Monmadalès
Monmadalès (Aussprache [mɔ̃madaˈlɛs], okzitanisch Montmadalés) ist eine französische Gemeinde mit 83 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Portes Sud Périgord. Die Einwohner werden Monmadalésiens und Monmadalésiennes genannt.
| Monmadalès | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Sud-Bergeracois | |
| Gemeindeverband | Portes Sud Périgord | |
| Koordinaten | 44° 46′ N, 0° 37′ O | |
| Höhe | 74–138 m | |
| Fläche | 5,04 km² | |
| Einwohner | 83 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 16 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24540 | |
| INSEE-Code | 24278 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Geografie
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Monmadalès liegt etwa 47 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 49 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 14 Kilometer südöstlich von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von dem Flüsschen Conne, das es im Norden begrenzt, und von einem kleineren Fließgewässer.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monmadalès liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich auf einer gewellten, kaum bewaldeten Landschaft mit Erhebungen über 100 m Höhe. Der topographisch höchste Punkt mit 138 m befindet sich im Zentrum der Gemeinde, der tiefste Punkt mit 74 m im äußersten Westen beim Austritt der Conne aus dem Gemeindegebiet.
Rund 90 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Kulturboden, genutzt, rund 10 % sind bewaldet (Stand: 2018).[2]
Umgeben wird Monmadalès von den vier Nachbargemeinden:
| Saint-Aubin-de-Lanquais | Faux-en-Périgord | |
| Saint-Cernin-de-Labarde | ||
| Montaut |
Natürliche Risiken
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Natürliche Risiken manifestieren sich in Monmadalès neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen
Obwohl das Gemeindegebiet nur zu einem kleinen Teil mit Wald bedeckt ist, besteht in einem großen Teil des Gemeindegebiets zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nur ein Streifen des Gemeindegebiets an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Cernin-de-Labarde von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 1998 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monmadalès besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.[4]
Etymologie und Geschichte
BearbeitenDer Name des Dorfes erschien erstmals im Jahr 1273 in der Schreibweise Montmadalet, im 15. Jahrhundert geändert zu Mont Magdalès, Montanea (deutsch Gebirge) de Momagdalès (1465). eine partielle Latinisierung, bei der Mo- für Mont steht. Danach sind latinisierte Formen als Mons Magdalasius im Jahr 1475 und Mons Maladesius im Jahr 1554 belegt. Das 18. Jahrhundert gibt (Sainte-Mademaine de) Monmadalais (1773) und Montmadalès wurde noch am Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben. Das Priorat der Benediktinerinnen, das an die Abtei Saint-Cyprien von Le Bugue angegliedert war und 1356 im Hundertjährigen Krieg zerstört wurde, trug den Namen Sainte-Madelaine aus dem lateinischen Magdalena. Er beeinflusste die Form Madalet ab dem 15. Jahrhundert, das den Übergang zu Mag- erklärt. Jedoch ist Magdalena nicht der Ursprung des Ortsnamens. Der erste Teil, das okzitanische mont, kommt vom lateinischen mons (deutsch Hügel), aber der Ursprung des zweiten Teils ist unklar. Er könnte mit einem Personennamen germanischen Ursprungs, Madalenus in Verbindung stehen, oder auf die urkeltische Wurzel °mat- (deutsch Hügel) zurückgehen. Die Verbindung zweier Wörter mit ähnlicher Bedeutung ist nicht außergewöhnlich.[5]
Da es sich um eine jahrtausendealte Besiedelung handelt, gibt es geschlagenen Feuerstein in Hülle und Fülle. Von der Urgeschichte bis heute haben sich die Menschen in dieser einladenden Ebene niedergelassen. Der Hügel war zur Zeit der Gallier ein Oppidum. Die Römerstraße von Vesunna (Périgueux) nach Aginnum (Agen) durchquerte die heutige Gemeinde. Nach dem Brand im Jahr 1356 wurde die romanische Prioratskirche wieder aufgebaut. Das Vorhandensein von Wassermühlen zum Mahlen von Getreide bestätigt die Bedeutung der Landwirtschaft in der Gegend. Sie wurden zwischen 1859 und 1961 erbaut und während des Zweiten Weltkriegs intensiv genutzt. Als der Krieg zu Ende war, wurden die Mühlen durch industrielle Getreidemühlen ersetzt.[6][7]
Bevölkerungsentwicklung
Bearbeiten| Monmadalès: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 310 | |||
| 1800 | 238 | |||
| 1806 | 221 | |||
| 1821 | 218 | |||
| 1831 | 236 | |||
| 1836 | 233 | |||
| 1841 | 221 | |||
| 1846 | 215 | |||
| 1851 | 215 | |||
| 1856 | 178 | |||
| 1861 | 161 | |||
| 1866 | 188 | |||
| 1872 | 184 | |||
| 1876 | 199 | |||
| 1881 | 185 | |||
| 1886 | 184 | |||
| 1891 | 171 | |||
| 1896 | 135 | |||
| 1901 | 135 | |||
| 1906 | 117 | |||
| 1911 | 133 | |||
| 1921 | 104 | |||
| 1926 | 105 | |||
| 1931 | 108 | |||
| 1936 | 109 | |||
| 1946 | 86 | |||
| 1954 | 84 | |||
| 1962 | 83 | |||
| 1968 | 64 | |||
| 1975 | 81 | |||
| 1982 | 58 | |||
| 1990 | 52 | |||
| 1999 | 73 | |||
| 2006 | 68 | |||
| 2013 | 79 | |||
| 2020 | 82 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||

Sehenswürdigkeiten
Bearbeiten- Kirche Sainte-Madeleine
Wirtschaft
BearbeitenErwerbstätigkeit
BearbeitenIm Jahre 2023 waren 39 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Monmadalès erwerbstätig, entsprechend 76,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (82,8 %) viel höher war als bei den Frauen (69,2 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit sechs Personen im Jahr 2023 geringfügig höher als im Jahr 2017 (15). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 12,5 % (2017) auf 14,3 % (2023).[10]
Landwirtschaft
BearbeitenMonmadalès liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine:
- Bergerac blanc, rosé und rouge und
- Côte de Bergerac blanc und rouge.[11]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 7 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 6 im Jahr 2000, auf 4 im Jahr 2010 und stieg auf 5 im Jahr 2020, ein Rückgang von 28,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 316 Hektar im Jahre 1988 auf 273 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 45,1 Hektar auf 54,6 Hektar.[13][14][15]
Verkehr
BearbeitenMonmadalès liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die nennenswerten Departementsstraßen D 21 und D 22 durchqueren, ohne das Zentrum selbst zu berühren, das westliche bzw. das östliche Gemeindegebiet und führen im Nordwesten nach Saint-Aubin-de-Lanquais, im Nordosten nach Faux-en-Périgord, im Süden nach Issigeac. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Monmadalès mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Literatur
Bearbeiten- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
BearbeitenEinzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 10. August 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seiten 225–226
- ↑ Monmadalès. Gemeindeverband Portes Sud Périgord, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Monmadalès. Gemeinde Issigeac, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Notice Communale Monmadalès. EHESS, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 11. August 2026
- ↑ Dossier complet - Commune de Monmadalès (24278). INSEE, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Monmadalès. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
