Tatort: Die Schöpfung

Fernsehfilm der Krimireihe Tatort

Die Schöpfung ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom WDR produzierte Beitrag ist die 1325. Tatort-Episode und wurde am 11. Januar 2026 im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Das Kölner Ermittlerduo Ballauf und Schenk ermittelt in seinem 94. Fall.

Folge 1325 der Reihe Tatort
Titel Die Schöpfung
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 88 Minuten
Regie Torsten C. Fischer
Drehbuch Wolfgang Stauch
Produktion Jan Kruse
Kamera Christoph Krauss
Schnitt Kai Minierski
Premiere 11. Jan. 2026 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste

Handlung

Bearbeiten

Während der Probe zu Joseph Haydns Die Schöpfung wird in der Oper Elli Zander, eine Mitarbeiterin der Requisite, erschossen aufgefunden – drapiert wie in einer Inszenierung. Eine Waffe aus dem Fundus fehlt. Die Ermittlungen von Ballauf und Schenk führen zunächst ins Sängerensemble, doch bald geschieht ein zweiter Mord an Wilhelm „Willi“ Köpke, der zusammen mit dem ersten Opfer privat eine Metal-Oper inszeniert hat. Er wurde in einem Kleid gefunden, das David Deycks bei der Inszenierung trug. Dieser präparierte Valerie Schmitts Waffe ohne ihr Wissen vorsätzlich aus Todessehnsucht, sodass diese ihn erschoss. Die drei versteckten seine Leiche in einem Schuttcontainer. Als sie sie abtransportieren wollten, war sie verschwunden.

Eva Krüger war David Deycks' leibliche Mutter, gab ihn aber aufgrund ihres jungen Alters von 14 Jahren zur Adoption frei. Sie beobachtete seinen Tod und wollte sich rächen. Während der Generalprobe versucht sie Valerie Schmitt zu erschießen, wird aber von Ballauf und Schenk überwältigt.

Hintergrund

Bearbeiten

Der Film wurde vom 28. August 2024 bis zum 30. September 2024 an Originalschauplätzen sowohl auf der Großbaustelle der Oper Köln als auch in der Interimsspielstätte Staatenhaus in Deutz gedreht.[1][2] Die Handlung wird von den Proben zu Haydns Oratorium Die Schöpfung in der Inszenierung von Melly Still begleitet, die am 5. Oktober 2024 an der Oper Köln Premiere hatte.[3]

Die Premiere der Tatort-Episode erfolgte am 12. Oktober 2025 auf dem Film Festival Cologne.[4]

Rezeption

Bearbeiten

Kritiken

Bearbeiten

„Die ‚Die Schöpfung‘ […] ist ein 90-minütiger Mix aus Arien, Theatralik, Lichtspiel und Opernrundgang. Hier wird alles aufgefahren, um dem ‚Tatort‘ ein Fünkchen Dynamik zu geben. Und das ist auch nötig, weil sich die Ermittlungen des Duos Ballauf und Schenk eher schwunglos, andante würde man in der Oper sagen, voranschleppen.“

Ann-Marlen Hoolt: Süddeutsche Zeitung[5]

„Das Drehbuch von Wolfgang Stauch erzählt schnörkellos, die Handlung wird zudem beredt und spannend aufbereitet. Die Backstage-Situationen erlauben effektvolle Bilder […]. […] Während die Oper als ‚Kraftwerk der Gefühle‘ (Alexander Kluge) auf übertemperierte Affekte schwört, wird in diesem psychologisch eindringlichen ‚Tatort‘ dank der soliden Regie von Torsten C. Fischer mit leichter Hand durch die Kriminalstory geführt, mit witzigen Dialogen und feiner Ironie: ‚Ein Opernsänger ist ein Mensch, der singt, statt zu bluten, wenn man ihm einen Dolch ins Herz stößt‘, sagt Schenk, der die Oper liebt, die in diesem Krimi wertgeschätzt und nicht als elitär, überflüssig oder gestrig abqualifiziert wird.“

„Dieser »Tatort« ist robust sarkastisch im Angang und emotional überschäumend im Abgang.“

„Wahnsinn und Wohlklang. Die Kölner Oper ist ein Irrenhaus – und mittendrin spielt der „Tatort“ / Dass der Kunstbau beim Drehen noch saniert wird, kommt dem kurzweiligen Plot entgegen. […] Das hat auch die Pläne für den Kölner „Tatort“-Krimi durcheinandergeworfen. Ursprünglich wollte Regisseur Torsten Fischer die Geschichte von Wolfgang Stauch im frisch eröffneten Haus einrichten. Kurzfristig aber mussten sie auf der Baustelle und in der Ersatzspielstätte drehen. Für den Film ist das ein Glücksfall, denn die Architektur spielt hier eine Hauptrolle. Die Oper, die von außen an einen Maya-Tempel erinnert, wirkt innen wie ein labyrinthisches Raumschiff. Eine grandiose Kulisse, in der eine Leiche im Lastenaufzug und ein zweiter Toter am Strick über der Bühne wirkungsvoll drapiert werden.“

Einschaltquoten

Bearbeiten

Die Erstausstrahlung von Die Schöpfung am 11. Januar 2026 wurde in Deutschland von 9,44 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 34,7 % für Das Erste.[9]

Bearbeiten

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. Tatort: Die Schöpfung bei crew united, abgerufen am 10. Januar 2026.
  2. Presseinformation der Oper Köln mit Fotos von den Dreharbeiten.
  3. Presseinformation der Oper Köln mit Fotos von der Inszenierung
  4. Tatort – Die Schöpfung. In: FFCGN. Cologne Conference GmbH, abgerufen am 10. Januar 2026.
  5. Ann-Marlen Hoolt: „Tatort“ aus Köln. Oper halt: Liebe, Drama, Tod. In: Serien. Süddeutsche Zeitung, 9. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026.
  6. Irene Bazinger: Nicht bluten, lieber singen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Januar 2026, Seite 16.
  7. Christian Buß: Opern-»Tatort« aus Köln. Singend stirbt es sich nun mal am schönsten. In: Kultur. Der Spiegel, 9. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026: „Bewertung: 8 von 10 Punkten“
  8. Allgemeine Zeitung, S. 6 vom 10. Januar 2026
  9. Felix Maier: Primetime-Check: Sonntag, 11. Januar 2026. Quotenmeter.de, 12. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026.