Seckau

Marktgemeinde im Bezirk Murtal, Steiermark

Seckau ist eine Marktgemeinde mit 1325 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Murtal in der Steiermark. Die Gemeinde gilt als Fremdenverkehrsort und ist vor allem durch ihre Benediktinerabtei bekannt. Seckau ist als ehemaliger steirischer Bischofssitz auch einer der beiden Namensgeber der heutigen Diözese Graz-Seckau.

Marktgemeinde
Seckau
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Seckau
Seckau (Österreich)
Seckau (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Steiermark Steiermark
Politischer Bezirk: Murtal
Kfz-Kennzeichen: MT (ab 1.7.2012; alt: KF)
Fläche: 46,27 km²
Koordinaten: 47° 17′ N, 14° 47′ OKoordinaten: 47° 16′ 30″ N, 14° 47′ 6″ O
Höhe: 843 m ü. A.
Einwohner: 1.325 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 29 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8732
Vorwahl: 03514
Gemeindekennziffer: 6 20 34
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Marienplatz 4
8732 Seckau
Website: www.seckau.at
Politik
Bürgermeister: Martin Rath (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
11
4
11 4 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Seckau im Bezirk Murtal
Lage der Gemeinde Seckau im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)FohnsdorfGaalLobmingtalHohentauernJudenburgKnittelfeldKobenzMaria Buch-FeistritzObdachPöls-OberkurzheimPölstalPusterwaldSankt Georgen ob JudenburgSankt Marein-FeistritzSankt Margarethen bei KnittelfeldSankt Peter ob JudenburgSeckauSpielbergUnzmarkt-FrauenburgWeißkirchen in SteiermarkZeltwegSteiermark
Lage der Gemeinde Seckau im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Gemeindeamt
Gemeindeamt
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Geografie

Bearbeiten
Blick über die Seckauer Tauern vom Seckauer Zinken (links) bis zur Hochalm (Wallfahrtskirche Maria Schnee); rechts unten Seckau

Der Ort liegt am Südfuß der Seckauer Alpen in einem Seitental des Murtals.

Gemeindegliederung

Bearbeiten

Die Marktgemeinde Seckau besteht aus sechs Ortschaften (Bevölkerung Stand 1. Jänner 2025[1]):

  • Dürnberg (146)
  • Hart (127)
  • Lehmgrund (100)
  • Neuhofen (208)
  • Seckau (578)
  • Sonnwenddorf (167)

Die Gemeinde gliedert sich in drei Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2023[2]):

  • Dürnberg (2.108,85 ha)
  • Neuhofen (2.243,61 ha)
  • Seckau (274,13 ha)

Eingemeindungen

Bearbeiten

1948 wurden die Gemeinden Dürnberg und Seckau zusammengelegt.[3]

Nachbargemeinden

Bearbeiten
Klimatabelle für Seckau 1991–2020
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) −3,0 −1,4 2,5 6,9 11,5 15,3 17,0 16,3 11,8 7,2 2,3 −2,3 7
Mittl. Tagesmax. (°C) 1,7 4,0 8,7 13,3 17,7 21,6 23,5 23,1 18,2 13,2 6,7 1,9 12,8
Mittl. Tagesmin. (°C) −6,6 −5,3 −1,9 1,6 6,1 9,8 11,4 11,1 7,4 3,2 −0,8 −5,5 2,6
Niederschlag (mm) 27,9 29,9 38,1 51,9 83,6 109,2 139,6 130,8 90,1 65,6 51,1 35,1 Σ 852,9
Regentage (d) 5,4 5,1 6,2 7,4 11,1 11,9 12,2 11,0 8,7 7,1 7,1 6,4 Σ 99,6
Luftfeuchtigkeit (%) 80 76 74 74 73 73 74 78 82 83 85 84 78
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
1,7
−6,6
4,0
−5,3
8,7
−1,9
13,3
1,6
17,7
6,1
21,6
9,8
23,5
11,4
23,1
11,1
18,2
7,4
13,2
3,2
6,7
−0,8
1,9
−5,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Klimadaten der GeoSphere-Austria-Station Seckau (ID 124), Normalperiode 1991–2020, aufbereitet von Tauernwetter Forschung[4]

Geschichte

Bearbeiten

Das früheste Schriftzeugnis ist von 1142 und lautet „Seccowe“. Der Name geht auf slawisch seč (Holzschlag) und mittelhochdeutsch ouwe (Aue) zurück.[5]

1660 erhielt der Ort Seckau das Marktrecht.[6] Die politische Gemeinde Seckau wurde 1849/50 errichtet.

Bedeutend ist insbesondere die 1140 als Augustiner-Chorherrenstift gegründete Abtei Seckau (mit der Basilika Seckau), die 1883 durch Benediktiner neu besiedelt wurde und 1940–1945 wiederum aufgehoben war. Von 1940 bis 1945 befand sich in der Abtei eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt.

1218 bis 1782 war Seckau Bischofssitz der Diözese Graz-Seckau. 1886 stürzte der Nordturm der Basilika ein, woraufhin beide Türme zwischen 1891 und 1893 unter dem Gründungsabt Ildephons Schober wieder errichtet wurden. Weiters enthält der Gebäudekomplex das Abteigymnasium Seckau, eine katholische Privatschule.

Bevölkerungsentwicklung

Bearbeiten
Seckau: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
 
1.058
1880
 
1.084
1890
 
1.197
1900
 
1.164
1910
 
1.179
1923
 
1.126
1934
 
1.339
1939
 
1.133
1951
 
1.191
1961
 
1.242
1971
 
1.301
1981
 
1.327
1991
 
1.377
2001
 
1.300
2011
 
1.267
2021
 
1.314
2026
 
1.325
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bearbeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Bearbeiten

Wirtschaftssektoren

Bearbeiten

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren:[7][8][9]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021[10] 201120012021[10]20112001
Land- und Forstwirtschaft 1) 527794 618055
Produktion 2077 781137
Dienstleistung 674628 255180222

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Tourismus

Bearbeiten

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Lobmingtal, Kobenz, Gaal, Spielberg, St. Marein-Feistritz und Zeltweg den Tourismusverband „Tourismus am Spielberg“. Dessen Sitz ist in Spielberg.[11]

Durch Seckau führt auch der Zentralalpenweg.

Gemeinderat

Bearbeiten

Bürgermeister

Bearbeiten
  • bis 2006 Johann Höbenreich (ÖVP)
  • 2006–2018 Simon Pletz (ÖVP)
  • seit 2018 Martin Rath (ÖVP)

Das Gemeindewappen der Marktgemeinde Seckau wurde 2007 verliehen ist „geteilt in Hermelin und Rot“.[17] Es leitet sich ab vom mittelalterlichen Wappen der Seckauer Dompröpste.

Persönlichkeiten

Bearbeiten

Ehrenbürger

Bearbeiten
  • 1972: Placidus Wolf, Abt des Stiftes Seckau 1957–1983[18]
  • 1974: Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann der Steiermark 1971–1980[19]
  • 1985: Josef Krainer (1930–2016), Landeshauptmann
  • Athanasius Recheis (1926–2006), Abt des Stiftes Seckau 1984–1997
  • 2018: Simon Pletz, Bürgermeister von Seckau 2002–2018[20]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Bearbeiten

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Bearbeiten

Literatur

Bearbeiten
Bearbeiten

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. Regionalinformation 31.12.2023.zip, bev.gv.at (1.119 kB, 0003450398_100_Verwaltungseinheiten_KG_2023.csv); abgerufen am 20. Jänner 2025
  3. Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF)
  4. David Kaufmann: Klimadaten Steiermark – aufbereitete Klimamittel von GeoSphere-Stationen (Gemeinde-Datensätze). Zenodo, 2026, doi:10.5281/zenodo.21258538 (zenodo.org).
  5. Fritz Frhr. Lochner von Hüttenbach: Zum Namengut des Frühmittelalters in der Steiermark (= Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. Band 99). Böhlau Verlag, Wien 2008, S. 31 (historischerverein-stmk.at [PDF; 16,9 MB]).
  6. Markterhebung. (PDF) Marktgemeinde Seckau, abgerufen am 10. Juni 2022.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Seckau, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. November 2023.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Seckau, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. November 2023.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Seckau, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. November 2023.
  10. 1 2 STATcube. Statistik Austria, abgerufen am 3. November 2023.
  11. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 325. ZDB-ID 1291268-2, S. 631.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Seckau. Land Steiermark, 13. März 2005, abgerufen am 2. Juli 2020.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Seckau. Land Steiermark, 21. März 2010, abgerufen am 2. Juli 2020.
  14. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Seckau. Land Steiermark, 22. März 2015, abgerufen am 2. Juli 2020.
  15. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Seckau. Land Steiermark, 28. Juni 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.
  16. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in Seckau. Land Steiermark, 23. März 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025.
  17. Urkunde. (PDF) Steiermärkische Landesregierung, 19. März 2007, abgerufen am 10. Juni 2022.
  18. Murtaler Zeitung. 19. August 1972, S. 1.
  19. Obersteirische Nachrichten. 27. September 1974, S. 15.
  20. meinbezirk.ar (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2024. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)