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Alexiusbrüder - Alfier

Bild 51.383: Alexiusbrüder - Alfieri
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Alexiusbrüders. Lollbarden. / 3
Alfaoder Halfa, soviel wie Esparto (s. d.). / 7
Alfanzfrüher Alafanz oder Alefanz (falsch oft von lat. fallacia, Betrug, oder ital. all' avanzo, / 51
Al-Fârâbis. Fârâbi. / 3
Alfaroalte Distriktshauptstadt im östl. Zipfel der span. Provinz Logroño, rechts vom Alhama, unweit / 33
Alfeld1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Hildesheim, hat 281,40 qkm und (1890) 22 204 (11 101 männl., / 123
Alfénide(spr.-nihd) oder Christofle-Metall, galvanisch versilbertes Neusilber, das etwa 2 Proz. Silber / 61
Alfieri# altes Patriciergeschlecht aus Asti; ihm entstammen außer dem Dichter Vittorio A. (s. d.) zwei / 280
Alfieri _2# Vittorio, Graf, ital. Dramatiker, geb. 17. Jan. 1749 zu Asti, Sohn von Graf Antonio A., verlor / 565

Seite 51.383

Alexiusbrüder - Alfieri


Fortsetzung: Alexius, der Heilige, Schutzheiliger einer im 15. Jahrh. entstandenen Kongregation von Brüdern (Alexianer
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zur Zeit des Papstes Innocenz I. (402-417), verließ nach der Trauung die geliebte Braut und zog in freiwilliger Armut durch die Welt. Als er unerkannt unter der Treppe [* 2] des väterlichen Palastes starb, läuteten der Sage nach von selbst alle Glocken Roms. Sein Leichnam bewirkte alsbald die wunderbarsten Heilungen. Über seinem Grabe auf dem Aventinischen Berge zu Rom, [* 3] das 1216 aufgefunden ward, steht jetzt eine Kirche seines Namens. Der 17. Juli ist sein Gedächtnistag. Die Legende vom heiligen Alexius wurde vielfach in den Litteraturen des Mittelalters behandelt, so in acht mittelhochdeutschen Dichtungen (hg. von Maßmann, Quedlinb. 1843), darunter eine von Konrad von Würzburg [* 4] (s. d.). -

Vgl.   Paris [* 5] und Pannier, Le [* 6] vie de Saint [* 7] Alexis (Par. 1872);

Blau, Zur Alexislegende, im 33. Bande der «Germania» [* 8] (1888),

und die Einleitung zu «La légende Syriaque de Saint Alexis, par Alexius Amiaud» (Par. 1889).

Alexiusbrüder,

s. Lollbarden.

Alfa

oder Halfa, soviel wie Esparto (s. d.). ^[= oder ein dem Arabischen entnommener Name für Esparto (s. d.).]

Alfanz,

früher Alafanz oder Alefanz (falsch oft von lat. fallacia, Betrug, oder ital. all' avanzo, zu allererst, abgeleitet, stammt von mittelhochdeutsch Fanz, d. i. der Schalk, woher auch fenzeln, d. i. spotten), heißt zunächst Betrüger, Gaukler, dann auch der Betrug selbst, später namentlich in Alfanzerei, soviel wie Dummheit, Narretei, thörichter Aufputz.

Al-Fârâbi,

s. Fârâbi.

Alfaro,

alte Distriktshauptstadt im östl. Zipfel der span. Provinz Logroño, rechts vom Alhama, unweit seiner Mündung in den Ebro, an der Linie Tudela-Bilbao der Span.

Nordbahn, hat (1887) 5938 E., Seifensiedereien und Gerbereien.

Titel
Elemente zu Alfeld:

1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Hildesheim, hat 281

Alfeld.

Kreiden - Kreis

Bild 10.184: Kreiden - Kreis
* 9 Kreis.

1) Kreis [* 9] im preuß. Reg.-Bez. Hildesheim, [* 10] hat 281,40 qkm und (1890) 22 204 (11 101 männl., 11 043 weibl.) E., 1 Stadt, 45 Landgemeinden und 2 Gutsbezirke. - 2) Kreisstadt im Kreis Alfeld, an der Leine, in 93 m Höhe, am Fuße der Alfelder Berge (457 m) oder Sieben Berge (Sieben Brüder) und an der Linie Hannover-Cassel der Preuß. Staatsbahnen, [* 11] Sitz des Landratsamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Hildesheim), Zoll- und Steueramtes erster Klasse, hat (1890) 4128 E., darunter 200 Katholiken, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, [* 12] doppeltürmige, got. Kirche, kath. Kapelle, evang. Schullehrerseminar mit Seminarschule, Präparandenanstalt, Bürger- und Seminarfreischule, Wasser- und Gasleitung; Fabrikation von Leisten, Papier, Tüten, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, Drell und Barchent, Eisengießerei, [* 13] Mühlen [* 14] und Handel mit Flachs, Obst, Leinwand, fremden Tieren, Kanarienvögeln.

Alfénide

(spr.-nihd) oder Christofle-Metall, galvanisch versilbertes Neusilber, das etwa 2 Proz. Silber enthält.

Man verfertigt daraus Leuchter, Thee-und Kaffeeservice, Milchkannen, Löffel, Gabeln u. s. w. Das Alfénide wird selbst bei längerm Gebrauch nicht auffallend abgenutzt, da das Neusilber ebenfalls eine silberähnliche Farbe besitzt.

Dem Alfénide sind ähnlich die unter dem Namen Chinasilber, Perusilber und Alpaka aufgetauchten Legierungen.

Über das sog. Tiers-argent s. Drittel-Silber.

Alfieri,

altes Patriciergeschlecht aus Asti; ihm entstammen außer dem Dichter Vittorio Alfieri (s. d.) zwei bedeutende Staatsmänner des 19. Jahrh. -

Turin (Provinz) - Turi

Bild 15.912: Turin (Provinz) - Turin (Stadt)
* 15 Turin.

Cesare Alfieri, Marchese von Sostegno, geb. 13. Aug. 1799 in Turin, [* 15] wurde zu Paris unter seinem Vater, dem Gesandten Carlo Emanuele in den diplomat. Dienst eingeführt und trat unter Karl Albert an die Spitze der Liberalen, neben Cavour, Azeglio uud Balbo. Als Präsident der Reformkommission leistete er Treffliches für das Unterrichtswesen; 1848 wurde er leitender Minister, dann, nach wenigen Tagen von Gioberti verdrängt, Vicepräsident und 1856-60 Präsident des Senats. Er starb 16. April 1869 zu Florenz. [* 16] -

Vgl.   Driano, Il marcheso Cesare A di Sostegno (Genua [* 17] 1869);

Berti, Cesare Alfieri (Rom 1877). -

Carlo Alberto Alfieri, Sohn des vorigen, geb. 1827 zu Turin, trat als Publizist, dann 1857-70 als Mitglied der Kammer und seitdem des Senats für einen monarchischen Liberalismus, der auf Fühlung mit den antinational gesinnten Klerikalen nicht verzichten will, mit mehr Eifer als Erfolg ein. In der ital. Politik hing er Rattazzi an und befürwortete die Trennung von Kirche und Staat (vgl. A.s Übersetzung einer Schrift von Laboulaye: «La separazione della chiesa e dello stato», Tur. 1873). Er ward der Hauptgründer der «Associazione italiana di educazione liberale» und der Schule für Socialwissenschaften (Scuola di scienze sociali) zu Florenz, die zu Ehren seines Vaters den Namen «Istitute Cesare Alfieri» erhielt; Verehrer und Freund von Tocqueville, Thiers, Rémusat, J. Simon, Laboulaye, erklärte er sich als Gegner des Dreibundes. Er schrieb u. a. «L'Italia liberale» (Flor. 1872),

«Conservatione, libertà, democrazia» (ebd. 1880),

«Il senato nella democrazia» (in «Atti della filotecnica di Torino» 1883, Januar),

«Note sulle cose d'Italia» (Flor. 1883),

«Sulle cattedre dantesche in Italia» (Rom 1887),

«L'Italia fà senno» (ebd. 1891).

Alfieri,

Europa. Fluß- und Gebi

Bild 5.919a: Europa. Fluß- und Gebirgssysteme
* 18 Europa.

Vittorio, Graf, ital. Dramatiker, geb. 17. Jan. 1749 zu Asti, Sohn von Graf Antonio Alfieri, verlor früh den Vater und erhielt seit 1758 auf einer Adelsakademie zu Turin eine mangelhafte Bildung. 1766 durchreiste er rast- und ziellos ganz Europa. [* 18] Nach Turin zurückgekehrt, wandte er sich eifrig litterar. Beschäftigung zu. Der Erfolg dramat. Versuche bestärkte ihn im Glauben an seine dichterische Bestimmung. Mit eiserner Willenskraft holte er die versäumte Schulbildung nach und ging nach Toscana, um eine reine Sprache [* 19] zu erwerben.

Die hohe und feurige Liebe zur Gräfin von Albany (s. d.) befestigte die eingeschlagene Richtung. Um völlig unabhängig zu sein, überließ er sein Vermögen gegen eine Rente seiner Schwester. Abwechselnd wohnte er in Florenz und Rom, nachmals mit der Gräfin im Elsaß und in Paris, wo ihn unablässig die Durchfeilung seiner Werke beschäftigte. Beim Ausbruche der Französischen Revolution war er in England und kehrte nach Paris zurück, das er Aug. 1792 nicht ohne Gefahr verließ, worauf er mit der Freundin Florenz zum Wohnsitz wählte. Hier starb er 8. Okt. 1803. Ein Grabmal von Canova (s. Tafel: Italienische Kunst V, [* 1] Fig. 7) deckt in der Kirche Sta. Croce seine Asche; ein Standbild (von Bini) wurde ihm 1862 in Asti errichtet.

Alfieri hat 21 Tragödien, 6 Komödien und eine sog. Tramelogödie (s. d.) veröffentlicht. Das Bedeutendste leistete er in der Tragödie: hier sind «Virginia», «Agamemnon», «Timoleon», «Orest», «Antigone», «Maria Stuart», «Die Verschwörung der Pazzi» hervorzuheben;

als gelungenste gilt «Abel», von ihm als Tramelogödie bezeichnet, weil die übermenschlichen und symbolischen Personen singen, die andern sprechen.



Alföld - Alfons X. (Kö

Bild 51.384: Alföld - Alfons X. (König von Leon und Castilien)
* 20 Seite 51.384.

Die Tragödien A.s sind Erzeugnisse eines hohen männlichen Geistes, der, allem Schmuck entsagend, mit den einfachsten Mitteln wirken will. Sie sind daher kalt und starr, in der Anlage einfach bis ¶

mehr

zur Dürftigkeit. Der Vers ist hart, die Sprache ausdrucksvoll, aber farblos. Dennoch steht Alfieri unter den ital. Dramatikern obenan und brachte einen nachhaltigen Eindruck hervor, er wollte die Bühne für eine Erziehungsanstalt gehalten wissen, um das Volk «frei, stark und edel» zu machen; er schrieb, weil er nicht handeln könnte, und seine Stücke sollten wirken wie Handlungen, seine Landsleute aus dem polit. und moralischen Schlummer aufrütteln. A.s Komödien, Arbeiten des Alters, ohne Individualität und Spannung, mehrten seinen Ruf nicht. Außerdem hat er in vielen Oden und Sonetten kraftvoll und erhaben den Gegenstand seiner Liebe und Freundschaft besungen. Die polit. und didaktischen Schriften «Della Tirannidae» (neue Ausgabe, Flor. 1860),

«Del Principe e delle Lettere» (hg. mit andern Prosaschriften, ebd. 1859) sind merkwürdige Zeugnisse eines ernsten, freien, strebenden Geistes. Die übrigen poet. Arbeiten und die Übersetzungen aus dem Griechischen und Lateinischen teilen Vorzüge und Mängel der größeren Werke. Nach dem Tode kam «Il Misogallo», ein Denkmal seines Franzosenhasses, heraus; ferner A.s «Opere» (22 Bde., Pisa [* 21] 1805-15; 37 Bde., Padua [* 22] 1809-11),

die Selbstbiographie «Vita di V. da Asti, scritta da esso» (2 Bde., Lond. 1804; deutsch von Hain, 2 Bde., Lpz. 1812),

Italien

Bild 9.53a: Italien
* 23 Italien.

die originellste, die Italien [* 23] nach Cellini aufweist, «Satire e Poesie minori» (Flor. 1863),

«Lettere inedite» (ebd. 1864),

«Il Misogallo, la Satire e gli Epigrammi» (hg. von Renier, ebd. 1884). Sammlungen der «Tragedie» sind mehrfach erschienen (6 Bde., Par. 1788-89; 6 Bde., Flor. 1820; nach den Handschriften, von Milanesi, 2 Bde., Flor. 1855; Auswahl von Locella, Lpz. 1878). -

Vgl.   Centofanti, Tragedie e vita di Alfieri (Flor. 1843);

Teza, Vita, giornali, lettere di Alfieri (ebd. 1861);

Tedeschi, Studie sulla tragedia di Alfieri (2. Ausg., Mail. 1876);

Mazzatinti, Lettere edite ed inedite di Alfieri (Tur. 1890).

Ende Alfieri
→ weiter zu Seite 51.384: Alföld ⟹ (d. i. Niederland) ist die ungar. Benennung der weiten Ebene Ungarns oder der sog. "größten
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band, Seite 381 [Suche = 51.383] im Internet seit 2005; Text geprüft am 30.7.2011; publiziert von Peter Hug; Abruf am 22.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//51_0383

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* 23 Bilder dazu:

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