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von San Ildefonso und erklärte den Krieg an England, infolgedessen S. durch den Frieden von Amiens [* 2] Trinidad verlor. Im Interesse Napoleons begann er 1801 einen ruhmlosen Krieg mit Portugal. [* 3] Als beim Wiederausbruch des franz.-engl. Krieges 1803 S. Napoleon durch Subsidiengelder unterstützte, griffen im Okt. 1804 die Engländer die span. Silbergallionen an. S. mußte deshalb den Krieg an England erklären. Die Niederlagen bei Finisterre 22. Juli und bei Trafalgar vernichteten seine Seemacht. Zugleich nötigte Napoleon I. Alcudia zu dem Vertrag von Fontainebleau worin eine Teilung Portugals und seiner überseeischen Länder und für Alcudia ein souveränes Fürstentum Algarvien vereinbart wurde.
Hanc veniam etc. - Han
* 4 Hand.Indes war in S. die Opposition gegen das Willkürregiment des Herzogs von Alcudia gewachsen. Als ihr Haupt galt der Thronfolger Prinz Ferdinand von Asturien, der sich zugleich um Napoleons Protektion und die Hand [* 4] einer bonapartischen Prinzessin bewarb und sich bei dem König zum Organ der Beschwerden gegen den Günstling machte. Deshalb verhaftet, mußte der Prinz durch tiefe Demütigungen und den Verrat seiner Mitschuldigen seine Freiheit wieder erkaufen. Während dieser Krisis waren franz. Truppen unter General Moncey, dann unter Murats Oberbefehl in S. eingerückt.
Eine Empörung, der sich die königl. Garden in Aranjuez anschlössen, stürzte den Friedensfürsten und bewog den König am folgenden Tage zu Gunsten des Prinzen von Asturien abzudanken. Während dieser als Ferdinand VII. (s. d.) unter allgemeinem Jubel zum König ausgerufen ward und 24. März in das bereits von den Franzosen besetzte Madrid [* 5] seinen Einzug hielt, stellte Karl IV. in einem Schreiben an Napoleon seine Abdankung als erzwungen dar. Aber auch Ferdinand VII. bewarb sich um die Gunst Napoleons, der 14. April in Bayonne eintraf und nun die beiden span. Könige nach dieser franz. Grenzstadt entbot. Es gelang dem Franzosenkaiser, Ferdinand erst zur Niederlegung der Krone, dann zum Verzicht auf alle seine Rechte an S. zu bewegen.
Rom
* 6 Rom.Eine gleiche Erklärung stellten Ferdinands beide Brüder, die Infanten Don Carlos und Don Francisco de Paula, aus. Schon vorher hatte Karl IV. zu Gunsten Napoleons verzichtet. Auf die Nachricht von den Vorgängen in Bayonne brach in Madrid 2. Mai ein Volksaufstand aus, den Murat blutig unterdrückte, den aber die Spanier heute noch als den Anfang ihres Befreiungskrieges feiern. Karl IV., seine Gemahlin und Alcudia begaben sich nach Compiègne und später nach Rom; [* 6] Ferdinand und die Infanten wurden in Valençay bewacht.
Darauf berief Napoleon eine Junta von span. Abgeordneten nach Bayonne und ernannte seinen Bruder Joseph Bonaparte (s. d.), bisherigen König von Neapel, [* 7] zum König von S. und Indien, indem er die Unabhängigkeit der span. Monarchie in ihren bisherigen Grenzen [* 8] anerkannte. Am 15. Juni eröffnete die Junta, die dem König sofort gehuldigt hatte, ihre Sitzungen. Am 7. Juli ward die neue span. Verfassung, nach franz. Muster, sanktioniert und beschworen, worauf König Joseph 20. Juli in Madrid seinen Einzug hielt.
Sevilla [unkorrigiert]
* 10 Sevilla.Aber Nationalstolz und wilder Fremdenhaß, kühner Freiheitssinn und mönchisch-feudaler Fanatismus wirkten zusammen, eine beispiellose Kraft [* 9] des Widerstandes zu erwecken. (S. Französisch-Spanisch-Portugiesischer Krieg von 1807 bis 1814.) Es bildeten sich in allen span. Provinzen Juntas, die im Namen des rechtmäßigen Königs Ferdinand VII. die Regierung ergriffen; die Oberleitung erhielt die Centraljunta von Sevilla, [* 10] die ihre Gewalt in die Hände einer Regentschaft von fünf Mitgliedern niederlegte. Eine von der Regentschaft berufene außerordentliche Versammlung der Cortes trat im Sept. 1810 in Cadiz [* 11] zusammen und arbeitete eine neue Verfassung aus, die von der Regentschaft, welche von Großbritannien [* 12] und Rußland anerkannt war, sanktioniert und verkündigt wurde.
Noch vor Beendigung des Kampfes, nach der Schlacht bei Vittoria, verzichtete auf Napoleons Befehl König Joseph auf S., und ersterer gab durch den Traktat von Valençay dem König Ferdinand VII. S. zurück. Dieser Vertrag wurde von der Regentschaft nicht anerkannt; darauf erklärte Ferdinand von Valencia [* 13] aus die Verfassung von 1812 für aufgehoben und die Cortes für aufgelöst. Am 14. Mai hielt er seinen Einzug in Madrid; doch sein Versprechen, eine neue Verfassung zu geben, blieb unerfüllt, vielmehr begann eine grausame Verfolgung aller Anhänger sowohl Josephs als der Cortes und der Regentschaft.
Vereinigte Staaten von
* 14 Vereinigten.Die Inquisition ward wiederhergestellt; Mönche, Klöster und Jesuiten lebten wieder auf. Ein finsterer Despotismus bezeichnete die neue Regierung, die nach außen nicht glücklicher war als im Innern. Florida ward 1819 für 5 Mill. Doll. an die Vereinigten Staaten [* 14] verkauft; die abgefallenen amerik. Kolonien konnten aus Mangel an Geld und Schiffen nicht zurückerobert werden. Die oppositionellen Elemente sammelten sich in geheimen Verbindungen, die auf eine Wiederherstellung der Konstitution von 1812 hinarbeiteten.
Durch die in Madrid entstandene Aufregung genötigt, verkündigte Ferdinand die Wiederherstellung der Verfassung, leistete den Eid auf dieselbe und binnen wenig Tagen war in ganz S. die neue Ordnung der Dinge anerkannt. Erlaß einer Amnestie, Aufhebung der Inquisition, der Patrimonialjustiz, der Zünfte, des Klosterzwangs, Errichtung von Nationalgarden waren die ersten Maßregeln. Als die Cortes zusammentraten, wurden mehrere Mönchsorden, auch der Orden [* 15] der Jesuiten, abgeschafft und, um der Finanznot abzuhelfen, die meisten Klöster aufgehoben, ihre Güter eingezogen und die Geistlichkeit der Besteuerung unterworfen.
Spanien (Geschichte 18
* 17 Seite 65.97.Das Ministerium, in dem anfangs Arguelles (s. d.), später Martinez de la Rosa (s. d.) den Vorsitz führte, und die Cortes bemühten sich, die Ordnung gegen die extremen Parteien zu erhalten; trotzdem griffen die demokratischen Fraktionen, die sog. Comuneros (s. d.) und Descamisados, immer weiter um sich. Andererseits gewann die sog. Apostolische Partei, welche die absolute Königsgewalt, die mönchischen und feudalen Institutionen wiederherzustellen trachtete, in den nördl. Provinzen, namentlich in Catalonien, Navarra und Biscaya zahlreichen Anhang und setzte zu Seo de Urgel eine Regentschaft ein, die im Namen des «gefangenen» Königs alles wiederherzustellen befahl, wie es vor dem März 1820 bestanden hatte. Es gelang jedoch dem General Mina, die Festung [* 16] Urgel zu erobern und die sog. Glaubensarmee auseinander zu sprengen, so daß die Regentschaft über die franz. Grenze flüchten mußte. Inzwischen hatten bei den ¶
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Neuwahlen die Exaltados (Radikalen) über die Gemäßigten (Moderados) gesiegt und die Majorität in den Cortes von 1822 erlangt; auch das Ministerium Martinez hatte einem Exaltado-Kabinett unter Riegos Vorsitz weichen müssen. Dadurch ward der Konflikt mit dem Auslande beschleunigt.
Der Kongreß zu Verona [* 18] (s. d.) trat im Okt. 1822 hauptsächlich wegen der span. Verhältnisse zusammen; Frankreich vereinigte sich dort mit den Höfen des Ostens zu einer Einmischung in die span. Angelegenheiten. Das Ansinnen einer Verfassungsänderung und Herstellung der königl. Souveränität wurde im Jan. 1823 von der span. Regierung und den Cortes zurückgewiesen, worauf die Gesandten von Österreich, [* 19] Preußen, [* 20] Rußland und Frankreich aus Madrid abreisten und Frankreich zur militär. Intervention schritt. Am überschritt der Herzog von Angoulême als Oberanführer des franz. Interventionsheers mit 95000 Mann den Grenzfluß Bidassoa.
Die Provinzen Castilien, Aragonien und Obercatalonien wurden fast ohne Kampf von den Franzosen besetzt, und der Herzog von Angoulême zog 24. Mai in Madrid ein. Eine von ihm eingesetzte Regentschaft unter dem Herzog von Infantado begann sogleich das Werk der Restauration. Das konstitutionelle Ministerium und die Cortes hatten den König trotz allen Widerstrebens bereits 20. März nach Sevilla entführt. Vom eindringenden Feinde bedroht, verlegten die Cortes ihren Sitz von Sevilla nach Cadiz, wohin der König sie 13. Juni begleiten mußte.
Kreisabschnitt - Kreis
* 23 Kreise.Cadiz war indes zu Land und zur See blockiert worden. Angoulême erstürmte 31. Aug. den Trocadero, und die Stadt ward eng eingeschlossen und bombardiert. Noch vor dem drohenden Sturm beschlossen die Cortes (28. Sept.), sich aufzulösen und den König freizulassen, der daraus 1. Okt. sich in das franz. Lager [* 21] begab. Die Kompromittierten schifften sich nach England oder Amerika [* 22] ein; die Franzosen besetzten 3. Okt. Cadiz, und damit war der Krieg beendigt. Auch Mina, der in Catalonien einen Gebirgskrieg gegen die Franzosen geführt hatte, schloß 1. Nov. eine Kapitulation, wie dies die andern Generale bereits gethan hatten. Die schon von der Regentschaft begonnene polit. Verfolgung nahm jetzt noch größern Umfang an. Ferdinand VII. hob alle Beschlüsse der konstitutionellen Regierung vom bis zum auf und bestätigte die der Regentschaft, deren Minister von ihm beibehalten wurden. Zugleich wurden die Gefängnisse gefüllt, Riego hingerichtet und die brutalsten Grausamkeiten gegen Mißliebige begangen. Gleichwohl galt Ferdinand VII. bei den fanatischen Priestern und Absolutisten noch nicht für energisch genug; es bildete sich in diesem Kreise [* 23] eine Partei, die auf die Erhebung seines Bruders Don Carlos hinarbeitete, den man als ein blindes Werkzeug der apostolischen Faktion kannte. Von dieser Seite wurden nun mehrere Schilderhebungen angestellt, unter denen der Aufstand der sog. Agraviados (s. d.) in Catalonien 1827 am bedeutendsten war; doch wurden dieselben unterdrückt. Zu Anfang 1828 zogen die franz. Occupationstruppen endlich aus S. ab. Inzwischen hatten die span. Kolonien in Amerika ihren Unabhängigkeitskampf durchgekämpft und waren von Großbritannien und den Vereinigten Staaten als selbständige Republiken anerkannt worden. Die letzten span. Waffenplätze [* 24] auf dem amerik. Festlande, das Fort San Juan de Ulloa und Callao bei Lima [* 25] gingen verloren. Nur die westind. Inseln Cuba und Portoriko und die Philippinen im ostasiat. Archipel blieben unter span. Herrschaft.
In diese ungünstigen Verhältnisse warf König Ferdinand VII. neuen Stoff der Zerrüttung, indem er, der bisher kinderlos gewesen war, zum viertenmal vermählt (1829) mit Maria Christina (s. d.) von Neapel, durch eine pragmatische Sanktion vom das erlassene Salische Gesetz des bourbonischen Hauses aufhob, wonach die Frauen erst nach dem völligen Aussterben des Mannsstammes thronfähig sein sollten. Die von Christina geborene Infantin Isabella (s. Isabella II.) ward zur Thronfolgerin, Maria Christina zur Regentin ernannt. Die von Ferdinand nach Madrid berufenen Cortes leisteten Isabella als Thronfolgerin den Eid der Treue. Am starb Ferdinand VII.
Während der Regentschaft. Der Tod des Königs ward das Signal für die seit lange vorbereitete Erhebung der Karlisten (s. Carlos, Don C. Maria Jose Isidoro). Auf dem platten Lande, namentlich in den bask. Provinzen, war das Volk für Don Carlos; er wurde unter dem Namen Karl V. als König ausgerufen. Infolgedessen mußte sich die Regentin der bisher verfolgten Liberalen, die im Mittelstande, in den Städten und im Heer großen Anhang hatten, als Verbündeter zu versichern suchen und ihren Forderungen nachgeben.
Daher wurde Zea-Bermudez, der Vertreter des gemilderten Absolutismus, durch den gemäßigt Liberalen Martinez de la Rosa ersetzt und das Estatuto real (s. d.) erlassen. Die neuen Cortes wurden einberufen, eine ausgedehnte Amnestie verkündigt. Zugleich verband sich S. mit England, Frankreich und Portugal zur Quadrupelallianz vom deren nächster Zweck die Aufrechterhaltung der konstitutionellen Ordnung gegen Dom Miguel (s. d.) und Don Carlos war.
Inzwischen war Don Carlos, der sich aus Portugal nach England und dann nach Frankreich geflüchtet hatte, im Juli 1834 in Navarra erschienen. Auch in Catalonien regte sich für ihn eine Partei, unter der besonders Cabrera (s. d.) sich bald einen hervorragenden Namen machte. Dagegen erfolgte jetzt ein Beschluß beider Kammern der Cortes 3. Sept. und welcher Don Carlos nebst seiner Nachkommenschaft auf immer von der span. Thronfolge ausschloß. Der Bürgerkrieg zwischen den Karlisten und den Christinos (Anhängern der Regentin) wurde mit Erbitterung auf beiden Seiten geführt.
Aber die Feldherren der Regentin, Rodil, Mina und Valdes, waren nicht glücklich; der letztere wurde in den viertägigen Gefechten vom 21. bis von dem Basken Zumalacarreguy geschlagen und nach Logrono zurückgedrängt. Der Tod Zumalacarreguys vor Bilbao [* 26] gab der Sache der Karlisten, die in diesem ihren tüchtigsten Feldherrn verloren, eine nachteilige Wendung. Doch errang der im Juli 1835 neu ernannte Oberbefehlshaber der Christinos, General Cordova (s. d.), durch ein engl. Soldheer von 10000 Mann unter General Evans verstärkt, trotz seines Sieges bei Mendigorria 15. Juli, keine großen Erfolge. Als in Barcelona [* 27] und in andern Städten Cataloniens und Aragoniens Junten errichtet wurden, welche die Konstitution von 1812 ¶