Zootomie (altgriechisch ζῷον zōon, deutsch Tier und τομή tomḗ, deutsch das Schneiden, der Schnitt) ist ein veralteter Ausdruck in der Zoologie für die Wissenschaft der Anatomie der (Wirbel-)Tiere. Das entsprechende akademische Fach wird an Hochschulen heute Veterinär-Anatomie genannt. Wissenschaftler dieses Gebietes, Veterinäranatomen, wurden als Zootom oder als Tierzergliederer bezeichnet. Damals wurde der Begriff der Zootomie[1] dem der Anthropotomie als menschlicher Anatomie gegenübergestellt, beide zusammen als Anatomie gefasst. Als Phytotomie wird die Lehre vom Bau der Pflanzen bezeichnet.

Definitionen

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Der Fachbegriff Zootomie hat zwei unterschiedliche Bedeutungen:[2]

Die „Zootomie [ist das] Zerlegen und Zerschneiden von Tierkörpern zum Studium ihres inneren Baus.“[5][6]

Weitere ähnliche Begriffe sind Tranchieren, Zerlegen, Sektion, Prosektur, Nekropsie, Autopsie und Obduktion.

Geschichte

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Eines der ersten grundlegenden Werke zu diesem Thema ist die Zootomia Democritaea (1645) des neapolitanischen Anatomen Marco Aurelio Severino (1580–1656), in der das Verhältnis der Zootomie zur Anatomie des Menschen beschrieben wird. Zootomie im Sinne der Bezeichnung des 19. Jahrhunderts, als vergleichende Anatomie übersetzt, geht auf Johann Friedrich Meckel den Jüngeren (1781–1833) und Hermann Friedrich Stannius (1808–1883) zurück.

„Zootome, Zootomia, die Thierzergliederung, anatomische Zerlegung thierischer Körper, eigentlich mit Einschluss der sogenannten Anatomie; was wir jetzt Zootomie oder Anatomia comparata [übersetzt: vergleichende Anatomie] nennen, wird eigentlich durch Theriotomia bezeichnet; von Zoon und Tome.“[7] Im Altgriechischen bedeuten θηρίον ‚therion‘ „(wildes) Tier“ und Therium „das wilde, giftige, beissige Thier“; davon wurde „Theriotomia, die Thierzergliederung“, abgeleitet.[8][9]

„Zootomie ist der griechische Name für die Anatomie oder Zergliederungskunst in Bezug auf die Thiere. Sie gilt als eine Hülfswissenschaft der Zoologie.“[10]

Otto Dornblüth definierte die Zootomie erstmals 1919 in der achten Auflage seines Wörterbuchs als „Tiergliederung“ [sic][11] und veränderte in der zehnten Auflage 1921 auf „Tierzergliederung“.[12] Sein Nachfolger Willibald Pschyrembel erwähnte sie zuletzt 1977 in der 253. Auflage seines Klinischen Wörterbuchs ebenso als „Tierzergliederung“.[13]

Ältere Literatur

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Commons: Zootomie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Wilhelm Kühn: Neues medizinisches Fremdwörterbuch für Schwestern, Sanitäter, Heilgehilfen, Krankenpfleger und gebildete Leserkreise. 3. Auflage, Verlag von Krüger & Co., Leipzig 1913, S. 124.
  2. Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Loseblattsammlung 1966–1977, 6. Ordner (S–Zz). Urban & Schwarzenberg, München / Berlin / Wien 1974, ISBN 3-541-84006-4, S. Z 49.
  3. Meyers Konversations-Lexikon: Meyers kleines Lexikon. Neunte gänzlich neu bearbeitete Auflage in drei Bänden, 3. Band, Bibliographisches Institut Aktiengesellschaft, Leipzig 1934, S. 2504.
  4. Herbert Volkmann (Hrsg.): Walter Guttmann (alias Walter Marle und Walter Guttmann-Marle): Medizinische Terminologie. 35. Auflage, Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Berlin 1951, Spalte 1125.
  5. Gerhard Wahrig: Deutsches Wörterbuch. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit zahlreichen Wissenschaftlern und anderen Fachleuten. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh / Berlin / München / Wien 1972, ISBN 3-570-06588-X, Spalte 4417.
  6. Gerhard Wahrig: Deutsches Wörterbuch mit einem „Lexikon der deutschen Sprachlehre.“ Herausgegeben in Zusammenarbeit mit zahlreichen Wissenschaftlern und anderen Fachleuten. Jubiläumsausgabe, Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh / München 1991, ISBN 3-570-03648-0, S. 1470.
  7. Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Wörterbuch. 3. Auflage. Deuerlich- und Dieterichsche Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 1097. archive.org. Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive
  8. Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Wörterbuch. 3. Auflage. Deuerlich- und Dieterichsche Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 1043. archive.org. Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive
  9. Steven Blankaart: Lexicon medicum graeco-latinum, in quo totius artis Medicae termini, in Anatome Chirurgica, Pharmacia, Chymia, Re Botanica etc. Usitati, dilucide et breviter exponuntur, juxta Neotericorum tum Practicorum tum Mechanicorum placita, et vere demonstrata principia. Amsterdam 1679.
  10. Brockhaus Enzyklopädie: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände – Conversations-Lexikon, 11. Auflage, 15. Band, Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig 1868, S. 774.
  11. Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch – Die Kunstausdrücke der Medizin, erläutert von Dr. med. Otto Dornblüth. Achte, wesentlich vermehrte Auflage, Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1919, S. 387.
  12. Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch – Die Kunstausdrücke der Medizin, erläutert von Dr. med. Otto Dornblüth. Veit's Sammlung wissenschaftlicher Wörterbücher. Zehnte, wesentlich vermehrte Auflage, Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / Leipzig 1921, S. 444.
  13. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch mit klinischen Syndromen und mit einem Anhang Nomina anatomica, 253. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin / New York 1977, ISBN 3-11-007018-9, S. 1337.