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Ammanati - Ammenzeugun

Bild 51.535: Ammanati - Ammenzeugung
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9 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
AmmanatiBartolommeo, ital. Bildhauer und Baumeister, geb. 18. Juni 1511 zu Settignano bei Florenz, gest. / 116
Ammannsoviel als Obmann, Amtmann, ist in der Schweiz in mehrern Kantonen, besonders in Graubünden, / 57
Ammaussoviel wie Emmaus (s. d.). / 5
Amme# eine weibliche Person, welche ein fremdes Kind säugt (stillt). Es ist Pflicht jeder Mutter, / 452
Amme _2# in der Zoologie, s. Ammenzeugung. / 6
AmmeiPflanzengattung, s. Ammi. / 4
Ammeisterin Straßburg früher der Vorstand des Rates, ursprünglich Vertreter der Zünfte. / 12
AmmenhausenKonrad von, Lehrdichter, aus dem thurgauischen Weiler A., geb. um 1280, vollendete 1337 als / 45
Ammenzeugungein eigentümlicher Vorgang bei der Entwicklung niederer Tiere, der zuerst von Chamisso entdeckt, / 273

Seite 51.535

Ammanati - Ammenzeugung



Ammanati,

Bartolommeo, ital. Bildhauer und Baumeister, geb. 18. Juni 1511 zu Settignano bei Florenz, [* 2] gest. 22. April 1592 in Florenz, machte sich verdient durch die kunstvolle Arnobrücke, Sta. Trinità genannt, dann als Vollender des Palastes Pitti, dessen Hof [* 3] sein Werk ist, sowie durch andere Bauten, in welchen er eine derbe zum Barock neigende Hochrenaissance anwendete. Weniger glücklich war er als Bildhauer; sein kolossaler Neptun am Brunnen [* 4] des Platzes der Signoria zu Florenz ist mehr wuchtig als großartig. Dieser Fehler ist auch an den spätern Werken A.s (dem Hercules von Padua, [* 5] den Grabdenkmälern) sichtbar, doch blieb ihm eine große Sicherheit in der Körperbildung u. s. w. eigentümlich. Außer Florenz besitzen Pisa, [* 6] Padua, Venedig, [* 7] Rom und [* 8] Neapel [* 9] Werke von ihm.

Ammann,

Schweiz

Bild 14.746a: Schweiz
* 10 Schweiz.

soviel als Obmann, Amtmann, ist in der Schweiz [* 10] in mehrern Kantonen, besonders in Graubünden, die Bezeichnung für die Bezirks- und Gemeindevorsteher, welche jedoch mehr und mehr dem modernen Titel «Präsident» Platz macht.

Der Titel Landammann für Regierungspräsident ist noch in den Kantonen St. Gallen, Aargau, Glarus, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Zug, Solothurn [* 11] und Appenzell [* 12] gebräuchlich.

Ammaus,

soviel wie Emmaus (s. d.). ^[= # (Bilis, Fel), die von der Leber zubereitete Absonderungsflüssigkeit, welche durch einen besondern ...]

Amme,

eine weibliche Person, welche ein fremdes Kind säugt (stillt). Es ist Pflicht jeder Mutter, ihr Kind selbst zu stillen, und nur wirkliche Krankheit oder absolutes Unvermögen der Mutter rechtfertigt das Annehmen einer Amme, das allerdings der künstlichen Auffütterung bei weitem vorzuziehen ist. Die Wahl der Amme erheischt die größte Vorsicht und eine gründliche ärztliche Untersuchung, die sich auf den Gesundheitszustand im allgemeinen, auf die Entwicklung der Brustdrüse nebst Warze im besondern sowie auf Menge und Beschaffenheit der Milch zu erstrecken hat.

Diese Maßregel ist deshalb dringend zu empfehlen, weil die Amme einen Unkundigen leicht über ihre Fähigkeiten täuschen, andererseits mit Krankheiten (Skrofulose, Tuberkulose, Syphilis) behaftet sein kann, die für das Kind in hohem Grade gefährlich sind. Zu dieser Untersuchung sollte die Amme, wenn irgend möglich, ihr eigenes Kind mitbringen, weil der Arzt aus dessen körperlicher Beschaffenheit wichtige Schlüsse auf die Fähigkeit der Amme ziehen kann. Man wählt gern eine Amme, deren Entbindungstag der Geburt des ihr anzuvertrauenden Kindes um einige Wochen vorangeht; doch darf der Unterschied nicht zu groß sein, da die Milch sich im Laufe der Stillungsperiode dem gesteigerten Nährbedürfnisse des Kindes entsprechend ändert und so ihrem Nährwerte nach entweder nicht genügt oder zu gehaltreich und daher unverdaulich sein kann.

Nächst der Gesundheit verdient der Charakter der Amme ganz besondere Berücksichtigung. Eine leichtsinnige, böswillige, unordentliche Amme kann dem Säugling einerseits den größten materiellen Schaden bringen, andererseits aber auch, besonders in den spätern Monaten, seine innere Entwicklung durch Angewöhnung von Unarten schädigen. Dagegen ist die Meinung, daß der Säugling mit der Milch zugleich den Charakter der in sich aufnehme, durchaus unbegründet. Da eine Amme, die schon früher einmal geboren hat, sich auf das Stillungsgeschäft und auf die Kindespflege besser versteht als eine solche, die zum erstenmal Mutter geworden, so wählt man lieber erstere als letztere.

Eine Amme unter 20 und eine solche über 35 Jahre sind nicht zu empfehlen, erstere wegen ihrer Unerfahrenheit, letztere wegen der meist mangelhaften Beschaffenheit der Milch; bei eintretendem Monatsfluß ist es rätlich, die Amme zu wechseln oder das Kind zu entwöhnen. Den Amme, vorzüglich den an derbe Kost und thätiges Leben gewöhnten Landammen, welche man ihrer kräftigern Gesundheit wegen den Städterinnen mit Recht vorzieht, kann leicht eine schroffe Veränderung der Lebensweise schädlich werden.

Wetter (Wetterkarten u

Bild 16.570: Wetter (Wetterkarten und Wetterberichte)
* 13 Wetter.

Dazu kommt noch, besonders wenn sie nicht rücksichtsvoll behandelt werden, leicht eine Gemütsverstimmung infolge von Heimweh, Sorge um das eigene Kind u. dgl. Man gewöhne also die Amme langsam an die veränderte Kost und wähle für sie einfache, aber kräftige Speisen. Man weise ihr hinreichende, aber nicht schwere Beschäftigung zu und lasse sie auch bei rauhem Wetter [* 13] die frische Luft genießen. Man nehme ferner Anteil an ihren persönlichen Verhältnissen und behandle sie zwar streng, aber doch in milder Form. (Weiteres s. Säugling.)

Amme,

in der Zoologie, s. Ammenzeugung. ^[= ein eigentümlicher Vorgang bei der Entwicklung niederer Tiere, der zuerst von Chamisso entdeckt, ...]

Ammei,

Pflanzengattung, s. Ammi. ^[= L., Pflanzengattung aus der Familie der Umbelliferen (s. d.) mit nur wenigen Arten in ...]

Ammeister,

in Straßburg [* 14] früher der Vorstand des Rates, ursprünglich Vertreter der Zünfte.

Ammenhausen,

Konrad von, Lehrdichter, aus dem thurgauischen Weiler Ammenhausen, geb. um 1280, vollendete 1337 als Mönch und Leutpriester in dem hegauischen Städtchen Stein am Rhein sein «Schachzabelbuch» (s. Zabel), deutsche Bearbeitung des lat. allegorischen Schachbuches des Lombarden Jacobus de Cessolis (hg. von Vetter, Frauenf. 1891).

Ammenzeugung,

ein eigentümlicher Vorgang bei der Entwicklung niederer Tiere, der zuerst von Chamisso entdeckt, dann besonders durch die Untersuchungen Steenstrups und von Siebolds näher bekannt wurde. Bei der Ammenzeugung bringen ungeschlechtliche, von ihren geschlechtlichen Eltern als «Ammen» unterschiedene Individuen eine Nachkommenschaft hervor, welche sich entweder wieder zu Geschlechtstieren entwickelt, mithin ihren Großeltern gleich oder ähnlich wird, oder sich abermals als «Großamme» ungeschlechtlich fortpflanzt, so daß erst ihre Nachkommen wieder zu Geschlechtstieren werden, mithin die Urenkel den Urgroßeltern gleichen.

Knosos - Knospe

Bild 9.887: Knosos - Knospe
* 15 Knospen.

Dabei können die Ammen und Geschlechtstiere einander sehr ähnlich sein (Salpen) oder (Medusen, Saugwürmer) sehr voneinander abweichen. (S. Generationswechsel.) Man hat wohl auch die ungeschlechtlich sich fortpflanzenden Generationen von Gliedertieren (z. B. der Blattläuse) als Ammen bezeichnet, doch nennt man diese jetzt richtiger agame (durch Jungfernzeugung sich fortpflanzende) Weibchen und beschränkt den Begriff der Ammen auf die Tiere, die innere oder äußere Knospen, [* 15] aber keine Eier [* 16] erzeugen.



Ammer - Ammersee

Bild 51.536: Ammer - Ammersee
* 18 Seite 51.536.

Die Ammen können sehr verschieden organisiert sein; bald sind sie nur einfache, kontraktile Keimschläuchche, bald auch mit einem Darm [* 17] und innerm Keimstock versehen, bald, wie bei den Salpen, durchaus ebenso hoch organisiert wie die Geschlechtstiere selbst, die den Typus der Art darstellen. Ja, es können selbst bei den Ammen wieder verschiedene Generationsfolgen stattfinden, indem es Ammen giebt, die sich durch Teilung oder Sprossung als solche vervielfältigen, wahrscheinlich dann unter äußern Bedingungen, denen sich die Erzeugung der neuen Keime anpaßt. Um die Aufhellung dieser zum Teil noch dunkeln Vorgänge in der Entwicklungsgeschichte haben sich nach Steenstrup, der zuerst die einzelnen bekannten Thatsachen zu einem Bilde vereinigte, in ¶

mehr

neuerer Zeit Siebold, Gegenbaur, Leuckart, Filippi Moulinié, B. Carus, Vogt, Quatrefages u. a. Verdienste erworben, unter den ältern Forschern besonders Bojanus, Baer und Nitzsch.

Ende Ammenzeugung
→ weiter zu Seite 51.536: Ammer ⟹ (Emberizinae), eine aus gegen 60 Arten und 8 Gattungen bestehende Unterfamilie der Finken, Gruppe
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band, Seite 533 [Suche = 51.535] im Internet seit 2005; Text geprüft am 2.11.2008; publiziert von Peter Hug; Abruf am 22.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//51_0535

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* 18 Bilder dazu:

  • 12Appenzell
  • 4Brunnen
  • 17Darm
  • 16Eier
  • 2Florenz
  • 3Hof
  • 15Knospen
  • 9Neapel
  • 5Padua
  • 6Pisa
  • 8Rom
  • 10Schweiz
  • 11Solothurn
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  • 13Wetter
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