Wilhelm ist ein männlicher Vorname und ein Familienname.

Herkunft und Bedeutung

Bearbeiten

Der Name entstammt dem Altniederdeutschen sowie Althochdeutschen und lässt sich von willio (Wille, Entschlossenheit) und helm (Helm, Schutz)[1] oder halm (Halm, aufrecht) herleiten. Sein erster bekannterer Namensträger war der heilige Wilhelm (Willehalm) von Aquitanien (745–812), Cousin Kaiser Karls des Großen und Gründer der Abtei Gellone, heute Saint-Guilhem-le-Désert. Seine Verbreitung in Nordwesteuropa wurde vor allem durch die Namensträger in den Familien der Oranier und der Hohenzollern befördert.

Verbreitung

Bearbeiten

Der Name Wilhelm gehörte im ausgehenden 19. und im beginnenden 20. Jahrhundert zu den zehn am häufigsten vergebenen Jungennamen in Deutschland, war um die Jahrhundertwende herum sogar einige Male auf Platz eins der Häufigkeitsstatistik. Seit den 1920er Jahren ging seine Popularität allmählich zurück.[2]

In Österreich kommt der Name seit 1984 regelmäßig in der Namensgebung vor. Bis Mitte der 1990er Jahre lag er noch in den Top-200. Seitdem ist seine Vergabe rückläufig.[3] Von 1984 bis 2023 wurde der Name etwa 430 Mal vergeben. Der Name taucht in der Schweiz seit 1930 fast jedes Jahr in den Vornamenscharts auf. Von 1930 bis 1951 lag er durchgehend in den Top-100, danach ließ seine Beliebtheit stetig nach. Bis 2023 wurden rund 2.500 Jungen so genannt.[4]

In Frankreich kam der Name im frühen 20. Jahrhundert hin und wieder in den Top-500 der Hitlisten vor.[5] In den Niederlanden wird der Name seit 1930 regelmäßig bei der Namenswahl berücksichtigt. Bis 1944 befand er sich stets unter den 100 beliebtesten Vornamen. Von 1930 bis 2023 wurde der Name circa 6.400 Mal gewählt. Der Name wird in Polen seit der Jahrtausendwende fast jährlich vergeben, er ist jedoch nur mäßig beliebt. Die Vergabe ist auch in England und Schottland nachgewiesen.[4]

Der Name zählt in Schweden seit 1998 immer wieder zu den 100 beliebtesten Jungennamen.[6] In Dänemark und Norwegen ist Wilhelm ein geläufiger Name, der regelmäßig bei der Namenswahl berücksichtigt wird.[7] In den USA tauchte der Name am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts in den Top-1000 auf.[8] Der Vorname kommt in Kanada seit 1983 fast alljährlich in den Hitlisten vor, aber in einem geringen Volumen.[4]

Namenstage

Bearbeiten

Varianten

Bearbeiten

Der Name ist weltweit in verschiedenen Varianten verbreitet:

Namensträger

Bearbeiten

Herrscher

Bearbeiten
  • Wilhelm I. (1781–1864), König von Württemberg
  • Wilhelm I. (1797–1888), König von Preußen und ab 1871 Deutscher Kaiser
  • Wilhelm II. (1848–1921), König von Württemberg
  • Wilhelm II. (1859–1941), König von Preußen und von 1888 bis 1918 Deutscher Kaiser

Einzelname

Bearbeiten
  • Wilhelm Jahn (1835–1900), österreichisch-ungarischer Musiker und Dirigent
  • Wilhelm Jahn (1866–1924), deutscher Generalleutnant
  • Wilhelm Jahn (1891–1952), deutscher Polizeipräsident und SA-Obergruppenführer
  • Wilhelm Hans Jahn (1889–1973), deutscher Mittelstreckenläufer, Wandervogel, Offizier und Herausgeber
  • Wilhelm von Neuberg (1802–1862), böhmisch-österreichischer Truchsess und Domänenbesitzer
  • Wilhelm Neufeld (1908–1995), deutscher Grafiker, Typograf, Maler und Bildhauer
  • Wilhelm Neusser (1924–1994), österreichischer Glasermeister und Politiker
  • Wilhelm Noll (1926–2017), deutscher Motorradrennfahrer

Familienname

Bearbeiten
  • David Wilhelm (* 1956), US-amerikanischer Unternehmer und Politikberater
  • Nora Wilhelm (* 1993), Schweizer Aktivistin im Bereich Nachhaltigkeit

Siehe auch

Bearbeiten
Bearbeiten
Wiktionary: Wilhelm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen. Nikol Verlag, Hamburg, 2002, ISBN 3-933203-63-5, S. 850
  2. Statistik "Beliebte Vornamen"
  3. Vornamen der Geborenen. In: STATISTIK AUSTRIA. Bundesanstalt Statistik Österreich, abgerufen am 5. Juni 2025 (deutsch).
  4. 1 2 3 Wilhelm. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 5. Juni 2025 (deutsch).
  5. Popularity in France. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 5. Juni 2025 (englisch).
  6. Popularity in Sweden. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 5. Juni 2025 (englisch).
  7. Wilhelm. In: Nordicnames. Judith Ahrholdt, abgerufen am 5. Juni 2025 (englisch).
  8. Popularity in the United States. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 5. Juni 2025 (englisch).
  9. Rada Języka Polskiego: Aneks do obowiązującego wykazu imion. In: rjp.pan.pl. 2007, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Dezember 2013; abgerufen am 16. November 2012 (polnisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.