St. Simon und Judas (Weidenthal)

Kirchengebäude in Weidenthal

Die römisch-katholische Kirche St. Simon und Judas Weidenthal ist ein Gotteshaus in der Pfarrei Hl. Johannes XXIII Lambrecht, die dem Bistum Speyer angehört. Sie steht unter Denkmalschutz und gilt als „ortsbildprägend“.

St. Simon und Judas

Daten
Ort Weidenthal
Baustil Neogotik
Baujahr 1874–1876
Koordinaten 49° 25′ 12,1″ N,  59′ 26,5″ OKoordinaten: 49° 25′ 12,1″ N,  59′ 26,5″ O
St. Simon und Judas (Rheinland-Pfalz)
St. Simon und Judas (Rheinland-Pfalz)

Die Kirche steht mit der Hausnummer 116 an der Westseite der Hauptstraße (Bundesstraße 39). Unmittelbar nördlich verläuft die Hirschgasse.

Geschichte

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Die den heiligen Aposteln Simon und Judas Thaddäus gewidmete Kirche steht an der Stelle früherer Gotteshäuser, die für den wachsenden Ort zu klein geworden waren. Im März 1873 arbeitete der Architekt Max von Siebert Pläne für den Neubau aus und am 28. Juli 1874 wurde der Grundstein gelegt, nachdem im April die alte Kirche abgerissen worden war. Gottesdienst feierte die Gemeinde während der nächsten zwei Jahre zunächst im Gemeindesaal und später in der evangelischen Kirche. Im Oktober 1876 war die neue Kirche fertig und wurde am 1. Oktober benediziert, das heißt vorläufig geweiht. Die Konsekration durch den Speyrer Bischof Joseph Georg von Ehrler folgte am 29. Juni 1879. Am 14. Januar 1945 wurden die Fenster der Kirche durch Bombenabwürfe amerikanischer Jagdbomber völlig zerstört, jedoch 1946 repariert. Wie in vielen Gemeinden hatten die Glocken sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg zur Rohstoffgewinnung für Kriegszwecke abgeliefert werden müssen. Ein neues Geläut aus drei Stahlglocken, geliefert von J. F. Weule, 1275 kg, 730 kg und 500 kg schwer, mit den Schlagtönen e′, g′ und a′ kam 1948 und wurde am 8. August von Bischof Joseph Wendel geweiht, 1951 bekam es einen elektrischen Antrieb und musste nicht mehr mit der Hand geläutet werden. 1958 wurde eine elektrische Heizung in die Kirche eingebaut und 1960 wurden die Kirchenfenster erneuert.[1]

Bis Ende 2015 war sie Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei St. Simon und Judas mit Filiale im benachbarten Frankenstein. Seit 2016 ist sie eine Filiale der in Lambrecht ansässigen Pfarrei Hl. Johannes XXIII.[2]

Architektur

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Das Gotteshaus ist ein neugotischer Saalbau aus Sandsteinquadern mit stark eingezogenem Chor im Nordwesten und einem 50 Meter hohen Turm im Südosten. Er ist gekennzeichnet durch Spitzbögen, Strebepfeiler und Gurtgewölbe sowie hohe Maßwerkfenster sowohl im Kirchenschiff als auch am Turm. Das achteckige schmälere oberste Geschoss über dem darunterliegenden quadratischen Geschoss des Turms steht zwischen vier Fialen und ist mit einem spitzen Helm bedeckt.[1]

Bei der Kirche steht ein mit der Jahreszahl 1742 bezeichnetes Fünfwundenkreuz, ein Kreuz, an dem statt eines Korpus die fünf Wundmale Christi dargestellt sind.

Innenausstattung

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Die Kirche ist sehr schlicht ausgestattet. Zentraler Blickpunkt im Chor am Übergang zum Kirchenschiff ist der freistehende Altar aus Travertinmarmor von Karl Nuding mit einem Relief des letzten Abendmahls Jesu. An der Stirnseite des Kirchenschiffs rechts neben dem Chorbogen steht der Tabernakel, darüber auf einer Konsole eine Statue des heiligen Josef, links eine gekrönte Madonna mit Jesuskind. Im ersten Joch des Kirchenschiffs steht links der Taufstein.[3]

Eine erste Orgel baute 1879 die Werkstatt Heinrich Voit & Söhne aus Durlach. In das Gehäuse dieses Instruments wurde 1972 eine in den 1930er-Jahren für das Wohnhaus eines Leverkusener Arztes hergestellte Orgel von Orgelbau Ernst Seifert (Kevelaer) installiert, die 1999 von Gerhard Kuhn Orgelbau, Esthal, wesentlich überarbeitet wurde. Unter anderem wurde der Spieltisch von der Seite in die Mitte vor das Werk versetzt. Ein 1972 vor dem historischen Gehäuse angebrachter Freipfeifenprospekt wurde entfernt und dessen Pfeifen ins Innere verlegt. Die Orgel hat 30 Register auf zwei Manualen und Pedal; Spiel- und Registertraktur sind elektrisch. Seit einigen Jahren ist dieses Instrument aufgrund von Schäden in der elektrischen Traktur und der daraus resultierenden Brandgefahr stillgelegt.[4]

Im Jahr 2023 wurde die Orgel des ehemaligen katholischen Pfarrzentrums St. Nikolaus Frankeneck nach Weidenthal transferiert und im letzten Joch vor der Empore ebenerdig links im Kirchenschiff aufgestellt. Dieses Instrument wurde 1988 durch Gerhard Kuhn Orgelbau (Esthal) als op. 12 mit 7 Registern auf Schleifladen mit mechanischer Spiel- und Registertraktur erbaut und verfügt über ein Manual und Pedal.[5]

Literatur

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Commons: St. Simon und Judas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Die Geschichte der katholischen Kirche in Weidenthal. In: mittelpfalz.de. 25. Dezember 1999, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  2. künftige Struktur Bistum Speyer (Memento vom 10. April 2020 im Internet Archive)
  3. Website der Pfarrei Lambrecht. Abgerufen am 27. Mai 2026.
  4. Organindex. Hauptorgel. Abgerufen am 27. Mai 2026.
  5. Weidenthal, St. Simon und Judas Thaddäus (Kuhn-Orgel) – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 29. Mai 2026.