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Antimonblei - Antimonl

Bild 51.697: Antimonblei - Antimonlegierungen
Seite 51.697.
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Überblick der Artikel
14 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Antimonbleis. Hartblei. / 3
Antimonblendes. Rotspießglanzerz. / 3
Antimonblüteoder Weißspießglanzerz, Valentinit, ein dem rhombischen System angehöriges, prismatisch oder / 188
Antimonbutters. Antimonchlorür. / 3
AntimonchloridFünffach-Chlorantimon, SbCl5, wird beim Einleiten von Chlor in Antimonchlorür als rauchende, / 33
AntimonchlorürDreifach-Chlorantimon, Antimonbutter (Butyrum Antimonii), SbCl3, wird am zweckmäßigsten dargestell / 163
Antimongelbeine in der Ölmalerei angewendete schön gelbe Farbe, die aus einer Mischung von Bleiantimoniat / 62
Antimonglanzs. Antimonit. / 3
Antimoniatedie Salze der Antimonsäure (s. d.). / 6
Antimonige Säures. Antimonoxyd. / 4
AntimonitAntimonglanz, Grauspießglanzerz, Stibnit, ein in rhombischen Prismen mit brachypinakoidaler / 214
Antimonitedie Salze der antimonigen Säure, s. Antimonoxyd. / 8
Antimoniums. Antimon. / 3
AntimonlegierungenAntimon vereinigt sich beim Zusammenschmelzen mit fast allen Metallen, selbst mit den Metallen / 87

Seite 51.697

Antimonblei - Antimonlegierungen


Fortsetzung: Antimon, oder Spießglanz (lat. Regulus Antimonii und Stibium; chem. Zeichen = Sb; Atomgewicht =
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Antimonlegierungen) und als drastisches Heilmittel in Form mehrerer Verbindungen (s. Brechweinstein).

Explosives oder amorphes Antimon wird bei der elektrolytischen Zersetzung einer salzsauren Lösung von Antimonchlorür erhalten, wenn man in diese als positiven Pol eine Antimonstange und als negativen Pol mehrere Kupferdrähte eintaucht. Es lagert sich als silberglänzende Platte auf dem negativen Pol ab, die beim Ritzen mit einem harten Körper oder beim Schlagen unter Detonation und Wärmeentwicklung zerspringt. Es unterscheidet sich vom gewöhnlichen Antimon dadurch, daß es kein Amalgam mit Quecksilber bildet.

In den Antimonverbindungen fungiert das Antimon drei- oder fünfwertig. (S. Antimonchlorid, Antimonchlorür, Antimonoxyd, Antinmonsäure, Antimonsulfid, Antimonsulfür, Antimonwasserstoff.)

Antimonblei,

s. Hartblei.

Antimonblende,

s. Rotspießglanzerz.

Antimonblüte

oder Weißspießglanzerz, Valentinit, ein dem rhombischen System angehöriges, prismatisch oder tafelartig ausgebildetes Mineral, das in einzeln aufgewachsenen Krystallen oder in fächerähnlichen, garbenförmigen und büschelförmigen Gruppen erscheint, von weißer, gelblicher und graulicher Farbe, der Härte 2,5 bis 3, dem spec. Gewicht 5,6. Die nach dem perlmutterglänzenden Brachypinakoid vollkommen spaltbaren Krystalle sind milde und leicht zersprengbar, halbdurchsichtig bis durchscheinend.

Freiberg (in Sachsen)

Bild 6.636: Freiberg (in Sachsen)
* 2 Freiberg.

Chemisch ist die Antimonblüte im reinsten Zustande Antimonoxyd oder Antimonigsäure-Anhydrid, Sb2O3 , mit 83,32 Proz. Antimon und 16,08 Sauerstoff, so daß diese Substanz, die in dem Senarmontit (s. d.) regulär krystallisiert, dimorph ist. Die Antimonblüte wird in der Hitze gelb und schmilzt sehr leicht zu einer weißen Masse, kann im Kolben vollständig sublimiert werden; auf Kohle liefert sie einen starken Beschlag und im Reduktionsfeuer metallisches Antimon; in Salzsäure ist sie leicht löslich, wobei die Lösung mit Wasser ein weißes Präcipitat giebt. Das Mineral findet sich, namentlich in den obern Teufen der Gänge, zu Bräunsdorf bei Freiberg, [* 2] Wolfsberg am Harz, Horhausen in Rheinpreußen, Pribram in Böhmen, [* 3] Allemont im Dauphiné, Pernek bei Bösing und Felsö-Bánya in Ungarn, [* 4] Sansa in Algier (hier faserig); man kennt es auch als Pseudomorphose nach Antimon, Antimonglanz und Antimonblende.

Antimonbutter,

s. Antimonchlorür. ^[= Dreifach-Chlorantimon (Butyrum Antimonii), SbCl3, wird am zweckmäßigsten dargestell ...]

Antimonchlorid,

Fünffach-Chlorantimon, SbCl5 , wird beim Einleiten von Chlor in Antimonchlorür als rauchende, flüchtige Flüssigkeit erhalten, die bei der Destillation [* 5] in Antimonchlorür und freies Chlor zerfällt und beim Mischen mit Wasser Metantimonsäure giebt.

Antimonchlorür,

Dreifach-Chlorantimon, Antimonbutter (Butyrum Antimonii), SbCl3 , wird am zweckmäßigsten dargestellt, indem man Antimon im Chlorstrome destilliert. Das als Nebenprodukt entstehende Antimonchlorid wird durch Behandeln mit Antimonpulver in Antimonchlorür übergeführt, welches schließlich durch Destillation gereinigt wird. Aus Schwefelantimon gewinnt man das Antimonchlorür, indem man dasselbe in einer Retorte mit Salzsäure kocht, wobei es unter Entweichen von Schwefelwasserstoff gelöst wird; nach erfolgter Lösung destilliert man das Wasser und die überschüssige Salzsäure ab und wechselt die Vorlage, sobald ein Tropfen des Destillats beim Erkalten erstarrt.

Der alsdann übergehende Teil bildet nach dem Erkalten eine weiche weiße krystallinische, bei 73° C. schmelzende und bei 223° siedende Masse. Eine Lösung dieser Verbindung in Salzsäure ist der Liquor Stibii chlorati der Deutschen Pharmakopöe, eine ölige Flüssigkeit von 1,34 bis 1,36 spec. Gewichte. Antimonchlorür zersetzt sich mit Wasser unter Ausscheidung eines weißen Niederschlags, der ein Oxychlorür von nicht konstanter Zusammensetzung ist. Dieses Präparat war früher als Algarothpulver offizinell, jetzt bildet es den Ausgangspunkt zur Darstellung des Antimonoxyds. (S. Bronziersalz.)

Antimongelb,

Bleigewinnung

Bild 3.12a: Bleigewinnung
* 6 Blei.

eine in der Ölmalerei angewendete schön gelbe Farbe, die aus einer Mischung von Bleiantimoniat und den Oxychloriden von Blei [* 6] und Wismut besteht.

Die Farbe erhält man, indem man 240 Teile Schwefelantimon, 30 Teile Wismut und 640 Teile Kalisalpeter so lange schmilzt, als noch rote Dämpfe entweichen, und den mit Wasser ausgewaschenen Rückstand mit 8 Teilen Salmiak und 128 Teilen Bleiglätte verreibt.

Antimonglanz,

s. Antimonit. ^[= Grauspießglanzerz, Stibnit, ein in rhombischen Prismen mit brachypinakoidaler ...]

Antimoniate,

die Salze der Antimonsäure (s. d.). ^[= Das Anhydrid, Sb2O5, entsteht beim Erhitzen von Antimonsäurehydraten auf 300° als hellgelbes, ...]

Antimonige

Säure, s. Antimonoxyd. ^[= Antimontrioxyd, antimonige Säure, Sb2O3, das Anhydrid der antimonigen Säure, des Antimonylhydrats, ...]

Antimonit,

Antimonglanz, Grauspießglanzerz, Stibnit, ein in rhombischen Prismen mit brachypinakoidaler Abstumpfung und meist pyramidal entwickelten Enden krystallisierendes Mineral, mit oft sehr reichhaltigen Kombinationen, chemisch das Antimontrisulfid, Sb2S3 , darstellend, welches aus 71,38 Proz. Antimon und 28,62 Proz. Schwefel besteht. Das Mineral ist rein bleigrau, oft schwärzlich oder bunt angelaufen, stark glänzend auf den höchst vollkommenen brachypinakoidalen Spaltungsflächen, von der geringen Härte 2, dem spec.

Lötrohranalyse - Lotse

Bild 61.311: Lötrohranalyse - Lotsen
* 7 Lötrohr.

Gewicht 4,6 bis 4,7. Die Krystalle erscheinen vielfach büschelförmig gruppiert, auch in faserigen Aggregaten, die einzelnen oftmals deformiert, quer eingekerbt, gekrümmt, selbst zu einem vollständigen Ringe gebogen. Der Antimonit schmilzt vor dem Lötrohr [* 7] sehr leicht, tropft wie Siegellack ab, färbt die Flamme [* 8] grünlich, verflüchtigt sich und giebt auf Kohle einen weißen Beschlag; erhitzte Salzsäure löst ihn vollkommen, Salpetersäure zersetzt ihn unter Abscheidung von Antimonoxyd. Er findet sich auf Gängen u. a. zu Mobendorf bei Freiberg, Neudorf am Harz, auf der Casparizeche bei Arnsberg, [* 9] zu Pribram in Böhmen, Peretta in Toscana, Kremnitz, Schemnitz und namentlich Felsö-Bánya in Ungarn. Alle diese Fundorte werden aber übertroffen durch den 1883 gemachten Fund von Ichinokawa bei Saijo auf der Insel Sikoku in Südjapan, wo prachtvolle, über fußlange und reich am Ende ausgebildete Krystalle, frisch von dem Glänze eines blanken Rasiermessers, erscheinen. Der Antimonit ist fast das einzige Mineral, aus welchem das Antimon im großen dargestellt wird.

Antimonite,

die Salze der antimonigen Säure, s. Antimonoxyd. ^[= Antimontrioxyd, antimonige Säure, Sb2O3, das Anhydrid der antimonigen Säure, des Antimonylhydrats, ...]

Antimonium,

s. Antimon. ^[= oder Spießglanz (lat. Regulus Antimonii und Stibium; chem. Zeichen = Sb; Atomgewicht = 120,3 ...]

Antimonlegierungen.



Antimonoxalat - Antimo

Bild 51.698: Antimonoxalat - Antimonsulfür
* 11 Seite 51.698.

Antimon vereinigt sich beim Zusammenschmelzen mit fast allen Metallen, selbst mit den Metallen der Alkalien. Im allgemeinen sind die Antimonlegierungen härter als die dem Antimon zugesetzten Metalle, bei hohem Antimongehalt werden sie spröde, meist von weißer Farbe. Die bekanntesten Antimonlegierungen sind: Hartblei und Letternmetall (Blei und Antimon), Britanniametall (Zinn und Antimon), Lagermetall (Kupfer, [* 10] Zinn und Antimon) u. a. Eine Legierung von 5 Teilen Antimon, 5 Teilen Nickel, 2 Teilen Wismut und 87,5 Teilen Zinn wird als ¶

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Ersatz des Neusilbers empfohlen. Antimonkalium wird zur Darstellung organischer Antimonverbindungen verwandt.

Ende Antimonlegierungen
→ weiter zu Seite 51.698: Antimonoxalat ⟹ Oxalsaures Antimonoxydkali, Kaliumantimonoxalat, ein aus Kalium, Antimon und Oxalsäure bestehendes
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band, Seite 695 [Suche = 51.697] im Internet seit 2005; Text geprüft am 24.1.2009; publiziert von Peter Hug; Abruf am 22.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//51_0697

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Siehe auch:

  • 1.641 Antimonblende
  • 1.641 Antimonblüte
  • 21.21 Antimonbutter
  • 1.641 Antimonchlorid
  • 1.642 Antimongelb
  • 1.642 Antimonglanz
  • 1.642 Antimonit
  • 1.642 Antimonium
  • 1.642 Antimonlegierungen

* 11 Bilder dazu:

  • 9Arnsberg
  • 6Blei
  • 3Böhmen
  • 5Destillation
  • 8Flamme
  • 2Freiberg
  • 10Kupfer
  • 7Lötrohr
  • 4Ungarn
  • 1_Seite 51.697
  • 11_Seite 51.698
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