Prevali,
Dorf in Kärnten, s. Prävali. ^[= slowen. Prevalje, Dorf im Gerichtsbezirk Bleiburg der österr. Bezirkshauptmannschaft ...]
Prevali - Prévôtalgeri
Dorf in Kärnten, s. Prävali. ^[= slowen. Prevalje, Dorf im Gerichtsbezirk Bleiburg der österr. Bezirkshauptmannschaft ...]
(spr. -sa), Hafen in Türkisch-Epirus am Ionischen Meer, Station der österr. Lloyddampfer, der griech. Grenze gegenüber, am engen Eingang des tiefen, für mittlere Kriegsschiffe zugänglichen Golfs von Arta, auf einer Halbinsel und gegenüber dem Vorgebirge Actium, hat alte Mauern, einen sichern Hafen, dessen Zugang aber durch eine Sandbank erschwert wird, 7000 E. albanes. und griech. Stammes, Ölpressen, Schiffahrt und lebhaften Handel. Auf der Landseite befinden sich Olivenpflanzungen. In der Nähe die Ruinen des aus Anlaß des Sieges von Actium (s. d.) erbauten Nikopolis.
Weiler im Oberamt Marbach des württemb. Neckarkreises, zur Gemeinde Gronau gehörig, hat (1890) 387 E., evang. Kirche (im Bau), Methodistenbethaus, bedeutenden Holz- und Kohlenhandel. Prevorst ist der Geburtsort einer durch Justinus Kerner (s. d.) bekannt gewordenen Nervenkranken, der sog. Seherin von Prevorst. Diese Kranke, Namens Friederike Hauffe, wurde 1801 als Tochter des Revierförsters Wanner geboren und zeigte schon früh krankhafte Reizbarkeit und Neigung zum Wunderbaren.
Magnetismus (Influenz,
* 2 Magnetismus.Sie verheiratete sich 1819 mit dem Förster Hauffe und zog mit ihm nach Kürnbach an der bad. Grenze, wo sie in ein anhaltendes heftiges Fieber mit gespenstischen Phantasmagorien verfiel. Es trat endlich völlige Nervenzerrüttung ein. Der als Arzt herbeigerufene Kerner riet, die Kranke aus ihrem magnetischen Zustande «hinauszuführen» und mit den gewöhnlichen ärztlichen Mitteln zu behandeln. Doch sie verschlimmerte sich zusehends, und nachdem die Kranke im Febr. 1826 nach Weinsberg gebracht worden war, griff Kerner zu dem Magnetismus [* 2] und brachte sie in den Zustand des Somnambulismus. Den Verlauf dieser Behandlung erzählt Kerner in der Schrift «Die Seherin von Prevorst» (2 Bde., 6. Aufl., Stuttg. 1892). Immer höher sich steigernde Ekstasen führten den Tod der Kranken herbei. –
Vgl. auch Eschenmayer, Mysterien des innern Lebens, erläutert aus der Geschichte der Seherin von Prevorst (Tüb. 1830) und Das verschleierte Bild zu Sais (Lpz. 1830).
(spr. prewoh), Eugène Marcel, franz. Romanschriftsteller, geb. zu Paris, [* 3] wurde auf der Polytechnischen Schule zum Ingenieur der Staats-(Tabaks-) Manufakturen ausgebildet, gab aber sehr bald seine Stellung auf, um sich ausschließlich der Belletristik zu widmen, da seine Erstlingswerke «Le [* 4] scorpion» (1887) und «Chonchette» (1888) von der Kritik und dem Publikum günstig aufgenommen wurden. Prévost ist einer der meistbesprochenen Romanschriftsteller unter den «Jungen».
Für ihn, der sich als der Erfinder einer neuen Gattung, des «Roman romanesque» ausgiebt, ist das Weib ein zügelloses, sittenloses Wesen, das dem Manne gegenüber meist die Rolle des Verführers spielt und in seinen Opfern alle edlern Regungen tötet. Auf oben genannten Romane folgten «Mademoiselle Jaufre» (1889),
«Cousine Laura» (1890),
«La confession d’un amant» (1891),
«Lettres de femmes» (1892),
«Nouvelles lettres de femmes» (1893) und «Les demi-vierges» (1893), sein gelesenstes Buch, welches trotz der Übertreibungen gelungene Schilderungen aus der Pariser Welt und Halbwelt enthält. –
Vgl. Pellissier, Essais de littérature contemporaine (Par. 1893).
Orden
* 5 Orden.d’Exiles (spr. prewoh dexihl), Ant. François, franz. Schriftsteller, geb. zu Hesdin in Artois, war anfangs Jesuit, darauf Soldat und führte nach kurzer Rückkehr in den Orden von [* 5] neuem ein abenteuerliches Soldatenleben, trat dann in den Orden der Benediktiner von St. Maur. Später lebte er in Holland und England und wurde 1735 Almosenier und Sekretär [* 6] des Prinzen Conti. Er starb bei Chantilly. Prévost d’E. hat vornehmlich dazu beigetragen, die moralisch empfindsame bürgerliche Litteratur Englands in Frankreich Einfluß gewinnen zu lassen. So gründete er, nachdem er in Holland die «Mémoires d’un homme de qualité» (4 Bde., 1728 u. ö.) herausgegeben hatte, nach dem Vorbild des engl. «Spectator» die Zeitschrift «Le Pour et le Contre» (20 Bde., 1733‒40) und übersetzte Richardsons «Pamela» (1742) und «Clarissa Harlowe» (1751). Er selbst verfaßte abenteuerreiche, in der Hast des Erwerbs geschriebene Romane, wie «Le Doyen de Killérine» (6 Bde., 1732 - 35 u. ö.),
«Histoire de M. Cleveland, fils naturel de Cromwell» (4 Bde., 1732 u. ö.),
«Histoire de Marguerite d’Anjou» (2 Bde., 1741),
unter denen die mit fein empfindendem Realismus geschriebene Geschichte eines Leichtsinnigen: «Histoire du chevalier des Grieux et de Manon Lescaut» (2 Bde., Par. 1728 u. ö.; beste Ausg., von Montaiglon, ebd. 1875; deutsch von Bülow, Lpz. 1842),
allein zu dem dauernden Ruf einer der hervorragendsten Schöpfungen der franz. Romanlitteratur gelangt ist. Außerdem gab Prévost d’E. eine «Histoire des voyages» (25 Bde., 1747‒80) heraus; auch übersetzte er Humes «Englische [* 7] Geschichte» (1760). Eine Auswahl seiner Werke erschien in Paris 1783 und 1810‒16 u. d. T. «Œuvres choisies». –
Vgl. Harrisse, Bibliographie de Manon Lescaut (2. Aufl., Par. 1877).
Blatt (Blattstellung)
* 8 Blatt.(spr. prewoh), Lucien Anatole, franz. Politiker und Schriftsteller, geb. zu Paris, studierte an der Normalschule und erhielt eine Professur für die franz. Litteratur an der Akademie zu Aix, kehrte jedoch schon 1856 nach Paris zurück und bekämpfte im «Courrier du Dimanche» heftig das Napoleonische Regime, weshalb das Blatt [* 8] unterdrückt wurde. Prévost-Paradol war dann ständiger Mitarbeiter am «Journal des Débats» und wurde 1865 Mitglied der Französischen Akademie.
Kurz vor Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 nahm Prévost-Paradol die Stellung eines Gesandten in Washington [* 9] an und endigte sein Leben durch Selbstmord. P.s bedeutendste Schriften sind: «Du rôle de la famille dans l’éducation» (1857),
«De la liberté des cultes en France» (1858),
«Quelques pages d’histoire contemporaine» (4 Bde., 1862),
«Études sur les moralistes français» (1864 u. ö.),
«Essai de politique et de littérature» (3 Bde., 1859‒63),
«La France nouvelle» (1868 u. ö.) und seine Broschüre: «Les anciens partis» (1860).
(frz., spr. prewoh; vom lat. praepositus, Vorgesetzter), Profoß, Propst, ehedem in Frankreich Bezeichnung verschiedener hohen Beamten.
Der Prévôt de Paris war eigentlich der Präsident des Stadt- und Landgerichts der Vicegrafschaft Paris und als solcher auch Kreishauptmann der Ritterschaft und Schirmvogt der Universität.
Der Prévôt des marchands war das Haupt der Kaufmannskorporation und zugleich erster Municipalbeamter von Paris;
er versah im ganzen die Funktionen des heutigen Maire.
Über die Prévôt des maréchaux s. Prévôtalgerichte.
Prévôtalhöfe (Cours prévôtales), in Frankreich früher Specialgerichte, ^[= s. Ausnahmegerichte.] ¶