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Afrika (Entdeckungsges

Bild 51.189: Afrika (Entdeckungsgeschichte)
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Entdeckungsgeschichtea. Allgemeine Geschichte. Die Kenntnis von A. in den Zeiten des Altertums bis gegen Ende des / 6787

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Afrika (Entdeckungsgeschichte)


Fortsetzung: Politische Geschichte, Die ältesten Denkmale höherer menschlicher Kultur liegen in A. In Ägypten trat zuerst eine
mehr

187 ihre Kriegszüge ganz Abessinien und Oberägypten und drängten andererseits bis nach den Gestaden des Victoria-Njansa hinüber, wo sie die Gründer des Reichs Kittara wurden, das später in Uganda und Unjoro zerfiel. Im Nigerbogen bildeten die Mandingoneger das große Reich Melle vom 13. bis zur Mitte des 15. Jahrh., aus dem sich die bis zum Tsadsee reichende Herrschaft der Songhay entwickelte, bis dieses dem Angriff Marokkos am Ende des 16. Jahrh. erlag. Vom 16. bis zur Mitte des 17. Jahrh. bestand nördlich und südlich des Kongo das große Kongoreich. Im Anfang des 19. Jahrh. erhoben sich in Nordwestafrika die Fulbe und gründeten zuerst die Haussastaaten Gando und Sokoto, dann am obern Niger und Senegal Massina, Kaarta und Futa-Dschalon; in der neuesten Zeit haben die Mandingo unter Samorys Führung im Quellgebiet des Niger sich die weit ausgedehnte Landschaft Wassulu unterworfen.

Algerien, Marokko und

Bild 1.347a: Algerien, Marokko und Tunis
* 2 Marokko.

Die größten polit. Veränderungen rief das Auftreten der europ. Staaten hervor. Zu Anfang des 16. Jahrh. warfen die Türken die arab. Herrschaft in Nordafrika über den Haufen und zu Ende desselben Jahrhunderts eroberten die Spanier Marokko. [* 2] Portugal [* 3] setzte sich am Schluß des 15. Jahrh. in Angola und Mozambique fest und machte sich im Laufe des nächsten zum Herrn fast der ganzen Ostküste; doch erlag es im Norden [* 4] derselben in den Kämpfen mit den Arabern im 17. und 18. Jahrh., während es im Westen in Angola sich dauernd zu erhalten und das Königreich Kongo seiner Macht zu unterwerfen vermochte.

Frankreich nahm gegen die Mitte des 17. Jahrh. Besitz von einzelnen Küstenstrecken Senegambiens und gegen Mitte des 19. Jahrh. von Algerien und Gabun. An diesen drei Punkten setzte es seine kolonisatorischen Kräfte ein; es überwand den Widerstand der Araber und Berber nördlich der Sahara und in langwierigen Kämpfen bis in die neunziger Jahre die Herrschaft der Fulbe und Mandingo am Senegal und Niger. Nach der Entdeckung des obern Kongo breitete es seine Machtsphäre vom Gabun und Ogowe bis tief in den Kontinent, 1892 über die Gebiete im Süden des Nigerbogens, 1893 über Dahome aus. Im 17. Jahrh. setzten sich die Holländer an der Südspitze fest.

England machte im 17. und 18. Jahrh. seinen polit. Einfluß in mächtigen, aber privaten Handelsunternehmungen an der Guineaküste geltend, wo es mit wechselndem Glück endlich die Konkurrenz der Holländer verdrängte und dann mit Zähigkeit und Klugheit volle Gewalt über die Negerstämme gewann. Doch ein blutiger Streit mit dem Aschanti-Reiche belehrte es, seine Herrschaft auf die Küstenländer zu beschränken. Als Staat nahm England zu Anfang des 19. Jahrh. Besitz von der Südspitze A.s; hier entwickelte es seine ganze, oft rücksichtslose Energie: die frühern Kolonisten, die holländ. Boers, wurden nordwärts gedrängt, die raub- und mordlustigen Kaffern in jahrelangen Kriegen überwältigt und das einst unter einer Reihe von Despoten mächtige Zulureich in Trümmer geschlagen.

Geschichtskarten von D

Bild 4.772a: Geschichtskarten von Deutschland V
* 5 Deutschland.

Von der Kapkolonie aus schritt England stetig, meist auf Grund von Verträgen, nach dem Sambesi vor und vernichtete 1893 durch einen kurzen Krieg das große Reich der Matabele. Privaten Unternehmungen wurde es in den achtziger Jahren unter königl. Schutz überlassen, polit. und merkantilen Einfluß am Niger und Binue, im Ölflüssegebiet, am Victoria-Njansa, am Njassa, im Norden und Süden des Sambesi und an jenem Teil der Ostküste zu gewinnen, der ihnen durch Verträge mit Deutschland [* 5] und dem Sultan von Sansibar [* 6] eingeräumt wurde.

Dem alles erdrückenden Übergewicht Englands stemmten sich in Südafrika [* 7] in der Mitte und in den siebziger Jahren des 19. Jahrh. die zu staatlicher Energie entwickelten holländ. Boers entgegen. Sie hatten, den Engländern trotzend und in blutigen Kämpfen mit den eingeborenen Häuptlingen ringend, Staaten mit voller Lebenskraft geschaffen, die nicht mit Gewalt aus dem Wege geräumt werden konnten. In das vorletzte Jahrzehnt des 19. Jahrh. fallen die kolonialen Schöpfungen am Kongo, an der Guinea-, an der Sansibarküste und in Südwestafrika.

Deutsche Altertümer -

Bild 54.996: Deutsche Altertümer - Deutsche Buchdrucker-Berufsgenossenschaft
* 8 Deutsche.

Der Kongo-Freistaat beruht auf Handelsunternehmungen mit mittelmäßigen Erträgnissen in der Gegenwart, auf erwarteten Reichtümern in der Zukunft und auf der persönlichen Unterstützung des Königs der Belgier. Er hat keine geschlossene Macht feindseliger Eingeborenen zu bekämpfen, aber auch keine größere europ. Macht giebt ihm sichern Rückhalt. Dagegen schützt das Deutsche Reich [* 8] die handelspolit. Gründungen in Kamerun und Togo, die kolonialen Unternehmungen im Herero-Damaraland und die vertragsmäßigen Erwerbungen der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft am Indischen Ocean.

In dem letztern Gebiete wurde der Kampf mit dem seit Jahrhunderten dort allein herrschenden Arabertum aufgenommen und siegreich bestanden. Es war ein schwerer und langwieriger Kampf um eine tief eingreifende wirtschaftliche und polit. Neugestaltung des östl. Teils von A. Als letzter unter den Kulturstaaten Europas hat Italien [* 9] das Werk der Civilisierung der Länder zwischen Abessinien und der Somalküste am Schluß der achtziger Jahre des 19. Jahrh. begonnen.

Entdeckungsgeschichte.

Säule, galvanische - S

Bild 14.352: Säule, galvanische - Saupilz
* 10 Säulen.

a. Allgemeine Geschichte. Die Kenntnis von A. in den Zeiten des Altertums bis gegen Ende des 2. Jahrh. gründete sich wesentlich auf Erzählungen von Eroberungsheeren und Seefahrern. Schon 1600 und 1529–1488 v. Chr. unternahmen ägypt. Könige Kriegszüge den Nil aufwärts, vielleicht bis Nubien; die Phönizier fuhren 1100–900 v. Chr. die Nordküste entlang durch die Säulen [* 10] des Hercules bis zur Mündung des Draa; einmal umschifften sie sogar vom Roten Meer aus ganz A., wobei sie nach ihrer von Herodot als unglaubwürdig mitgeteilten Angabe «die Sonne [* 11] zur Rechten hatten».



Afrika (Entdeckungsges

Bild 51.190: Afrika (Entdeckungsgeschichte)
* 15 Seite 51.190.

Der Karthager Hanno drang 470 v. Chr. im Westen bis Sierra Leone vor; eine Expedition zu Neros Zeit gelangte bis an den Bahr el-Ghasal. Obwohl Pomponius Mela 50 v. Chr. die Dreieckgestalt des Kontinents als wahrscheinlich behauptet hatte, so faßte doch 161 n. Chr. Ptolemäus das geogr. Wissen seiner Zeit dahin zusammen, daß A. etwa vom Kap Delgado an sich wieder verbreitere und mit Asien [* 12] durch Land verbunden sei, daß die Quellen des Nils tief im Süden im Mondgebirge zu suchen seien und in einem See sich sammeln, dem der eigentliche Nil entströme, der weiter abwärts in sumpfiger Gegend einen großen Nebenfluß (den Bahr el-Ghasal) in sich aufnehme. Die phöniz. Kolonisten in Karthago [* 13] und der Römer [* 14] Septimius Flaccus hatten die Wüste Sahara betreten, die dann Julius Maternus am Ende des 1. Jahrh. n. Chr. bis zum Tsadsee durchschritt. Die Erforschung A.s im Mittelalter verdankt man den Arabern, Italienern und ¶

mehr

Portu-188 giesen. Vom 10. Jahrh. angefangen wurden die Araber im Osten mit Abessinien, mit der Küste bis Sofala und mit der Insel Madagaskar, [* 16] im Westen mit den Ländern bis zum Senegal und im Innern mit denen am obern Niger und am Tsadsee bekannt, namentlich durch ihre Pilgerfahrten von und nach Mekka. Interessante und ziemlich kritisch gesichtete Nachrichten enthalten die Werke ihrer geogr. Schriftsteller, die im ganzen an den Ansichten von Ptolemäus festhielten: Obeid el-Bekri (1067), Edrisi (1099–1186), Abulfeda (1273–1332), und ganz hervorragend Leo Africanus (1492–1526). Dieser hatte als Gesandter eine Reise von Marokko nach Timbuktu und Bornu unternommen, wie vor ihm Ibn Batuta (1352), der außerdem noch in das Reich Melle am obern Niger und nach der Sansibarküste gelangte.

Durch die diplomat. und merkantilen Verbindungen der ital. Republiken Venedig [* 17] und Genua [* 18] mit den Barbareskenstaaten und mit Abessinien erhielten im 13. und 14. Jahrh. berühmte Kartographen, wie Mario Sanuto, Fra Mauro, wertvolles, doch auf Nordafrika beschränktes Material; den Nil brachten sie mit dem Niger und dem Atlantischen Ocean in Verbindung. Marco Polo (1256–1323) lieferte nach arab. Berichten eine Darstellung von Ostafrika und bezeichnete Madagaskar zum erstenmal als eine Insel.

Mädchensommer - Madeir

Bild 11.42: Mädchensommer - Madeira (Insel)
* 19 Madeira.

Eine genues. Flotte entdeckte die Canarischen Inseln, und ital. Fahrzeuge aus andern Häfen vor der Mitte des 15. Jahrh. Madeira [* 19] und die Azoren. Den größten Fortschritt in der Erkenntnis der wahren Gestalt des ganzen Kontinents verdankt man den Portugiesen am Ende des 15. Jahrh., denen Prinz Heinrich der Seefahrer (1415–60) das Reich des Priesters Johannes (Abessinien) als Ziel ihrer Entdeckungsreisen gesteckt hatte. Ganz in den Anschauungen des Ptolemäus befangen, glaubte man dies Reich von der Westküste aus auf schiffbaren Flüssen erreichen zu können.

Da man aber die Flüsse [* 20] nicht fand und durch das Aufsuchen derselben immer weiter nach Süden verleitet wurde, kam man endlich bis zu dem Punkte der Umschiffung der äußersten Landspitze. Es gelangte 1442 Gonzales bis zum Kap Arguin, das später als Stützpunkt zum Vordringen in die Sahara befestigt wurde, und 1456 Cadamosto bis an die Goldküste. Nachdem man den Senegal, Gambia und Rio [* 21] Grande landeinwärts befahren, 1471 und 1472 den gefürchteten Äquator überschritten und die Inseln Fernando Po, St. Thomas und Annobou entdeckt hatte, war es 1486 Diego Coão, der in Begleitung Martin Behaims die Mündung des Kongo und den 22.° südl. Br. erreichte. In demselben Jahre drang Bartolomeu Diaz, von Johann II. entsendet, so weit nach Süden vor, bis er kein Land mehr fand, und landete auf der Umkehr in der Algoabai.

Ost-Indien

Bild 12.532a: Ost-Indien
* 22 Ostindien.

Das Kap der Guten Hoffnung war entdeckt. Darauf unternahm Vasco da Gama 1497 seine entscheidende Fahrt nach Ostindien. [* 22] Er umschiffte das Kap, fuhr 1498 längs der Ostküste an Natal, der Sambesimündung, an Mombas vorbei bis Malindi und setzte von hier nach Ostindien über. Nachdem Saldanha 1503 bis zum Kap Guardafui gekommen, glückte es schließlich 1520 Massaua [* 23] im Roten Meer und damit das Reich des Priesters Johannes zu erreichen und 1541 sogar bis Sues zu gelangen.

Die Afrikaforschung der Neuzeit bis 1788. Der zu mächtigem Aufschwung gekommene Weltverkehr mit Indien und Amerika [* 24] brachte im 16. Jahrh. einen Stillstand in den großen Afrikaforschungsreisen hervor. Im 17. Jahrh. verwendete man vornehmlich Kräfte und Kapital, um das Entdeckte durch Kolonisationen dauernd nutzbar zu machen oder durch Missionen dem Christentum zu gewinnen. An diesen Unternehmungen beteiligten sich auch die übrigen Nationen Europas. So ließen sich 1626 die Franzosen am Senegal nieder, 1650 die Holländer am Kap der Guten Hoffnung, 1682 eine deutsche Gesellschaft auf Anregung des Großen Kurfürsten an der Goldküste; 1672 bildete sich eine engl.-afrik.

Handelscompagnie; die Portugiesen erweiterten ihre Besitzungen in Angola und Mozambique. Bedeutende Reisen unternahmen nur die Franzosen André Brue in Senegambien bis Timbuktu, Paëz und Lobo, die bis zu den Quellen des Blauen Nils gelangten, und Poncet in Abessinien. Im 18. Jahrh. versuchte man in Nordafrika, in Senegambien, an der Guineaküste und im Kapland tiefer in das Innere einzudringen. 1716 kam Compagnon in das goldreiche Bambut am obern Senegal, 1719–32 Snelgrave und 1772 Norris nach den Guinealändern und Dahome, Harrison bis zu den Quellen des Gambia; 1769–72 erforschte Bruce Nubien, Abessinien und den Oberlauf des Blauen Nils, 1772–76 Sparrman und Thunberg die Hottentottenländer am Kap, deren Route Levaillant 1780–85 weiter nach Norden fortsetzte. Die wichtigste geographische wissenschaftliche Leistung war die Herstellung einer Karte von A. durch Bourguignon d'Anville 1749.

Die Forschungsreisen von 1788 bis zur Gegenwart. Während bisher hauptsächlich kaufmännischer Unternehmungsgeist in Verbindung mit Eroberungs- und Abenteurerlust die Triebfeder der Entdeckungsexpeditionen war, tritt am Ende des 18. Jahrh. der geogr. Wissensdrang als neues Element in die Bewegung der Geister ein. Die Umrisse des Kontinents waren gegeben; jetzt galt es die Entdeckungen im Innern systematisch in Angriff zu nehmen, die Civilisation der Eingeborenen und die Hebung des Handels zu befördern.

London

Bild 10.896a: London
* 25 London.

Von diesen Gesichtspunkten ging als erste wissenschaftliche Korporation die zu London [* 25] von Banks 1788 gegründete African Association aus; ihrem Beispiele folgten später nicht nur andere Vereine, sondern auch die Regierungen Europas, die entweder die wissenschaftlichen Resultate in praktischer Weise zu verwerten verstanden oder durch polit. Eingriffe in den Kontinent den Forschern die Wege bahnten. Das nächstliegende Problem waren Niger und Nil; aus der Lösung dieser Fragen ging dann ferner die Erforschung der centralafrik. Seen und schließlich des Kongo-Stromgebietes hervor.

b. Das Nigerproblem mit Nord- und Nordwestafrika. Man kannte den Lauf des Niger bei Timbuktu, aber weder seinen Ursprung, noch seine Richtung flußabwärts. Nachdem Ledyard, Lucas und Houghton die ersten vergeblichen Versuche gemacht, gelang es Mungo Park (1795–97 und 1805 und 1806), der von Senegambien aus vordrang, festzustellen, daß ein Gebirge den Niger von dem Senegal und der Westküste scheide und daß er nach Osten fließe. Hornemann kam 1798 von Kairo [* 26] durch die nördl. Oasen nach Mursuk und von da bis Nupe an den Niger. Vergebens bemühten sich Nicholls vom Calabar aus, Röntgen von Marokko und Ritchie und Lyon [* 27] (1819) von ¶

Fortsetzung Entdeckungsgeschichte:
→ weiter zu Seite 51.190a || 189 lis aus den Niger zu gewinnen. Der Lösung des großen Rätsels kamen endlich die Reisen
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band, Seite 187 [Suche = 51.189] im Internet seit 2005; Text geprüft am 22.12.2014; publiziert von Peter Hug; Abruf am 22.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//51_0189

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