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Albertverein - Albigen

Bild 51.331: Albertverein - Albigenser
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Albertvereinder im Königreich Sachsen 1867 von der damaligen Kronprinzessin Carola gegründete und nach / 76
Albertville(spr. albärwil). 1) Arrondissement im franz. Depart. Savoie, hat 663,94 qkm, (1891) 36 352 / 206
Albertypies. Albert (Jos.) und Lichtdruck. / 6
AlberusErasmus, deutscher Schriftsteller, geb. um 1500 zu Sprendlingen in Oberisenburg-Büdingen, studierte / 118
Albesdorffranz. Albestroff, Dorf und Hauptort des Kantons A. (200,87 qkm, 9051 E., 4282 männl., 4769 / 53
Albharts TodGedicht aus dem Kreise der deutschen Heldensage, steirischer Herkunft, in der Nibelungenstrophe / 112
Albi1) Arrondissement im franz. Depart. Tarn, hat 1465,82 qkm, (1891) 100 173 E., 94 Gemeinden und / 295
Albigenserder von der Stadt Albi im Depart. Tarn abgeleitete Name einer im südl. Frankreich verbreiteten / 551

Seite 51.331

Albertverein - Albigenser



Albertverein,

der im Königreich Sachsen [* 2] 1867 von der damaligen Kronprinzessin Carola gegründete und nach ihrem Gemahl benannte internationale Frauenverein des Roten Kreuzes mit dem Zwecke, Krankenpflegerinnen auszubilden, Reservelazarette für verwundete und kranke Soldaten zu errichten und Armenkrankenpflege zu üben. Er hat in Sachsen (1891) 40 Zweigvereine und wird geleitet von einem aus 12 Damen und 6 Herren zusammengesetzten Direktorium;

an der Spitze steht die Königin Carola.

Sitz des Albertverein ist Dresden, [* 3] Verwaltungsstelle das Carolahaus. (S. Frauenvereine.)

Titel
Elemente zu Albertville:

1) Arrondissement im franz. Depart. Savoie, hat 663,94 qkm

Albertville

(spr. albärwil).

1) Arrondissement im franz. Depart. Savoie, hat 663,94 qkm, (1891) 36 352 E., 42 Gemeinden und zerfällt in die 4 Kantone: Albertville (192,79 qkm, 16 595 E.), Beaufort (198,31 qkm, 5823 E.), Grésy-sur-Isère (102,01 qkm, 7303 E.), Ugines (170,83 qkm, 6631 E.). - 2) Albertville, Hauptstadt des Arrondissements in einem fruchtbaren, anmutigen Thalbecken, am Arly, unweit von dessen Mündung in die Isère, bestand ursprünglich aus den beiden Flecken L'Hôpital und Conflans, die 1845 von dem König Karl Albert zur Stadt vereinigt wurden, und hat (1891) 3355, als Gemeinde 5854 E., in Garnison das 22. Jägerbataillon.

Die Stadt treibt bedeutenden Handel mit Schiefer, liefert Töpferwaren und Ziegel und besitzt Marmorschleifereien und Nagelschmieden. Ein ehemaliges Kloster adliger Damen dient jetzt als Kaserne. L 'Hôpital, das eigentliche Albertville, liegt in 315 m Höhe rechts vom Arly, besitzt stattliche neue Stadtteile mit breiten Straßen, ein schönes Rathaus, einen Justizpalast und ein großes Zwangsarbeitshaus. Eine schöne Marmorbrücke führt nach Conflans, dem ältesten Teile der Stadt, das mit seinen verfallenden Ringmauern und engen winkligen Gassen, seiner alten Herzogsburg und stattlichen Kirche in 422 m Höhe auf einer Felsterrasse liegt. Mit Chambery ist Albertville durch eine Eisenbahn (49 km) verbunden, die bei St. Pierre d'Albigny von der Mont-Cenislinie abzweigt.

Albertypie,

s. Albert ^[= # Friedr. Aug., König von Sachsen, geb. 23. April 1828 als der älteste Sohn des damaligen Prinzen ...] (Jos.) und Lichtdruck.

Alberus,

Witteboom - Wittenberg

Bild 16.702: Witteboom - Wittenberg
* 4 Wittenberg.

Erasmus, deutscher Schriftsteller, geb. um 1500 zu Sprendlingen in Oberisenburg-Büdingen, studierte um 1520 in Wittenberg [* 4] Theologie, starb nach wechselvollen Schicksalen, die ihn an mehr als 15 Orte als Lehrer und Geistlichen führten, als Generalsuperintendent zu Neubrandenburg [* 5] 5. Mai 1553. Ein hitzköpfiger Eiferer für das starre Luthertum, übertrug er die Polemik zuweilen selbst in seine geistlichen Lieder (hg. von Stromberger, Halle [* 6] 1857). «Auch sein berühmtes "Buch von der Tugend und Weisheit" (Frankf. 1550; Neudruck von Braune, Halle 1892),

49 gereimte Fabeln umfassend, enthält satir. Elemente. Von seinen Prosaschriften ist die Satire «Der Barfüßer Münche Eulenspiegel und Alkoran» (Wittenb. und Frankf. 1542), mit Vorrede Luthers, nach lat. Quelle, [* 7] die bekannteste. -

Vgl.   Schnorr von Carolsfeld, Erasmus Alberus (Dresd. 1893).

Albesdorf,

Kreiden - Kreis

Bild 10.184: Kreiden - Kreis
* 8 Kreis.

franz. Albestroff, Dorf und Hauptort des Kantons Albesdorf (200,87 qkm, 9051 E., 4282 männl., 4769 weibl., 26 Gemeinden) im Kreis [* 8] Château-Salins des Bezirks Lothringen, hat (1890) 598 kath. E., Amtsgericht (Landgericht Saargemünd), [* 9] Post, Telegraph, [* 10] Fernsprecheinrichtung, Zoll- und Steueramt, Oberförsterei, kath. Dekanat, Armen- und Pfründenhospiz St. Anna, Sparkasse;

Getreide-, Obst-, Wein- und Gemüsebau.

Albharts

Tod, Gedicht aus dem Kreise [* 11] der deutschen Heldensage, steirischer Herkunft, in der Nibelungenstrophe abgefaßt, in der ursprünglichen, verlorenen Gestalt wohl dem Anfange des 13. Jahrh. angehörend, aber nur in einer rohen, interpolierten Überarbeitung des 15. Jahrh. unvollständig erhalten. Anknüpfend an die Kämpfe zwischen Dietrich von Bern [* 12] und Ermenrich, erzählt es in schlichter Schönheit das rührende Ende des jungen Albhart (oder Alphart); auf einsamer Wacht von Wittich und Heime unritterlich angegriffen, wird er erschlagen. Ausgabe von Martin im «Deutschen Heldenbuch», Bd. 2 (Berl. 1866); übersetzt von Simrock im «Kleinen Heldenbuch» (4. Aufl., Stuttg. 1885), freier von Schröer (Lpz. 1874) und Klee (Gütersloh 1880). -

Vgl.   Kettner, Untersuchungen über Alpharts Tod (Mühlh. 1891).

Albi.

1) Arrondissement im franz. Depart. Tarn, hat 1465,82 qkm, (1891) 100 173 E., 94 Gemeinden und zerfällt in die 8 Kantone: Alban (177,73 qkm, 8086 E.), Albi (248,67 qkm, 30 254 E.), Carmaux (14 050 E.), Monestiés (6234 E.), Pampelonne (162,20 qkm, 8473 E.), Réalmont (225,70 qkm, 10 907 E.), Balderiès (146,02 qkm, 5408 E.), Valence (174,94 qkm, 8616 E.), Villefranche (139,25 qkm, 8145 E.). - 2) Hauptstadt des franz. Depart. Tarn und Arrondissements in der alten Landschaft Albigeois (s. d.) in Languedoc, auf einer Höhe am Tarn, an den Linien Tessonieres-Albi (17 kni) und der Orléansbahn, ist Sitz eines Civil- und Handelstribunals, eines Erzbischofs (die Kirchenprovinz Albi umfaßt die Erzdiöcese und die Suffraganbistümer Cabors, Mende, Perpignan, Rodez), der 64. Infanteriebrigade und hat (1891) 14219, als Gemeinde 20903 E., in Garnison das 143. Infanterieregiment, ein Lyceum, eine Bibliothek mit kostbaren Handschriften, ein Museum und ein Bronzestandbild des berühmten Seefahrers Lapérouse.

Gewölbe (Teile, Formen

Bild 7.311: Gewölbe (Teile, Formen, Arten der G.)
* 13 Gewölbe.

Ferner sind zu erwähnen die der heil. Cäcilie gewidmete got. Kathedrale, 1282-1512 erbaut, mit alten Freskogemälden und einem schönen Orgelchor, eine der merkwürdigsten und schönsten des südl. Frankreichs (s. Textfig. 12 zu Artikel Gewölbe), [* 13] die St. Salvykirche, das festungsähnliche Präfekturgebäude, ein alter Palast der Grafen von Albigeois, das 1687 gegründete Krankenhaus [* 14] mit Garten [* 15] (17 ha) und das Schauspielhaus. Über den Tarn führen eine alte Brücke [* 16] von 6 Bogen [* 17] und eine neue (160 m) von 5 Bogen.

Der Handel mit Weinen, Anis, Safran und andern Produkten ist beträchtlich. Die Fabriken liefern Woll- und Baumwollzeuge, Leder, Liqueur, Pastellfarben u. s. w. Unweit nordöstlich der berühmte Saut-du-Sabot oder Saut-du-Tarn, eine Reihe von Wasserfällen des Tarn, der sich in den Kalkfelsen eingewühlt hat. 1254 wurde zu Albi ein Konzil abgehalten, durch das die letzten Reste der Lehre [* 18] der Albigenser ausgerottet werden sollten und Verhaltungsmaßregeln gegen die Juden gegeben wurden.

Albigenser,

der von der Stadt Albi im Depart. Tarn abgeleitete Name einer im südl. Frankreich verbreiteten kirchlichen Partei, die den religiösen Grundsätzen der Katharer (s. d.) huldigte, und zu der man später öfters auch die Waldenser (s. d.) rechnete. Anhänger dieser Richtung traten bereits im Anfange des 11. Jahrh. auf und galten allgemein für Nachfolger der Manichäer (s. d.). Sie drangen auf ein apostolisches Christentum und führten ein einfaches, sittenreines und zurückgezogenes Leben. Man nannte sie daher auch anfangs die «guten Leute» (les bons hommes) oder «Dunkelmänner» (hommes obscurs),



Albigeois - Albinos

Bild 51.332: Albigeois - Albinos
* 19 Seite 51.332.

während sie nach ihrer ersten ¶

mehr

Verdammung auf dem zu Toulouse [* 20] abgehaltenen Konzil (1119) als «Toulousische Ketzer» bezeichnet wurden. Dieses Verdammungsurteil ward 1139 von Innocenz II. bestätigt. Auf einem zu Lombers unweit Albi 1165 abgehaltenen Konzil sprachen sie sich über ihre Lehren [* 21] offen aus. Dennoch wurden sie später arg verdächtigt und namentlich des Dualismus, der Verwerfung der Trinitätslehre, des Abendmahls und der Ehe, der Leugnung des Todes und der Auferstehung Christi u. dgl. beschuldigt. Zu Anfang des 13. Jahrh. hatte sich die Lehre der Albigenser über ganz Südfrankreich ausgebreitet, besonders in großen Städten und bei den adligen Geschlechtern. So glaubte Papst Innocenz III. sie nicht länger dulden zu können und nahm die Ermordung seines Legaten Peter von Castelnau zum Anlaß, gegen die Albigenser einen Kreuzzug zu predigen, dessen Leitung er dem Abt Arnold von Citeaux und dem Grafen Simon von Montfort übertrug, und der zu den furchtbaren Albigenserkriegen führte.

Dienstbarkeit - Dienst

Bild 4.954: Dienstbarkeit - Dienstvergehen
* 22 Dienste.

Südfrankreich wurde unbarmherzig verwüstet, namentlich das Land des den Albigenser günstigen Grafen Raimund VI. von Toulouse (s. d.). Die Legaten Arnold und Milo nahmen 1209 Béziers, die Hauptstadt seines Neffen Roger, mit Sturm und ließen gegen 20000 E. ohne Unterschied des Glaubens niedermachen. «Tötet sie alle», soll Arnold nach wenig verbürgter Nachricht gerufen haben; «der Herr wird die Seinen schon schützen!» Die eroberten Lande schenkte die Kirche, zur Belohnung seiner Dienste, [* 22] auf der Lateransynode 1215, dem Grafen von Montfort, der jedoch nie in den ruhigen Besitz dieser Schenkung kam.

Bei der Belagerung von Toulouse (1218) ward er durch einen Steinwurf getötet, und Raimund VI. gelangte wieder in den Besitz des eroberten Landes. Allein der päpstl. Ablaß lockte aus allen Provinzen Frankreichs neues Kriegsvolk herbei, das den Krieg fortsetzte, und auch König Ludwig VIII. von Frankreich griff zu den Waffen [* 23] gegen die Ketzer. Nachdem Hunderttausende von beiden Seiten gefallen und die schönsten Gegenden in der Provence und in Oberlanguedoc verwüstet waren, kam es 1229 zum Frieden, in dem Raimund VII. die Lossprechung vom Kirchenbanne mit ungeheuren Geldsummen erkaufen, Narbonne mit mehrern Herrschaften an Ludwig IX. überlassen und seinen Eidam Alfons von Poitiers, einen Bruder Ludwigs, zum Erben seiner übrigen Lande einsetzen mußte. In Toulouse wurde gleichzeitig ein päpstl. Inquisitionstribunal errichtet, das die noch übriggebliebenen Albigenser entweder gewaltsam bekehrte oder dem Flammentod übergab. 1244 wurden die Reste der in den Pyrenäen vernichtet. Doch hatte noch am Anfange des 14. Jahrh. die Inquisition in diesen Gegenden vollauf zu thun. Viele Albigenser flüchteten auch nach Piemont und verschmolzen hier mit den Waldensern. -

Vgl.   Fauriel, Historie de la croisade contre les herétiques Albigeois (Par. 1837);

Chr. Albigenser Hahn, [* 24] Geschichte der Ketzer (3 Bde., Stuttg. 1846-50);

K. Schmidt, Histoire de la secte des Cathares ou Albigois (Straßb. 1849);

Peyrat, Historie des Albigeois (2 Bde., Par. 1880-82).

Dichterisch ist der Verzweiflungskampf der von Nikolaus Lenau behandelt worden in dem Epos «Die Albigenser».

Ende Albigénser
→ weiter zu Seite 51.332: Albigeois ⟹ (spr. -ischŏá), alte franz. Landschaft, die ungefähr dem heutigen Depart. Tarn entspricht,
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band, Seite 329 [Suche = 51.331] im Internet seit 2005; Text geprüft am 18.6.2011; publiziert von Peter Hug; Abruf am 22.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//51_0331

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* 24 Bilder dazu:

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