] Jo Niklaus (* 25. August 1941 in Münsterberg, Schlesien als Irene Erna Marie Johna) ist eine deutsche Malerin.[1]
Leben und Werk
BearbeitenJo Niklaus wechselte nach einer Lehre als Verwaltungsangestellte ins graphische Fach und arbeitete als Tiefdruckretuscheurin und Lithografin. Sie erhielt von 1957 bis 1962 Unterricht bei H. Ulrich in Lauf an der Pegnitz und studierte von 1962 bis 1965 bei Georg Weidenbacher. 1966 heiratete sie den Maler Hans Niklaus (1934–2013). Durch ihre Schulung in altmeisterlicher Tafelbildmalerei kopierte sie ab den 1970er Jahren im Auftrag von Museen (Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Städelsches Kunstinstitut in Frankfurt am Main) Originalgemälde u. a. von Albrecht Dürer, Lucas Cranach der Ältere, Carl Spitzweg, Jacob van Ruisdael und Corneille de Lyon.
Um 1980 wendete sie sich der Trompe-l’œil-Malerei und dem phantastischen Realismus zu. Seit 1991, freischaffend, befasst sie sich mit Neuinterpretationen von Albrecht Dürers Werken. Sie entwickelte ihren eigenen Trompe-l’œil-Stil und realisiert u. a. Paraphrasen Albrecht Dürers. Über zwanzig Dürer-Paraphrasen (z. B. „Bildnisprobe – Elsbeth Tucher“ 1993, „Melancholia I“ 2006, „Paradies“ 2008, „Das Meerwunder“ 2018)[2] wurden 2021 im Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg als Einzelausstellung „Reflexionen zu Dürer“ gezeigt.
Daneben malt Niklaus Stillleben und phantastische Szenen. Ihre Werke befinden sich u. a. in öffentlichen Sammlungen in Nürnberg u. a. im Albrecht-Dürer-Haus, in der Dürer-Haus-Stiftung und in der Stadt Nürnberg.
In den letzten Jahren übernahm sie Auftragsarbeiten von den Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg für die Dauerausstellung im Albrecht-Dürer-Haus, um Gemälde von Dürer zu kopieren[3] und Gemälde in Trompe-l’œil-Manier oder aber mit Trompe-l’œil-Effekten zu malen.
Jo Niklaus lebt und arbeitet in Nürnberg.
Ankäufe durch Museen
Bearbeiten- Dürer-Haus-Stiftung: Dürerkopie: „Christus als Schmerzensmann“ von 1980[4] Trompe-l’œil-Stil: „Dürer-Blätter“ von 2000[5] Dürerkopie: „Bildnis der Barbara Dürer, geb. Holpe“ von 2023[6]
- Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg: Dürerkopie: „Mülltonne mit Apfel“ von 1986
- Phantastenmuseum in Wien: Trompe-l’œil-Stil: „Mythos Zeit“ von 2009
Ausstellungen (Auswahl)
BearbeitenDie Ausstellungen wurden vor der Digitalisierung in Ausstellungskatalogen erfasst, die in der Bayerischen Staatsbibliothek archiviert sind.
- 1999: Trompe-l’œil. Galerie am Theater, Nürnberg.
- 2000: Stilles Leben – Stilleben. Galerie am Theater, Nürnberg.
- 2000: Vita Femina – das Leben ist ein Weib. Galerie am Theater, Nürnberg.
- 2001: Kunst nach 1945. Galerie am Theater, Nürnberg.
- 2005: Täuschend echt. Albrecht-Dürer-Haus, Nürnberg.
- 2007: Die Macht der Schönheit. Albrecht-Dürer-Haus, Nürnberg.
- 2007: Scheinwelten – Augentäuschung in der Malerei der Gegenwart. Werke von Jürgen Dressel, Wolfgang Harms, Michael Lassel, Jo Niklaus, Hans Niklaus. Stadtmuseum Fembohaus, Nürnberg.
- 2010: Illusion der Wirklichkeit. Werke von Michael Engelhardt, Wolfgang Harms, Michael Lassel, Joachim Lehrer, Jo Niklaus, Hans Niklaus. Villa Augusta, Roth.[7]
- 2011: Tafelbilder. Museumsgalerie des Phantastenmuseum im Palais Palffy, Wien.[8]
- 2012: Dürer im 20. Jahrhundert. Galerie Jacobsa, Nürnberg.
- 2012: Reälität und Illusion: feine Strukturen. Mit Herwig Lewandowski. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach.[9]
- 2013: Augenlust – Wenn Kunst von Können kommt. Trierenberg Art, Traun/Österreich.[10]
- 2014: Kleine Formate. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach.
- 2015: Heimspiel. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach.[9]
- 2016: Kostbarkeiten. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach.
- 2017: 100 Jahre Kunst in Nürnberg. Galerie Jacobsa, Nürnberg.
- 2017: Hokuspokus. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach.
- 2017: Persönlichkeiten. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach.
- 2018: Begehrlichkeiten. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach.
- 2019: Fantastische Freunde. Galerie Jacobsa, Nürnberg.
- 2019: Eitelkeiten. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach.
- 2021/2022: Reflexionen zu Dürer. Jo Niklaus zum 80. Geburtstag. Albrecht-Dürer-Haus, Nürnberg.[11]
- 2023: Made in Nürnberg. 4614 Galerie Marchtrenk, Marchtrenk/Österreich.[12]
- 2025: Hinter dem Spiegel. Kunstverein Kulmbach e.V., Kulmbach.[13]
Weblinks
Bearbeiten- Website Atelier Niklaus
- Virtuelles Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer: Niklaus, Jo
- Virtuelles Museum Nürnberger Kunst: Jo Niklaus
- In eigenen Worten – Museenblog Nürnberg
Literatur
Bearbeiten- Gerhard Habarta: Nikolaus Jo, in: Lexikon phantastischer Künstlerinnen: Surrealistinnen, Phantastinnen, Symbolistinnen, Visionärinnen. 2. Auflage. BoD, Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7460-3530-7.
Einzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. In: DNB, Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 14. April 2026.
- ↑ Sebastian Heider: Kuenstlerin Jo Niklaus. In: Museenblog-nuernberg. 7. Februar 2022, abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ Birgit Ruf: Sie kopiert Dürer ganz legal. Nürnberger Nachrichten, 5. Mai 2024, abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ Christus als Schmerzensmann. In: duerer.online. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ Dürer Blätter. duerer.online, abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ Bildnis der Barbara Dürer, geb. Holper. duerer.online, abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ «Fantastische Illusionisten» heiß begehrt. Nordbayern.de. 6. März 2010, abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ Ausstellungskatalog Phantastenmuseum Wien. In: https://search.worldcat.org/de. WorldCat, abgerufen am 14. April 2026.
- 1 2 Ausstellungsarchiv. Künsterbund Schwabach e.V., abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ Malerei, die nahe an der Realität ist. In: www.nachrichten.at. 8. Juni 2023, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Reflexionen zu Dürer Jo Niklaus zum 80. Geburtstag Museen Nürnberg, abgerufen am 12. Mai 2026
- ↑ Ausstellung "Made in Nürnberg". In: https://www.galerie4614.at/. Galerie4614 Marchtrenk, Österreich, abgerufen am 14. April 2026.
- ↑ Information zur Ausstellung Hinter dem Spiegel (PDF; 1,3 MB). Kunstverein Kulmbach e. V. Abgerufen am 13. Mai 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Niklaus, Jo |
| ALTERNATIVNAMEN | Johna, Irene Erna Marie (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Malerin und Lithografin |
| GEBURTSDATUM | 25. August 1941 |
| GEBURTSORT | Münsterberg, Schlesien |