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288 Geschützen, in fünf Kolonnen um 12 Uhr [* 1] mittags gegen das franz. Heer, von dem bisher nur 50000 Mann übergegangen waren, vorrücken. In der schmalen Ebene zwischen Aspern [* 2] und Eßling begann die mörderische Schlacht um 3 Uhr mit der Beschießung der franz. Kavallerie durch die Batterien des bis Breitenlee vorgerückten 2. Armeekorps (Prinz Hohenzollern). [* 3] Dort standen drei franz. Reiterdivisionen, hinter denen die Grenadiere, die Gardeinfanterie und die Divisionen des 2. und 3. Korps allmählich aufmarschierten.
Alles hing von dem Besitze der beiden Dörfer ab. Aspern wurde gleich anfangs vom 6. und 1. österr. Korps (Hiller und Graf Bellegarde) erstürmt und, obschon es ihnen dreimal wieder entrissen ward, von 5 Uhr ab dauernd behauptet. In Eßling aber vermochten sie sich nicht zu halten. Wiederholt machte Napoleon den Versuch, die Mitte der Österreicher durch einen Massenangriff seiner Kavallerie (eine Kürassier- und zwei leichte Divisionen, zusammen 44 Schwadronen) zu sprengen, allein die Standhaftigkeit der österr. Infanterie, die hier zum erstenmal volle Vierecke formierte, ließ auch diese Angriffe scheitern.
Hanc veniam etc. - Han
* 4 Hand.Am 22. Mai erneuerte Napoleon, nachdem das Gefecht schon bei Tagesanbruch wieder begonnen, den Versuch, die Mitte zu durchbrechen. Massenfeuer aus 400 franz. Geschützen leitete den Angriff ein, und der Sieg schien sich für die Franzosen zu entscheiden. Da zog Erzherzog Karl seine noch frische Grenadierreserve (16 Bataillone) heran und ging nun selbst zum Angriff über. Die Fahne des Infanterieregiments Zach in der Hand, [* 4] führte er seine Infanterie persönlich und drängte die Franzosen, die sich bereits eines großen Teils der beiden Dörfer bemächtigt hatten, auf allen Punkten in ihre frühere Aufstellung zurück, auf deren Massen nun das österr.
Geschütz sein verheerendes Feuer richtete. Napoleon ordnete abends den Rückzug auf die Insel Lobau an, den die Infanterie in Eßling mit großer Hingebung bis zum andern Morgen deckte. Napoleon übergab den Befehl an Masséna und ritt auf die Insel Lobau hinüber; um Mitternacht schiffte er mit Berthier und Savary nach Ebersdorf über. Die Österreicher verloren in der Schlacht bei Aspern 23340 Tote und Verwundete, darunter 12 Generale, die Franzosen einschließlich der Gefangenen 44373 Mann, fast die Hälfte aller im Gefecht gewesenen Mannschaft. Unter den Schwerverwundeten war Marschall Lannes, der bald nachher starb.
Aspersion - Asphalt
* 5 Aspersion.