Südliches Anhalt

Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt

Südliches Anhalt ist eine Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

Wappen Deutschlandkarte
?
Südliches Anhalt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Südliches Anhalt hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 40′ N, 12° 4′ OKoordinaten: 51° 40′ N, 12° 4′ O
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld
Höhe: 80 m ü. NHN
Fläche: 192,54 km²
Einwohner: 12.857 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 06369 (Glauzig, Görzig, Großbadegast, Libehna, Prosigk, Radegast, Reupzig, Riesdorf, Trebbichau, Weißandt-Gölzau, Zehbitz),
06386 (Fraßdorf, Friedrichsdorf, Hinsdorf, Meilendorf, Quellendorf, Scheuder, Storkau),
06388 (Edderitz, Gröbzig, Maasdorf, Piethen, Wieskau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 03496, 034975, 034976, 034977, 034978
Kfz-Kennzeichen: ABI, AZE, BTF, KÖT, ZE
Gemeindeschlüssel: 15 0 82 377
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 31
06369 Südliches Anhalt
Website: www.suedliches-anhalt.de
Bürgermeister: Thomas Schneider (parteilos)
Lage der Stadt Südliches Anhalt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld
KarteAkenKöthen
Karte

Geographie

Bearbeiten

Stadtgliederung

Die Stadt Südliches Anhalt gliedert sich in 24 Ortschaften und 51 Ortsteile:[2]

Ortschaftzugehörige
Ortsteile
Edderitz
Fraßdorf Fraßdorf
Glauzig
Görzig
Gröbzig Stadt Gröbzig
Großbadegast
Hinsdorf Hinsdorf
Libehna
Maasdorf Maasdorf
Meilendorf
Piethen Piethen
Prosigk
Ortschaftzugehörige Ortsteile
Quellendorf
Radegast Stadt Radegast
Reinsdorf Reinsdorf
Reupzig
Riesdorf Riesdorf
Scheuder
Trebbichau an der Fuhne
Werdershausen Werdershausen
Weißandt-Gölzau
Wieskau
Wörbzig Wörbzig
Zehbitz

Am 1. Juli 2014 trat das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft. In dessen §14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen.[3] Die Stadt Südliches Anhalt hat von dieser Regelung Gebrauch gemacht. Ihre neue Hauptsatzung ist mit Wirkung vom 14. Januar 2015 in Kraft getreten. Im §8 (1) werden die Ortsteile mit ihren amtlichen Namen aufgeführt. Die Ortschaften sind nicht betroffen.[4]

Geschichte

Bearbeiten

Bis 1950 lagen im heutigen Stadtgebiet zwei Städte und 45 Landgemeinden. 2009 waren nach zahlreichen Eingemeindungen 21 selbstständige Gemeinden verblieben, die sich in der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Anhalt organisierten. 18 davon, namentlich Edderitz, Fraßdorf, Glauzig, Großbadegast, Hinsdorf, Libehna, Maasdorf, Meilendorf, Prosigk, Quellendorf, Radegast, Reupzig, Riesdorf, Scheuder, Trebbichau an der Fuhne, Weißandt-Gölzau, Wieskau und Zehbitz, schlossen sich im Zuge der Gemeindegebietsreform Sachsen-Anhalt zum 1. Januar 2010 freiwillig zur neuen Einheitsgemeinde mit Stadtrecht zusammen.[5]

Die ebenfalls zur Verwaltungsgemeinschaft gehörende Stadt Gröbzig sowie die Gemeinden Görzig und Piethen haben den Gebietsänderungsvertrag zur Bildung der Stadt Südliches Anhalt nicht unterzeichnet, wurden von dieser jedoch mitverwaltet, bis sie am 1. September 2010 eingemeindet wurden.[6] Wegen der faktischen Zwangseingemeindung der Gemeinde Görzig war ein Verfassungsbeschwerde-Verfahren anhängig,[7] das abgewiesen wurde.[8]

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Cattau1. Juli 1950Eingemeindung nach Wieskau
Cosa1. Januar 2005Eingemeindung nach Prosigk
Diesdorf1. Januar 1957Eingemeindung nach Quellendorf
Edderitz1. Januar 2010
Fernsdorf1. Juli 1950Eingemeindung nach Prosigk
Fraßdorf1. Januar 2010
Friedrichsdorf1. Juli 1950Eingemeindung nach Storkau
Glauzig1. Januar 2010
Görzig1. September 2010Verfassungsbeschwerde wurde eingereicht
Gröbzig1. September 2010
Großbadegast1. Januar 2010
Hinsdorf1. Januar 2010
Hohnsdorf1. Juli 1950Eingemeindung nach Trebbichau an der Fuhne
Kleinbadegast1. Januar 1970Eingemeindung nach Großbadegast
Kleinweißandt1. Juli 1950Eingemeindung nach Weißandt-Gölzau
Körnitz1. Juli 1950Eingemeindung nach Meilendorf
Lausigk1. Oktober 1961Eingemeindung nach Scheuder
Lennewitz1. Juli 1950Eingemeindung nach Zehbitz
Libehna1. Januar 2010
Locherau1. Juli 1950Eingemeindung nach Libehna
Maasdorf1. Januar 2010
Meilendorf1. Januar 2010
Naundorf1. Juli 1950Eingemeindung nach Lausigk
Pfaffendorf1. Juli 1950Eingemeindung nach Edderitz
Pfriemsdorf1. Juli 1950Eingemeindung nach Kleinbadegast
Piethen1. September 2010
Pösigk1. Juli 1950Eingemeindung nach Cosa
Prosigk1. Januar 2010
Quellendorf1. Januar 2010
Radegast1. Januar 2010
Reinsdorf1. Juli 1950Eingemeindung nach Görzig
Repau1. Juli 1950Eingemeindung nach Libehna
Reupzig1. Januar 2010
Riesdorf1. Januar 2010
Rohndorf1. Juli 1950Eingemeindung nach Glauzig
Scheuder1. Januar 2010
Storkau1. Januar 1957Eingemeindung nach Reupzig
Trebbichau an der Fuhne1. Januar 2010
Wehlau1. Juli 1950Eingemeindung nach Zehbitz
Weißandt-Gölzau1. Januar 2010
Werdershausen1. Juli 1950Eingemeindung nach Gröbzig
Wieskau1. Januar 2010
Wörbzig1. Januar 2004Eingemeindung nach Gröbzig
Zehbitz1. Januar 2010
Zehmigkau1. Juli 1950Eingemeindung nach Meilendorf
Zehmitz10. Oktober 1965Eingemeindung nach Zehbitz
Ziebigk1. Juli 1950Eingemeindung nach Cosa

Bevölkerung

Bearbeiten
Jahr Einwohner
201014.662
201513.810
202013.227
202113.146
202213.038
202312.953
202412.857

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Stadtrat

Bearbeiten

Der Stadtrat von Südliches Anhalt besteht aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:[10]

Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[11]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
AfD26,9 %8
CDU23,1 %623,8 %7
Freie Wählergemeinschaft Anhalt25,8 %720,8 %6
Die Linke20,5 %612,7 %4
Ortsbürgermeister und Interessenvertreter25,1 %711,6 %3
SPD2,6 %11,7 %
Pro Edderitz1,4 %
Einzelbewerber Christian Hauenstein1,1 %
Einzelbewerber Daniel Richter2,9 %1
Insgesamt100 %28100 %28

Bürgermeister

Bearbeiten
  • 2010–2016: Burkhard Bresch (Die Linke)
  • seit 2016: Thomas Schneider (parteilos)

Die erste Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters für die zu bildende Stadt fand am 29. November 2009 statt. Bresch (Die Linke) wurde mit 50,4 % der gültigen Stimmen gewählt.[12] Er war vorher letzter Bürgermeister der eingemeindeten Gemeinde Weißandt-Gölzau.

Bei der Bürgermeisterstichwahl am 6. November 2016 setzte sich Schneider mit 66,9 % der gültigen Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Bresch durch.[13] Er wurde in der Bürgermeisterwahl am 10. September 2023 mit 51,4 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[14] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[15]

Verwaltung

Bearbeiten

Der Hauptsitz der Stadtverwaltung befindet sich in Weißandt-Gölzau. Weitere Verwaltungsstellen der Stadt gibt es in den Ortschaften Gröbzig und Quellendorf.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Bearbeiten

Südliches Anhalt liegt mit dem Haltepunkt Weißandt-Gölzau an der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig.

Bearbeiten

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2024 (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt Südliches Anhalt (Memento vom 21. Juli 2015 im Internet Archive) (PDF; 84 kB)
  3. Kommunalverfassungsgesetz des Landes in der Fassung vom 1. Juli 2014
  4. Hauptsatzung in der Fassung vom 14. Januar 2015
  5.  StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  6. Entwurf des Gemeindeneugliederungsgesetzes für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld in der Deutschen Digitalen Bibliothek
  7. Information im Sender »Deutschlandradio Kultur« am 30. Juli 2011
  8. https://verfassungsgericht.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MJ/MJ/lvg/LVerfG-LSA_20140523_16-11_Gemeindegebietsreform_Groebzig_ABI.pdf
  9. Bevölkerung der Gemeinden. In: statistik.sachsen-anhalt.de. Abgerufen am 10. Juli 2025.
  10. Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
  11. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  12. Endgültiges Ergebnis (Memento vom 26. Juni 2015 im Internet Archive) der Wahl am 29. November 2009
  13. Stichwahl Südliches Anhalt: Thomas Schneider siegt gegen Burkhard Bresch. In: Mitteldeutsche Zeitung. 6. November 2016, abgerufen am 4. August 2025.
  14. Bürgermeisterwahl. In: Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Südliches Anhalt. 20. September 2023, abgerufen am 4. August 2025.
  15. Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61