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Spanien (Fischerei. Be

Bild 65.88: Spanien (Fischerei. Bergbau)
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Spanien (Fischerei. Bergbau)


Fortsetzung: Spanien, (span. España), Königreich in Südwesteuropa, auf der Pyrenäischen Halbinsel, wird im
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vorzüglich Hühner [* 2] (in vielen Rassen) und Tauben [* 3] gezüchtet. In Estremadura und Andalusien wird auch die Truthühnerzucht im großen betrieben. Hühner und noch mehr Eier [* 4] gelangen in großer Menge zur Ausfuhr, besonders aus Galicien, wo Vigo fortwährend London [* 5] mit Eiern versorgt. Die Seidenzucht ist infolge der niedrigen Seidenpreise sehr zurückgegangen, indem an vielen Orten die Orangenkultur die Maulbeerbäume verdrängt hat. Am intensivsten wird sie noch bei Murcia [* 6] und Orihuela betrieben, welche 490.000 kg Cocons liefern, dann folgen Valencia, [* 7] Granada [* 8] und Almeria sowie die Sierra de Segura. Die Gesamternte berechnete man 1890 auf 957.000 kg Cocons oder 83000 kg Rohseide. Von geringerer Bedeutung ist die Bienenzucht, [* 9] bei der man sich noch der cylindrischen Stöcke aus schlechter Korkrinde bedient. Berühmt ist der helle Honig aus der Alcarria der Mancha.

Fischerei (künstliche

Bild 6.306: Fischerei (künstliche Fischzucht: Gewinnung und Befruchtung der Eier)
* 10 Fischerei.

Viel größere Bedeutung als die Jagd hat die Fischerei. [* 10] Sie beschäftigte an den Küsten 1883 im ganzen 66 219 Fischer mit 15 735 Booten und lieferte 67,6 Mill. kg Seefische im Werte von 36,4 Mill. Pesetas. Mehr als die Hälfte der Mannschaft, Boote und Erträge kam auf die galicisch-cantabrische Küste und ein Siebentel der Erträge auf die Sardinenfischerei, die auch an der Küste der Provinz Huelva umfangreich betrieben wird. Langostas oder Heuschreckenkrebse (Palinurus vulgaris L.) werden an der span. Nordwestküste zwischen Gijon und Coruña in den vier Monaten April bis Juni jährlich gegen 200.000 Stück gefangen. Die Flüsse [* 11] sind arm an Fischen, mit Ausnahme der klaren Gebirgsbäche des Nordens, die Forellen nähren.

Der Bergbau [* 12] des Königreichs hat neben der Landwirtschaft die größte Bedeutung. S. ist das an Erzen und andern wertvollen Mineralien [* 13] reichste Land Europas. Die Entdeckung und Ausbeutung der reichen Gold- und Silberminen Amerikas ließ jedoch die Mehrzahl der span. Bergwerke in Verfall geraten. Erst nach dem Verlust der Kolonien begann man dem einheimischen Metallreichtum wieder Aufmerksamkeit zu widmen. Die Entdeckung eines überaus reichen Silbererzganges in der Sierra Almagrera (Provinz Almeria) erweckte die Spekulation und rief einen Minenschwindel hervor, der beispiellos in der Geschichte dasteht.

Madreporenplatte - Mad

Bild 11.50: Madreporenplatte - Madrid
* 14 Madrid.

Durch das Gesetz vom 6. Juli 1859 ist S. nebst den Balearen und Canarien in 17 Minendistrikte eingeteilt, die der Aufsicht der königl. Bergingenieure und diese wieder der Generaldirektion der Bergwerke (1825 errichtet) zu Madrid [* 14] unterstehen. Seit diesen Einrichtungen hat der Bergbau einen sehr bedeutenden Aufschwung genommen, der indes mehr fremdem Geld und Unternehmungsgeist als der eigenen Intelligenz und Energie zu danken ist. Zu den Staatswerken kommen, mit Ausnahme der baskischen, sämtliche Salzbergwerke und Salinen, da Salz [* 15] zu den Regalien gehört.

Cordite - Cordoba (in

Bild 54.511: Cordite - Cordoba (in Spanien) [unkorrigiert]
* 19 Cordoba.

Die meisten der sehr zahlreichen Privatbergwerke sind Eigentum von Aktiengesellschaften, an welchen auch viele Ausländer, Engländer, Franzosen, Belgier und Deutsche, [* 16] teilnehmen. S. ist reich an Eisen-, Kupfer-, Blei-, Zink-, Antimon-, Silber- und Quecksilbererzen, die mit Ausnahme der zwei letztern und der Bleierze meist erst im Ausland verhüttet werden, so daß z. B. Eisen [* 17] in ansehnlicher Menge aus England eingeführt wird. Auch ist der Bergbau auf seine meisten Steinkohlenlager noch wenig entwickelt und deckt nicht den Bedarf. Es hat ferner einen großen Überfluß an Braunkohlen, Stein- und Seesalz, Gips, [* 18] Phosphorit, Schwefel, Marmor und Bausteinen vielerlei Art. Den größten Reichtum an Steinkohlen weist Asturien auf, mit dem Becken des Nalon und seines linken Nebenflusses Aller, südöstlich von Oviedo, wo Tudela, Langreo, Mieres und andere Grubenorte liegen. Das Kohlenbecken von Belmez und Espiel (s. d.) liegt 50-70 km nordwestlich von Cordoba. [* 19] Bemerkenswert sind ferner die Flöze von Cervera de Pisuerga im N. der Provinz Palencia, bei Sabero (Distrikt Riaño) an der Esla im NO. von Leon, bei Corella am Rio [* 20] Alhama in Navarra, bei Ager im Gebiet der Noguera Pallaresa zwischen Balaguer und Tremp in Lerida, in Gerona, Burgos.

Das Kohlengebiet von Asturien ist zugleich eisenreich, ebenso Santander und Biscaya. Hier liegen die mächtigen Lager [* 21] von Spateisenstein, der teils in Rot- und Brauneisenstein umgewandelt ist, im Kalkstein der Kreideformation [* 22] auf beiden Seiten der Ria de Bilbao. [* 23] Die leichte Gewinnung durch Tagebau und Verschiffung von der Ria aus sind Vorteile, welche die Besitzer Krupp, Engländer und Franzosen verwerten. Auch Guipuzcoa, Alava, Navarra, Malaga [* 24] und viele andere Provinzen besitzen Eisensteinlager.

Die bleireichste Provinz ist Jaen mit dem berühmten Grubengebiet von Linares und La Carolina, blei- und eisenreich ist ferner das Gebiet bei La Union zwischen Cartagena und Mar Menor sowie die mehr westl. Teile von Murcia (s. Mazarron), insbesondere die Sierra Almagrera, ferner die Sierra de Gador in Almeria. Der hier gewonnene Bleiglanz liefert auch das meiste span. Silber, viel mehr als die Silbergruben von Hiendelaëncina in Guadalajara und von Farena in Tarragona.

Gurnigelbad - Gürtel [

Bild 58.571: Gurnigelbad - Gürtel [unkorrigiert]
* 25 Gürtel.

Das berühmteste und einflußreichste Minengebiet besitzt jedoch die Provinz Huelva in einem Gürtel, [* 25] der sie 110 km lang von O. nach W. mitten durchzieht, vom Quellgebiet des Rio Tinto bis zum Guadiana hin, mit den berühmten Minas de Rio Tinto (s. d.), Buitron, Zarza, Calañas, Tharsis, Sta. Catalina und San Domingos, letztere schon in Portugal. [* 26] Die Kupfererze, meist kupferhaltiger Schwefelkies, liegen im Kulmschiefer nur 34-40 m tief und bilden ungeheure Lager. Verschiffung über Huelva.

Die Provinz hat auch viel Braunsteine sowie Bleierze. Die Quecksilberminen von Almaden (s. d.) sind noch immer die reichsten der Welt. Zinkerze (Blende, Galmei, Zinkblüte) findet man vornehmlich in der Provinz Santander (bei Puenteviesgo, Valle de Camaleño, Potes, Torrelavega und westlich der Stadt Santander) und in Teruel. Sie werden teils im Lande verhüttet, teils ausgeführt. Zinn wird wenig und fast nur in Pontevedra, Zamora, Salamanca gefunden, Gold [* 27] nur wenig in einigen Flüssen, vornehmlich im Sil in Leon und Orense.



Spanien (Industrie. Ha

Bild 65.89: Spanien (Industrie. Handel und Verkehr)
* 30 Seite 65.89.

Die berühmtesten Steinsalzlager befinden sich zu Cardona in Barcelona [* 28] und zu Minglanilla in Cuenca. Hauptversandplätze von Seesalz sind Cadiz [* 29] (Islade Leon), Torrevieja (Alicante) und die Insel Ibiza. Schwefelminen findet man in Teruel, bei Lorca in Murcia, in Albacete und Almeria, Gips und namentlich Marmor an vielen Orten; prächtiger Serpentin kam früher in Platten aus dem Barranco de San Juan am Fuße der Veleta (Granada). 1864 zählte man 1842 Minenkonzessionen, 1882 deren 17 346. Seitdem ist die Zahl noch ansehnlich gestiegen. Die Förderung der Bergwerksprodukte war 1895: Eisensteine in 336 Gruben 5 575 192 t, Bleierze 801 Gruben 305 628 t, Silbererz 4 Gruben 16 290 t, Kupfererz 373 Gruben ¶

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2 701 661 t, Zinkerz 52 Gruben 54 109 t, Quecksilbererz (Zinnober) [* 31] 23 Gruben 33 792 t, Antimon 5 Gruben 44 t, Manganerz (Braunstein) 10 Gruben 10 162 t, Steinsalz 59 Gruben 326 320 t, Phosphorit 3 Gruben 1040 t, Schwefel 7 Gruben 8481 t, Steinkohlen 634 Gruben 1 739 075 t, Braunkohlen 56 Gruben 44 708 t, dazu verschiedene andere Betriebe. Die Gesamtzahl der betriebenen Bergwerke war nach diesen, freilich nicht ganz zuverlässigen offiziellen Angaben 2400, der Arbeiter (einschließlich Frauen und Kindern) 62 858, des Wertes der geförderten Grubenprodukte 97 814 367 M.

Weberei

Bild 16.452a: Weberei
* 34 Weberei.

In der Industrie hat S. erst nach der Mitte des 19. Jahrh. wesentliche Fortschritte gemacht, wie die steigende Einfuhr von Maschinen, roher Baumwolle [* 32] und Steinkohlen und die stetige Ausdehnung [* 33] des Eisenbahnnetzes beweisen. In den bask. Provinzen bestand schon längst ein überaus reger Industriebetrieb. Später entwickelte sich derselbe auch in Catalonien, in Valencia, Murcia, Galicien und Asturien. Doch genügt die Produktion noch nicht den Bedürfnissen. Abgesehen von dem Berg- und Hüttenwesen sind die Hauptzweige Weberei, [* 34] Mehl- und Ölbereitung, Metallwaren-, besonders Eisenfabrikation, Papier- und Lederfabrikation. In Catalonien hat die Baumwollindustrie ihren Hauptsitz.

Doch blüht daselbst auch die Leinen- und Hanfverarbeitung, die Seidenweberei, die Tuch-, Papier- und Korkstöpselfabrikation, die Gerberei, Seifensiederei, Glas-, Steingut- und Vitriolfabrikation. Die bask. Industrie, nächst der catalonischen die größte, fabriziert hauptsächlich Eisenwaren aller Art, Kurzwaren, Papier, Tapeten, Seilerwaren, Leder und Lederwaren, Leinen- und Wollgewebe, Seife, Lichte, Glas, [* 35] Porzellan u. s. w. Der wichtigste Industriezweig in Valencia war früher die Verarbeitung der Rohseide.

Sevilla [unkorrigiert]

Bild 64.895: Sevilla [unkorrigiert]
* 36 Sevilla.

Doch ist diese in neuerer Zeit durch die Raupenkrankheit und durch die Einführung der Orangenkultur an Stelle der Maulbeerbäume beeinträchtigt worden. Die Industrie von Murcia und Almeria besteht hauptsächlich in Erzschmelzerei, Soda- und Alaunfabrikation, Espartostechterei. Die wichtigsten industriellen Etablissements in Andalusien sind die großartigen Dampfeisengießereien, die Baumwoll-, Leinwand-, Zündhölzchen- und Chemikalienfabriken in Malaga, 17 Zuckerfabriken (Malaga), die Eisenschmelzwerke am Rio Verde, die Staatseisengießerei und Gewehrfabrik, die Maschinenfabriken, die Porzellan-, Baumwoll-, Leinen-, Woll- und Seidenfabrikation in Sevilla. [* 36]

Die Industrie von Galicien und Asturien besteht hauptsächlich in der Fabrikation von Guß- und Schmiedeeisen, Stahl, Glas, Seife, Stearin, Schokolade, Mehl, [* 37] Leinen- und Baumwollgeweben. Sehr bedeutend sind die metallurgischen Etablissements im Distrikt Oviedo, berühmt besonders die große Kanonengießerei in Trubia. Über die genannten und viele andere Landesteile ist die Wollmanufaktur verbreitet. Fabrikation und Verkauf des Tabaks ist Monopol der Regierung, die 10 Fabriken (Sevilla, Madrid, Alicante, Alcoy, Cadiz, Valencia, La Coruña, Gijon, Oviedo, Santander) unterhält. Die Fabrik von Sevilla ist die größte und die einzige, die Schnupftabak herstellt.

Handel und Verkehr. Für den Handel ist S. durch seine geogr. Lage außerordentlich begünstigt, insbesondere für den Welthandel. Auch hatte S. wirklich unter Philipp II., nach der Eroberung Portugals, den Welthandel und die Beherrschung der Meere in Händen. Selbst später, nachdem diese Rolle auf England übergegangen, blieb der span. Handel noch geraume Zeit einer der großartigsten der Erde. Die Ursachen, welche ihn in Verfall brachten, waren die äußern und innern Kriege, der Abfall der amerik.

Kolonien, besonders aber die Vernachlässigung der natürlichen Hilfsquellen des Landes vor dem Abfall der Kolonien und das engherzige Prohibitivsystem während der Herrschaft des Absolutismus. Einen großen Aufschwung nahm das Land unter Karl III., sank aber bald wieder in die alte Mißwirtschaft zurück. Erst unter der konstitutionellen Regierung wandte das Land seinen natürlichen Schätzen wieder Aufmerksamkeit zu. Seitdem hat sich auch der Handel gehoben. An der Stelle des frühern Prohibitivsystems wurde 1849 ein milderes Schutzzollsystem eingeführt. Freilich ist die Beschränkung durch den Tarif immer noch stark, weshalb denn auch die Schmuggelei in großer Ausdehnung betrieben wird. Die Gesamteinfuhr (mit Edelmetallen) betrug 1889: 866, 1891: 873, 1892: 751, 1893: 684, 1894: 753, 1895: 769 Mill. Pesetas; die Ausfuhr 896, 803, 663, 626, 673 und 805 Mill. Pesetas.

Warenverkehr (ohne Edelmetalle) nach den Hauptwarengruppen 1895 (in Millionen Pesetas):

Warengruppen Einfuhr Ausfuhr
Mi­neralien, Glas- und Thonwaren 68,0 85,1
Metalle und Metallwaren 20,5 120,9
Pharmaceu­tische und chem. Produkte 58,3 21,1
Baumwolle und Banmwollwaren 97,8 42,6
Andere vegetabile Gewebe u. Waren daraus 30,9 3,9
Wolle und Wollwaren 30,4 18,1
Seide und Seidenwaren 22,4 4,9
Papier und Papierwaren 9,7 11,3
Holz, Kork und Waren daraus 45,5 29,0
Tiere und tie­rische Erzeug­nisse 64,7 53,3
Maschi­nen, Wa­gen, Schiffe 31,5 0,5
Nah­rungs­mittel 131,4 268,1
Verschiedenes 7,3 2,2
Besondere Einfuhrwaren, wie Ei­senbahn- und landwirt­schaft­liches Material, Tabak u. s. w. 68,3 -
Zusam­men 686,7 661,0

Die Beteiligung der Hauptverkehrsländer 1895 (Wert in Millionen Pesetas):

Verkehrs­länder Einfuhr Ausfuhr
Frank­reich 235,5 238,2
Eng­land 160,2 205,7
Cuba und Portoriko 67,4 180,7
Vereinigte Staa­ten von Amerika 85,0 12,8
Portu­gal 40,2 43,4
Belgien 26,8 23,1
Deutsch­land 34,3 6,5
Ruß­land 31,6 -

Die Ausfuhr von Wein, des wichtigsten Artikels, betrug 1891: 310, 1892: 143, 1893: 110, 1891: 81, 1895: 100 Mill. Pesetas, wovon 63 Proz. nach Frankreich und 12,5 Proz. nach England gingen.

Häfen hat S. nicht weniger als 81, nämlich 56 an der atlantischen und 25 an der Mittelmeerküste; unter den erstern sind die wichtigsten San Sebastian, Bilbao, Santander, Gijon, Ferrol, La Coruña, Vigo, Huelva, Sevilla und Cadiz; Mittelmeerhäfen von größerer Bedeutung sind: Barcelona, Tarragona, Burriana, Grao (Valencia), Gandia, Denia, Alicante, Torrevieja, Cartagena, Mazarron, Almeria, Malaga, und auf den Balearen: Palma, Mahon und Ibiza. Der Binnenhandel hat seinen ¶

Fortsetzung Spanien:
→ weiter zu Seite 65.90 || Mittelpunkt in Madrid; nächstdem sind für denselben bedeutend Valladolid, Palencia, Burgos,
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 86 [Suche = 65.88] im Internet seit 2005; Text geprüft am 25.3.2012; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0088

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Spanien:

Spanien und Portugal. Spanien und Portugal.

1) Senatoren vermöge eigenen Rechts

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