Termine
| 24.05.2026 | Wikipedia:Berlin – Führung durchs Wassersportmuseum Grünau |
| 25.05.2026 | |
| 26.05.2026 | Wikipedianische KulTour: Gotha-Special Coburg | Gotha | 1826 |
| 26.05.2026 | |
| 26.05.2026 | Queers und Frauen Tübingen |
| 26.05.2026 | FemNetz/Online-Der FLINTA-Treff für Fragen rund um Wikipedia |
| 27.05.2026 | |
| 27.05.2026 | Stammtisch Freiburg |
| 27.05.2026 | Alle können Wikipedia (WikiMUC) |
| 28.05.2026 | (Free Software Education) Professionelle Foto-Nachbearbeitung (Win/Mac/Linux) im WikiMUC |
| 28.05.2026 | Stammtisch Dresden |
| 28.05.2026 | Offener Wikipedia-Abend Berlin im WikiBär |
Neue Projekte und Portale

Projekte: Queer | Einleitung und Artikelstruktur | Brasilien | Personal Knowledge Management
Portale: Oberpfalz | Kirgisistan | Internet | Kaiserreich
Schon gewusst? Hochschullehre kann Wikipedia
Hochschulkurse über, mittels und in der Wikipedia sind nichts Neues. Im zurückliegenden Wintersemester waren wir an einem solchen Kurs in der Fakultät Informatik der Ostfalia Hochschule beteiligt, einer von uns als Student, der andere als Dozent. Wir schildern hier unsere Erfahrungen aus der jeweiligen Perspektive.
Doch zunächst zum Kurs und den diesbezüglichen nackten Daten: Knapp über 40 Informatik-Studierende haben Artikel überarbeitet, neue verfasst und Materialien zu Wikicommons beigesteuert. Details sind im Outreachdashboard dokumentiert, das als Kursplattform verwendet wurde. Wesentliches Lernziel für Studierende war zu erkennen und zu erleben, dass der Erfolg eines Wikis v.a. von sozialen im Gegensatz zu technologischen Faktoren bestimmt ist. Hinzu kamen Wikipedia-bezogene Lernziele, die im Wesentlichen von der Kurs-Vorlage der Wiki Education Foundation übernommen wurden. Der Kurs folgte zumeist dieser Vorlage. Hinzugefügt waren mehrere halbtägige Edit-a-thons nach der Hälfte der Kurszeit.
Student: Als ich im vorherigen Semester einen Aushang für den Wikipedia-Kurs sah, war ich direkt interessiert. Gerade als eine Person, die vor den Zeiten der KI die Schule besucht und das Studium begonnen hatte, ist die Wikipedia für mich stets eine wertvolle Anlaufstelle gewesen, um mir einen soliden Überblick über die verschiedensten Themen zu verschaffen oder auch einfach mal von Link zu Link zu springen und die Tiefen unterschiedlichster Themenbereiche auszuloten. Dieser Aspekt, zusammen mit der sozialen Komponente, eine so große Menge an Wissen produktiv und qualitativ hochwertig zu halten, um gemeinsam etwas Gutes zu schaffen, haben mich sehr fasziniert.
Als zuvor ausschließlich passiver und konsumierender Nutzer der Plattform sah ich in dem Kurs eine Möglichkeit, in einem bekannten Rahmen einer Lehrveranstaltung erste Erfahrungen mit eigenen Beiträgen zu machen und mich dabei mit anderen Neulingen auszutauschen, um Erfahrungen und Wissen zu Tools und Informationsseiten zu teilen. Die Gemeinschaft und der geführte Einstieg machte es einigen Kursteilnehmern deutlich leichter, mutig zu sein und ihre ersten Verbesserungen an Artikeln zu wagen.
Die Kursplattform der Wiki Education Foundation bot dabei einen gut strukturierten und übersichtlichen Einstieg in die wichtigsten Aspekte der Mitarbeit in der Wikipedia. Dabei standen die Relevanzkriterien, das enzyklopädische Schreiben, die Qualität und Angabe von Einzelnachweisen, aber eben auch eine oft von außen unterschätzte Seite, nämlich die Kommunikation mit anderen Wikipedianern, im Vordergrund.
Im Laufe des Kurses kam es immer wieder zu Kontakten mit anderen Benutzern, die meist positiv verliefen, in wenigen Fällen jedoch auch etwas forsch wurden. Dabei wurde uns vor allem klar, dass es wichtig ist, an der aktiven Diskussionskultur innerhalb der Wikipedia teilzunehmen, da wir so schnell Missverständnisse oder Probleme aus der Welt schaffen konnten, sodass beide Seiten letztendlich zufrieden sein konnten.
Die Arbeit im Kurs hat mir vor allem gezeigt, dass hinter der Wikipedia wirkliche Menschen stehen und dass das System sowie das freie Wissen nur erhalten und erweitert werden können, wenn sich weitere Freiwillige finden, die sich für ein Mitwirken begeistern können. Veranstaltungen wie die WikiCon, diverse Stammtische oder das Projekt „Mit Wikipedia unterwegs“, bei denen sich unterschiedliche Persönlichkeiten mit einem gemeinsamen Interesse für die Arbeit an der Wikipedia begegnen können, waren mir zuvor gänzlich unbekannt. Nun hat der Kurs jedoch mein Interesse geweckt, sodass ich mich gerne weiter beteiligen und auch tiefer in die Wikipedia eintauchen möchte.
Dozent: Der Gedanke und das Bedürfnis den Kurs anzubieten entstand und reifte durch meine Mitarbeit im Wikiprojekt:Hochschullehre. Ich erkannte eine Möglichkeit einen Kurs im Service-Learning-Format anzubieten und hoffte auf einen „Ownership-Effekt“ bei Studierenden: Interesse und Engagement, weil die eigene Arbeit nicht in irgendeiner Schublade verschwindet, sondern sichtbar wird und einen Beitrag für andere darstellt.
Aus verschiedenen Gründen hatte ich wenig Zeit, den Kurs vorzubereiten. Daher gab ich es schnell auf, ein informatikspezifisches Thema für die zu erstellenden bzw. zu überarbeiteten Inhalte zu identifizieren. Sehr hilfreich für Vorbereitung und Durchführung waren die fertigen Kursmaterialen der Wiki Education Foundation, die ich mit geringen Aufwand anpassen konnte.
Unsicher war ich mir, ob ich es ohne die Hilfe einer kundigen Person schaffe, schnell genug zu reagieren, falls Studierende in irgendeiner Form Unerwünschtes in der Wikipedia tun. Als Hochschuldozent verfüge ich nicht über den „Zeitreichtum“, der Wikipedianern stereotypisch nachgesagt wird. Trotz Warnungen beschloss ich ins kalte Wasser zu springen und es zu probieren.
Unsicher war ich mir auch, ob der Kurs als Wahlpflichtfach überhaupt auf das Interesse von Studierenden treffen wird. Eine Interessensabfrage am Ende des vorausgehenden Semesters hatte genau einen Rücklauf. Die Unsicherheit wich einer Mischung aus Freude und Schock, als in der ersten Veranstaltung knapp 50 Studierende anwesend waren. Plötzlich war ich tatsächlich im kalten Wasser. Es wurde rasch etwas wärmer, weil sich mein Mitautor bereit erklärte, werktags ein wachsames Auge auf die Wikipedia-Aktivitäten des Kurses zu werfen und dies in Folge hervorragend geleistet hat.
Die hohe Nachfrage empfand ich durchaus als bestärkend, auch dann noch, als ich gelernt hatte, dass das Interesse einiger eher im Desinteresse an anderen Wahlpflichtangeboten begründet war. Dennoch war bei der Mehrheit der Studierenden das Interesse und die Wirkung des Ownership-Effekts spürbar. Sie haben einen Beitrag zur Wikipedia geleistet. Einige haben zu Themen geschrieben, die sie bewegen, andere haben Artikel ausgebaut, die ihnen vorgeschlagen wurden. Zwei Artikel wurden auf der Hauptseite unter „Schon gewusst?“ vorgestellt.
Ich selbst durfte im Laufe des Kurses viel lernen. Derzeit für mich am wichtigsten ist die Erkenntnis, dass Hochschulen mit dieser Art von Kursen einen ihrer eher weniger erfüllten gesetzlichen Aufträge erfüllen können: Demokratiebildung. In der Wikipedia tätig kann man (er-)lernen und erleben, was nicht-neutrale Standpunkte sind, in Diskussionen seinen eigenen Standpunkt zu vertreten, die Standpunkte anderer zu hören und versuchen, zu einem gemeinsam tragbaren Ergebnis zu kommen. In der Wikipedia tätig kann man (er-)lernen und erleben, wie lohnend und zäh das Austarieren von Interessen und Meinungen sein kann. In der Wikipedia tätig kann man (er-)lernen und erleben, dass soziale Prozesse schwer und anstrengend sein können und auch mal unschöne Reaktionen auszuhalten.
Von uns beiden: Herzlichen Dank an die uns bekannten und unbekannten Wikipedianer, die im Hintergrund mitgeholfen haben.
Ruhrgebietsgeschichten
Nachdem die langjährigen Ruhrgebietstreffen mit vielfältigem kulturellen Programm immer sehr rege im zweistelligen Bereich besucht sind, und wir im Ruhrgebiet gute dauerhafte Kontakte zu hiesigen Institutionen und Museen knüpfen konnten, existiert nun seit Anfang Mai auch ein von vielen begrüsster stationärer Treffpunkt zum Editieren. Mit dem RuhrRevier im denkmalgeschützten Haus des Bochumer Geschichtsvereins, der Kortum-Gesellschaft, in der Bochumer Bergstraße haben die Wikipedianer und Wikipedianerinnen aus dem Ruhrgebiet und Umland nun einen traditionsreichen und schönen Stützpunkt zur Verfügung, der zudem bestens mit Literatur zur Stadtgeschichte ausgestattet ist.
Das Gebäude liegt direkt am Eingang des Bochumer Stadtparks gegenüber des Kunstmuseums Bochum, nah zum Bergbaumuseum und ist durch den ÖPNV gut an die Nachbarstädte angebunden. Jeweils am ersten Dienstag im Monat öffnet das RuhrRevier seine Türen zum Offenen Editieren und am dritten Dienstag im Monat zum WomenEdit.

Das erste Treffen am 5. Mai fand bei Brötchen, Snacks, Warm- und Kaltgetränken in interessierter Runde statt, mit bekannten und neuen Gesichtern aus dem Ruhrpott und dem Umland, vertreten durch Düsseldorf und Münster. Das setzte sich beim Initialtreffen zum WomenEdit RuhrRevier am 19. Mai fort, mit interessierten Wikipedianerinnen, wiederum aus dem Nahbereich und Umkreis, bei Käsesandwich und Fleischbällchen.
Neben dem freien Editieren und dem Austausch zu aktuellen Fragen freuen wir uns auf das gemeinsame Organisieren künftiger Projekte und die Planung einer 25-Jahre-Wikipedia-Feier in „unserem Revier“. Alr + It, 19.5.
Verbesserungen am AutosuggestSitelink-Helferlein

Beim Verbinden von neuen Artikeln mit einem Wikidata-Objekt kann das AutosuggestSitelink-Helferlein unterstützen. Bei mir ist das Werkzeug seit Anfang 2023 in Verwendung (siehe dazu auch den Kurierbeitrag vom Dezember 2024).
Zuletzt wurden im Rahmen des Wikimedia Hackathon 2026 zwei Verbesserungen vorgenommen:
- Der Suchbegriff kann selbst verändert werden, beispielsweise können Klammerzusätze entfernt werden oder alternative Schreibweisen oder andersprachige Begriffe eingegeben werden.
- Bei Begriffsklärungsseiten wird nur nach Begriffsklärungs-Wikidata-Objekten gesucht.
Nicht verbundene Artikel sind unter
zu finden. Häufig sind darunter auch Artikel noch ohne Kategorien, Normdaten, Personendaten, Infobox, Koordinaten, usw. (siehe Checklist).
Ist dieses Helferlein aktiviert, so erscheint nach dem Abspeichern von unverbundenen Artikeln ein Fenster mit möglicherweise passenden Wikidata-Objekten, sodass man nur mehr die Auswahl treffen und auf Abschicken (=Speichern) klicken muss. Wenn kein passendes Objekt gefunden wird (was nicht zwingend heißen muss, dass es nicht in einer der 300 Projektsprachen doch existiert), kann über den Button Neues Objekt anlegen ein neues Wikidata-Objekt erstellt werden.
Alternativ kann vor Anlage eines Artikels das Wikidata-Objekt vorbereitet, d.h. angelegt werden, sofern noch keines vorhanden ist bzw. um die deutschsprachige Bezeichnung und Beschreibung und weitere fehlende Informationen ergänzt werden, sodass nach dem Anlegen nur mehr mit dem bereits bestehenden Objekt mit dem AutosuggestSitelink-Helferlein verbunden werden muss.
Über Werkzeuge -> AutosuggestSitelink lässt sich das Helferlein bei jedem Artikel aufrufen, im Normalfall wird dann bei länger bestehenden Artikeln angezeigt, dass dieser bereits verbunden ist. Aktiviert werden kann es wie in diesem Beispiel. M2k~dewiki 19.05.
So muss ein Treffen aussehen! Oder?
Warum reisen wir eigentlich zu internationalen Wikimedia-Konferenzen?

Im Zusammenhang mit der Wikimania und anderen Treffen kommen immer wieder Fragen auf, die ein paar Dinge offenbaren. Denn: Wo und wie wir uns treffen wollen, das verrät auch, wie wir eigentlich unsere Gemeinschaft sehen.
Was erwarten Teilnehmer von einer Wikimania? Was wollen sie dort erleben? Was wollen sie über das Gastland erfahren? Schließlich macht man teils eine sehr weite Reise. Da will man doch nicht einfach in ein steriles Kongresszentrum mit künstlicher Beleuchtung und "internationalem" Büffet? Was die einzelnen sich aber konkret wünschen, das kann letzten Endes sehr persönlich sein.
Nach meinen Erfahrungen in den Niederlanden und auf internationaler Ebene kann ich rasch eine Liste von Faktoren machen, wie sie in den Köpfen vieler Organisatoren herumgehen:
- Können überhaupt Menschen aus verschiedenen, auch armen Ländern ein Visum für das Land erhalten? Und unter welchen Umständen (Preis, Dauer der Anfrage)? Wer sich immer in Europa oder Nordamerika treffen will, schließt viele Menschen systematisch aus.
- Sind die Teilnehmer sicher? Wird abgeraten, sich außerhalb des Stadtzentrums oder bewachte Plätze wie Flughäfen zu begeben?
- Wie hoch sind die Kosten für ein Treffen in diesem Land?
- Ist das Land global gesehen gut erreichbar? Und wie sieht es mit der Infrastruktur im Lande aus?
- Flughafen, Hotel, Unterkünfte: Wie viel Zeit würde man mit Fahrerei verschwenden?
Ob es am Ort in rezenter Vergangenheit schon ein ähnliches Wikimedia-Treffen gegeben hat... das kann sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden. Einerseits spricht es für ein Land und einen Ort bzw. die Wikimedia-Bewegung, wenn dort ein Treffen glatt abgelaufen ist. Andererseits will die globale Bewegung ihre Ressourcen auch nicht immer in dieselben Länder fließen lassen.
„Persönliche Gründe“
Und was das Persönliche betrifft: Es gibt Wikimedianer, für die es wichtig ist, dass sie rasch und ohne großen Aufwand in ihr Hotelzimmer können. Das mögen manche unnötig und übertrieben finden, aber die Betroffenen haben dafür vielleicht gesundheitliche Gründe oder brauchen manchmal eine Auszeit.
Manche finden es toll, wenn die Konferenz eine Feier in einem urigen Gasthof einplant, oder eine Tour zu Kneipen. Andere sorgen sich, ob sie mit ihrem Rollstuhl überall hinkommen, oder ob es rauchfrei ist, oder mit welchen sensorischen Reizen sie rechnen müssen.
Schließlich sind viele Länder touristisch ausgerichtet und gastfreundlich - aber nicht zu allen Menschen. Manche Länder haben Hassgesetze gegen Homosexuelle oder machen Schwierigkeiten bei Menschen, deren Geschlecht auf dem Reisedokument nicht "gut" wiedergegeben wird. Heutzutage kann auch alles Mögliche aus Sozialen Medien oder zwielichtigen Nachrichtenquellen gegen jemanden verwendet werden.
Abermals sieht man, dass das Private oftmals ziemlich politisch ist.
Warum bist du überhaupt da?
Die WMF ist übrigens der Meinung (zumindest nach meinem letzten Kenntnisstand): Teilnehmer sollen wirklich nur zum Wikimedia-Treffen, sonst nichts. Darum zahlt sie strikt nur die An- und Abreise für das Treffen. Sie will also nicht, dass jemand ein paar Tage früher kommt und auf eigene Kosten etwas länger im Land verbleibt. Durch diese strikte Politik sollen fragwürdige Teilnehmer abgeschreckt werden, die sich gar nicht für das Treffen, sondern nur für einen günstigen Urlaub interessieren.
Das halte ich persönlich für nicht ganz unbegründet, aber doch für das falsche Mittel. Heutzutage kennen die Menschen in der Wikimedia-Bewegung einander recht gut, und man kann eher als früher abschätzen, ob jemand wirklich vor allem aus touristischen Gründen zum Treffen will. Außerdem wird man solches nie völlig verhindern können.
Unter dem Fehlverhalten einzelner sollen aber nicht alle anderen leiden, die viele Freizeitstunden für die Wikipedia- und Wikimedia-Arbeit aufbringen. Wer noch dazu einen oder mehrere Tage Reisezeit auf sich nehmen muss, der findet es befremdlich, warum er sich nicht ein paar Urlaubstage gönnen darf. Muss man gerade die Ehrenamtlichen, die den ganzen Bums durch ihre Artikel finanzieren, zum frugalen Leben anhalten?
Reise in "unser" Land

Touristische, kulturelle und andere Erfahrungen sollen also durchaus möglich sein, das werden viele unterschreiben. Ich denke aber auch: Wer zu einem Wikimedia-Treffen fährt, der reist doch auch ein bisschen in das "eigene" Land. Der kommt an einen Konferenzort, wo man vor allem Gleichgesinnte und "Anverwandte" trifft. Das sind nicht nur Wikimedianer, sondern auch Gäste, die in Museen arbeiten oder als Studenten einen Kontakt mit der Wikipedia hatten.
Das Konferenzgebäude wird für die begrenzte Zeit zu einem "eigenen" Ort, an dem man sich die Welt ein wenig so gestalten kann, wie sie sein soll. Wo alle willkommen sein können, wo eine Safe Space Policy durchgesetzt werden kann. Das nämlich ist erst die Grundlage für den Austausch zwischen Menschen aus den verschiedensten Ländern. Ziko, 17.5.
Wir brauchen weniger Autoren ...
Ständig liest man, das Wiki habe zuwenig aktive Autoren. Ich finde, es besteht kein grundsätzliches Autorenproblem, man hat vielleicht gar zuviel davon. Jeden Tag entstehen dutzende neue Artikel und bestehende Artikel werden erweitert. In vielen Themenbereichen gibt es sehr engagierte Fachleute. Das eigentliche Defizit liegt an anderer Stelle: bei der langfristigen Pflege des Bestands und dem sinnvollen Verknüpfen untereinander. Wie oft lese ich nach meinen Ergänzungen in den verlinkten Artikeln andere Inhalte/Daten. Zwar oft nur in Details, aber Vereinfachungen und Differenzen tauchen oft genug auf, zu oft für meinen Geschmack.

Über die Jahre hat Wiki einen gewaltigen Artikelbestand bekommen. Über vier Millionen Artikel müssen beobachtet, aktualisiert und gegen Vandalismus geschützt werden. Diese Aufgaben sind wenig sichtbar und bringen kaum Anerkennung. Einen neuen Artikel anzulegen gilt oft als „produktiver“ oder prestigeträchtiger als das (stille) Nacharbeiten. Veraltete Quellenangaben, versteckten Vandalismus oder inkonsistente Daten zu korrigieren ist mühsam, erst recht, wenn man als TK agiert. "Stabile Versionen" vielleicht gar ohne Beleg als TK zu korrigieren, ist manchmal unmöglich. Für die Kontrollarbeit braucht man Geduld, gute Recherchefähigkeiten und je nach Thema auch Zugriff auf eine große Bibliothek. Dabei entscheidet gerade diese Pflegearbeit über die Qualität der Enzyklopädie. Ein Artikel, der 2016 gut war, ist 2026 nicht automatisch noch aktuell. Unternehmen verschwinden, politische Ämter wechseln, wissenschaftliche Erkenntnisse verändern sich, Weblinks sind nicht mehr erreichbar, neue Informationen, Bücher und Zeitschriftenartikel kommen dazu. Ohne kontinuierliche Wartung verliert selbst ein ehemals exzellenter Artikel seine Zuverlässigkeit.
Besonders sichtbar wird das in Bereichen mit hohem Aktualitätsbedarf. Artikel zu Sport, Technik, Politik oder Musik veralten schnell. Gleichzeitig gibt es tausende kaum beobachtete Seiten, auf denen kleinere Fehler jahrelang unbemerkt bleiben. Oft fehlt nicht das Wissen, sondern schlicht jemand, der regelmäßig hinsieht, nachprüft und ergänzt. Ein vermeintlich recht aktueller Artikel zum Zeitgeschehen im Iran hat es sogar bis zum Löschantrag gebracht (Krise von Hormus 2026). Das Problem verschärft sich durch die Struktur der Mitarbeit. Dauerhafte „Hausmeistertätigkeiten“ wie Quellenkontrolle oder das Aktualisieren von Wartungsbausteinen finden dagegen weniger Freiwillige. Pflegearbeit ist der Bereich, in dem zusätzliche Mitarbeit den größten Nutzen hätte. Schon kleine Korrekturen verbessern die Verlässlichkeit der Wikipedia unmittelbar.
Vielleicht sollte man stärker betonen, dass Pflege keine Nebensache ist, sondern eine Kernarbeit der Enzyklopädie. Wikipedia ist längst kein junges Projekt mehr, das vor allem wachsen muss. Sie ist auch ein bestehendes Projekt, das erhalten werden will. Neue Autoren bleiben wichtig. Aber noch wichtiger sind diejenigen, die pflegen. Nur wie gewinnt man dafür Mitarbeiter? Kny, 15.5.
Ich kann es mir an der Stelle nicht verkneifen, auf den Wartungsbausteinwettbewerb hinzuweisen, da betröpfeln wir regelmäßig heiße Steine. HvW, 16.5.
Wikimania:Expressions of Interest/Current call

Zu jeder Wikimania ergeht ein Aufruf, sich um die Ausrichtung zukünftiger Veranstaltungen zu bewerben.
Seit dem Ricola-Moment 2005 scheint dieser Aufruf in unserer deutschsprachigen „Community“ ungehört zu verhallen. Aus der Community heraus, vielleicht wegen der Einstellung, das sei doch sowieso etwas, was von „Denen da Oben“ organisiert wird, und dass es da Quoten und Absprachen gibt, dass DACH und insbesonders Deutschland ja eh keine Chance haben. Und das Quasi-Abo auf den Wikimedia Summit, der zwischen 2009 und 2024 insgesamt 12 mal in Berlin stattfand, untermauerte dies ja auch in gewissem Sinne.
Aber dieser Summit war ja auch keine Community-Veranstaltung, sondern eine Versammlung auf Meta-Ebene.
Die Wikimania ist aber, zumindest von ihrem Eigenanspruch her, eine Community-Veranstaltung, also eine Veranstaltung, wo all diese Ehrenamtlichen, Freiwilligen, Volunteers und als was wir uns sonst so alle verstehen, sich treffen und austauschen. So eine Art WikiCon auf global.
Auch diese hat sich seit der Skillshare 2010 stark verändert – professionalisiert. Aber bei aller Unterstützung durch die DACH-Vereine/Chapter bleibt sie eine von uns Freiwilligen organisierte Veranstaltung. Auch hier mit einer fortschreitenden Professionalisierung. Und in Potsdam konnten wir die Vorteile einer Konferenzzentrumsumgebung genießen.
Und deshalb hier mein Appell an Euch, sich die Wikimania auch für Uns zurückzuholen. Der Call für eine Interessensbekundung richtet sich expressiv an „Regionale Teams“, also zunächst einmal Ehrenamtliche, die dann mit der logistischen und finanziellen Unterstützung der Foundation (und in unserem Fall mit der bewährten Zusammenarbeit mit WMDE) ihre Wikimania gestalten.
Seit 2014 habe ich, Paris bereits eingeschlossen, an sechs Wikimanias teilgenommen. Außer von der Veranstaltung in Esino Lario 2016 war ich in einer speziellen Hinsicht von allen anderen (für Paris gilt noch AGF) enttäuscht. Alle fanden in austauschbaren Konferenzzentrumsumgebungen statt. Die Kultur der ausrichtenden Stadt, geschweige denn des Landes, wurde gerade mal in in kurzen sporadischen Folkloreeinlagen in der Eröffnungszeremonie und der Wahl des Ortes der Schlussveranstaltung angerissen. Aber sollten wir als Wikimedia Movement nicht einen höheren Bildungsvermittlungsanspruch haben, wenn wir Menschen aus 5 Kontinenten anreisen lassen, als sie für weniger als eine Woche in eine Arbeits- und Hotelumgebung zu bringen, die in unserer globalisierten Welt praktisch austauschbar und kaum unterscheidbar ist? Bei einer WikiCon brauchen wir keine „Scheinfolklore“, da wir aus einem gemeinsamen Kulturkreis kommen. Und dennoch bemühen wir uns, den Teilnehmern und Teilnehmerinnen so viel wie möglich der Gastgeberstadt näherzubringen.
Das ist bei einer Wikimania, bei der Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen nur für eine sehr kurze Zeit in einen anderen Kulturkreis reisen, schwieriger. Ich halte den persönlichen Austausch auf solchen Konferenzen immer noch für unverzichtbar und nicht durch virtuelle/digitale Onlineformate ersetzbar. Aber wir sollten uns auch darum bemühen, die Gäste aus den jeweiligen Kulturen wirklich an der Kultur des Gastgeberlandes und des Austragungsortes teilhaben zu lassen.
Eine meiner Einreichungen bei der diesjährigen Wikimania ist der Vorschlag der Wikimedians Grand Tour, des Aufbaus eines Netzwerkes von Wikipediafreiwilligen weltweit, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten durchreisenden Wikipedianern als Tourguides ihrer Heimatregion dienen, oder sogar so weit gehen, auch ein Gästebett zur Verfügung zu stellen. Oder eben irgendetwas zwischen diesen beiden Extremen. Das sollte insbesondere rund um Veranstaltungen wie den Wikimanias passieren, aber natürlich auch bei individuellen Reisen. Mehr als das Erstellen einer Projektseite ist hierfür eigentlich nicht nötig. Eventuell müssten die Förderrichtlinien von Reisestipendien nur so ausgelegt werden, dass Reisedaten, bezüglich Reisedauer und Ankunfts- und Abreiseorten, so angepasst werden, dass individuelle und dann natürlich selbstfinanzierte Reiseanteile in das Korsett solcher Förderrichtlinien passen.
Aber was die Wikimania selbst angeht, habe ich im letzten Jahr, gemäß unserem Motto „Sei mutig!“, folgenden Vorschlag für eine Wikimania in Deutschland eingereicht: Wikimania auf Zeche Zollverein. Auf dem Gelände der Zeche Zollverein und der benachbarten Kokerei Zollverein gibt es zahlreiche Räumlichkeiten, die sowohl Großveranstaltungen, wie Eröffnungs- und Schlusszeremonien, als auch die entsprechenden Workshops ermöglichen. Auch die Catering-Infrastruktur ist vorhanden. Entsprechende Großveranstaltungen werden dort regelmäßig abgehalten. Das museale Umfeld auf dem Gelände selbst und das sonstige kulturelle Angebot in Essen selbst und in der näheren Umgebung haben Metropolenniveau. Und es ist ein UNESCO-Welterbe, begehbar und bespielbar und eben nicht nur ein austauschbares Kongresszentrum.
Die Wikimania wäre an einem wirklichen Ort, auch mit möglichen Berührungspunkten zu den Menschen außerhalb unserer Bubble und trotzdem mit abgeschlossenen, privaten, geschützten Räumen für unser konzentriertes Arbeiten.
Meine „Expression of Interest“ im vergangenen Jahr war ein Versuchsballon – ein Entwurf, und da ich mir über die Chancen selbst nicht hundert Prozent sicher war, habe ich das auch nicht ernsthaft weiterverfolgt. Die „Bewerbung“ momentan wäre auch nur für 2028 und 2029. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Jahr Europa und nächstes Jahr Südamerika die Austragungskontinente sein werden, sprechen wir 2028/29 von Afrika, Asien und Nordamerika. Da ein solches Event aber auch langfristig geplant sein will und auch die Location Zollverein nicht mal einfach so auf Zuruf buchbar wäre, ist eine langfristige Planung auch nicht von Nachteil.
Wichtig ist aber zu wissen, ob es überhaupt eine Gruppe von Menschen gibt, die bereit wären, sich hinter so ein Projekt zu stellen, oder gar mit eigenen, anderen Ideen um die Ecke kommen. Die Diskussion ist eröffnet. W 15.05.
Von Sternzeichen, Scrapern und Scheinbelegen
Manchmal beginnt ein größeres Problem mit einem eher kleinen Anlass. Gestern Abend wurde ich durch eine VM zu Vicky Leandros (siehe Wikipedia:Vandalismusmeldung/Archiv/2026/05/13#Vicky_Leandros (erl.)) auf die Seite myastro.gr aufmerksam, die da als Quelle für das Geburtsdatum dienen sollte. Die Quelle, eine recht offensichtlich als Beleg ungeeignete Astrologie-Hokuspokus-Seite, gab es auch in einigen weiteren Artikeln in verschiedenen Sprachversionen als Quelle, daher habe ich sie dort rausgeschmissen/ersetzt und auf Meta beantragt, die Domain auf die globale Spam-Blacklist zu setzen. Damit war die Sache scheinbar erledigt.
Oder eben nicht.
Bei der weiteren Suche bin ich auf eine ganze Reihe ähnlicher Seiten gestoßen: Astrologieportale, Biografie-Aggregatoren, automatisch befüllte Personenprofile, Scraper, teils KI-generierte Inhalte, kurz gesagt jedenfalls Seiten, die auf den ersten Blick manchmal wie biografische Datenbanken wirken, bei näherem Hinsehen aber keine belastbaren Quellen darstellen. Einige davon sind nur in überschaubarer Zahl eingebunden, andere deutlich häufiger. Beispiele sind ask-oracle.com oder astrologify.com, die auch inzwischen auf meine Initiative hin global geblacklisted sind. Schon bei diesen Domains bewegt sich die globale Zahl der Einbindungen in einem niedrigen dreistelligen Bereich, selbst das ist bereits mühsam vollständig zu bereinigen, ich konnte da bisher nur einen kleinen Anfang bei den Aufräumarbeiten machen.
Noch schwieriger wird es bei anderen Seiten, die massenhaft ungeprüfte oder aggregierte Inhalte bereitstellen. Dazu gehören etwa alchetron.com, prabook.com, wisdomlib.org und viele weitere. Einige solcher Seiten sind global teils tausendfach eingebunden. Damit geht es nicht mehr um ein paar einzelne schlechte Belege, sondern um ein strukturelles Problem: Inhalte aus Wikipedia und anderen Quellen werden abgeschöpft, neu zusammengesetzt, mit scheinbar zusätzlichen Daten angereichert und anschließend wieder als vermeintliche externe Quelle in Wikipedia verwendet.
Besonders verlockend sind solche Seiten offenbar bei biografischen Angaben, vor allem bei Geburtsdaten. Genau dort entsteht ein Dilemma. Für viele weniger bekannte Personen sind Geburtsdaten in seriösen, nachvollziehbaren Quellen schwer oder gar nicht auffindbar. Aggregatorseiten liefern sie dagegen oft bequem schnell auf einen Blick und scheinbar gesichert. Bei solchen Angaben stellt sich vor allem die Frage, woher sie eigentlich stammen. Ich frage mich teils, ob insbesondere Geburtsdaten aus SEO-Gründen teils erfunden oder automatisiert erzeugt werden, warum das Geburtsdatum von Personen ausschließlich bei irgendwelchen dubiosen Aggregatoren auffindbar ist, ist mir noch unklar, vielleicht wird da auch auf Daten zugegriffen, die eigentlich gar nicht öffentlich sein sollen. Als Quelle brauchbar ist das Zeug jedenfalls nicht.

Ein besonders anschauliches Beispiel war für mich ein mutmaßlicher Fakeartikel, auf den ich in der spanischsprachigen Wikipedia gestoßen bin: es:Camila García Echeverría (es ist stark davon auszugehen, dass dieser Artikel komplett gefaked ist, Mannschaftskader der Vereine, bei denen sie gespielt haben soll, führen sie in diesen Saisons nicht, die einzigen Spuren zu diesem Artikel stammen von mutmaßlich vandalistischen IP-Edits wie ). Selbst zu diesem höchst dubiosen Artikel gab es auf einer dieser Seiten ein Geburtsdatum (siehe den aktuell noch bestehenden Artikel in eswiki).
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, einzelnen Autorinnen und Autoren Vorwürfe zu machen (sowas wird wirklich von ganz verschiedenen Usern eingefügt). Wer in guter Absicht ein Geburtsdatum sucht und über Google eine scheinbar passende biografische Seite findet, kann leicht annehmen, eine brauchbare Quelle gefunden zu haben. Aber abgesehen davon, dass da erstmal noch diverse weitere Seiten geblacklisted werden müssten: Was machen wir eigentlich mit den tausenden bereits vorhandenen Junkbelegen im Artikelnamensraum? Ico, 14.5.
Eine Geschichte von Wikinews, Teil 1: Der erste Tag

Nun hat die Foundation die Schließung der 33 Sprachversionen des Projektes Wikinews tatsächlich durchgesetzt. Aus diesem Anlaß habe ich begonnen, eine Geschichte des Projektes zu schreiben, soweit sie von mir aus schreibbar war. Ich werde sie in unregelmäßigen Abständen fortsetzen. Selbst bin ich 2008 hinzugekommen, kann also über die ersten vier Jahre nichts oder nur das sagen, was sich unmittelbar aus Versionsgeschichten ergeben hat.
Die ersten Bearbeitungen sind nicht einsehbar. Sie sind offenbar auch nicht mehr vorhanden, denn es war mir auch als Admin nicht möglich, diese einzusehen. Inzwischen sind die Adminknöpfe funktionslos. Der Perma-Link mit der niedrigsten Nummer ist Nummer 18 und die erste Bearbeitung der Hauptseite lautet "Hier entstehen die Wikinews!", so geschehen am 3. Dezember 2004. Eine knappe halbe Stunde später hat Benutzer:Eloquence dem Ganzen eine ungeduldig wirkende Ellipse nachgestellt, und Minute später ersetzte Benutzer:Mbimmler die Ellipse durch die Worte das freie News-Portal. Leicht verändert blieb dies der Claim der deutschsprachigen Wikinews bis zur Schließung. Der nächste Edit brachte dann die ersten Regeln. Von da an war vorbei mit lustig. Schreib im Präsens! – das macht gar keinen Sinn, oder hat jemals jemand einen Nachrichtenartikel gelesen, der im Präsens geschrieben war? Nur Ereignisse mit größerer RELEVANZ eintragen! und Achtet auf SCHLAGZEILENSTIL (ein Satz und jegliche Details weglassen) wurde da vorgeschrieben und noch einiges anderes. Vermutlich war das damals alles aus dem Kasten In den Nachrichten der Wikipedia abgekupfert – es paßt jedenfalls zur wikipedianischen Regelhuberei. Doch nur fünf Minuten später entfernte Benutzer:Mathias Schindler diese Regeln wieder von der Hauptseite. Wahrscheinlich wäre andernfalls Wikinews schon an diesem ersten Tag gescheitert. Überhaupt ging es da Schlag auf Schlag. Fünfzig Bearbeitungen der Hauptseite in den weiteren etwa zehn Stunden. Fast 7000 Bearbeitungen binnen des ersten Tages. Der Laden brummte. Auch, weil damals neue Artikel direkt auf der Hauptseite eingetragen wurden. Doch zunächst wurden die ersten Meldungen als Schlagzeilen eingetragen. Das waren noch keine Artikel, und die Links gingen zunächst nach Wikipedia, und das sah dann so aus:
- In Brasilien wurde ein neue Dinosaurierart entdeckt. Er bekam den Namen Unaysaurus tolentinoi.
- Auch in Österreich werden nun Foltervorwürfe gegen Militärausbilder erhoben.
- Anschlag auf serbischen Präsident Boris Tadić nur ein Vehrkehrsdelikt.
- Im Streit über den Haushaltsentwurf zerbricht in Israel die Koalition von Ministerpräsident Ariel Scharon.
- In der philippinischen Provinz Quezon fordert ein Tropensturm mindestens 400 Menschenleben.
(Die obigen Links habe ich zur Verdeutlichung umgebogen.) In diesem Stadium war Wikinews nicht viel mehr als eine andere Instanz der Wikipedia-Box In den Nachrichten. Zu jeder dieser Meldungen gab es auskommentierte URLs zu der Quelle, die dem einstellenden Benutzer vorgelegen hatte. Doch die Wikilinks zur Wikipedia und die auskommentierten Belege verschwanden gleichzeitig mit den Regeln. Vorerst, denn irgendwann wurde die Belegpflicht wieder eingeführt.
Auch das Konzept, auf der Hauptseite nur ein paar aktuelle Schlagzeilen zu nennen, wurde schon bald aufgegeben. Erst viel, viel später, 2024 sollte es von Benutzer:Ankermast wieder aufgenommen werden. Und auch das Konzept Wikinews Pulse verfolgt eine ähnliche Funktionsweise, allerdings internationalisiert. Die oben genannten Schlagzeilen vom 3. Dezember 2004 materialisierten sich allerdings nicht in vollwertigen Artikeln, da andere Wikinews-Aktivisten der ersten Stunde zeitgleich an einem anderen Konzept arbeiteten. Und um 18:10 Uhr des 3. Dezembers verlinkt Mathias Schindler den ersten Artikel auf der Hauptseite:
Der Link war zu dem Zeitpunkt noch rot, denn laut Versionssgeschichte enstand dessen erste Version erst acht Minuten später. Kategorien gab es zu dem Zeitpunkt in der Wikipedia schon einige Zeit, und so verwundert es nicht, daß Kategorie:Medien schon eine Minute später hinzugefügt wurde. Ob und wo die Anlage von Kategorien diskutiert wurde, liegt im Dunkeln. Die Seite n:Wikinews:Kategorien wurde erst angelegt, als das Projekt schon einen Tag hinter sich hatte; die Erstversion hat es gerade so noch unter die ersten 7000 Bearbeitungen gebracht. Und der erste Diskussionsbeitrag da erfolgte erst knapp vier Wochen später. Vieles wurde scheinbar auf der Hauptseitendiskussion diskutiert. Vielleicht erfahren wir das ja durch Zeitzeugen.
Nach rund 24 Stunden, am 4. Dezember um 18:42 hatte der Artikel einen stabilen Zustand erreicht. Das Prozedere mit dem Veröffentlichen und der Halbsperre veröffentlichter Artikel sollte erst 2005 bzw. 2007 eingeführt werden.
Die Zahl der Schlagzeilen wuchs auch rasch an, doch nicht jede davon entwickelte sich zu einem Artikel, wie folgende Übersicht vom 3. Dezember 2004 zeigt (zur Verdeutlichung habe ich die roten Links auf Wikipedia lokalisiert):
- n:Verkauf von Telefonen mit voreingestellter Telekomvorwahl vorerst verboten
- n:Parlamentsbeteiligungsgesetz verabschiedet
- n:Josef Schwammberger ist gestorben
- n:Oberster Gerichtshof der Ukraine erklärt die Wahlen für ungültig und ordnet Wiederholung der Stichwahlen an
- n:T-Online unschlüssig über die Empfehlung des Angebotes des Mutterkonzernes
- n:BBC erklärt eigenen Beitrag über Entschädigungszahlungen für Bhopal-Opfer zur Falschmeldung.
- n:neue Dinosaurierart in Brasilien entdeckt.
- n:Foltervorwürfe gegen Militärausbilder auch in Österreich
- n:Anschlag auf serbischen Präsident Boris Tadić nur ein Vehrkehrsdelikt
- n:Ariel Scharon entlässt die Minister der Shinui-Partei nach der Ablehnung seines Haushaltsentwurfes
- n:Tropensturm in der philippinischen Provinz Quezon fordert mindestens 400 Menschenleben
Der kollaborative Charakter des Projektes stand eigentlich im Vordergrund, auch dahingehend, daß manche Schlagzeilen sammelten und andere hätten recherchieren sollen und vielleicht wieder andere den jeweiligen Artikel schreiben sollen.
Laut Zeitstempel entstand der zweite Artikel am 3. Dezember und 19:20 Uhr. Die Erstversion von Benutzer:MichaelDiederich hat dann auch schon das spätere Quellenformat – die Inlinereferenzierung wurde aber später aufgegeben. Drei Minuten später legte Benutzer:DaB. nach. Mit dieser Erstversion erfand er dann die Artikelgattung, die später als Kurzartikel bezeichnet werden würde.
Und noch etwas passierte an jenem ersten Tag: Benutzer:akl verfaßte ein Editorial, nachts um halb drei ging es live. Ich erlaube mir, daraus zu zitieren: Erinnert sich noch jemand an die deutschsprachige Wikipedia, als sie ein paar Monate alt war? (…) Die mutigen Enzyklopädisten waren relativ frei von Beobachtung und niemand kam daher und hat sie dafür ausgelacht, dass unter dem Lemma Literatur einfach nur eine pseudo-leere Seite zu finden war. Diesen Luxus hat Wikinews offenbar nicht. (…) Denn Wikinews ist derzeit nicht mehr als es die Wikipedia zumindest in ihren ersten Tagen, Wochen und Monaten war – ein Experiment. (…)
Und akl wagte es, das Schicksal des Scheiterns auszusprechen: Zur Kontinuität gehört in einem Wiki auch das Scheitern. Wir haben das Recht und die Möglichkeit, krude Ideen einfach auszuprobieren. Wenn sie schiefgehen, tut es in der Regel nicht weh. In einem Jahr werden wir hoffentlich eine lange Liste von gescheiterten Ansätzen, idealerweise samt Analyse ihres Scheiterns und alternativen Handlungsoptionen, vorweisen können. Andernfalls ist das Projekt eingeschlafen – zumindest vorläufig: It's still a wiki.
Im nächsten Teil: Der erste Vandalismus, der erste Troll, erste Adminwahlen, die erste Benutzersperre und der erste, der beim Abschied nicht leise Servus sagte. Und dann war da noch der Artikel, der jeglichen Rahmen sprengte und gegen alle Regeln verstieß. MaB 10.05.
Münchner Archivgeschichten
Herumstöbern in Archiven, das mögen wir gern in München. Sechsmal waren wir heuer schon in von den Münchner Wikipedia-Stammtischen ausgehenden Exkursionen unterwegs in Archiven, dokumentiert in unserem Münchner Stammtisch-Archiv. Unsere erste Tour führte uns ins Bayerische Hauptstaatsarchiv in die Urzeiten von Druck, Papier und Pergament. Wir erlebten wie junge angehende Archivarinnen die Materie, genauer die Hardware, die ihren Beruf bestimmt, erforschen und mit ihr umgehen. Mit „Zweites Leben im Buch- oder Aktendeckel, Zeitreise durch Pergament und Papiermakulaturen“ überschrieben die Studentinnen des Archiv- und Bibliothekswesens die Ausstellung und den von der Archivschülerin Amelie Knittel erstellten Katalog, der auch online abrufbar ist. Gezeigt wurden Beispiele der Wiederverwendung von bereits benutztem Papier und Pergament, und wie sich Menschen schon in früheren Zeiten durch „Up- oder Recycling“ zu helfen wussten.
- Recycling
- Katalog …
- … von Amelie Knittel
Richtig spannend wird es, wenn Archivare sich ungeklärter Morde annehmen. Unsere Freitags-Exkursion in Münchner Archive führte uns zu einem Kriminalfall, „Der sechsfache Mord in Hinterkaifeck“, eine Ausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern im Bayerischen Staatsarchiv. Wir waren zur Eröffnung der Ausstellung eingeladen.
Die Story: Am 4. April 1922 wurden auf dem einsam gelegenen Hof im oberbayerischen Hinterkaifeck sechs Leichen gefunden. Die Familie Gruber/Gabriel, darunter zwei Kinder, und ihre Magd starben an schweren Kopfverletzungen. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Die Ausstellung dokumentiert die Untersuchungen zu den Morden aus Akten der Polizeidirektion München, die heute im Staatsarchiv München verwahrt werden und im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Jeder Teilnehmer an der Wikipedia-Freitags-Exkursion erhielt einen Katalog zu der Ausstellung. Den recht umfangreichen Wikipedia-Artikel dazu frischten wir mit den Fotos von der Ausstellung im Staatsarchiv auf.
- Freitags-Exkursion zu Mord in Hinterkaifeck
- Ausstellungskatalog
- Plakat
- Fotos vom Tatort
Unsere letzte Münchner Archivgeschichte begann in der Wittelsbacher Fürstengruft in der Theatinerkirche, wo wir eingeladen waren zu den Feierlichkeiten zum 300. Todestag des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel. Danach ging es zum Empfang in die Münchner Residenz. Und siehe da, es wurde nicht der Großtaten des Kurfürsten gedacht, stattdessen stand die langjährige Beziehung Max Emanuels zu seiner Geliebten Agnès Lelouchier im Mittelpunkt. Er hatte sie einst am Brüsseler Hof getroffen, wo er als Statthalter der Spanischen Niederlande fungierte.
Vorgestellt wurde das Buch „Zwischen Leidenschaft und Staatsraison – Briefe von Kurfürst Max Emanuel von Bayern an Agnès Lelouchier 1701–1716“. Die Autorin des Buches, Regine Mainka-Tersteegen, war vor längerer Zeit von unserer Münchner Wikipedia-Kollegin Doris Fuchsberger auf die im Bayerischen Staatsarchiv schlummernden Briefe aufmerksam gemacht worden.
15 Jahre lang, von 1701 bis 1716, schrieben sich Agnès Lelouchier und Max Emanuel Briefe, die Regine Mainka-Tersteegen in ihrem Buch in aller Ausführlichkeit in das damalige Zeitgeschehen einordnet. Die vertraulichen privaten Briefe sind von großer Lebendigkeit und Spontaneität, sie gewähren unmittelbar Einblick in die fürstlichen Lebenswelten in der damaligen turbulenten Zeit des großen europäischen Kriegs um die spanische Erbfolge.
- Liebesbriefe aus dem Staatsarchiv
- Buch der Briefe
- Brief vom 25.03.1701
- Doris gratuliert Regine zum Buch …
- … und zum Artikel von Sebastian Beck
Bedauerlicherweise war die Medienresonanz zu dem Buch recht spärlich. Doris und ich wandten uns an Sebastian Beck von der Süddeutschen Zeitung, der gerne mit Wikipedia kooperiert und uns beim Tode von Hubert Weinzierl ein Foto für den Weinzierl-Artikel überließ, das er beim letzten Interview mit Weinzierl gemacht hatte. Der SZ-Kollege fand die Briefe und deren Aufarbeitung durch Mainka-Tersteegen so spannend, dass er daraus eine ganze Seite in der Wochenend-Ausgabe der SZ fabrizierte. Wer mehr wissen will über diese Archivgeschichte, die Fotos von dem ganzen Drumrum sind hier in Commons hochgeladen. Pi • 09.05.2026
Arbeitstreffen Wikipedia: Le donne di Villa Massimo
Vom 10. April bis 12. April 2026 fand mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland, Österreich und der Schweiz ein dreitägiges Arbeitstreffen in Rom statt. Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo ist eine Kultureinrichtung der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung deutscher Künstler und Künstlerinnen, deren Vorgeschichte in das Jahr 1910 zurückreicht. Im Rahmen mehrmonatiger Studienaufenthalte in Rom und Olevano Romano können die mit dem Rompreis Villa Massimo ausgezeichneten Stipendiatinnen und Stipendiaten künstlerische Projekte entwickeln und durchführen.

Ziel der Wiki-Veranstaltung Le donne di Villa Massimo war es, vor Ort über die lange in der Literatur vernachlässigten und unterrepräsentierten Frauen der Villa Massimo, also die vielen früheren und heutigen Stipendiatinnen, die Stifterin Johanna Arnhold und die langjährige Direktorin Elisabeth Wolken zu recherchieren, sowie Zeitzeuginnen zu befragen.
Vorausgegangen waren umfassende Vorarbeiten der Wikipedianerin in Residence, Kathrin Herwig, deren Initiative das Projekt zu verdanken ist. In einem ersten Schritt erstellte sie im Herbst 2024 eine vollständige Liste aller Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Wikipedia und verknüpfte diese mit Wikidata-IDs. Im Dezember 2024 präsentierte sie die Ergebnisse im Rahmen der GLAM-Jahresplanung in Berlin. Die fehlende Forschung über die ohnehin nur geringfügig vertretenen Frauen stach nun noch deutlicher ins Auge. Deshalb erfolgte im Juli 2025, anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Todestages des Stifters Eduard Arnhold in Berlin ein sehr inspirierender und erfolgreicher Editathon im Kulturforum Berlin zum gleichen Thema. Für die Recherchen wie die Bereitstellung von Literatur öffnete die Kunstbibliothek Berlin ihre Türen. In wiederholten Zoom-Veranstaltungen begleiteten Mitarbeiterinnen der Villa Massimo auch weiterhin mit Rat und Tat die Nachbearbeitung der Artikel.
Im April 2026 lud die deutsche Auslandsinstitution nun Vertreterinnen und Vertreter der deutschsprachigen Wikipedia-Community und insbesondere Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker mit Interesse an Wikipedia/Wikidata nach Rom ein. Auch Mitglieder der kuwiki. AG Kunstwissenschaft+Wikipedia waren zum Arbeitstreffen angereist. Die Schreibwerkstatt fand sowohl vor Ort als auch online statt; die Betreuung übernahm kuwiki. AG Kunstwissenschaft+Wikipedia.
Nach Ankunft am späten Freitagnachmittag wurden die Teilnehmer mit einem Rundgang durch Haus und Park in die Geschichte des Hauses eingeführt, anschließend gab es ein Treffen mit der Direktorin und Mitarbeiterinnen der Bibliotheca Hertziana, dem deutschen kunsthistorischen Institut in Rom. Am Samstag morgen begann der Editathon im Mosaiksaal, mit hybrider Anfangs- und Schlussrunde. Die Kolleginnen der Villa Massimo hatten Texte und Bücher zu einzelnen Künstlerinnen vorbereitet sowie Zeitzeugen und aktuelle Stipendiatinnen und Stipendiaten eingeladen. Es folgte ein Besuch des Istituto Svizzero di Roma in der Villa Maraini mit Besichtigung der aktuellen Ausstellung und Erläuterungen zur Geschichte der Einrichtung.
Am Sonntag wurde die Schreibwerkstatt fortgesetzt; für die Recherche stand auch die Bibliothek der Villa Massimo zur Verfügung. Zum Abschluss führte die Kunsthistorikerin Dr. Philine Helas durch die Bibliotheca Hertziana mit ihren prächtigen Freskenzyklen und erläuterte die neue Ausstellung („Female Travellers“).
Die Ergebnisse des äußerst ertragreichen Workshops sind auf der Projektseite nachzulesen. Damit die Resultate nachhaltig und nützlich für die Wikiwelt sind, werden sich die Teilnehmer weiter zu Online-Follow-Ups treffen; der erste Termin hat bereits am 4. Mai 2026 stattgefunden.BAK, 7.5.
Treffen der JWP in Dresden

Nu gugge ma da, die JWP haben es zum ersten Mal (von Berlin natürlich abgesehen) in den Osten Deutschlands geschafft. Und nicht irgendwohin, sondern in die scheene Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Nach dem Treffen haben wir uns gefragt, warum das nicht schon viel früher geschehen ist. Aber zunächst von vorn.
Der Freitagabend begann wie immer mit dem Eintrudeln der Teilnehmenden sowie dem anschließenden beziehungsweise gleichzeitigen Abendessen. Zu Ehren unseres Mitglieds aus der Alpenrepublik wurde sogar österreichischer Nachtisch serviert. Darauf folgten eine Kennenlernrunde, die diesmal aufgrund der erstmalig Anwesenden zum Glück auch nötig war, und ein Austausch mit der brandneuen italienischen Jugendgruppe, deren Ursprünge wir schon bei unserem Treffen vor anderthalb Jahren miterleben durften. Umso mehr hat es uns gefreut, dass wir mit WikiGiovani ein weiteres Schwesterprojekt verzeichnen dürfen.
Am Samstagmorgen wurden wir von unserem späteren Stadtführer Rote4132 abgeholt und zum Residenzschloss begleitet, in dem uns eine beeindruckende Führung durch Neues Grünes Gewölbe, Rüstkammer und Paraderäume erwartete. Besonders eindrucksvoll waren dabei die filigranen Kunstwerke von Johann Melchior Dinglinger sowie das Unvermögen der Kurfürsten, auf ihr Budget zu achten. Anschließend folgte noch ein Stadtrundgang mit unserem äußerst kompetenten Guide, der einige wirklich verblüffende Fakten und viele Insider-Infos zu bieten hatte. Nach dem ausführlichen Kulturprogramm ging es dann, bis zum Rand mit Eindrücken und Informationen gefüllt, weiter mit Projektorganisation. Zurück im Tagungsraum stand die Evaluierung der ersten Veranstaltung von Jugend editiert online an, die am vorigen Tag stattgefunden hatte. Diese wurde grundsätzlich positiv bewertet, Verbesserungspotenzial gab es natürlich trotzdem. Beim darauffolgenden Programmpunkt Social Media wurde nicht nur über Videoideen philosophiert, sondern auch direkt Hand angelegt. Zu viel verraten wollen wir an dieser Stelle noch nicht dazu. Wer mehr erfahren will, sei an dieser Stelle auf unseren Instagram-Account hingewiesen. Beendet wurde der Tag – ebenso wie der Vortag – mit einer Runde Hitster, wie es sich mittlerweile für eine gute Wikipedia-Veranstaltung gehört.
Unser Besuch im Elbflorenz war also in jeglicher Hinsicht erfolgreich. Es wurde viel gelernt, debattiert, geplant, überdacht und gelacht. Ein herzliches Dankeschön geht an unseren Stadtexperten Rote4132 sowie das Team von Wikimedia Deutschland. Auch wenn wir am liebsten direkt wieder nach Dresden kommen würden, wurde für das nächste Treffen die Landeshauptstadt eines anderen Freistaats ins Auge genommen. Bis dahin dauert es zwar noch ein bisschen, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. MrB, 7.5.
WikiCon 2026: Sei dabei – vor Ort in Regensburg oder online!

Vom 18. September bis 20. September öffnet das marinaforum in Regensburg seine Türen für die WikiCon 2026. Nachdem vor kurzem der Call for Papers gestartet ist, wartet nun die nächste Aufgabe auf euch: Die Anmeldung zur WikiCon!
Wir freuen uns, wenn auch in diesem Jahr wieder etwa 300 Teilnehmende vor Ort und weitere online zusammentreffen und gemeinsam über Ideen, Herausforderungen und Weiterentwicklungen der Wikimedia-Projekte diskutieren oder wir gemeinsam in Workshops voneinander lernen.
Wenn du an der WikiCon 2026 teilnehmen möchtest, dann kannst du dich über das Anmeldeformular anmelden. Egal ob du vor Ort in Regensburg dabei bist oder gemütlich von zu Hause aus die WikiCon verfolgst: Eine Anmeldung ist in jedem Fall erforderlich. Eine frühzeitige Anmeldung hilft uns zudem sehr bei der Planung von Unterkünften, Hybridplattform, Catering und weiteren Angeboten. Für die Vor-Ort-Teilnahme ist eine Anmeldung bis zum 30. August erforderlich, für die Online-Teilnahme ist die Anmeldung bis zum Vortag der Veranstaltung möglich.
Wir möchten allen Teilnehmenden einen barrierefreien und offenen Zugang zur Konferenz ermöglichen. Unsere Location ist barrierefrei gestaltet, so sind alle Räume stufenlos erreichbar, Türen und Aufzüge groß genug für Rollstühle. Das Gebäude verfügt über eine Toilette für Rollstuhlfahrer*innen, es gibt eine induktive Höranlage für Schwerhörige und CI-Träger*innen in den Räumen im Erdgeschoss sowie Informationen in Blindenschrift bzw. für Sehbeeinträchtigte an den Räumen und Treppen. – Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch in unseren FAQ, für weitere Bedarfe ist in unserem Anmeldeformular Platz vorhanden.
Auch in diesem Jahr unterstützen die Wikimedia-Vereine aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Teilnahme an der WikiCon, unter anderem mit der Reisekostenübernahme. Die hierfür notwendigen Informationen fragen wir in Zusammenarbeit mit den Wikimedia-Vereinen bereits im Anmeldeformular ab. Für die Möglichkeit zum Erhalt der Förderung ist aus Gründen der Hotelplanung eine Anmeldung bis zum 9. August erforderlich.
Weitere Informationen zur Anmeldung findest du auch auf der Anmeldeseite und in unseren Wikipedia:WikiCon 2026/FAQ – sollten dort noch Fragen offenbleiben, frage gern auf der Diskussionsseite nach oder schreibe uns eine E-Mail an info
wikicon.org. – Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Das Orga-Team, 6.5.
POTY 2025: Keine Menschen in den Top 5
Jedes Jahr wird auf den Wikimedia Commons, dem zentralen Medienspeicher für alle Wikimedia-Projekte, das „Bild des Jahres“ (Picture of the year, POTY) gewählt. Grundlage für die Wahl waren die 1.829 ausgezeichneten Medien-Dateien des Jahres 2024. Weil dies nach den 1.601 im vergangenen Jahr erneut ein Rekord war, wurde die Technik angepasst: Das erste Mal gab es keine Abstimmungsseite mit allen Fotos mehr, das hätte der Server im vermutlich größten Fotowettbewerb der Welt nicht gepackt.
In der ersten Runde schickten 2.622 Abstimmende mit 161.472 Stimmen die 30 bestplatzierten und von jeder der 22 Kategorien die besten 5% in die zweite Runde. Aus den 94 Finalisten wurden in der zweiten Phase durch 13.979 Stimmen von 3.509 Wählerinnen und Wählern die besten Bilder 2025 ermittelt – auch hier eine Neuerung: aufgrund der großen Anzahl konnte man erstmals fünf statt bisher drei Stimmen abgeben.
Der Gewinner mit 454 Stimmen ist dieses Jahr keinE Wikimedia-BenutzerIn, sondern die Wafa, die Nachrichtenagentur der Palästinensischen Autonomiebehörde mit einem Foto des zerstörten Gaza-Streifens – klar ein weltpolitisches Bild, das im Rahmen der Wiki Palästina-Aktivitäten hochgeladen wurde. Platz zwei mit 334 Stimmen zeigt einen schlafenden jungen südafrikanischen Seebären von Giles Laurent, einem der ehrenamtlichen POTY-Organisatoren auf den Commons. Der dritte Platz (320 Stimmen) ist eine Aufnahme aus der ISS im Juli 2025.
Nachdem letztes Jahr die Menschen die TOP 5 dominierten, kam der erste Humanoide 2026 erst auf Platz sieben. Die in den Vorjahren so beliebten Tierpaare in Interaktion erschienen dieses Jahr erst auf Platz 19 mit einem jagenden Bienenfresser.
Erneut zeigen die Gewinnerbilder das ganze Spektrum von Menschen und Tieren, Architektur und Landschaft. Hier das Gewinnerbild und die weiteren vier Besten:
- „Die Folgen eines israelischen Luftangriffs auf Gaza-Stadt am 9. Oktober 2023“ von Wafa (Q2915969) in contract with a local company (APAimages) / CC-BY-SA 3.0
- „Baby cape fur seal sleeping at Cape cross, Namibia“ von Giles Laurent, CC BY-SA 4.0
- „A gigantic jet photographed from the International Space Station by astronaut Nichole Ayers“ von NASA/Nichole Ayers, public domain
- „Baroque Library Hall located in the Clementinum complex in Prague, Czechia“ von Václav Jiroušek, CC BY-SA 4.0
- „Sibirischer Tiger im Zoo Duisburg“ von User:Tuxyso, CC BY-SA 4.0
Neu war 2026 auch der Zeitpunkt: 2025 fand die Wahl erst im Oktober statt, der frühe Zeitpunkt in diesem Jahr überraschte manche. Glückwunsch an alle GewinnerInnen und Danke an alle, die mitgemacht haben! mh, 6.5.
Animation zum Standbild

Etwa 500–1000 unserer Artikel enthalten Animationsgrafiken, die sich permanent bewegen.
- Das kann enzyklopädisch hilfreich sein, um Vorgänge zu illustrieren, etwa das Ablaufschema beim Viertaktmotor.
Es ist jedoch ein Problem, wenn dies ungewollt und unaufhörlich für Unruhe sorgt. Viele Internetnutzer werden dadurch irritiert, können sich kaum noch auf den zugehörigen Artikel konzentrieren.
- Maximal 5 Sekunden darf es von selbst zu Bewegungen kommen, ohne dass dies durch eine gezielte Interaktion ausgelöst wurde.
- Andernfalls müsste es Schalter zum Stoppen geben, was wir grundsätzlich nicht haben.
- Es ist sogar als Verstoß gegen die Barrierefreiheit zu werten, weil einige Menschen dadurch völlig am Lesen des Textes gehindert werden.
- So kürzlich auch eine Beschwerde auf FZW.
Abhilfe: Es müssten sich einige Leute finden, vielleicht koordiniert in einem kleinen WikiProjekt, und Artikel für Artikel nacharbeiten. Schafft jemand fünf Bilder in der Woche, und mehrere beteiligen sich, wäre das nach einem Jahr gelöst. Was ist zu tun?
- GIF herunterladen und in einem geeigneten Werkzeug als Galerie öffnen.
- Passendes Einzelbild aussuchen und dieses etwa als PNG speichern, bei gleichem Basis-Namen.
- Das Einzelbild (meist nach Commons) hochladen, und die Bildrechte usw. vom Animationsbild übernehmen.
- Beide Bildbeschreibungsseiten sollten wechselseitig aufeinander verlinken.
- Mit Vorlage:Animationsgrafik im Artikel ein Standbild darstellen; die Animation kann auf Wunsch gestartet werden.
PC 6.5.
Ein Leben ohne Milz ist möglich, aber nicht ratsam
Vierundvierzig Wikipedia-Schreibwettbewerbe haben bereits stattgefunden, und noch nie gewann ein Lemma mit nur vier Buchstaben. Dies änderte sich dieses Jahr: Der Milz von Uwe G. gelang ein überzeugender Sieg sowohl in der Sektions- wie auch in der Gesamtwertung.
Am Wochenende zum 1. Mai verbrachten die Juror*innen bei teils strahlendem Sonnenschein über ihren Rechnern im Kölner Lokal K, redeten über Artikel, diskutierten Inhalte und fragten sich beispielsweise, ob die Stratosphärischen Aerosole „noch Luft nach oben“ haben – die Antwort war nein.
Wie immer war es nicht nur ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, sondern von Organen mit Orgelkompositionen, von Aerosolen mit Völkerschauen und von raubgegrabenen Heiligtümern mit japanischen Messern.
Es ist gar nicht anders möglich, als hier eine höchst subjektive Auswahl zu treffen, die einer gewissen Willkür nicht entbehrt, aber dennoch grundsätzliche Fragen aufwirft: Ist ein verständlicher Artikel mit nicht ganz perfekter Quellenlage „besser“ als ein fachlich untadeliger, der aber primär ein Fachpublikum adressiert? Wann geht es zu sehr ins Detail? Wann ist eine Aussage zu mutig, wann zu vorsichtig?
Bei allem Unterschied der Meinungen blieb die Diskussion so, wie ich sie mir seit 22 Jahren in Wikipedia wünsche: engagiert, nah am Text, mit ein wenig spleen und menschlich erfreulich. Danach dann Bier.
Deshalb möchte ich mich explizit bei den Co-Juror*innen bedanken und genauso bei den Autor*innen. Ich habe viele Artikel gelesen, jeden einzelnen mit großen Gewinn für mich selber, und ich denke auch mit großen Gewinn für die Community. Deshalb sollen die Top 3 noch einmal erwähnt werden:
sp (05.05.)
Sieger Wiki Loves Folklore
Heute ist der Erste Mai oder Tag der Arbeit. Menschen stecken sich die Mainelke an und singen Arbeiterlieder (Immaterielles Kulturerbe). Fotos und Videos davon sind tatsächlich potentielle Beiträge und Sieger von Wiki Loves Folklore (WLF) im Jahr 2027. Doch da dieser Link noch rot ist, sollten wir die Sieger von WLF 2026 in Deutschland feiern.
Am vergangenen Wochenende tagte die Jury wie so oft in Fulda und war von den Beiträgen, die durch die Vorjury ausgewählt wurden, begeistert. Jury und Orga freuen sich, euch das tolle Ergebnis, das sich in den Top 50 widerspiegelt, zu präsentieren.
- WLF 2026 Deutschland: Top 5
- 1. Platz: Obergeistin auf dem Blankenheimer Geisterzug
Foto: Superbass
- 3. Platz: Dinkelsbühler Kinderzeche
Foto: Ursula Jaeger - 4. Platz: Ostereier verzieren auf dem Sorbischen Ostereiermarkt in Bautzen
Foto: Jasnaah - 5. Platz: Hufschmied auf dem Ludwigsburger Pferdemarkt
Fyrtaarn
Nachdem der Kurier Ende Januar dazu aufgerufen hatte, den Bayern die Lederhosen auszuziehen und die bayrische Dominanz in den Top 10 des Wettbewerbs zu brechen, folgten zahlreiche Fotografen und Fotografinnen diesem Ruf.
Der erste Platz ging an einen alten Fotografierhaudegen aus dem Rheinland. Fotograf Superbass gewann mit einer beeindruckenden Nachtaufnahme des Blankenheimer Geisterzugs. Seit 2024 können auch Frauen den Zug anführen. Superbass stellt die Obergeistin hoch zu Ross bei diesem schaurig-schönen Event dar. Platz 2 ging an Geolina163, die mit einer wunderschönen Nahaufnahme die Details des Klöppelns zeigt. Ursula Jaeger hielt die bayrischen Fahnen hoch und landete mit ihrer Aufnahme der Dinkelsbühler Kinderzeche auf dem dritten Platz. Ein Foto von Jasnaah bringt uns die sorbische Tradition des Ostereierverzierens in Sachsen nah und kam auf Platz 4. Der fünfte Platz von Fyrtaarn fängt mit einem künstlerisch gelungenen Foto den Moment ein, in dem ein Schmied ein Pferd beschlägt.
Was bei den bekannten Teilnehmern des Wettbewerbs auffällt, ist, dass im Vergleich zu den Schwesternwettbewerben Wiki Loves Earth und Wiki Loves Monuments sehr viele Frauen unter den Preisträgern und Teilnehmern sind. Darüber hinaus zeigen sehr viele Motive Frauen, sei es bei den Bildern in den Top 10 oder auf weiteren hochwertigen Aufnahmen auf den nachfolgenden Plätzen – Hebammen, Frauen als Teilnehmer beim Preisschnalzen oder Handwerkerinnen auf der Walz. Ergänzend dazu lobt die Jury ausdrücklich die Serie der Fotografin Elke Wetzig (Elya), die die Arbeit der Mitglieder der Kölner Dombauhütte auf fantastische Weise festgehalten hat. Ein Foto einer Bildhauerin erreichte ebenfalls die Top 10.
Zusätzlich wurden drei Sonderpreise für Videoaufnahmen vergeben; die Preise gingen an Reinhold Möller und Jan Czeczotka. Reinhold Möller zeigte die harte Arbeit in einer Schmiede, Jan Czeczotka stellt das Alphornblasen und die Lebendigkeit des Preisschnalzens dar.
Ich muss wie im vergangenen Jahr sagen, dass es Spaß gemacht hat, die Sieger auszuwählen.
Wir hoffen, dass ihr Freude beim Betrachten der Fotos habt und dass ihr Lust bekommt, Traditionen darzustellen. Besonders Handwerkstraditionen, Essen und Spiele sind Motive, die überall und gut zu dokumentieren sind. Die Themen der WLX-Sonderpreise sind für die Jahre 2026 und 2027 veröffentlicht. Bei WLF 2027 wird der Sonderpreis „Tiere“ sein.
Nicht vergessen: Am 1. Mai startet Wiki Loves Earth 2026 mit dem Sonderpreis Stadtnatur.
Die Orga von WLF dankt den Fotografen und Fotografinnen, die wieder tolle Beiträge geliefert haben, den fleißigen Vorjuroren, die die zahlreichen Einreichungen bewertet haben, der Jury und dem technischen Helfer (Wiegels) und WMDE, das den Wettbewerb unterstützt hat. Z t (01.05.)
- Ganz nebenbei wurde bei der Jurysitzung die Marke der 100.000 vergebenen Bestätigungen der Persönlichen Bekanntschaften geknackt. Z t (01.05.)
GLAM on Tour im Jüdischen Museum Berlin

Am Wochenende vom 24. bis 26. April reiste eine kleine interessierte Gruppe zur GLAM on Tour im Jüdischen Museum Berlin. Unterstützt von einigen Berlinerinnen ging es ins Jüdische Museum. Doch schon im Vorfeld war dies kein einfaches Unterfangen. Alle mussten sich einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen, zudem ihre Motivation für die Veranstaltung darstellen und erst, als das LKA grünes Licht gab, wurde die Zusage für die Teilnahme an der Veranstaltung gegeben. Wie immer fand die Anreise freitags statt und nach dem Check-in im Hotel ging es für viele, die es früh genug geschafft hatten, ins Museum. Dort wurden wir herzlich empfangen, es gab eine Einführung und zudem ausführliche Informationen zu dem architektonisch höchst ansprechenden und ungewöhnlichen Libeskind-Bau. Nach dieser kurzen Kennenlernzeit wurde der Abend gemütlich in einem italienischen Restaurant beschlossen.

Früh am nächsten Morgen, nach einem guten Frühstück im Hotel, ging es an interessanten Häusern und netten, kleinen Parks zurück ins Museum. Der Tag war vollgepackt mit Entdeckungen. Es gab eine hervorragende Führung mit der engagierten Kuratorin durch die Dauerausstellung Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland für eine Gruppe, die andere Gruppe wurde in einem Workshop in die Geheimnisse der Archivarbeit eingeführt. Dann wurde getauscht. Mittags wurden wir im angeschlossenen Bistro des Hauses freundlich verpflegt und weiter ging es mit Vorträgen zur jüdischen Küche in die Bücherei, zur Besichtigung des Gartens, zur intensiven Auseinandersetzung mit der Dauerausstellung und zur Artikelarbeit. Bereits am ersten Tag entstanden neue Artikel, wurden Fotos geschossen und überaus intensive Gespräche mit den Mitarbeitenden des Museums geführt, die sich sehr viel Mühe gaben, um uns zu unterstützen.
Erschöpft von diesem langen Tag, ließen wir es mit indischer Küche ausklingen und nachdem die Schreiberin dieser Zeilen damit geliebäugelt hatte, Vindalho zu probieren – um den Artikel gab es zuletzt bzgl. der hinzugefügten Kartoffeln einen kleinen Disput – nahm sie aufgrund der massiven Häufung von warnenden Chili-Schoten auf der Speisekarte doch lieber davon Abstand und landete bei einem milderen Gericht. So fand dann doch kein OR statt.
Der Sonntag war dem Schreiben gewidmet, einige genossen es, die zur Verfügung gestellten Bücher auszuwerten und andere gingen erneut in das Haus, um Einzelheiten der Ausstellung nochmal intensiver anzusehen oder besichtigten in einer Führung die ANOHA – Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin. Viel zu schnell war das Wochenende dann auch schon vorbei. Was bleibt, sind dann hoffentlich viele neue Artikel, viele Verbesserungen an bestehenden Artikeln, neue Bilder und auf jeden Fall viele Eindrücke. Dafür auch ein Dank an die Organisierenden von WMDE, die sich ebenfalls viel Mühe gegeben haben, um dieses tolle Wochenende auf die Beine zu stellen. Doch die gestiegenen Sicherheitsanforderungen, Metalldetektoren, Sicherheitskontrollen, die Front des Museums mit Pollern gesichert und immer mindestens ein Dutzend Polizisten und Polizistinnen vor Ort haben zumindest bei mir auch ein mulmiges Gefühl hinterlassen. Itti 29.4.
- Faultier an der Fassade des Kindermuseums
- Libeskindbau Gartenseite
- Libeskindbau
- Altbau mit Lichthof
- Poller vor dem Museum
Wikinews-Artikelmarathon

Irgendwann am Dienstag, 5. Mai in mir unbekannter Zeitzone zieht die Foundation bekanntlich den Stecker für das hassgeliebte Projekt Wikinews, und ich denke, man sollte nochmal ein Zeichen setzen gegen die WMF, gegen die Entscheidung des Boards und gegen den gegen Wikinews veranstalteten Schauprozess auf Meta. Und vielleicht ist ein Artikel-Marathon ein guter Weg, dies zu tun.
Dieser Artikel-Marathon beginnt sofort und endet offiziell am Sonntag, 3. Mai, 24:00 MESZ (22:00 UTC). Den Montag möchte ich dann zum Aufräumen benutzen, denn ab der Umstellung auf Read Only sind auch wir Admins ausgesperrt.
Ich hoffe auf rege Beteiligung, erwarte mir eine niedrige zweistellige und erhoffe mir eine mittlere zweistellige Artikelzahl. Sollten mehr als 99 neue Artikel geschrieben werden, wäre das ein Traum.
Einfach noch mal was Gemeinsames schaffen, damit der Laden in Würde abgeschlossen werden kann und dieses Puzzlestück der Pressefreiheit nicht sang- und klanglos verstummt. Macht mit. MaB 26.4.
Afrikanischer Monat 2026 ab 1. Mai

Das Organisationsteam möchte hiermit herzlich zur Teilnahme am diesjährigen Afrikamonat einladen. Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2025 mit 18 Teilnehmern, 200 Wettbewerbsartikeln und zusätzlich 37 Artikeln außer Konkurrenz wird vom 1. bis zum 31. Mai 2026 wieder ein Schreibwettbewerb durchgeführt, der den afrikanischen Kontinent mit neuen Artikeln und Artikelerweiterungen in allen möglichen Aspekten beschreiben soll. Das Spektrum kann von Biographien, historischen und politischen Themen, über geographische, biologische Beschreibungen bis zu kulturellen und ethnologischen Artikeln reichen und bietet auch Platz für vieles andere. Viele haben vielleicht schon Entwürfe in der Schublade - wer nach Inspiration sucht, wird sicher auf der Seite des Afrikaportals oder bei den Artikelwünschen fündig. Der zweite Schritt ist, sich auf der Teilnehmerseite einzutragen. Und dann kann's losgehen! Die Teilnehmer erhalten abhängig von der Zahl der eingereichten und akzeptierten Artikel eine Bronze-, Silber- oder Goldmedaille. Der Autor bzw. die Autorin mit den meisten Artikeln werden feierlich zum Afrikabotschafter bzw. zur Afrikabotschafterin 2026 ernannt. Viel Spaß! fo 25.4.
WikiCon 2026: Donau, Dom und deine Ideen – Programmeinreichung gestartet

Regensburg wartet auf die WikiCon 2026 – und wir auf eure Einreichungen für ein tolles Konferenzprogramm: Bis zum 14. Juni sind nun eure Ideen gefragt!
Vom 18. bis 20. September trifft sich die deutschsprachige Community der Wikipedia und der Schwesterprojekte in der Domstadt an der Donau. Zwischen historischer Altstadt und modernem Konferenzzentrum möchten wir als WikiCon-Orga-Team erneut den passenden Rahmen für Austausch, Diskussion und neue Impulse schaffen. Damit das Programm ebenso abwechslungsreich wird wie die Kulisse, kommt es auf eure Beiträge an.
In diesem Jahr startet die Programmeinreichung etwas früher, da auch die WikiCon bereits Mitte September stattfindet. Gesucht wird ein breites Spektrum an Formaten und Themen: von vertiefenden Beiträgen für erfahrene Aktive bis hin zu niedrigschwelligen Einstiegsangeboten. Ob Workshop, Diskussionsrunde oder sonstiges möglichst interaktives Format – alles, was zum gemeinsamen Lernen, Weiterdenken und Vernetzen beiträgt, ist willkommen. Ein besonderer Anlass begleitet in diesem Jahr natürlich auch die WikiCon: 25 Jahre Wikipedia. Über Beiträge, die dieses Jubiläum aufgreifen oder reflektieren, freuen wir uns besonders, sie sind aber natürlich kein Muss.
Damit die Auswahl gut gelingt, bitten wir euch um prägnante und aussagekräftige Einreichungen mit einem klaren Konzept. Auch ein realistisches Zeitmanagement hilft sehr, da die Anzahl längerer Programmslots begrenzt ist. Die Programmeinreichung erfolgt wie gewohnt über das Formular auf wikicon.org/cfp bis zum 14. Juni. Weitere Informationen findet ihr auf der Programmvorschlagsseite.
Gut zu wissen: Die Anmeldung zur Teilnahme an der WikiCon wird im Mai starten. Weitere Infos dazu folgen wie gewohnt über die Projektseiten und den Kurier. WikiCon-Orga 22.4.
Germany is calling...

Was macht man, wenn zwei Termine ausgerechnet auf dasselbe Wochenende fallen? Man verbindet sie.
Am letzten Wochenende fand in Fürth die LokaliCon 2026 statt, das Treffen der ehrenamtlichen Wikimedianer, die die lokalen Wiki-Räume in Berlin, Hannover, Köln, München und Neu-Ulm betreiben, plus natürlich dem FürthWiki, einem der umtriebigsten StadtWikis, die ich kenne und Betreiber des gleichnamigen lokalen Raums in Deutschlands kleinster Großstadt, direkt neben seinem östlichen Vorort, der bekannt für seinen Christkindlmarkt ist. Eine prima Gelegenheit, sich auszutauschen, über Probleme (und deren Lösungen), Projekte und neue Ideen zu diskutieren und nebenbei auch ein bisschen die Stadt kennenzulernen. Mindestens ein nachmessbarer Höhepunkt war die Besteigung des Fürther Rathausturmes.

Aber für mich gab es ja noch ein zweites, kleines Ereignis, bei dem ich gerne dabei gewesen wäre: Am Sonntagmorgen (MEZ) trafen sich knapp 20 Osttimoresen und Indonesier in einem Online Meeting, um die eingeschlafene Tetum-Wikipedia aus ihren Dornröschenschlaf zu holen. Sie hat derzeit 1384 Artikel. Zum Vergleich: In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es aktuell 6308 Artikel mit Osttimor-Bezug.
Ich versuche ja ebenfalls seit Jahren Bewegung in das Projekt zu bringen, zum Beispiel durch Kurse für Gaststudenten aus Osttimor an der Universität Marburg. 2023 waren dann in Singapur erstmals drei Osttimoresen Teilnehmer bei der Wikimania. Die meisten von den Online-Kursteilnehmern haben bisher keine Wikipedia-Erfahrung und müssen erst noch die ersten Schritte in der Online-Enzyklopädie lernen. Hier wollen Wikipedianer aus Indonesien unterstützen. Aber wie weltumspannend das Projekt Wikipedia ist, kann man sich aus Erzählungen nur schwer vorstellen. Auch unter den deutschen Freiwilligen auf der LokaliCon hatten nicht alle bereits Kontakt mit Wikipedianern aus anderen Ländern. Das wollte ich nun ändern. Dank der Unterstützung und der vorhandenen Technik im FürthWiki gelang die Schalte nach Südostasien und so sendeten am Morgen, noch vor dem ersten Programmpunkt des Tages eine Gruppe deutscher Wikipedianer (& Co.) über Videokonferenz ihre Grüße an jene neugierigen Kursteilnehmer, die zuvor bereits gespannt den Erklärungen über das Projekt Wikipedia und ihre Funktionen gelauscht hatten. Beiderseits war die Begeisterung groß, denn selten begreift man, wie groß die Idee Wikipedia wirklich ist. Es waren besondere fünf Minuten Austausch.

Nach der Schalte gingen die LokaliCon-Teilnehmer wieder über in die geplanten Diskussionsrunden und wie geht es weiter in Osttimor? Demnächst fliegen einige indonesische Wikipedianer nach Osttimor, um Wikipedia-Kurse vor Ort zu geben. Ich beneide sie, nicht nur, weil ich mich dem Land über die Wikipedia so verbunden fühle, sondern weil sie auch auf eine Gruppe hochmotivierte junger Leute treffen werden, die ihr Land und ihre Kultur im WWW noch sichtbarer machen wollen und das auch in ihrer eigenen Landessprache. Ausgangspunkt sollen Arbeitsgruppen sein, die Studenten an verschiedenen Universitäten des Landes bilden wollen. Nicht nur Osttimors Bevölkerung ist jung, auch jene, die nun die Wikipedia dort wieder in Gang bringen wollen. Ein kleiner Kontrast zu uns. Warum finden sich in Deutschland keine Wikipedia-AGs an jeder Uni? Ich bin gespannt, welche Themen sich in den ersten Artikeln der Neu-Wikipedianer finden werden. Einige Teilnehmer des Kurses sprachen bereits von Kultur und Frauenthemen als Interessengebiete. Ich bin mir sicher, dass Politik sich ebenfalls finden wird, denn die Studenten Osttimors sind politisch sehr interessiert. Wichtig ist, dass aber auch wissenschaftliche Themen bearbeitet werden. Medizin, Geographie und Geschichte fallen mir ein. Vielleicht finden sich auch bald Artikel über Religion, die eine große Bedeutung für die Osttimoresen hat. Es gibt vieles, was eine „Encyclopedia Timorensis“ enthalten sollte. Ich habe freudige Erwartungen. JPF, 20.04.2026
Wiki Loves Earth geht in die nächste Runde

In Deutschland gibt es aktuell 9.012 Naturschutzgebiete, dazu 9.143 Landschaftsschutzgebiete. Außerdem haben wir 5.286 Gebiete des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. In den letzten Jahren des Fotowettbewerbs Wiki Loves Earth (WLE) und durch Engagement darüber hinaus konnten wir 10.803 dieser Gebiete mit Fotos bebildern. Damit sind 46 % aller Schutzgebiete in Deutschland bebildert. Um in diesem Jahr das Ziel zu erreichen, die Hälfte aller Schutzgebiete in Deutschland bebildern zu können, fehlen uns noch Fotos aus etwa 900 Schutzgebieten. Daher an dieser Stelle der Aufruf: Macht mit! Wenn ihr denkt, ihr macht vielleicht nicht die besten Fotos, macht trotzdem mit und seid Teil des Projekts zu Bebilderung der Natur. Auch wo es schon Fotos gibt, kann mehr selten schaden. Bei den Vogelschutzgebieten haben wir z. B. das Ziel, zu jedem Gebiet auf Wikidata auch ein Foto zu verwenden, auf dem ein Vogel zu sehen ist.
Da Wale ja aktuell ein großes Thema sind, an dieser Stelle auch ein Hinweis auf eine Fotolücke, die eine besondere Herausforderung darstellt: Aus nahezu allen Naturschutzgebieten in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands fehlen uns noch Fotos. Wer eine kleine Segelyacht hat, kann vielleicht mal vorbeifahren, damit wir diese riesigen Flächen auf unserer Karte als erledigt markieren können.
Wer keine Yacht zur Verfügung hat, sondern in der Stadt sitzt, kann in diesem Jahr am Sonderpreis zum Thema Stadtnatur teilnehmen. Hier wollen wir Pflanzen, Tiere oder auch die Interaktion von Mensch und Natur in Grünanlagen dokumentieren. Für diesen Sonderpreis gilt die übliche Beschränkung auf Schutzgebiete nicht.
Der Wettbewerb läuft, wie in den letzten Jahren, vom 1. Mai bis zum 30. Juni. Wer jetzt schon etwas machen will, kann neben dem Fotografieren im Feld auch bereits am Wiki-Loves-Earth-Cup teilnehmen. Dort haben wir die Sonderwertung zu Wikidata um einen Wettbewerb zur besseren Beschreibung und Kategorisierung der im Rahmen von WLE in den letzten Jahren hochgeladenen Fotos ergänzt (zur Teilnahme). Hochladen könnt ihr die Fotos ab dem ersten Mai über die Hochladekampagne. Motive könnt ihr schon jetzt über die Karte oder die umfangreichen Listen finden.
Wenn ihr uns helfen wollt, den Wettbewerb offline zu bewerben, könnt ihr bei WMDE Flyer und Plakate bestellen.
Wer außerhalb von Deutschland unterwegs ist oder war, kann hier nachsehen, welche internationalen Wettbewerbe von Wiki Loves Earth in diesem Jahr laufen, die Liste wird ständig erweitert.
GPSLeo 18.4.
A wie Holz oder Art History Loves Wiki, Teil II
Mehr als sechs Stunden dauerte der Livestream am zweiten Tag der Veranstaltung Art History Loves Wiki, die vom 27. bis 29 März 2026 im Kölner Museum Schnütgen stattfand (Bericht zum ersten Tag). Zunächst ging es am Vormittag offline auf verschiedenen Touren durch die Dauerausstellung und die beiden Sonderausstellungen sowie in der Kirche und zur Tür in St. Maria im Kapitol, sodass das eigentliche Tagungsprogramm erst zur Mittagszeit einsetzte, im Stream unter https://www.youtube.com/watch?v=thXJ1XAbWJ0 etwa bei 0:20:00.
Zunächst sprachen Nina Trompetter und Adam Stead über das Thema "Provenienz, Tausch, Kriegsverlust: Die digitalisierten Inventarbücher des Museum Schnütgen als Zeugnis der Sammlungsgeschichte." Das Museum Schnütgen wurde 1910 eröffnet, aber die handgeschriebenen Inventarbücher entstanden erst einige Jahre später, um 1924/25. Die Inventarnummern beginnen mit Nummern, die das verwendete Material kennzeichnen, etwa A für Holz. Die Reihenfolge ist nicht chronologisch nach der Aufnahme, sondern es handelt sich um laufende Nummern der Einträge – meine editorische Notiz: also ungeordnet, wie auch die Nummern der Wikidata-Items vergeben wurden –, das Datum des Erwerbs, eine kurze Beschreibung und ein Eintrag zur Herkunft sowie Angaben über die Abmessungen des Sammlungsgegenstandes. Die insgesamt 17 Inventarbücher wurden 2025 digitalisiert, was nicht nur der Beschleunigung der Arbeit dient, sondern auch zur Verbreitung der Einträge über den "Heidelberg Accession Index", wo mehr und mehr deutsche Museen ihre Inventarbücher zusammenführen, damit sie zur Forschung genutzt werden. Dabei gilt aus Datenschutzgründen nur Daten aus der zeit von 1950 hinterlegt werden, wobei diese Grenze als Moving Wall alle fünf Jahre verschoben wird. Das Museum Schnütgen veröffentlicht seine Inventarbücher unter der CC-BY-NC-SA-4.0-Lizenz, und die einzelnen Seiten werden vom Heidelberger Dokumentenviewer bis ins kleinste Detail angezeigt. Anhand einiger Einzelbeispiele wurde das Schicksal von Ausstellungsgegenständern durch Verkäufe und Täusche zwischen den Kölner Museen gezeigt. Dies kann man teilweise lückenlos zeigen, weil auch die anderen Kölner Museen, wie das Mackmuseum und das Wallraf-Richartz-Museum ihre jeweiligen Sammlungsbücher in Heidelberg digitalisiert und dort in HeiDi hinterlegt haben.
Lisa Dieckmann zeigte uns, wie das geht mit dem Verknüpfen von Bildern mittels Prometheus, Normdaten und Wikidata. Prometheus ist eine wissenschaftliche Datenbank, die rund vier Millionen Bilder aus 134 Institutsdatenbanken und Forschungseinrichtungsdatenbanken verfügbar macht. Dabei können für einige der Bilderdatenbanken Bildrechte direkt eingeholt werden. Es gibt eine Normdatei, um Bilder mit unterschiedlichen Schreibweisen recherchierbar zu machen. Normdaten wie etwa GND oder die Wikidata-IDs werden verlinkt, sind aber auch recherchierbar, man kann also alle Bilder abrufen, die beispielsweise von einem Künstler mit derselben GND geschaffen wurden.

Der Vortrag Aus dem Museum ins Wikiversum: Lessons Learned mit Kleinen Museen von Judith Baumbach und Susanne Opfermann brachte uns die Ergebnisse eines Kooperationsprojektes in Baden-Württemberg wieder, an dem neben dem Landesmuseum als Ideengeber die Landesstelle für Museen und die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg sowie Wikimedia Deutschland und Wikipedianer in Form von Wikipedia:Stuttgart beteiligt waren. Projektziel war die Vernetzung und der Aufbau von Kommunikationskanälen und die Fragestellung wie können kleine Museen vom Wissen der Wikipedia profitieren und wie kann Wissen von kleinen Museen an Wikipedia transferiert. Dabei stellt sich die Museumslandschaft in Baden-Württemberg als Kartoffelsack dar – der Berichterstatter ist sich sicher, daß die Referentin kurz davor war, das Wort Kartoffelsalat auszusprechen – es gibt jedenfalls 12 Standorte des Landesmuseums, 1200 Museen sind landesweit gelistet, davon werden 700 ehrenamtlich getragen und/oder betrieben. Das Spektrum reicht vom Landesmuseum mit 180 Mitarbeitern und mehr als einer Million Objekten bis hin zum Deutschen Fleischermuseum in Böblingen mit einer Vollzeitstelle für die Leitung, einem von der Stadt bezahlten Hausmeister, Aufsichtspersonen auf Minijobbasis und dem Böblinger Döner-Sonntag. Auftakt war ein Workshop im Landesmuseum Stuttgart, wo 20 Museen auf 14 Wikipedianer trafen und sich mit Wikipediagrundlagen vertraut machten. Bei der Zusammenarbeit von kleinen Museen mit dem Wikiversum treffen unterschiedliche Kenntnisse aufeinander und oftmals hängt die Museums-Website an der kommunalen IT, was den Wunsch der Digitalisierung durch die Museen vor die Klippen der kommunalen IT-Leitung bringt. Vor allem die Sicherheit der Daten ist hier ein Thema. Ein großes Hindernis sind unzureichende Kenntnisse der Urheberrechte. Oft ist auch nur teilweise bekannt, wie Museen aktiv mit Wikipedia zusammenarbeiten können. (Ich kürze das hier ein bißchen ab, so wie das die Referentin auch tat.)
Im Projekt wurden verschiedene Anleitungen erarbeitet. Das sind teils ganz banale Hinweise, wo man klicken muß, um einem Wikipedianer eine Nachricht zu hinterlassen, und reicht hin bis zur Anleitung, wie sich Metadaten aus Museum-Digital extrahieren und nach Wikidata transferieren lassen (PDF, 4,43 MB). Als wichtigstes Ergebnis wird jedoch gesehen, Museumsmitarbeiter und Wikipedianer miteinander in Kontakt gebracht zu haben.
Maximilian Westphal hatte im Zusammenhang mit einer Ausstellung zur Münchner Fotografin Barbara Niggl Radloff im Münchner Stadtmuseum mitgewirkt, daß eine Reihe von Niggl Radloffs Fotografien hochgeladen und in Kooperation mit dem WikiMUC in Artikel eingebaut wurden; er selbst hat den Artikel im Rahmen seiner Masterarbeit geschrieben. (Note to self, aus gegebenem Anlaß: Wir werden das diskutieren müssen oder neu diskutieren müssen, weil stadtbekannte Eingangskontrolleure der Auffassung sind, sich zum Herren darüber aufzuspielen, was ein Artikel ist und akzeptiert wird und was als Essay oder als zu umfangreich abgelehnt wird. Das ist nicht gut für Autoren, deren Artikel Gegenstand einer Prüfung – und so von Bedeutung für das weitere Berufsleben – sind. Vielleicht wäre es ein Ansatz, solche Texte auf Wikiversity zu entwickeln und erst nach abgeschlossener Prüfung nach Wikipedia zu bringen? – Ich höre in meinem geistigen Ohr schon Achim, der mir Obermotzentum vorwirft, aber ich glaube, daß wir hierüber reden müssen. Es geht hier um Autorenschutz, es geht um den Schutz des Projektes, und es geht hier auch um die Frage, ob die Eingangskontrolle ihre Rolle mißbraucht, und vielleicht müssen wir dem einen oder anderen Eingangskontrolleur auf die Finger klopfen.)
Westphal streicht in seiner Baustellenbesichtigung: Bilder aus den Sammlungen des LVR-Industriemuseums für das Wikiversum heraus, daß qualitativ gut bebilderte Artikel auch höhere Abrufzahlen generieren, und das wird wohl niemand bestreiten. Nach einer Station in Baden-Württemberg ist Westphal nun beim Landschaftsverband Rheinland tätig und dort für eine Fotosammlung verantwortlich. Das LVR-Industriemuseum hat eine Open-Access-Richtlinie, und die Sammlungen sollen demnach unter einer CC-Lizenz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Museum hat sieben Standorte im Rheinland, in denen verschiedene Industrien gezeigt werden, Textilfabrikation, Energieerzeugung, Papiererzeugung, Verhüttung und Eisenverarbeitung, dazu verschiedene Sammlungen. Als Beispiel wird ein historisches Bildarchiv des Regionalverbandes Ruhrgebiet vorgestellt, das seine Bilder teils CC-By-SA-lizenziert vorhält. Was ist davon relevant für Wikipedia? stellt Westphal die Frage, die aus dem Publikum mit Alles! beantwortet wird. Das alles wurde anhand von 18 Bildern ausprobiert.
Für die Zukunft sind Metadaten, Workflow, Templates die Baustellen, auch die Veröffentlichung von Pressebildern unter CC-BY-SA-Lizenzen soll forciert werden. Raymond outete sich als Urheber des Zwischenrufs Alles! und begründete dies damit, daß wir heute nicht wissen könne, was wir als Wikipedia in zwanzig Jahren brauchen werden. Völlig korrekt.
Rainer Halama und Volker Lässing sprachen über Das Kunstdepot Hohenzollern. Unterschiedliche Herangehensweisen an Sammlungserfassung. Zwei Lokalhistoriker treffen aufeinander. In dieser lebhaften Vorstellung ging es darum, wie Lässing erstmals damit konfrontiert war, daß seine in Büchern veröffentlichte Lokalforschung von Rainer Halama in einem Artikel in Wikipedia ausgewertet wurde. Aufhänger war sein Buch über auf der Burg Hohenzollern im Zweiten Weltkrieg ausgelagerte Kunstwerke aus den drei Kölner Museen Wallraf-Richartz Museum, dem Schnütgen Museum und dem Kunstgewerbemuseum. Nach dem Krieg wurden die meisten dieser Kunstwerke zusammen mit weiteren, ebenfalls aus Auslagerungsdepots stammenden Gemälde der Staatsgalerie Stuttgart in Tübingen ausgestellt. Eine Ausstellung, die auf Grund der Hochwertigkeit der Exponate heute kaum noch zu realisieren wäre. Lässing stellte in seinem Buch die Frage, ob in der heutigen Zeit sich eine solche Ausstellung zumindest virtuell präsentieren ließe. Was den Wikipediaautoren dazu herausforderte, dies zumindest mit Hilfe von Commons und Wikidata zu versuchen. Mit dem Artikel Kunstdepot Hohenzollern ist ein Anfang gemacht.
Die Provenienzforscherin Ruth von dem Bussche zeigte unter dem Titel Von der Inventarkarte zur Normdatenbank wird anhand der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte „ein probabilistisches Verfahren zur automatisierten Erschließung historischer Künstlernamen in einem KI-gestützten Abgleich“- aufgezeigt. Dabei werden 400.276 karteikartenähnliche Datensätze digitalisiert diese Normdaten werden mit den Inventaren verglichen, wobei Wikidata als Infrastruktur genutzt wird, um die unterschiedlichen Datenquellen einander gegenüber zu stellen.
Die Künstlernamen auf solchen Karten sind ein großes Problem, weil Namenskonventionen nicht vorhanden, sondern im Laufe der Zeit gewachsen sind. Für den Aufbau der Namensdatenbank werden drei verschiedene Datenquellen genutzt, die Datenbank des Bildarchivs Foto Marburg, die Union List of Artist Names der Forschungseinrichtung des Archivs des Getty Centers sowie Wikidata. Bei letzterem werden die Einträge gefiltert nach etwa 70 unterschiedlichen externen Identifiern, ULAN-IDs, den IDs vom RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis für Künstler (RKDartists) u.a. genutzt, weil Tätigkeit (P106) auf Wikidata zu unvollständig eingepflegt ist. Der Vortrag beginnt etwa bei 3:48:00
Lucy Patterson und Lukas Fuchsgruber werfen einen Blick auf Kritische Arbeit mit Sammlungsdaten auf Wikidata vor dem kolonialen Hintergrund. Hierbei ging es etwa um die Übertragung von problematischen Sammlungsdaten in Veröffentlichungen und Ausstellungstexten. So haben manche Museen Objekte als "Schenkung" erworben, doch die Forschung stellte inzwischen fest, dass solchen Schenkungen durch Erpressung nachgeholfen wurden. Wikidata ist hierbei ein geeignetes Werkzeug, weil es mehrsprachig ist und so verschiedene Perspektiven dargestellt werden können und weil die Forschungsdaten nachhaltig sind.
Roeland Paardekooper konnte leider nicht an der Konferenz teilnehmen, so dass sein Vortrag in Vertretung von Rainer Halama und Heidrun Rosenberg gehalten wurde. Frau Rosenberg referierte kurz zur Geschichte Gothas, beginnend nach dem 30-jährigen Krieg mit dem Schloßneubau auf dem Friedenstein und später das intellektuelle Gotha um 1800. Sie schlug dann den Bogen zu Gotha transdigital 2027, einem von der Europäischen Union, der Bundesregierung und der thüringischen Landesregierung mit insgesamt 28 Millionen Euro geförderten Projekts zu Digitalisierung das Sammlungen in Gotha – viel Geld für Photograhien von Sammlungsgegenständen, von denen ein großer Teil nach Commons hochgeladen werden soll. Doch wer soll das schaffen?
Siehe hierzu auch Wikipedia:Make a Museum's Wish ... for Gotha.
Max Kristens Vortrag usefulQueries: Unkompliziert Kunstgeschichte in Wikidata erkunden ermittelte zunächst Methoden, die zur Abfrage von Wikidata landauf landab genutzt werden und stellte fest, daß der Kram entweder nicht benutzerfreundlich ist oder ein Helferlein wird seit Äonen nicht upgedatet, und er wirft die ketzerische Frage auf, ob Wikidata aufgrund fehlender Visualisierung nicht bunt genug sei.
Er stellte anhand des Beispiels Vincent van Gogh (Q5582) das Userskript usefulQueries vor und was man damit machen kann. Mehr hierzu auf Wikidata unter d:User:Kristbaum/usefulQueries.
Damit endete der 2. Tag der Veranstaltung. Am 3. Tag gab es noch mehrere Barcamp-Sessions mit einer Vielzahl von Themen – hier die Mitschriften – bevor die Teilnehmer sich wieder in ihre Wohnorte zurückzogen.
Zweifelsohne war dieser zweiteilige Bericht viel zu lang, aber ich hoffe dennoch, daß er unterhaltsam war und Lust auf mehr gemacht hat. Mehr – dazu stehen die beiden Youtube-Streams zur Verfügung, welche die Vorträge der ersten beiden Tage in voller Länge wiedergeben, mit Pausen
. MaB 15.04.
Es ist wieder passiert
Gestern habe ich den Artikel Werner Wilhelm Haase als Stub aufgrund eines einzigen Fachbuchs angelegt, heute will ich daran weiterarbeiten und vor allem Literatur hinzuziehen, die ich online zur Verfügung habe und für die ich daher die Unibibliothek nicht brauche. Etwas verspätet (denn man scrollt ja nicht immer runter zu den Anmerkungen und prüft nicht jeden Tippfehler-Korrekturedit und jede Kategorieergänzung) stelle ich fest, dass mein Stub nächtens auf das Subreferenzierungs-System umgestellt wurde.
Ist das jetzt das neue Normal und obligatorisch wie die Verwendung der aktuellen Rechtschreibung? Ich denke, die Technischen Wünsche haben uns die Subrefenzierung geschenkt, damit jeder, der mag, sich das Erstellen eigener EN vereinfachen kann. Tatsächlich gibt es offensichtlich WP-Aktive, die durch den Artikelbestand ziehen und EN auf Subreferenzierung umstellen, ohne relevant zum Artikel beizutragen. Dann kann man sich dafür abfeiern, wieviel Prozent der Artikel oder der Neuartikel jetzt damit erstellt werden. Nur: ich möchte nicht mit Subreferenzierungen arbeiten, ich brauche auch keine Nachhilfe beim Erstellen von EN. Für mich ist der Artikel geblockt, solange es dort Subreferenzierungen gibt. Sollte deWP diese Zitierweise obligatorisch machen, wird sie mich als Autorin verlieren. Entschuldigt diesen wenig journalistischen Rant, aber ich bin sauer. Es passiert ja nicht zum ersten Mal. --Ktiv (Diskussion) 09:51, 14. Apr. 2026 (MESZ)
Ergänzung: Es sind übrigens bei Gelegenheit der Umstellung auf Subreferenzierung auch relevante Infos aus den EN verschwunden. Ich nehme natürlich an, dass das ein Versehen war.--Ktiv (Diskussion) 10:06, 14. Apr. 2026 (MESZ)
Ein Wal ...


Noch lebt der Buckelwal Timmy und er hat sich zuletzt sogar mal wieder bewegt - so berichteten zumindest die Medien vor etwa drei Stunden. Dem Bericht zufolge habe sich das Tier gedreht und sich mehrere Meter vorwärts bewegt, die Chancen des Wals hätten sich dadurch nicht geändert: seinen verhängnisvollen Ausflug in die Ostsee wird er nicht überleben. Seit Ende März beobachtet die ganze Nation das morbide Schauspiel – im ständigen Wechsel zwischen Hoffnung, Faszination und Resignation. Seit Tagen beobachten wir das Sterben dieses gewaltigen Lebewesens, das normalerweise für Kraft und Freiheit steht, und plötzlich so verletzlich ist. Wir werden Zeuge seines langsamen und unausweichlichen Todes und hoffen doch weiter auf ein Happy End; diese Mischung aus Ehrfurcht, Beklemmung und der schwer greifbaren Nähe zum Ende.
Enzyklopädisch betrachtet ist das Ereignis natürlich singulär und als solches prädestiniert für die Nachrichten. In der Wikipedia hinterlässt es seine Spuren vor allem in Form des neu entstandenen Artikels Timmy und einigen kleineren Ergänzungen im Artikel Buckelwal – erfreulich wenigen und eher sachlichen. Die auffälligste Spur dieser Tragödie findet sich allerdings in der Aufrufstatistik: Seit dem 22. März gingen die Aufrufzahlen des Artikels Buckelwal rapide nach oben, um ihren Zenit am 27. März mit fast 35.000 Aufrufen zu erreichen. Danach gingen sie wieder zurück, blieben jedoch mehr als eine Woche bei über 10.000 Aufrufen pro Tag. Insgesamt wurde der Artikel damit in den letzten 30 Tagen fast 240.000 mal aufgerufen:

Um die Dimension zu verdeutlichen hat der Autor dieser Zeilen, zugleich Hauptautor des betrachteten Artikels, der obigen Grafik drei Vergleichsartikel zugesellt. Den zu Deutschland als kontinuierlich um etwa 10.000 mal am Tag aufgerufenen Artikel, den zum ebenfalls während dieser Zeit stark in den Medien präsenten Artikel zum Iran und den zur Ukraine, an der das Interesse nach mehreren Jahren Krieg bereits deutlich abgeflacht ist. Im Ergebnis reflektieren diese Zahlen weniger das Ereignis selbst als vielmehr den Umgang damit, insbesondere im Kontext von Medien und Wikipedia. Menschen suchen neben den Nachrichten weiter Information zum Thema und Hintergrund in der Wikipedia, wo sie einen sachlichen Artikel mit enzyklopädischem Anspruch bekommen. Als einer der Autoren des Artikels bin ich stolz und froh, dass wir den Lesern die gesuchten Hintergründe auf einem nach meiner Ansicht qualitativ guten und enzyklopädischen Niveau liefern konnten. AR, 9.4.
Technische Wünsche: Frühjahrsneuigkeiten

Frühjahrsmüdigkeit? Nicht beim Technische-Wünsche-Team! Im Februar haben wir über den Zwischenstand zu Subreferenzierung berichtet, inzwischen sind Subreferenzen in elf weiteren Projekten verfügbar, darunter die Wikipedia-Sprachversionen Alemannisch, Italienisch, Polnisch, Schwedisch und Tschechisch sowie die deutschsprachige Wikivoyage. Die dadurch gewonnenen Perspektiven nutzen wir für die Weiterentwicklung der Funktion – wie bereits angekündigt, schauen wir uns insbesondere mögliche Verbesserungen in der Lesendenansicht an und sind dabei, technische Hürden zu beheben, bevor Subreferenzierung in allen Wikis nutzbar wird. Wir freuen uns weiterhin über all eure Rückmeldungen auf unserer Projektseite.
Daneben arbeiten wir an weiteren Projekten – und brauchen euren Input!
Wir möchten automatisch generierte Einzelnachweisnamen im VisualEditor verbessern. Beim Wiederverwenden von Einzelnachweisen erzeugt der VisualEditor aktuell Namen wie <ref name=":0">, die sich schwer merken lassen und auch keine Information über den Einzelnachweis bieten, weshalb in vielen Wikis erfahrene Wikitextnutzende die Namen anschließend ändern und aussagekräftiger machen (z.B. <ref name="Richter-2026">). Auf unserer Projektseite schlagen wir Lösungen für dieses VisualEditor-Problem vor, damit Wikitextnutzende weniger Arbeit haben. Unter anderem überlegen wir, Vorlagenparameter wie in {{Literatur}} für die Generierung eines Einzelnachweisnamens auszuwerten oder (wenn vorhanden) Namen aus einer URL zu generieren, aber auch einen besseren Fallback als <ref name=":0">, falls sich kein inhaltsbasierter Name generieren lässt.
Weil unsere Lösung in allen Wikis funktionieren muss, brauchen wir Konsens der globalen Community. Bitte beteiligt euch mit eurem Feedback auf unserer Diskussionsseite im Metawiki. Ihr könnt gerne auf Deutsch schreiben, wir stellen dann ggf. eine Übersetzung für Mitlesende aus anderen Wikis bereit. Wer nur ungern im Metawiki schreibt, kann sich auch auf unserer dewiki-Diskussionsseite melden. Danke für euer Feedback!
Außerdem möchten wir in einem zweiwöchigen A/B-Test Verbesserungen der Einzelnachweisvorschau ausprobieren. Angekündigt hatten wir dies ursprünglich für Ende März, mussten das aber nochmal verschieben. Wir geben selbstverständlich Bescheid, sobald wir startklar sind.
Zudem denken wir über ein weiteres Projekt nach, um Wikitextnutzende zu entlasten: Die Funktion zur automatischen Erstellung von Einzelnachweisen im VisualEditor ist bei weniger erfahrenen Usern sehr beliebt. Nicht selten werden dabei aber Einzelnachweise erstellt, die so eigentlich schon als Beleg im Artikel waren und einfach hätten wiederverwendet werden können. Durch so erstellte Duplikate wird der Wikitext länger und der Wartungsaufwand erhöht sich, weil man ggf. mehrere identische Einzelnachweise anpassen muss. Deshalb prüfen wir, wie versehentliches Erstellen von Duplikaten im VisualEditor vermieden werden kann – seit Jahren ein häufiger Wunsch aus der Community. Wenn wir konkretere Vorschläge erarbeitet haben, melden wir uns wie immer mit der Bitte um Feedback.
Sonnige Grüße vom Technische-Wünsche-Team! JR (WMDE), 9.4.
Über 40 neue Auszeichnungen im ersten Quartal

Mehr als 40 mal wurden in den letzten drei Monaten Artikel als lesenswert oder exzellent ausgezeichnet – ein doch recht beachtlicher Start des Jahres.
Diese Artikel wurden damit nicht nur als Vorzeigeartikel gekennzeichnet, sondern stehen nun auch für die Auswahl als „Artikel des Tages“ für die Hauptseite zur Verfügung. Gerade letzteres gewinnt vor dem Hintergrund veralternder Artikel auch in unseren Vorzeigebereichen an Bedeutung. In den letzten Monaten wurde die Kritik an der Qualität der hier präsentierten Artikel lauter – viele der Artikel stammen aus der Frühzeit der Wikipedia und wurden nach ihrer Auszeichnung vor teilweise über 20 Jahren kaum noch wesentlich überarbeitet. So tragen etwa mehr als 600 Artikel ihre Auszeichnung als lesenswerter Artikel seit 2005, seit 2006 sind es fast 750 Artikel, und den meisten gemein ist ein Fehlen von Belegen in Form von Einzelnachweisen, die erst danach eingeführt wurden. Ihre Validierung, Überarbeitung und Aktualisierung ist aufwändig und selbst die Abwahl ist aus gutem Grund zeit- und arbeitsaufwändig. Der Artikel des Tages muss jedoch zwingend aus dem Pool der lesenswerten und exzellen Artikel stammen und damit ist die Anzahl der Artikel, die für die Hauptseitenpräsentation ruhigen Gewissens genutzt werden können, begrenzt. Hier ist also sowohl Bedarf an entsprechenden Überarbeitungen wie auch an neuen Auszeichnungen.
- Einige der ersten exzellenten Artikel des Jahres 2026:
Umso erfreulicher, dass es Autoren und Autorinnen gibt, die Nachschub liefern und die von ihnen geschriebenen und überarbeiteten Artikel zur Diskussion in einer (nicht immer einfachen) Kandidatur stellen. Genauso erfreulich ist auch, dass es noch genügend Rezensenten gibt, die die Artikel lesen und bewerten – auch wenn sich der Autor dieser Zeilen hier wie auch bei den Auswerten deutlich mehr Beteiligung wünschen würde. Doch zurück zu den Artikeln selbst: 22 Artikel sind bis jetzt in 2026 als lesenswert ausgezeichnet worden, bei den Exzellenten sind es 23 – das hält sich ganz gut die Waage. Doch auch das inhaltliche Spektrum ist rechts ausgewogen und reicht bei letzteren von dem Computerspiel Wolfenstein 3D und Asterix bei den Olympischen Spielen über den Kölner Totentanz und die Apostelgeschichte des Lukas bis hin zu den Kuren, dem Free Solo und dem ausgestorbenen riesenhaften Nashornverwandten Paraceratherium; bei den Lesenswerten gibt es einen höheren Anteil an Biografien, darunter etwa Léon Saunier, Marc-Antoine Charpentier oder Izumo no Okuni, neben Artikeln wie dem zur Geschichte des Alkoholkonsums in Ostfriesland, ʿAin ʿArafāt oder gar dem Waschmittel.
- Einige der ersten lesenswerten Artikel des Jahres 2026:
Ich würde mich freuen, wenn der Trend für 2026 anhält und mehr Autoren ihre Perlen in die Kandidatur schicken – wir profitieren alle davon und als Autor tut es einem und einer auch sehr gut, wenn man für seine Arbeit eine entsprechende Bestätigung bekommt. AR, 3.4.
Neues Projekt: Enzyklopädie der bayerischen und österreichischen Separatisten

Wer von Österreich nach Bayern geht, der ist ja bekanntermaßen noch nicht ganz in Deutschland angekommen. Die beiden Gebiete eint ja mehr als es im Rest des deutschsprachigen Gebietes üblich ist. Da verwundert es wenig, dass es "Separatisten" gibt, die Bayern aus Deutschland herauslösen wollen und mit Österreich zusammenlegen wollen. Dazu erschien auch eine Spezialenzyklopädie, die Bayerisch-Österreichische Separatisten Enzyklopädie (BÖSE). Unterstützung gibt es nicht nur von Bayern und Österreichern, sondern auch von Franken, die als neues eigenständiges Bundesland bei Deutschland verbleiben wollen und so ihre Unabhängigkeit von Bayern erreichen wollen, sowie von den Alemannen, die sich mittel- und langfristig Unterstützung für ihre Sache erhoffen von der neuen Bayerisch-Österreichischen Staaten-Entität (ebenfalls BÖSE) und von den Schwaben, denn der bayerische Regierungsbezirk Schwaben möchte lieber zu Baden-Württemberg. (Siehe Karte)
Ein größeres Treffen wird es im Herbst geben in der ehemaligen bayerischen Hauptstadt Regensburg, während der Wikipedia:WikiCon 2026 in Regensburg. Ziel ist es die gesamte deutschsprachige Wikipedia entsprechend umzuschreiben um so mehr öffentliche Unterstützung zu gewinnen. Die entsprechende Projektseite Wikipedia:BÖSE wird in Kürze erscheinen.
Finanzielle Unterstützung gibt es von einer europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea, kurz SE) von Putin und Lazlo Örban, Gesellschaft für allgemein neutrale Zwecke (GANZ PÖSE) Der Wahre Wikibayer (=DWI), 1.4.
Erdnussflips oder Art History Loves Wiki

Am Wochenende vom 27. bis 29. März 2026 fand im Kölner Museum Schnütgen die Konferenz digital/local. collection loves wiki statt. Es war die dritte Veranstaltung der Tagungsreihe „Art History Loves Wiki“ der Wikipedia:Arbeitsgemeinschaft Kunstwissenschaften + Wikipedia, in der Kunstwissenschaft und Wikiversum gemeinsam diskutieren, wie Kunstwissenschaftlerinnen und Kunstwissenschaftler einerseits und die Wikimedia-Communitys andererseits bei der Digitalisierung des Wissens in den Kunstwissenschaften zusammenarbeiten.
Den Auftakt der Veranstaltung bildete eine Präsentation des 360°-Rundgangs durch das Museum Schnütgen von Kim Mildebrah, und Christina Clever-Kümper zeigt uns, was man damit machen kann und künftig können wird. Man kann aus dem Rundgang in die RI-Online springen oder in Bibliothek-OPACs. Man kann in digitalisierte Handschriften springen. Und mehr. Dabei wurden uns einige interessante Zahlen genannt. Rund 6000 Wikidata-Items bestehen zur Stadt Köln, 728 davon zu Objekten im Zusammenhang mit dem Museum Schnütgen, zu über 337 davon sind auf Commons Bilder vorhanden. Dem stehen 12 Artikel in Wikipedia gegenüber. Für viele Wikipedianer ist Wikidata nur die Interwiki-Verwaltung von Wikipedia, doch zeigt diese kleine Statistik, daß Wikidata längst viel weiter ist als vielen gewahr ist.
Wikidata ist längst zu einem Werkzeug der Kunstwissenschaften geworden, und das ist gut so, meint der Autor dieses Berichts.
Eine Online-Collection bietet das Museum bisher nicht an. Miriam Siebert brachte uns „Spitäler als Orte der Kultur“ näher und zeigte uns, wie visuelle Netzwerke mit WikiFAIR dargestellt werden können.
Der Ausbruch der Pest führte dazu, daß das Bürgertum in Architektur und künstlerische Ausstattung von Krankenhäusern investierte, doch blieben Spitäler in der Kunstgeschichte lange unbeachtet. Archiater (Q126737400) – ein gemeinsames Forschungsprojekt der LMU in München und der Universität Pisa – versucht dies zu ändern. Bislang (Januar 2026) sind in Wikidata 23.000 Einträge zu Burgen vorhanden, aber weniger als 300 Einträge zu vormodernen Krankenhäusern und das, obwohl es in der Vormoderne in jeder Stadt ein Spital gegeben hat. In diesem Projekt werden Spitäler kartographiert und registriert, wobei die Daten auf Wikidata hinterlegt werden, damit sie dauerhaft auffindbar sind und verfügbar bleiben und von anderen Projekten auf sie zugegriffen werden kann und nicht – meine redaktionelle Ergänzung – im Nirwana der universitären IT verschwinden, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Näheres hierzu kann man auf d:Wikidata:WikiProject Spital nachlesen. Gezeigt wurde, wie im Rahmen des Projektes allgemeine Informationen, architektonische Merkmale und Objekte modelliert wurden. Ein Beispiel für einen Datensatz, der in diesem Projekt erstellt wurde, wäre Hôtel-Dieu (Q1284848).
Elise Paschal, die an der Modernen Galerie Saarbrücken Volontärin war, stellte dar, daß Kunstgeschichte und Wikipedia die Problematik des Gender Gaps teilen und wie, inspiriert von Aktionen in Wikipedia – Woman in Red, 100 Wiki Days usw. – die Sichtbarkeit von Frauen an der Modernen Galerie Saarbrücken durch Edit-a-Thons erhöht hat. Dabei hat der Gender Gap im Kunstbereich laut Pascal seinen Ursprung in der Kunstgeschichte selbst, in der Frauen der Zugang zur Kunst häufig verwehrt wurde, in Deutschland bis 1919 mit der Eröffnung des Bauhauses. Zwar sei der Anteil der Künstlerinnen mit 22,7 Prozent der Artikel über Künstlerinnen und Künstler insgesamt höher als der Anteil der Frauen unter den Biographien insgesamt, doch in der deutschen Wikipedia gebe es bei den exzellenten Artikeln nur drei Künstlerinnen gegenüber 39 Artikel über Künstler. Der Grund dafür sei aber bereits in der Kunstgeschichte begründet, die in der Vergangenheit durch männliche Forscher dominiert wurden und in der es zuwenig Sekundärliteratur über Künstlerinnen gibt.
Lozana Rossenova machte uns vertraut mit ECHOLOT. Das ist das Akronym für European Cultural Heritage Optimized Linked Open Tools. Hier wurde es sehr technisch, und ich bin froh, daß ich auf den Stream des ersten Tages der Veranstaltung unter https://www.youtube.com/live/lPH0CZr_gPc zurückgreifen konnte, als ich diesen Bericht verfaßte. In dem Vortrag ging es um die Datenvernetzung zwischen anderen großen Datenbanken wie Europeana und den Wikimedia-Projekten Wikipedia, Commons und Wikidata. Im Stream geht das los bei 3:03:39. Ich erspare dem geneigten Leser meine laienhafte Beschreibung des Gehörten. Möge sich bitte jeder selbst ein Bild machen.
Selbiges gilt für Leser, denen diese Zusammenfassung zu kurz ist.
Damit endete der erste Konferenztag. Über den zweiten Tag schreibe ich ein eigenes Aufsätzchen. MaB 1.4.
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Community Tech wird aufgelöst – um Gewerkschaft zu verhindern?

Am 20. Mai wurde bekannt gegeben, dass das Community-Tech-Team aufgelöst wird, das in der Vergangenheit für die globale Community Wishlist zuständig war. Durch eine „Restrukturierung“ soll die Bearbeitung von Community-Wünschen künftig dezentral auf mehrere Teams aufgeteilt werden, um „Bottlenecks“ zu reduzieren.
In diesem Zuge wurden sechs Mitarbeiter entlassen, unter anderem MusikAnimal, Samwilson und TheresNoTime, die stark in der freiwilligen Entwickler-Community eingebunden sind. Wer künftig die sonstigen Aufgaben übernimmt, für die bisher das Team zuständig war, bleibt unbeantwortet. Das Vorgehen wird ausführlich in der englischen Wikipedia sowie auf Meta-Wiki diskutiert und dort durchweg verurteilt.
Besondere Aufmerksamkeit erfährt dabei die Beobachtung, dass mehrere der entlassenen Mitglieder im Begriff waren, eine Gewerkschaft zu gründen. Nachdem vor 2 Wochen auch die ebenfalls beteiligte Brooke Vibber – eine der Hauptentwicklerinnen von MediaWiki – entlassen wurde, fällt es schwer, an einen Zufall zu glauben. Eine Petition zur Unterstützung der Gewerkschaftsbemühungen läuft bereits. MGC, 21.05.
Humor, LLM, Innovation, Klub
Das sind die Themen des nächsten Eduwiki Knowledge Showcase. Dieses Online-Treffen findet am Freitagnachmittag statt, also am 22. Mai. Z. 19.05.
demzufolge vs. dem zufolge
Es gibt einen Rechtschreibfehler, aktuell in Hunderten von Wikipedia-Artikeln vorhanden, der generell unter dem Radar fliegt. Es sind Sätze wie der folgende, aus dem zufällig gewählten Artikel Stephan Weil:
- Weil zitierte Egon Bahr, demzufolge es in der internationalen Politik nur um die Interessen von Staaten gehe, „nie um Demokratie und Menschenrechte“.
Dieser Fehler lässt sich vermeiden, wenn man bedenkt:
- Das Wort demzufolge ist ein Adverb, kein Relativpronomen.
Der Duden gibt die folgenden Beispiele:
- demzufolge ist die Angelegenheit geklärt, aber das Vertragswerk, dem zufolge die Staaten sich verpflichten …
Eselsbrücke: Man würde bei einer Passage wie „Verträge, denen zufolge beide Parteien Pflichten haben, ...“ nicht auf den Gedanken kommen, „denen zufolge“ als ein Wort zu schreiben. Entsprechendes gilt für demnach, demgemäß. AK 18.05.
Bildbeschreibungen von Museumsobjekten

(Ende 3. Jh.)
FO: Gelduba, Grab 5555
AO: Museumszentrum Burg Linn, Krefeld
Es ist zum verzweifeln...! Immer wieder die gleiche oder eine ähnliche Situation. Man schreibt oder bearbeitet einen Artikel über ein Bodendenkmal und sucht auf Commons nach passendem Bildmaterial. Zu den aus dem Bodendenkmal stammenden Artefakten findet man die Unterkategorie eines Museums mit Dutzenden von tollen passenden Bildern.
Alles bestens? — Denkste!
Die Ernüchterung kommt schlagartig, wenn man die Bildbeschreibungen liest. Dort steht dann sinngemäß, dass das abgebildete Objekt aus dem Museum XY stammt. Schluss, aus, Sense! Ein paar Dutzend mal: „Aus dem Museum XY“. Punkt! Es steht dort nicht, was abgebildet ist, nicht, aus welchem Material es besteht, nicht, wo genau es gefunden wurde, geschweige denn, auf welche Zeit es datiert wird. Angaben, die aber zwingend für eine vernünftige Beschreibung solcher Objekte erforderlich sind, und die in der Regel auch auf den Infotafeln und Infoschildchen der Museen vermerkt werden.
Natürlich kann man bei einem Museumsbesuch, bei dem man Dutzende von Photographien anfertigt, nicht alle diese Details im Kopf behalten oder mühselig notieren. Aber was spricht denn in den Zeiten der digitalen Photographie dagegen, die Infoschildchen einfach zusätzlich zu fotografieren? Beim Hochladen kann man dann in aller Ruhe die darauf enthaltenen Informationen in die Bildbeschreibung übernehmen. Also statt „Aus dem Museum XY“ beispielsweise „Büste eines römischen Legionärs im Museum XY. Kalkstein, Mitte des 2. Jahrhunderts. Fundort: zwischen Amphitheater und Forum“. Das Ergebnis im Artikel könnte dann wie abgebildet aussehen...
Für Artikelautoren und -bearbeiter wäre dies eine wirklich sehr große Hilfe und eine Ersparnis von Frustration. Ich habe leider bei der Artikelarbeit schon unzählige, wirklich gute Bilder nicht verwenden können, einfach weil mir konkrete Objektbeschreibungen fehlten. Denkt bitte mal drüber nach, die beschriebene Vorgehensweise macht nur wenig Mühe! Hartmann Linge 18.05.
„Offline“-Kampagne für inhaftierten saudischen Wikipedianer Osama Khalid

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat eine neue „Offline“-Kampagne für den inhaftierten saudischen Wikipedianer Osama Khalid gestartet. Osama wurde im Juli 2020 im Zuge einer Welle willkürlicher Verhaftungen durch die saudischen Behörden und zunächst zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Diese wurde später im Berufungsverfahren auf 32 Jahre erhöht, dann im Jahr 2023 auf 25 Jahre herabgesetzt und im vergangenen September erneut auf nun 14 Jahre verringert. Er hatte während seines Medizinstudiums an verschiedenen Wikimedia-Konferenzen teilgenommen und Wikipedia-Artikel über Menschenrechtsthemen geschrieben. Eine im April von der saudischen Menschenrechtsorganisation ALQST veröffentlichte und von mehreren anderen Organisationen unterzeichnete Erklärung wies auf „die enorme Diskrepanz zwischen den in verschiedenen Phasen des Verfahrens verhängten Strafen“ hin; diese unterstreiche „die Willkür, mit der im saudischen Justizsystem Urteile gefällt werden.“ Das „Offline“-Projekt der EFF präsentiert Fälle von Menschen, die für ihre Online-Aktivitäten inhaftiert wurden, aber nicht unbedingt eine breite Medienberichterstattung erhalten haben. Ein weiterer inhaftierter Wikipedianer, Ziyad al-Sufyani, war 2025 freigelassen worden. AK 14.05.
Honig raus aus der Wikipedia! (Eine Glosse)
Vor zwei Tagen wurde im Kurier der Vorschlag unterbreitet, Neulinge von Honigtöpfen auszuschließen. Die zugehörige Kurier-Diskussion zeigt, dass auch altgedienten Wikipedianer*innen Honigtöpfe nicht zugemutet werden sollten. Deswegen fordere ich hiermit: Honig raus aus der Wikipedia! Jeder Artikel, dessen Diskussionsseite innerhalb eines in einem Meinungsbild zu ermittelnden Zeitraums eine in einem weiteren Meinungsbild zu ermittelnde Anzahl an Beiträgen altgedienter Wikipedianer*innen überschreitet, wird gelöscht und für Leser mit dem Hinweis versehen, dass das Thema in der deutschsprachigen Wikipedia-Gemeinschaft zu umstritten ist, und deshalb keinen Artikel bekommen hat. Zusätzlich wird auf einen zufälligen Artikel verwiesen, dessen Diskussionsseite leer ist, damit die Leser sich an einem der vielen unumstrittenen Themen erfreuen können, die unsere schöne Enzyklopädie bereithält. Rr 11.05.
Tech-Support-Treffen
Vom 28. bis 30. August 2026 findet in FFM ein Treffen für Techsupporter der deutschen Wikipedia statt. Mehr zum Treffen auf der Projektseite. Merle WMDE 11.5.
Finger weg vom Honigtopf
Neulinge kommen mit der Erwartung in die Wikipedia, dass sie hier jeden Artikel bearbeiten dürfen. Das ist zunächst auch so, aber eben nur auf den ersten Blick. Neukonten (manche sind echte Neulinge, manche sind Einzweckkonten, auch Sockenpuppen sind dabei) versuchen häufig, ihre Sichtweise in sogenannte Honigtopf-Artikel einzubringen, was dann zu einer Vandalismusmeldung, anschließender Sperre und evtl. noch zu einer CU und einer Sperrprüfung führt. Bei jedem Schritt beteiligen sich oft andere Benutzer am Verfahren bzw. an der Diskussion, es werden also personelle Ressourcen gebunden. Zudem kommt es in der Folge zu weiteren Konflikten zwischen sich zu Wort meldenden Benutzern, Administratoren laufen Gefahr, für ihre Entscheidungen und Wortmeldungen Wiederwahlstimmen zu erhalten, was das Arbeitsklima weiter verschlechtert. Echte Neulinge reagieren enttäuscht und gehen uns als Mitarbeiter verloren.
Es wäre einfacher, die entsprechenden Artikel für Neulinge zu sperren und ihnen von vornherein den Zugang zu sogenannten Honigtöpfen zu verbieten. Das würde die Seiten WP:VM und WP:SPP entlasten.
Es heißt immer, dass Artikel nicht vorsorglich gesperrt werden. Aber warum eigentlich nicht? Die englische Wikipedia hat bereits einen Honigtopfbaustein in Benutzung.
Eine Sperrung von Artikeln statt von Neukonten wäre transparenter und ressourcenschonender als die jetzige Vorgehensweise. BW 09.05.
Irgendjemand möchte nicht, dass du diesen Trick kennst...
...ich verrate ihn dir trotzdem. Aktuell laufen viele Wettbewerbe, mit geschickten Agieren kann man an allen gleichzeitig teilnehmen und im Bestfall sogar Preise (z. B. Schokolade) abstauben.
- Überführe fehlende Naturdenkmale und Geotope nach Wikidata. Nimm damit in Wikidata an Coordinate Me (bis Ende Mai) und gleichzeitig in der Wikidata-Disziplin des Wiki-Loves-Earth-Cup (WLE-Cup) (bis Ende Juni 2026) teil.
- Mach Fotos von Naturdenkmalen, Geotopen und Schutzgebieten für den Fotowettbewerb Wiki Loves Earth (bis Ende Juni 2026).
- Schreib Artikel zu diesen Objekten und nimm damit in der Disziplin Artikel WLE-Cup teil.
- Bau die fehlenden Bilder in die entsprechenden Listen ein und nimm damit an der Disziplin Listen des WLE-Cup und am Wartungsbausteinwettbewerb (bis 23. Mai) teil.
Z t 08.05.
Workshop: Recherche mit PetScan
Du möchtest gezielter in Wikipedia recherchieren, Listen erstellen oder Lücken in Themengebieten finden? Dann ist unser nächster Digitaler Themenabend am 18. Mai (19 Uhr) genau das Richtige für dich! PetScan gehört zu den vielseitigsten Werkzeugen im Wikimedia-Universum. Mit ihm kannst du komplexe Abfragen über Kategorien, Seiteneigenschaften, Vorlagen und Wikidata kombinieren. So findest du gezielt Artikel, entdeckst fehlende Inhalte oder identifizierst Verbesserungsbedarf.
Das erwartet dich im Workshop:
- Einführung in die Grundfunktionen von PetScan
- Suchen in Kategorien und Unterkategorien
- Arbeiten mit Seiteneigenschaften (z. B. kleine Artikel oder fehlende Bilder)
- Suche nach Artikeln mit oder ohne bestimmte Vorlagen in einem Themengebiet
- Tipps zur Ausgabeformatierung
Praxisbeispiele:
- Wartungsbausteine in einem Themengebiet finden
- Bauwerke ohne Koordinaten aufspüren
- Fehlende Artikel entdecken, die in anderen Sprachversionen existieren
- und vieles mehr
Im Anschluss hast du Zeit für Fragen und Austausch. Der Workshop richtet sich an alle, die in Wikipedia oder anderen Wikimedia-Projekten aktiv sind – egal ob du gerade erst anfängst oder schon lange dabei bist. Besonders hilfreich ist er für dich, wenn du Listen erstellst, Themenbereiche pflegst oder gezielt nach Artikeln suchst. Sei dabei und entdecke, was mit PetScan alles möglich ist! Anmeldung wie immer unter WP:DTA. Ich freue mich über eine zahlreiche Teilnahme.Salino01 07.05.
Bannerkampagne: Neulingsgewinnung
Eine zehntägige Bannerkampagne im Mai soll verschiedene Newsletter-Angebote zur Neulingsgewinnung bzw. zum Onboarding neuer oder wenig erfahrener Wikipedianer*innen bewerben. Es wird mit drei unterschiedlichen Bannern gearbeitet, um unerfahrene Autor*innen möglichst zielgerichtet zu erreichen. Mehr Infos auf der Projektseite. MW (WMDE), 05.5.
Förderberatung
Das Team Community Konferenzen & Förderung von WMDE bietet ab Mai 2026 zweimal in der Woche eine individuelle Beratung zu den bestehenden Förderangeboten an. Die Beratung ermöglicht es, Fragen rund um die Förderangebote direkt mit einem Teammitglied zu besprechen. Mehr Infos findet ihr auf den Förderseiten. MO 30.4.
Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Luxemburg startet am Dienstag
Wie bereits im Februar erwähnt, wird die jährliche Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Luxemburg vom 5. Mai bis zum 2. Juni 2026 stattfinden. Generell könnt ihr uns vor und während der Kampagne auf der Diskussionsseite des Fundraising-Teams kontaktieren. Viele Grüsse, JBrungs (WMF) (Diskussion) 07:10, 30. Apr. 2026 (MESZ)
KI-gestützte Prüfung von Artikeln mit dem AI Proofreader

Mit dem AI Proofreader gibt es ein Helferlein, mit dem Artikel mit Hilfe von Google Gemini, Claude und ChatGPT inhaltlich geprüft werden können. Die Aktivierung erfolgt über common.js (Beispiel). Auf Google AI Studio kann ein kostenloser API-Schlüssel für Gemini beantragt werden, der mittels Copy-Paste im AI-Proofreader hinterlegt werden kann. Bei den einzelnen Artikeln gibt es dann die Möglichkeit, diese mit Gemini zu prüfen (siehe Screenshot). Derzeit ist das Script nur in englischer Sprache verfügbar. Für eine deutschsprachige Version müssten die Prompts (You are a professional Wikipedia proofreader…) übersetzt werden. Mögliche Basis könnten die Prompts für die QS sein. M2k 30.4.
Wahl des U4C und Änderungen am UCoC
Momentan läuft die Suche nach Kandidierenden für das U4C, ein Koordinierungskomitee zum universellen Verhaltenskodex (UCoC). Im Anschluss folgt die Wahl ins U4C sowie die Abstimmungen zu möglichen Änderungen am Verhaltenskodex und den Anhängen (EG und Charta). Das Komitee hat sowohl präventive als auch reaktive Aufgaben. Das sind die Unterstützung der Entwicklung von lokalen Regeln und Revisionsinstanzen zur Stärkung der Rechte Aller, Revision von Entscheidungen für kleine Projekte, Überwachung von Systemversagen und Bereitstellen von Trainingsmaterialien zum UCoC. Momentan sind drei Personen aus der deutschsprachigen Community im U4C vertreten, zwei als wählende und eine als nichtwählendes Mitglied. Es gibt noch sechs weitere wählende und ein nichtwählendes Mitglied im U4C. Aber es sind auch acht der maximal sechzehn Plätze bei der letzten Wahl unbesetzt geblieben. Die Arbeit ist spannend, abwechslungsreich und es gibt viele tolle Kollegen kennenzulernen. Wer mithelfen möchte, ist herzlich eingeladen! ghi, 28.4.
Wartungsbaustein-Wettbewerb Frühling 2026
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Meinung zu den Austragungsländern mögen unterschiedlich sein, aber am 11. Juni 2026, also in 1 1⁄2 Monaten, beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, nicht nur in den Vereinigten Staaten. Vielmehr finden auch Spiele in Mexiko und Kanada statt. Genau genommen sind es 25 der 104 Spiele. Grund genug, dass im anstehenden Frühlings-Wartungsbausteinwettbewerb die Kategorien:Kanada und Mexiko Bonus-Kategorien sind.
Die dritte Bonus-Kategorie ist die Kategorie:Fotografie. Diese Kategorie wurde einfach so mal gewählt, weil es jetzt Frühling ist und entsprechend die Natur (aber nicht nur die) viele Fotomotive anbietet.
Der Frühlings-Wettbewerb beginnt in diesem Jahr am 9. Mai, dauert wie immer 15 Tage und endet somit am Pfingstsamstag, den 23. Mai 2026, 23:59 Uhr.
Jede Verbesserung eines Artikels zählt im Wettbewerb – egal, ob in diesen Bonus-Kategorien oder nicht. Auch Mini-Verbesserungen sind gern willkommen.
Wer mitmachen will, einfach unter Wikipedia:Wartungsbausteinwettbewerb/Frühling 2026 als Teilnehmer eintragen oder ein Team bilden und dieses eintragen oder fragen, ob man sich einem Team anschliessen darf und dann möglichst viele Artikel verbessern und in die Übersicht eintragen. Eine Anmeldung ist auch jederzeit noch während des laufenden Wettbewerbes möglich.
Wer möchte, kann den Wettbewerb auch als Schiedsrichter unterstützen: je mehr sich dazu bereit erklären, desto geringer ist der Aufwand für jeden der Schiedsrichter. Diese dürfen zum Ausgleich dieses Aufwands einen Tag vorher mit dem Wettbewerb beginnen. N., 27.4.2026
Dialog trotz inhaltlicher Differenz – Einführung in positive Gesprächsdynamik
Auch in diesem Jahr bietet Wikimedia Deutschland wieder zwei Online-Trainings für Gewaltfreie Kommunikation (GFK) unter dem Titel „Dialog trotz inhaltlicher Differenz – Einführung in positive Gesprächsdynamik“ an.
Die beiden Veranstaltungen behandeln die folgenden beiden Schwerpunkte:
- 12. Mai 2026: Von Guten Absichten ausgehen – Wie geht das eigentlich praktisch? Welche Werkzeuge kann ich dazu nutzen?
- 19. November 2026: Gehört und verstanden werden – Wie schaffe ich es, andere durch meine Beiträge nicht zu triggern?
Es ist natürlich auch möglich, nur eine der beiden Veranstaltungen zu besuchen. NR (WMDE), 27.4.26
KI-gestützter Faktencheck?
Am 29. April geht es beim Digitalen Themenabend (DTA) „KI-gestützter Faktencheck von Wikipedia-Artikeln“ diesmal um eine Frage, die viele in der Community beschäftigt: Kann Künstliche Intelligenz helfen, die Qualität von Wikipedia-Artikeln zu sichern?
Mehr als drei Millionen Artikel umfasst die deutschsprachige Wikipedia inzwischen. Doch je größer das Projekt wird, desto schwieriger wird es, den Überblick zu behalten. Immer weniger Aktive stehen einer wachsenden Zahl an Beiträgen gegenüber. Studien zeigen: Fehler, veraltete Informationen und lückenhafte Belege sind keine Ausnahme. Hinzu kommen zunehmend KI-generierte Inhalte, die zwar verboten sind, aber überzeugend klingen und oft unbemerkt falsche Angaben oder erfundene Quellen enthalten. Der Themenabend setzt genau hier an: Kann KI nicht nur Probleme verursachen, sondern auch bei der Lösung helfen?
Zu Gast sind Dr. Vera Schmitt und Dr. Veronika Solopova (TU Berlin) sowie Steffen Castle (DFKI). Sie stellen aktuelle Forschungsansätze vor und zeigen, wie KI beim Faktencheck unterstützen könnte – etwa durch automatisierte Quellenprüfung oder den Abgleich von Aussagen mit Belegen. Gleichzeitig geht es auch um die Grenzen solcher Systeme. Im Fokus steht ein realistischer Blick: KI als Werkzeug, das dich entlasten kann, aber menschliche Prüfung nicht ersetzt.
Der Abend beginnt auf Deutsch, einzelne Teile finden später auf Englisch statt. Sei dabei, diskutiere mit und bring deine Perspektive ein: Wie kann Wikipedia auch in Zukunft verlässlich bleiben? Die Anmeldung erfolgt wie immer unter WP:DTA.
Vorschau: Schon jetzt vormerken, am 18. Mai gibt es einen Workshop zum Thema PetScan.Salino01 22.4.
Banner-Spendenaktion der Wikimedia Foundation Österreich
Hallo zusammen, wie hier bereits Anfang März erwähnt, teile ich hier nun mit euch die aktualisierte Seite zur Zusammenarbeit mit der Community für die bevorstehende Banner-Spendenaktion in Österreich. Auf dieser Seite stellen wir weitere Details zur Kampagne vor, zeigen einige Banner-Beispiele und bieten euch Raum für Feedback. Viele Grüße, JBrungs (WMF) (Diskussion) 13:02, 21. Apr. 2026 (MESZ)
Kandidaturphase für das WMDE-Präsidium gestartet
Vom 22. Mai bis 6. Juni 2026 wird das nächste WMDE-Präsidium gewählt. Kandidieren können bis zum 11. Mai 2026 alle Vereinsmitglieder mit dem Status „Aktives Mitglied“. Wir freuen uns über Bewerbungen aus der Community! Mehr hier im Kandidaturaufruf. lzy, 17.4.
Normannisch seit einem Jahr verschwunden
Seit über einem Jahr werden Normannische Interwikilinks nicht mehr angezeigt. Und nicht nur die, mehrere Sprachversionen mit nicht-standardisierten Sprachcodes werden im Vector-2022-Skin nicht angezeigt. Während sie im Sprachmenü noch mitgezählt werden, (Bsp: Anzeige in Schloss Ratilly: "2 Sprachen") erscheinen die Artikel in der ausgeklappten Sprachliste nicht mehr. Der gute alte Vector-Skin ist nicht betroffen (Bsp: Schloss Ratilly). Der Fehler ist seit über einem Jahr im Ticketsystem dokumentiert, aber unpriorisiert und ohne Zuweisung. Irgendwo zwischen Ticketsystem und ungeklärten Zuständigkeiten geht Mehrsprachigkeit verloren – ausgerechnet bei einem Projekt, das für sie steht. CX, 14.4.
Edit: Nicht mal einen Monat nach Erscheinen dieses Textes hat ein Freiwilliger das Problem korrigiert, thank you User:HakanIST!
Wikimania 2026 schon ausgebucht
Durch den Hinweis von Femke in der Projektdiskussion auf einen offenen Brief auf Meta ist der Berichterstatter darauf aufmerksam geworden, dass die Wikimania 2026 in Paris kurz nach Beginn der Registrierungsphase schon ausgebucht ist, und dass die Information zur Konferenz offenbar hauptsächlich über Telegram und Mailinglisten erfolgt ist, aber nicht in den Wikimedia-Projekten. So sei die erste Information zur Wikimania in der niederländischen Wikipedia auch gleich die Mitteilung gewesen, dass sie ausgebucht sei. Als wollte man, so der Eindruck des Unterzeichneten, der immerhin an vier Wikimanias in Europa teilgenommen hat, die aktive Community nun möglichst ausschliessen... - Über die Möglichkeit, sich für die Wikimania fördern lassen zu können, hatten WMDE und WMAT bereits im November 2025 im Kurier und im Community-Portal informiert, was anerkennenswert ist, wenn auch damals noch nicht bekanntgegeben werden konnte, ab wann eine Anmeldung möglich ist. Da diese Information erst sehr kurzfristig vorlag, konnte sie leider auch nur so kurzfristig weitergegeben werden. Gestumblindi, 5.4.
Wer hilft, 62.500 Commons-Dateien von 2021 zu kategorisieren?
Wir sind auf halbem Weg außer Atem geraten, nachdem wir die Anzahl der unkategorisierten Medien von 2021 von 125.000 auf 62.500 reduziert haben. Jetzt brauchen wir bitte mehr Freiwillige, um die restlichen Medien zu kategorisieren. Das Ziel sollte sein, jeweils die endgültige Kategorie hinzuzufügen, und bitte nicht nur die Kategorie Unidentified people. Idealerweise sollten wir nicht alle beim Buchstaben A stecken bleiben, indem wir alphabetisch von A bis Z vorgehen, sondern irgendwo dazwischen beginnen und die Hinweise auf WikiProject Minimum One Category nutzen. Wer kann helfen oder hat eine Idee, wie man dies effektiver gestalten kann? nE, 3.4.
DTA: „Artikel gemeinsam überarbeiten“

Mit der Wikipedia altern auch ihre Artikel. Sie werden länger, aber nicht unbedingt besser. Oft rufen sie nach Umstrukturierung, nach Aktualisierung, nach Einarbeitung von Forschungsergebnissen. Doch Einzelne schrecken vielfach vor dem Aufwand zurück, den so etwas mit sich bringt. Kann gemeinsames Überarbeiten ein Weg sein? Welche Chancen und welche Herausforderungen entstehen dabei?
Psittacuso und Reisen8 stellen beim Digitalen Themenabend am 15. April um 19 Uhr die Ergebnisse des Workshops „Gemeinsam überarbeiten“ von der WikiCon 2025 sowie die Projektseite Wikipedia:Gemeinsam überarbeiten vor und zeigen, wie die Idee sich inzwischen entwickelt hat. Es folgen Erfahrungsberichte von einigen „Kollaborateur*innen“, die sich seitdem gefunden haben oder noch auf der Suche sind. In einer anschließenden Phase sind Erlebnisberichte, Tipps und Einschätzungen von all den Anwesenden willkommen, die in der Wikipedia oder einem Schwesterprojekt schon gemeinsam gearbeitet haben. Gesprächsimpulse zum Abschluss richten sich an alle und haben die Zukunft des gemeinsamen Überarbeitens in der Wikipedia im Blick.
Die Anmeldung erfolgt wie immer auf der Seite des Digitalen Themenabends. Wir freuen uns auf Eure Teilnahme.Salino01 02.04.
Babelbausteine zum Sammeln

Damit wünscht euch das Förderteam von Wikimedia Deutschland frohe Feiertage und viel Spaß beim Sammeln! MHC, 2.4.
Wikipedia gründet Gremium zur Kontrolle von KI
Nach anhaltenden Diskussionen über KI-generierte Artikeltexte wurde in der deutschsprachigen Wikipedia die Einrichtung eines neuen Prüfgremiums bekanntgegeben. Das Gremium MENSCH (Melde- und Entscheidungsstelle zur Nachprüfung sprachlicher Computernähe) soll künftig überprüfen, ob Texte „hinreichend menschlich wirken“ oder „verdächtig flüssig klingen“.
Laut der Ankündigung im Community-Portal übernimmt MENSCH folgende Aufgaben:
- Stichprobenartige Kontrolle neuer Artikel auf „überkorrekte Grammatik und verdächtig logische Gliederung“.
- Nachprüfung ungewöhnlich sachlicher Diskussionsbeiträge auf mögliche KI-Beteiligung.
- Erarbeitung von Empfehlungen, „damit Wikipedia auch in Zukunft von Menschen – nicht von Stilkorrektheit – geprägt bleibt“.
Für die Mitgliedschaft in MENSCH gelten klare Anforderungen: mindestens fünf Jahre Erfahrung im Artikelschreiben, nachweislich ungenaue Rechtschreibung in den letzten 500 Edits, und die dokumentierte Fähigkeit, sich in sinnlosen Diskussionen zu verstricken.
Erste Prüfläufe zeigen bereits Wirkung: In einem Pilotprojekt wurden 12 Artikel aufgrund „verdächtig klarer Struktur“ zur Überarbeitung zurückgestellt. Ein Benutzer musste sich erklären, weil er zwei Absätze hintereinander mit nachvollziehbaren Argumenten formuliert hatte. „Ich hab das wirklich selbst geschrieben!“, beteuerte er – das Verfahren läuft noch.
Das Gremium betonte, es gehe nicht um Technikfeindlichkeit, sondern um den Schutz des „menschlichen Klangs“. „Die kleinen Tippfehler, umständlichen Nebensätze und nie endenden Konsensversuche haben uns als Gemeinschaft geprägt“, heißt es in einer Erklärung von MENSCH.
In Planung ist bereits eine zweite Instanz: die Überwachungsstelle Mensch Plus, zuständig für Beschwerden gegen MENSCH. Zuständigkeitsfragen hierzu sollen in einem separaten Meinungsbild geklärt werden. S20 1.4.
Neues Programm zur Autoren(rück-)gewinnung
Zum 1. April startet ein Programm, um weitere wertvolle Autorenressourcen zu gewinnen: Das Bürgenprogramm. Gesperrte oder durch Administratoren sperrfähige Konten erhalten nun auf Zuruf einen Bürgen. Langjährige Benutzer, die sich wohlwollend über einen Projektstörer auf einer Funktionsseite wie WP:VM, WP:SPP oder WP:CUA äußern, werden ab sofort dem Benutzer als Bürgen zugewiesen. Der Bürge kann künftige Sanktionen gegen das Konto teilweise oder ganz durch die Administratoren abfangen – natürlich auf Kosten des eigenen Sperrlogs. Damit sind sie maßgeblich für eine Resozialisierung ihrer Schützlinge verantwortlich. So besteht die Möglichkeit, langfristig aus Einzweck- und Vandalenkonten neue Autoren zu gewinnen, oder alte bekannte Langzeitstörer erfolgreich zu reintegrieren. Erste Erfolge werden gespannt erwartet... NDG, 1.4.

