Made in Taiwan
Made in Taiwan ist ein deutsch-taiwanischer Dokumentarfilm von Monika Treut aus dem Jahr 2005. Der 30-minütige Film porträtiert die 17-jährige Tanzschülerin Yi-Chun in Taipeh und entstand als Beitrag zur 3sat-Dokumentarfilmreihe Mädchengeschichten. Die Kamera führte Elfi Mikesch. Der Film wurde 2005 beim Dokumentarfilmfestival Visions du Réel in Nyon gezeigt und wurde am 29. September 2005 erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.
| Dokumentarfilm | |
| Titel | Made in Taiwan |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland, Taiwan |
| Erscheinungsjahr | 2005 |
| Länge | 30 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Hyena Films mit PTS-Taiwan |
| Stab | |
| Regie | Monika Treut |
| Drehbuch | Monika Treut |
| Produktion | Monika Treut |
| Kamera | Elfi Mikesch |
| Schnitt | Angela Christlieb |
| Besetzung | |
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Inhalt
BearbeitenDie 17-jährige Yi-Chun besucht in Taipeh das Chiang-Kai-Shek-Gymnasium und bereitet sich darauf vor, Tanz zu studieren. Ihr Tagesablauf wird von Schule und Tanztraining bestimmt. Zusätzlich nimmt sie Mathematikunterricht und verdient sich mit Tanzunterricht an der Schule, an der auch ihre Mutter arbeitet, etwas Geld hinzu.
Yi-Chun liebt das Essen, muss als angehende Tänzerin jedoch auf ihr Gewicht achten. Ihre Ernährung und ihr Körpergewicht werden von ihrer Familie und ihren Lehrern aufmerksam verfolgt. Auch für ein Privatleben bleibt ihr wenig Zeit. Der Film begleitet sie durch ihren von Leistungsanforderungen geprägten Schulalltag, beim Tanztraining und im Zusammenleben mit ihrer Familie.
Freiräume findet Yi-Chun unter anderem auf den Nachtmärkten von Taipeh und während eines Schulausflugs ans Meer. Die Jugendlichen singen Karaoke, essen Süßigkeiten und besuchen einen Vergnügungspark. Yi-Chun spricht außerdem über ihre Zukunft und über die politische Situation Taiwans. Sie fürchtet eine mögliche Eingliederung Taiwans in die Volksrepublik China und denkt darüber nach, das Land später zu verlassen und möglicherweise nach Europa zu gehen.[1]
Entstehung
BearbeitenTreuts Beschäftigung mit Taiwan begann nach einer Einladung zum Women Make Waves Film Festival in Taipeh. Das Festival zeigte 2002 eine Retrospektive ihrer Filme. Nach Treuts Angaben lernte sie während des etwa zehntägigen Aufenthalts die ihr zuvor weitgehend unbekannte taiwanische Kultur kennen. Am Ende des Aufenthalts erhielt sie vom taiwanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Public Television Service (PTS) das Angebot, einen Dokumentarfilm über Taiwan aus der Perspektive einer ausländischen Filmemacherin zu realisieren.[2]
Treut bezeichnete die daraufhin entstandenen Dokumentarfilme Made in Taiwan und Den Tigerfrauen wachsen Flügel rückblickend als Beginn eines neuen, von ihrer Beschäftigung mit Taiwan geprägten Abschnitts ihres Filmschaffens.[2] Ihre Auseinandersetzung mit dem Land setzte sie später unter anderem mit dem zwischen Hamburg und Taipeh spielenden Spielfilm Ghosted (2009) und dem Dokumentarfilm Das Rohe und das Gekochte (2012) fort.
Produktion
BearbeitenMade in Taiwan entstand als Koproduktion von Monika Treuts Hamburger Produktionsfirma Hyena Films mit dem taiwanischen Public Television Service für ZDF und 3sat. Treut übernahm Konzept, Regie und Produktion. Die Kamera führte Elfi Mikesch, für den Schnitt war Angela Christlieb verantwortlich. Den Ton übernahm Yang Chia Hao, Regieassistent war Wen Cheng. Als Redakteurinnen waren Nicole Baum und Jessie Shih beteiligt.[3][1]
Der Film wurde auf DigiBeta gedreht und hat eine Laufzeit von 30 Minuten.[4]
Mädchengeschichten
BearbeitenDer Film entstand für die 3sat-Dokumentarfilmreihe ‘‘Mädchengeschichten’’. Die Reihe porträtierte 17-jährige Mädchen in verschiedenen Ländern und stellte ihre Lebensentwürfe und ihr jeweiliges gesellschaftliches Umfeld vor. Regie führten ausschließlich Frauen, wobei die Reihe zugleich unterschiedliche dokumentarische Arbeitsweisen internationaler Filmemacherinnen präsentieren sollte.[5]
Veröffentlichung
BearbeitenMade in Taiwan wurde 2005 beim internationalen Dokumentarfilmfestival Visions du Réel in Nyon gezeigt.[3] Das ZDF führte den Film unter seinen bei dem Festival präsentierten Produktionen und nannte Nicole Baum als verantwortliche Redakteurin.[6]
Die deutsche Fernseherstausstrahlung erfolgte am 29. September 2005 um 21 Uhr auf 3sat.[7] Nach Angaben der Editorin Angela Christlieb wurde der Film im Oktober 2005 auch vom taiwanischen PTS ausgestrahlt und auf weiteren internationalen Filmfestivals gezeigt, darunter beim Women Make Waves Film Festival in Taiwan und in Biarritz.[8]
2007 wurde der Film beim Seoul International Women’s Film Festival gezeigt.[9]
Weblinks
BearbeitenEinzelnachweise
Bearbeiten- 1 2 Made in Taiwan / Salzgeber. Abgerufen am 11. August 2026.
- 1 2 Interview mit Monika Treut | filmportal.de. Abgerufen am 19. August 2026.
- 1 2 Made in Taiwan | filmportal.de. Abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ Dr. phil. Monika Treut. In: Uni Hildesheim. Abgerufen am 19. August 2026 (deutsch).
- ↑ Maedchengeschichten. In: 3sat. 2. August 2004, abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ ZDF/3sat-Produktionen bei den „Visions du Réel“ in Nyon. In: ZDF. 10. April 2007, abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ Made in Taiwan. In: 3sat. 14. September 2005, abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ Angela Christlieb: MADE IN TAIWAN. Abgerufen am 19. August 2026.
- ↑ 서울국제여성영화제. siwff.or.kr, abgerufen am 19. August 2026.