Robert Carradine

US-amerikanischer Schauspieler und Automobilrennfahrer (1954–2026)

Robert Reed Carradine (* 24. März 1954 in Los Angeles, Kalifornien; † 23. Februar 2026 ebenda) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Rennfahrer. Sein Schaffen für Kino und Fernsehen umfasst mehr als 140 Produktionen.

Robert Carradine (2004)

Robert Carradine entstammte einer Schauspielerfamilie. Er wurde 1954 in Hollywood als Sohn von John Carradine und Sonia Sorel geboren und ist der Bruder von Keith Carradine sowie der Halbbruder von Michael Bowen und David Carradine. Von 1990 bis 2018 war er mit Edie Mani verheiratet; aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Er ist der Vater von Ever Carradine aus einer früheren Beziehung und der Onkel der Schauspielerin Martha Plimpton.

Carradine litt unter einer bipolaren Störung und starb im Februar 2026 in Los Angeles im Alter von 71 Jahren durch Suizid.[1]

Karriere

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Der 17-jährige Carradine stand erstmals 1971 für eine Gastrolle in der Westernserie Bonanza vor der Kamera. Im folgenden Jahr gab er sein Kinodebüt an der Seite von John Wayne im Western Die Cowboys.[2] Anschließend trat Carradine in zahlreichen Psycho-Thrillern, Krimis, Melodramen, Horror- und Science-Fiction-Filmen im Kino und im Fernsehen auf. In Walter Hills Western Long Riders (1979) spielte er neben seinen Brüdern einen der Younger-Brüder, die zusammen mit Jesse James reiten. Auch in dem Actionfilm Cannonball (1976) trat er gemeinsam mit seinem Bruder David vor die Kamera.

Weitere nennenswerte Auftritte hatte Carradine etwa in Hal Ashbys Vietnamkriegsdrama Coming Home – Sie kehren heim (1978) an der Seite von Jane Fonda und Jon Voight sowie neben Mark Hamill und Lee Marvin in The Big Red One (1980), einem autobiografischen Drama von Regisseur Samuel Fuller über den Zweiten Weltkrieg. 1984 verkörperte er die Hauptrolle des Außenseiters Lewis Skolnick in der Komödie Die Rache der Eierköpfe.[2] Der Film war erfolgreich und zog bis 1994 drei Fortsetzungen nach sich. An diesen Fortsetzungen Die Supertrottel, Operation Kleinhirn und Chaos Kings wirkte Carradine nicht nur mit, sondern war an den letzten beiden Filmen auch als Produzent beteiligt.

Carradine spielte auch in zahlreichen B-Filmen größere Rollen. 1996 war er als Skinhead im Actionfilm Flucht aus L.A. an der Seite von Kurt Russell zu sehen. Zwischen 2001 und 2004 verkörperte Carradine in der erfolgreichen Disney-Teenieserie Lizzie McGuire an der Seite von Hilary Duff die Rolle des Familienvaters Sam McGuire. Auch in Popstar auf Umwegen (2003), dem Kinofilm, der die Serie abschloss, wirkte er mit. 2012 hatte Carradine eine kleine Rolle in Quentin Tarantinos Film Django Unchained. Er war bis zuletzt schauspielerisch tätig, sein Schaffen umfasst mehr als 140 Produktionen. Einige befanden sich zum Zeitpunkt seines Todes im Februar 2026 in der Postproduktion.

Neben der Schauspielerei war Rennfahren seine größte Leidenschaft. In den 1980er- und 1990er-Jahren fuhr er professionelle Rennen für Team Lotus.[3] Er nahm unter anderem mehrmals am 12-Stunden-Rennen von Sebring und am 24-Stunden-Rennen von Daytona teil.[4] Seine beste Platzierung in Daytona war Platz 8 im Rennen von 1978.

Filmografie (Auswahl)

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Kinofilme

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Fernsehfilme

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  • 1972: Footsteps
  • 1974: Fragt mal Alice (Go Ask Alice)
  • 1975: The Hatfields and the McCoys
  • 1986: As Is
  • 1986: Monte Carlo
  • 1987: Disney’s Totally Minnie
  • 1988: Todesspiele (I Saw What You Did)
  • 1990: Anwalt des Feindes (The Incident)
  • 1990: Den Tod im Sucher (Somebody Has to Shoot the Picture)
  • 1990: In himmlischer Mission (Clarence)
  • 1991: Der Drogen Cop (Doublecrossed)
  • 1992: Operation Kleinhirn (Revenge of the Nerds III: The Next Generation)
  • 1992: Träume der Angst (Illusions)
  • 1993: Body Bags (John Carpenter presents Body Bags)
  • 1993: Im Bann der Tiefe (The Disappearance of Christina)
  • 1993: Tommyknockers – Das Monstrum (The Tommyknockers)
  • 1994: Chaos Kings (Revenge of the Nerds IV: Nerds in Love)
  • 1994: A Part of the Family
  • 1996: Das Grauen aus der Tiefe (Humanoids from the Deep)
  • 1998: Kids & Company – Kinder haften für Ihre Eltern (Young Hearts Unlimited)
  • 2000: Mamas Rendezvous mit einem Vampir (Mom’s Got a Date with a Vampire)
  • 2003: Monte Walsh
  • 2005: Angriff des Säbelzahntigers (Attack of the Sabretooth)
  • 2012: Bikini Spring Break
  • 2012: Jesse Stone: Im Zweifel für den Angeklagten (Jesse Stone: Benefit of the Doubt)
  • 2014: Sharktopus vs. Pteracuda – Kampf der Urzeitgiganten (Sharktopus vs. Pteracuda)
  • 2017: Final Storm – Der Untergang der Welt (Doomsday Device) (Fernsehfilm)

Fernsehserien

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Motorsport: Sebring-Ergebnisse

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Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1977 Vereinigte Staaten Modena Sports Cars Ferrari 365 GTB/4 Vereinigte Staaten John Morton Rang 17
1986 Vereinigte Staaten Morrison Cook Motorsport Chevrolet Corvette Vereinigte Staaten Ron Grable Vereinigte Staaten John Heinricy Rang 7
1987 Vereinigte Staaten Morrison-Cook Motorsport Chevrolet Corvette Vereinigte Staaten Bob McConnell Vereinigte Staaten John Heinricy Ausfall Motorschaden
1992 Vereinigte Staaten Brumos Porsche Gunnar 966 Vereinigte Staaten Hurley Haywood Ausfall Elektrik
1993 Vereinigte Staaten Kevin Jeannette Gunnar 966 Vereinigte Staaten Jay Cochran Vereinigte Staaten Chip Hanauer Vereinigte Staaten Dennis Aase Ausfall Unfall
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Commons: Robert Carradine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. John Yoon: Robert Carradine, Actor Who Played the Father in ‘Lizzie McGuire’, Dies at 71. In: The New York Times. 24. Februar 2026, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  2. 1 2 Robert Carradine, ‘Revenge of the Nerds’ and ‘Lizzie McGuire’ star, dies at 71. In: AP-News. 24. Februar 2026, abgerufen am 24. Februar 2026 (englisch).
  3. Mike Fleming Jr: Robert Carradine Dies: ‘Long Riders’, ‘Revenge Of The Nerds’ & ‘Lizzie McGuire’ Actor Was 71. In: Deadline. 24. Februar 2026, abgerufen am 24. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
  4. Jayme Moore: A Daytona at Daytona. In: Revs Institute. 24. Januar 2019, abgerufen am 25. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).