 ins Unterhaus, war unter Fox und Grenville Schatzlord und in dem Whigministerium Grey seit 1830 Schatzkanzler, wobei er durch strenge haushälterische Verwaltung sich hervorthat; mit seiner irischen Kirchenreformbill von 1833 brachte er dafür selbst Spaltung in das Kabinett. Nach seinem Eintritt ins Oberhaus 1834 schied er aus dem Amte und starb 1. Okt. 1845 auf seinem Landsitz Wiseton-Hall in Yorkshire. (Vgl. Le [* 15] Marchand, Memoirs of John Charles Viscount Althorp, Lond. 1876.) Ihm folgte sein Bruder Frederick, vierter Graf von S., geb. 14. April 1798, der bis zum Konteradmiral (1852) aufstieg und 1854 das Hofamt eines Lord Steward erhielt. Er starb 27. Dez. 1857.

Sein einziger Sohn und jetziger Träger [* 16] des Namens John Poyntz, fünfter Graf von S., geb. 27. Okt. 1835, wurde herangebildet in Harrow und Cambridge, saß 1857 vorübergehend im Unterhause, bekleidete mehrere Hofämter, bis Gladstone ihm 1868 die Würde eines Lord-Lieutenants von Irland übertrug, die er bis 1874 behielt. In Gladstones neuem Ministerium 1880 war er zuerst Präsident des Staatsrats, 1882-85 wieder Vicekönig von Irland und führte eine feste, energische Verwaltung. Da er sich mit Gladstone zum Home-Rule bekannte, trat er auch in dessen kurzes drittes Ministerium 1886 als Präsident des Staatsrats ein; in Gladstones viertem Ministerium bekleidete er seit Aug. 1892 das Amt des ersten Admiralitätslords, das er auch unter Rosebery bis Juni 1895 behielt.

Spencer,

London

Bild 10.896a: London
* 17 London.

Herbert, engl. Philosoph, geb. 27. April 1820 zu Derby, war anfangs Ingenieur, gab jedoch seinen Beruf auf, wurde Mitarbeiter beim «Economist» und ließ sein erstes großes Werk «Social statics» 1851 (neue, verkürzte Ausg. 1892) erscheinen. Nach zehnjährigen Vorarbeiten ging S. sodann an die Ausarbeitung und Herausgabe seines «Systems der synthetischen Philosophie». Er lebt in London. [* 17] Die Philosophie hat es nach ihm lediglich mit den allgemeinsten Erkenntnissen der Erscheinungswelt zu thun.

Aus der wichtigsten dieser allgemeinen Wahrheiten, dem Grundsatz der Beharrung der Energie und der Materie, leitet S. zwei überall sich wiederholende Prozesse her: den der Evolution, der in der Ausbreitung der Bewegung und einer Vereinigung des Stoffs besteht, wobei der Stoff eine immer bestimmtere und mannigfaltigere Gliederung erhält;

dann den der Dissolution, der in einer Auflösung vorhandener Gestaltungen besteht.

Beide Vorgänge laufen nebeneinander her, nur daß stets der eine oder der andere vorwiegt. Auch in der Bewußtseinswelt, und zwar nicht nur beim Individuum, sondern auch in der Gesellschaft und ihren Erzeugnissen sucht S. jene beiden Prozesse nachzuweisen. Er hat um die Ausbildung der Sociologie große Verdienste. Von dem «System of synthetic philosophy», dem Hauptwerk S.s, dessen Programm er 1860 veröffentlichte, sind erschienen: «First principles» (1862; deutsch von Vetter, Stuttg. 1875),

«The principles of biology» (2 Bde., 1864-67; deutsch von Vetter, ebd. 1876-77),

«The principles of psychology» (2 Bde., 1870-72; deutsch von Vetter, ebd. 1882-86; eine Umarbeitung des 1855 zuerst von E. herausgegebenen gleichnamigen Werkes),

«The principles of sociology» (3 Bde., 1876-96; deutsch von Vetter, ebd. 1877 fg.),

«The principles of ethics» (1879 fg.; deutsch von Vetter und Carus, ebd. 1879 fg.). Von seinen übrigen Schriften sind zu erwähnen: «Education, intellectual, moral and physical» (1861; deutsch von Fritz Schultze, 3. Aufl., Jena [* 18] 1888),

«Essays, scientific, political and speculative» (2 Bde., 1858-63; neue Ausg., 3 Bde., 1891),

«The classification of the sciences» (1864),

«The study of sociology» (1873; deutsch von Marquardsen, 2. Aufl., Lpz. 1896),

«The man versus the state» (1884). Im Verein mit Duncan, Scheppig und Collier gab S. heraus: «Descriptive sociology, or groups of sociological facts, classified and arranged» (8 Bde., 1873 fg.). -

Vgl.   Guthrie, On Spencer's unification of knowledge (Lond. 1882);

Michelet, Herbert S.s System der Philosophie (Halle [* 19] 1882);

Naumann, S. wider Kant (Hamb. 1885);

Kindermann, Die Entwicklungslehre Herbert S.s (Lpz. 1888);

J. H. Collins, An epitome of the synthetic philosophy (Lond. 1889);

Hudson, The philosophy of Herbert S. (Neuyork [* 20] 1894);

Gaupp, Herbert S. (Stuttg. 1897).

Ende Spencer
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Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 139 [Suche = 65.141] im Internet seit 2005; Text geprüft am 6.5.2012; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0141

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* 20 Bilder dazu:

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