Niscemi
Niscemi ist eine Stadt im Freien Gemeindekonsortium Caltanissetta in der Region Sizilien in Italien mit 24.535 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025).
| Niscemi | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Sizilien | |
| Freies Gemeindekonsortium | Caltanissetta (CL) | |
| Lokale Bezeichnung | Niscemi | |
| Koordinaten | 37° 9′ N, 14° 24′ O | |
| Höhe | 332 m s.l.m. | |
| Fläche | 96 km² | |
| Einwohner | 24.535 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Postleitzahl | 93015 | |
| Vorwahl | 0933 | |
| ISTAT-Nummer | 085013 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Niscemesi | |
| Schutzpatron | Madonna Santissima del Bosco | |
| Website | Niscemi | |
Niscemi-Zentrum, hinter dem Hauptplatz Santa Maria d’Itria, links davor (von hinten) Chiesa dell’Addolorata | ||
Lage und Daten
BearbeitenNiscemi liegt 88 Kilometer südöstlich von Caltanissetta. Die Einwohner arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft und in der Industrie.
Die Nachbargemeinden sind Caltagirone (CT) im Nordosten, Gela im Südwesten und Mazzarino im Nordwesten.
Geschichte
BearbeitenNiscemi wurde 1626 gegründet. Bei dem Erdbeben auf Sizilien 1693 wurde der Ort schwer beschädigt. Danach wurde die Stadt an gleicher Stelle wieder aufgebaut.
Erdrutsche
Bearbeiten- 1790
Ein geschichtlich aufgezeichneter großer Hangrutsch fand schon am 19. März 1790 statt.[2]
- 1992/93
Es gab kleinere Rutschungen, welche die Infrastruktur beschädigten.
- 1997
Am Nachmittag des 12. Oktober 1997 wurden die südlichen Stadtteile Canalicchio, Sante Croci und Pirillo durch einen Erdrutsch nahezu vollständig zerstört, darunter waren auch zwei Schulgebäude. Die Kirche Sante Croci wurde stark beschädigt und später abgerissen. Da Sonntag war, waren die Schulen geschlossen. Verletzte gab es keine, jedoch waren nach offiziellen Angaben rund 400 Personen von der Evakuierung direkt betroffen und weitere knapp 600 Menschen wollten nicht mehr in ihre Häuser in der Gefahrenzone zurückkehren.[3]
- 2026
Im Januar 2026 kam es durch vom Sturmtief Harry verursachte starke Regenfälle zu einem erheblichen Erdrutsch mit einer Abbruchkante von ca. 1,5 km Länge,[4] der – ähnlich wie bereits 1997 – erneut den Südwesten der Stadt betraf. Insgesamt sackte ein 4,7 Kilometer breiter Hangabschnitt[5] langsam nach Südwesten weg, die Straße Via Scarfaiaccio sackte in eine durch die Rutschung über 10 Meter, stellenweise 40 Meter tief geöffnete Schlucht ab. 1500 Bewohner auf einer Breite von 150 Meter (später auf 100 Meter verringert, schwarze und rote Zone) in der Nähe der Abbruchkante wurden evakuiert.[6][7]
- Schematischer Querschnitt durch die Rutschung (van Dijk, OCRE Geoscience)
- 25. Januar, 17:40 Uhr: Zu Beginn des Erdrutsches am links unten die ehemals am oberen Ende des Hanges entlangführende Via Scarfaiaccio, darüber die frische Abbruchkante
- Zustand danach mit weiter vertiefter Wand und Schlucht
Militärische Sendeanlage
BearbeitenIn der Nähe von Niscemi befindet sich eine militärische Sendeanlage unter anderem auch für Langwellen. Zu dieser Station gehört auch ein 253 Meter hoher Sendemast bei 37° 7′ 32″ N, 14° 26′ 11″ O. Bei Niscemi wurde 2014 eine auf Sizilien höchst umstrittene Bodenstation des Mobile User Objective System (MUOS) fertiggestellt.
Sehenswürdigkeiten
Bearbeiten- Pfarrkirche Santa Maria d’Itria aus dem 18. Jahrhundert
- Kirche dell’Addolorata aus dem 18. Jahrhundert
- Kirche della Madonna del Bosco aus dem 18. Jahrhundert mit elliptischen Grundriss
- Ruinen des antiken Nixenum
- Chiesa Santa Maria d’Itria
- Chiesa Santa Maria d’Itria
- Chiesa dell’Addolorata
- Santuario Maria del Bosco
- Rathaus
Söhne und Töchter
Bearbeiten- Luigi Roberto Cona (* 1965), römisch-katholischer Geistlicher, Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls
- Alice Mangione (* 1997), Sprinterin
Weblinks
Bearbeiten- Seite von Niscemi (italienisch)
Einzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
- ↑ Rapporto frana niscemi auf protezionecivile.gov.it, abgerufen am 16. Juli 2026.
- ↑ Giuseppe d’Alessandro: Niscemi tra cronaca e storia. Vol. I, 2020, ISBN 979-1-22031-105-2.
- ↑ Frischer Böschungsanriss auf Open Street Map, abgerufen am 29. Januar 2026.
- ↑ Frana di Niscemi - Geosmart Magazine
- ↑ Erdrutsch auf Sizilien – 1500 Menschen evakuiert. Der Spiegel. 27. Januar 2026.
- ↑ Erdrutsch gefährdet sizilianische Stadt, auf tagesschau.de. 27. Januar 2026, abgerufen am 27. Januar 2026.
