Meadows Museum

Kunstmuseum in den Vereinigten Staaten

Das Meadows Museum ist ein Kunstmuseum auf dem Campus der Southern Methodist University (SMU) in Dallas, Texas, USA. Es gilt als eines der bedeutendsten Zentren für spanische Kunst außerhalb Spaniens. Es befindet sich am Bishop Boulevard auf dem Campus der SMU und beherbergt eine der weltweit größten Sammlungen spanischer Kunst.[1] Seit 2021 ist es zudem Teil des von der Monuments Men Foundation for the Preservation of Art gegründeten Monuments Men and Women Museum Network.[2]

Meadows Museum (Southern Methodist University, 2016)
Meadows Museum (Jake and Nancy Hamon Galleries)

Geschichte

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Gründung und Stifter

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Algur Hurtle Meadows (1899–1978) war ein amerikanischer Ölindustrieller, Kunstsammler und Philanthrop. Er erwarb einen Juristenabschluss am Centenary College und begann seine Karriere als Buchhalter bei der Standard Oil Company. Im Herbst 1928 gründete er gemeinsam mit Ralph G. Trippett die General Finance Company. Im Sommer 1936 schlossen sich Meadows, Peters und Trippett mit dem Erdölexperten J. W. Gilliland zusammen, um die General American Oil Company mit Sitz in Dallas, Texas, zu gründen. Meadows wurde 1941 Präsident und Hauptaktionär der General American Oil Company und 1950 zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. 1983 wurde das Unternehmen an Phillips Petroleum verkauft.[3][4]

El Greco: Der kniende Heilige Franziskus in Meditation (um 1605–1610)

Während seiner Geschäftsreisen nach Spanien in den 1950er Jahren verbrachte Meadows viele Stunden im Museo Nacional del Prado in Madrid. Die Sammlung spanischer Meisterwerke inspirierte ihn, eine eigene Kollektion spanischer Kunst aufzubauen. Algur Meadows wird im Houston Chronicle mit den Worten zitiert: „Ich meine … einen kleinen Prado in Texas zu bauen“, und das Museum wird vom TIME-Magazin als Prairie Prado bezeichnet.[4]

Meadows begann seine Sammlung mit Unterstützung von Jerónimo Seisdedos, einem pensionierten Mitarbeiter des Prado-Museums. Nach dessen Tod im Jahr 1958 wandte er sich an José López Jiménez, der unter dem Pseudonym Bernardino de Pantorba als Maler, Gelehrter und Kunstkritiker bekannt war. Pantorba empfahl bis in die 1960er Jahre den Ankauf von mehr als sechzig Gemälden.[3][4]

Nach dem Tod seiner Ehefrau Virginia Stuart Garrison, die einen Tag vor ihrem 39. Hochzeitstag im Jahr 1961 starb, kündigte Meadows an, seine Kunstsammlung der Southern Methodist University zu vermachen. Im Jahr 1962 stellte er über die Meadows Foundation Mittel für den Bau und die Dotierung eines Museums bereit.[3][4]

Eröffnung und Fälschungsaffäre

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Das Meadows Museum wurde schließlich am 3. April 1965 als Teil des Owen Arts Center an der SMU eröffnet. Nachdem die Eröffnung des Museums Zweifel an der Qualität einiger Werke aufgeworfen hatte, ernannte die SMU mit William B. Jordan den ersten professionellen Direktor des Museums. Jordan übte dieses Amt von 1967 bis 1981 aus. Die meisten der ursprünglich von Meadows erworbenen Werke erwiesen sich als Fälschungen, viele davon stammten von Elmyr de Hory. Unterstützt von Meadows leitete das Museum bis zu dessen Tod im Jahr 1978 eine intensive neue Phase des Sammlungsaufbaus ein, in der der Kern der heutigen Sammlung entstand.[3]

Neugebäude und Erweiterungen

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Die Meadows Foundation stellte im Jahr 1998 einen Betrag von 18,5 Millionen US-Dollar für den Bau eines neuen Museumsgebäudes bereit. Das neue Gebäude wurde im März 2001 eröffnet. An der Einweihungszeremonie nahmen König Juan Carlos I. und Königin Sophía von Spanien teil.[3]

Im Jahr 2006 vergab die Meadows Foundation 33 Millionen US-Dollar an die Meadows School of the Arts – die bis dahin größte Zuwendung der Stiftung und die größte, die die SMU je erhalten hatte. Davon waren 25 Millionen US-Dollar für das Museum vorgesehen, unter anderem für Ankäufe, Ausstellungen, eine Kuratorenstelle für Bildungsprogramme und besondere Initiativen des Museumsdirektors. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Museums im Jahr 2015 leistete die Meadows Foundation eine weitere historische Schenkung in Höhe von 45 Millionen US-Dollar an die SMU. Davon waren 25 Millionen US-Dollar für Ziele und Programme des Museums bestimmt.[3]

Architektur

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Meadows Museum mit der Skulptur von Jaume Plensa

Das Meadows Museum ist in einem zweigeschossigen Backsteingebäude mit einer Fläche von rund 6130 Quadratmetern untergebracht. Es wurde vom Architekturbüro Hammond Beeby Rupert Ainge aus Chicago entworfen und im Jahr 2001 eröffnet. Der leitende Architekt des Büros war Thomas H. Beeby (* 1941). Er gehörte dem Architektenkreis der Chicago Seven[5] an und gilt als Vertreter des New Urbanism (Neuen Urbanismus).

Im Oktober 2009 weihte das Meadows Museum seinen Vorplatz und Skulpturengarten ein. Dieser wurde vom in Dallas ansässigen Schweizer Architekten Thomas Krähenbühl von TKTR Architects gestaltet. Der Museumseingang umfasst Brunnen und Zugangstreppen, die vom Bishop Boulevard zum Skulpturenplatz führen. Das Herzstück des Platzes ist die vier Meter hohe Skulptur Sho (2007) des zeitgenössischen spanischen Künstlers Jaume Plensa.[6] Am Fuß des Platzes befindet sich die etwa 12 × 27 Meter große, bewegliche Skulptur Wave von Santiago Calatrava.[7]

Sammlung

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Algur-H.-Meadows-Kollektion

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Die Sammlung spanischer Kunst umfasst Werke vom 10. bis zum 21. Jahrhundert und enthält Werke bedeutender Maler wie El Greco, Diego Velázquez, Ribera, Murillo, Goya, Miró, Sorolla, Dalí und Picasso. Weitere Höhepunkte sind Altarbilder der Renaissance, monumentale Barockgemälde, Rokoko-Ölskizzen, polychrome Holzskulpturen, impressionistische Landschaften und modernistische Abstraktionen sowie eine umfangreiche Kollektion der Druckgrafik Goyas. Besonders bemerkenswert sind mehrere Gemälde von Francisco de Goya, darunter Yard with Madmen (1794), sowie vollständige Erstausgaben der vier großen Druckgrafik-Serien La Tauromaquia, Los Disparates, Los Caprichos und Los Desastres de la Guerra.[8]

Werke (Auswahl)

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Skulpturensammlung

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Neben der zentralen Sammlung spanischer Kunst besitzt das Museum eine Skulpturensammlung mit modernen Werken nicht-spanischer Künstler. Ursprünglich war diese als Elizabeth Meadows Sculpture Garden bekannt. Viele dieser Skulpturen sind im Außenbereich des Museums zu sehen, darunter Werke von Jacques Lipchitz, Henry Moore und Claes Oldenburg. Bedeutende figurative Skulpturen von Rodin, Maillol und Giacometti sind im Inneren des Museums ausgestellt.[8]

SMU University Art Collection

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Das Meadows Museum ist auch für die University Art Collection der Southern Methodist University zuständig. Die 1920 gegründete Sammlung bestand ursprünglich hauptsächlich aus Werken des Texas Regionalism, darunter wichtige Künstler wie Jerry Bywaters. Heute umfasst die Sammlung ein breites Spektrum von Kunstwerken, die von Absolventen und Freunden der SMU gespendet wurden. Zu den vertretenen Künstlern gehören Frank Reaugh, Jerry Bywaters, Otis Dozier, Alexandre Hogue und William Lester.[9]

Literatur

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  • Mark A. Roglán (Hrsg.): Celebrating the Meadows Museum: A Decade of Collecting, 2001–2011. Meadows Museum, Dallas 2012.
  • William B. Jordan: Spanish Still Life in the Golden Age, 1600–1650. Kimbell Art Museum, Fort Worth 1985.
  • Kendall Curlee: Meadows, Algur Hurtle. In: Handbook of Texas Online. Texas State Historical Association, Austin.
  • SMU Meadows Museum: Celebrating 50 Years. Sonderbeilage zu The Dallas Morning News. Dallas 2015.
  • Willard Spiegelman: From Embarrassment to Riches: The Meadows Museum. In: The Wall Street Journal, 2. März 2005.
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Einzelnachweise

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  1. Meadows Museum. Abgerufen am 6. Juni 2026 (englisch).
  2. Monuments Men and Women Foundation I World War II I Art Preservation I Museum Network. Abgerufen am 6. Juni 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 6 COLLECTIONS – Meadows Museum, Dallas. Abgerufen am 6. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
  4. 1 2 3 4 Mission and History – Meadows Museum, Dallas. Abgerufen am 6. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
  5. ArchitectureChicago PLUS: The Return of the Chicago Seven. In: ArchitectureChicago PLUS. 14. September 2005, abgerufen am 6. Juni 2026.
  6. Meadows Museum Acquires Monumental Sculpture By Contemporary Spanish Artist Jaume Plensa. Abgerufen am 6. Juni 2026 (englisch).
  7. SMU Meadows Museum Wave Sculpture / Dallas (Overview) - Santiago Calatrava – Architects & Engineers. Abgerufen am 6. Juni 2026.
  8. 1 2 COLLECTIONS – Meadows Museum, Dallas. Abgerufen am 6. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
  9. Bywaters Special Collections: Texas Artists Archives. Abgerufen am 6. Juni 2026 (englisch).

Koordinaten: 32° 50′ 18,3″ N, 96° 47′ 3,8″ W