Jean Gebser

deutsch-schweizerischer Bewusstseinsforscher

Jean Gebser (* 20. August 1905 in Posen als Hans Karl Rudolf Hermann Gebser; † 14. Mai 1973 in Bern) war ein deutsch-schweizerischer Philosoph, Schriftsteller und Übersetzer. Er gilt als einer der ersten kulturwissenschaftlich orientierten Bewusstseinsforscher, die ein Strukturmodell der Bewusstseinsgeschichte des Menschen etabliert haben. Jean Gebser war ein weitgehend autodidaktisch gebildeter Kulturphilosoph. Obwohl er kein Hochschulstudium absolvierte, erwarb er sich durch intensives Selbststudium und den Austausch mit Künstlern und Intellektuellen ein außergewöhnlich breites Wissen und Sprachkenntnisse, das die Grundlage seines kulturphilosophischen Werks bildete.

Jean Gebser (1957)

Kindheit bis Ende der Schulzeit (1905–1923)

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Sein Vater war der evangelisch-lutherisch geprägte, promovierte Jurist und königlich preußische Konsistorialrat Friedrich Wilhelm Gebser (1869–1923) und seine Mutter Margarete Charlotte Gebser, geborene Grundmann (1880–1944)[1]. Darüber hinaus war er ein Cousin des Kanzlers Theobald von Bethmann Hollweg aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.[2] Gebser besuchte als Kind eine Privatschule in Breslau, ein Humanistisches Gymnasium in Königsberg und die Klosterschule Roßleben.[3] Seine jüngere Schwester Charlotte (1907–1995) überlebte ihn, seine ältere Schwester Ilse (1904–1907) starb früh.

Gebsers Vater war zunächst von Stettin nach Posen versetzt worden. Dort wurden sowohl seine ältere Schwester Lotte als auch er selbst geboren. Später führte die berufliche Laufbahn des Vaters an das „Oberkirchencollegium zu Breslau“. Im ersten Jahr des Ersten Weltkriegs, 1914, wurde die Familie schließlich nach Königsberg versetzt.

In Königsberg wirkte bereits Gebsers Urgroßvater August Rudolf Gebser als Superintendent und Domprediger. Für Gebsers Vater endete dort jedoch seine kirchenjuristische Laufbahn überraschend früh. Mit nur 48 Jahren schied er aus dem kirchlichen Dienst aus. In der Hoffnung auf einen Neuanfang bemühte er sich mithilfe seines Onkels Theobald von Bethmann Hollweg um eine Anstellung in der preußischen Staatsverwaltung. Diese Bemühungen blieben jedoch erfolglos. Daraufhin übersiedelte die Familie nach Berlin, wo Gebsers Vater eine neue berufliche Existenz als Rechtsanwalt aufbaute.[4]

Ostern 1918 meldete Gebsers Vater ihn im Internat Lebensschule Kloster Walkenried in Roßleben an, das in der Goldenen Aue, unweit von Gebesee, lag. Die insgesamt fünf Schulwechsel innerhalb von zehn Jahren sowie die familiären Krisen, finanzielle Schwierigkeiten und schließlich der Tod des Vaters prägten seine Jugend nachhaltig. Ostern 1921 kehrte er nach Berlin zurück.[5][6]

An seiner Schule in Berlin kam es häufig zu Absentismus. Aus finanziellen Gründen nahm Gebsers Mutter Margarete Gebser im Herbst 1922 einen japanischen Gastprofessor, zur Untermiete auf. Dieser übte auf Gebser einen nachhaltigen Einfluss aus. Dennoch war Ostern 1923 seine Versetzung in die vorletzte Gymnasialklasse gefährdet. Schließlich wurde er vom Gymnasium genommen und begann mit einem schlechten Abgangszeugnis eine Banklehre. Sie wurde Ende Februar bzw. Anfang März 1923 begonnen.[7]

Berufsausbildung in Berlin (1925–1930)

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Nach einer Banklehre – bei der Deutschen Bank und seiner Freisprechung im Herbst 1925 – absolvierte er eine Ausbildung als Buchhändler in Berlin. Dort schrieb er sich 1924/1925 auch für wenige Semester als Werkstudent ein bzw. immatrikulierte mit „Kleiner Matrikel“.[8][9] Er besuchte unter anderem Vorlesungen bei Werner Sombart und bei Romano Guardini.

Während seiner Banklehre knüpfte Gebser enge Kontakte zu den späteren Schriftsteller und Verleger Victor Otto Stomps, der ebenfalls eine Banklehre absolvierte sowie zu dessen Freund Herbert Guthau. Sie ermutigten ihn, selbst Gedichte zu schreiben, und förderten seine ersten literarischen Ambitionen. Aus dieser Zusammenarbeit ging 1926 gemeinsam mit Stomps die „Rabenpresse“ hervor, in der Gebser zunächst als Mitbegründer und Autor tätig war.[10] Der 20-Jährige schlug eine Stelle bei der Deutschen Bank aus und entschied sich stattdessen für eine Tätigkeit in der Druckerei von Victor Otto Stomps. Der kleine Betrieb verfügte zunächst über eine Handpresse, die in einem möblierten Zimmer in der Poschingerstraße in Berlin-Friedenau untergebracht war. Bald darauf übersiedelte die Druckerei in einen Keller, wo eine von Stomps und Gebser gemeinsam erworbene Tiegeldruckpresse (Heidelberger Automat) aufgestellt wurde. Im Frühjahr 1926 wurden Stomps und Gebser offiziell Gesellschafter der gemeinsamen Druckerei in Berlin-Kreuzberg, der ein kleiner Verlag – die Rabenpresse – angegliedert war.[11]

Reisen und Aufenthalte in Spanien, Frankreich (1928–1939)

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Nach einem Aufenthalt von 1928 bis 1930 in Florenz[3] verließ er 1931 München und lebte bis 1936 in Spanien, wo er mit Federico García Lorca und weiteren spanischen Dichtern Kontakte knüpfte, so u. a. Rafael Alberti, Vicente Aleixandre, Luis Cernuda und Miguel Hernández, (Generación del 27).[12][13] 1936 erschienen seine Übertragungen spanischer Gedichte ins Deutsche unter dem Titel Neue spanische Dichtung im Verlag Rabenpresse von Victor Otto Stomps. Im selben Jahr begann er (zunächst auf Spanisch) mit der Ausarbeitung der Schrift Rilke und Spanien, die erst 1940 auf Deutsch erschien.

Vor Beginn des Spanischen Bürgerkriegs zog er nach Paris. Im Herbst 1936 verließ Gebser, nachdem er sich im selben Jahr hatte einbürgern lassen, Spanien in Richtung Frankreich. Mit dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs im Juli 1936 war die republikanische Regierung vielfach nicht mehr in der Lage, ihre im Ausland befindlichen Staatsangehörigen konsularisch zu betreuen. Im Rahmen einer von der Regierung des mexikanischen Präsidenten Lázaro Cárdenas geförderten Hilfsaktion übernahm das mexikanische Unterrichtsministerium eine Gruppe spanischer Intellektueller, darunter auch Gebser, und stellte ihnen mexikanische Reisedokumente aus. Gebser wurde als „Delegierter des mexikanischen Unterrichtsministeriums für Europa“ (vom spanisch Secretaría de Educación Pública (SEP)) eingesetzt.[14]

Ab 1936 bis 1939 lebte er, zusammen mit seinem neuseeländischen Freund Roy Hewin Winstone (1900–1986)[15][16][17], in der französischen Hauptstadt, zunächst im XIV. Arrondissement, später VI. Arrondissement (3, rue Delavique). Hier änderte er auch seinen Vornamen von ‚Hans‘, zu ‚Juan Gebser Clarisél‘. Dort lernte er u. a. die französischen Dichter Eluard, Aragon und Malraux sowie den Maler Picasso kennen. In einer Notiz aus dem Jahre 1939 werden Begegnungen mit Georges Braque und Salvador Dalí, Jean-Paul Sartres Freund Paul Nizan erwähnt. Man traf sich im Quartier Saint-Germain-des-Prés und in verschiedenen Ateliers im Quartier Latin.[18]

Einreise in die Schweiz, Heirat, weitere Werke und Reisen (1939–1973)

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Vor dem Hintergrund des deutschen Westfeldzugs verließ Gebser Frankreich und gelangte in die Schweiz. Im August 1939 ließ Gebser sich in der Schweiz nieder, die ihm zur Wahlheimat wurde und 1951 das Bürgerrecht erteilte. Das auf fünf Jahre befristete mexikanische Reisedokument verlor aber 1942 seine Gültigkeit. Gegenüber den eidgenössischen Polizeibehörden erklärte Gebser im Juni 1948, eine Verlängerung sei nicht möglich gewesen, da Mexiko entsprechende Dokumente ausschließlich für in Frankreich lebende republikanische Spanier verlängert habe. Auch nach dem Krieg blieben Versuche Gebsers einen Ausweis durch die spanischen Behörden des franquistischen Spanien zu erhalten erfolglos. Einzig den Status des staatenlosen Ausländers ohne Aufenthalts- und Beschäftigungserlaubnis in der Schweiz zu umgehen, war die Eheschließung mit einer Schweizerin.[19]

So war er vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zusammen mit dem englischen Übersetzter Hewin Winstone im Jahre 1939, in die Schweiz emigriert. Dort lernte Gebser 1941 die Malerin und Pianistin Gentiane Schoch (1913–1996) in Saanen kennen. Sie stammte aus Burgdorf (Kanton Bern) und war die Tochter des Fabrikanten und Kaufmanns[20] aus der Familie Schoch. Nach der Heirat im Jahr 1942 übersetzten beide gemeinsam Theaterstücke von Thornton Wilder und T. S. Eliot in die deutsche Sprache. Gebser zog mit seiner Frau Gentiane Gebser-Schoch nach Burgdorf und lebte dann während der Trennungszeit 1955 bzw. nach der Scheidung in der Kramgasse 52 in Bern. Die Ehe wurde 1956 geschieden.[21][22][3] 1943 erschien sein „Abriss der Ergebnisse moderner Forschung“ unter dem Titel Abendländische Wandlung, dann Der grammatische Spiegel (1944) und Lorca oder das Reich der Mütter (1949). 1946 wurde er Dozent am Psychologischen Seminar des Instituts für Angewandte Psychologie in Zürich.[3]

Gedenktafel an der Kramgasse 52 in Bern

Im Winter 1947 hatte er mit der Ausarbeitung seines Hauptwerks Ursprung und Gegenwart begonnen. 1949 wurde der erste Band beendet und veröffentlicht. Von 1950 bis 1952 arbeitete er am zweiten Band, der 1953 erschien. Auf zahlreichen Kongressen und Vortragsreihen, die meist in Buchform erschienen sind, sprach er mit anerkannten Wissenschaftlern und Denkern über den Anbruch eines „aperspektivischen“ Zeitalters, wie er ihn in Ursprung und Gegenwart aufzuzeigen versuchte, und über die neue, „aperspektivische“ Weltsicht. Zu seinen Freunden zählten Carl Gustav Jung, Adolf Portmann, Karl Kerényi und der Maler Siegward Sprotte. Sein engster Freund war der Historiker Jean Rodolphe von Salis.

Gedenk-Stele in Wabern

Nach seiner Scheidung von Gentiane Schoch reiste er 1957 in die Provence sowie nach Paris und im Herbst 1958 brach er zu einer Griechenland-Reise auf. Vom Frühling bis Sommer 1961 unternahm er eine ausgedehnte Asienreise, die ihn von Indien, Nepal, Pakistan, Burma, Thailand, Kambodscha, Hongkong, Formosa und Japan bis nach China führte. Diese Asienreise fand ihren Niederschlag in dem Buch Asien lächelt anders (erschienen 1968). 1967 wurde er Honorar-Professor für Vergleichende Kulturlehre an der Universität Salzburg.[3] Sein letztes Werk, Verfall und Teilhabe (erschienen 1974) schloss er kurz vor seinem Tod ab.[23]

Nach dem Ende seiner ersten Ehe lernte Jean Gebser 1968 Johanna Schneeberger (genannt „Jo“[24]), geborene Wentzel kennen. Zwei Jahre später, 1970, heirateten sie. Johanna begleitete Gebser in den letzten Jahren seines Lebens, die nach seinem gesundheitlichen Zusammenbruch im Jahr 1966 von Krankheit geprägt waren. 1966 erlitt Gebser einen schweren gesundheitlichen Zusammenbruch. Ende November musste er sich in Baden-Baden nachts einer Notoperation unterziehen. Ursache war ein Magendurchbruch (Magenperforation).[25]

Die Ehe mit Jo Gebser dauerte bis zu seinem Tod. Über ihre Person sind in den veröffentlichten Quellen nur wenige weitere Angaben überliefert, weder Geburts- und Sterbedaten noch biographische Einzelheiten sind bislang bekannt.

Jean Gebser starb am 14. Mai 1973 in seiner Wohnung in Bern. Gebser war ein starker Raucher; er starb an den Folgen einer chronischen Lungenerkrankung in Verbindung mit einer Hepatitis.[26][27] Bestattet wurde er auf dem Friedhof neben der reformierten Kirche von Wabern, in der Gemeinde Köniz.[28] Sein Nachlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv.

Gebser war Mitglied im „Pegnesischen Blumenorden“.[29]

Gebsers Bewusstseinsgeschichte

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Nach Gebser befindet sich das menschliche Bewusstsein in einem fortwährenden Wandel. Die Übergänge zwischen den einzelnen Bewusstseinsstrukturen erfolgen jedoch nicht kontinuierlich, sondern in Form von „Mutationen“. Diese qualitativen Sprünge sind mit tiefgreifenden strukturellen Veränderungen sowohl des Geistes als auch des Körpers verbunden.

Gebser unterschied folgende Strukturen des Bewusstseins:

  • archaische Struktur
  • magische Struktur
  • mythische Struktur
  • mentale Struktur
  • integrale Struktur.[30]

Nach Gebser entwickelt sich das menschliche Bewusstsein in fünf Strukturen: Das „archaische Bewusstsein“ ist bewusstlos und ichlos. Im „magischen Bewusstsein“, dessen Symbol der Punkt ist, erlebt sich der Mensch als Teil einer von magischen Kräften bestimmten Welt und versucht, diese rituell zu beeinflussen. Das „mythische Bewusstsein“, symbolisiert durch den Kreis, erschließt die Innenwelt und deutet die Wirklichkeit in symbolischen Bildern und Polaritäten. Das „mentale Bewusstsein“, das mit der Linie bzw. dem perspektivischen Raum verbunden ist, bringt rationales Denken, Individualität und die Trennung von Subjekt und Objekt hervor. Im „integralen Bewusstsein“, dessen Symbol die Kugel ist, werden die vorherigen Bewusstseinsstrukturen bewusst integriert, sodass eine ganzheitliche Wahrnehmung von Wirklichkeit möglich wird.[31] Gebser wird heute meist assoziiert mit der Bewusstseinsgeschichte, welcher der erste Band von Ursprung und Gegenwart (mit dem Titel Die Fundamente der aperspektivischen Welt. Beitrag zu einer Geschichte der Bewusstwerdung) gewidmet ist.

Gebsers Methode ist die kulturphänomenologische Betrachtung der Relikte vergangener Zeiten (Bilder, Statuen, Schriftstücke) und die Untersuchung der Worte und ihrer Wurzeln (Etymologie). Er ist der Meinung, dass sich vier Bewusstseinsstrukturen nachweisen lassen, die den heutigen europäischen Menschen konstituieren und die in seiner Kulturgeschichte aufeinanderfolgend in Erscheinung traten. Er nennt diese Bewusstseinsstrukturen die archaische, die magische, die mythische und die mentale. In unserer Zeit ereignet sich seiner Meinung nach der „Durchbruch einer neuen, integralen Bewusstseinsstufe, deren Grundthema die Überwindung („Entprojizierung“) des nur mentalen (linearen) Verhaftetseins an Raum und Zeit durch die Konkretion der Zeit (als zeitfrei erfahrbare Qualität ganzheitlich realisierter Gegenwart) ist“.

Die Bewusstseinsstrukturen werden gelegentlich als „Bewusstseinsphasen“ bezeichnet. Dies kann den Eindruck erwecken, als seien die Bewusstseinsstrukturen aufeinander gefolgt, indem eine Struktur die andere ablöste. Doch jede Struktur bleibt wirksam, auch nachdem eine neue Struktur aus ihr „herausmutiert“ ist. Deshalb spricht Gebser von Bewusstseinsstrukturen, und nicht von „Phasen“. Auch den räumlichen Ausdruck „Bewusstseinsebenen“ meidet er, denn die Bewusstseinsstrukturen sind „nicht bloße Raumgefüge“, sondern können „vor allem auch Gefüge raumzeitlicher, ja selbst raumzeitfreier Art“ sein.[32] Ferner ist Gebser der Meinung, dass das Bewusstsein sich nicht kontinuierlich „entwickelt“ hat, sondern dass sprunghafte, diskontinuierliche Wandlungen der Strukturen geschahen: sobald eine Struktur „defizient“ wird, sobald sie also erschöpft ist und sich destruktiv auszuwirken beginnt, gelangt eine andere Bewusstseinstruktur zum Durchbruch, die keine kontinuierliche Weiterführung der alten Bewusstseinsstruktur, sondern etwas vollkommen Neues ist. Den sprunghaften, diskontinuierlichen Charakter der Bewusstseinswandlung bringt Gebser zum Ausdruck, indem er von „Bewusstseinsmutationen“ spricht.[33]

Denker wie Hegel, Comte und Herbert Spencer glaubten in der menschlichen Bewusstseinsgeschichte eine fortschreitende Höherentwicklung zu erkennen, in deren Verlauf frühere Bewusstseinsformen als „Irrtümer“ erkannt und von neuen, „besseren“ Bewusstseinsformen abgelöst werden. Gebser dagegen meint, keine neue Struktur sei „besser“ als die alte, aus der sie herausmutiert. Jede Bewusstwerdung sei zugleich Gewinn und Verlust. Sie sei ein Verlust, insofern sie den Menschen aus dem Ganzen herauslöst. Sie sei jedoch ein Gewinn, insofern sie die Chance zur wachsenden Distanzierung von Raum und Zeit und damit zur Überwindung des Raumes und der Zeit, zur Gewinnung der Raum-Zeit-Freiheit birgt, womit wieder der Grundgedanke Gebsers berührt ist.

Diskontinuität

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Gebser weist ausdrücklich darauf hin, dass Begriffe wie „Evolution“, „Entwicklung“ oder „Fortschritt“ zur Beschreibung der Transformationen der Bewusstseinsstrukturen ungeeignet sind. Sie suggerieren eine kontinuierliche, lineare und zielgerichtete Bewegung, die seinem Verständnis der Bewusstseinsentfaltung widerspricht. Ausgangspunkt seiner Überlegungen sind die in historischen Artefakten und kulturellen Ausdrucksformen konkretisierten Wandlungen des Bewusstseins. Diese Veränderungen beschreibt Gebser bewusst nicht als evolutionären Prozess. Der Begriff der „Evolution“ ist für ihn an biologische Anpassungsprozesse gebunden, in denen sich Organismen an eine jeweils begrenzte Umwelt angleichen. Die Entfaltung des Bewusstseins hingegen stellt keinen Anpassungsprozess dar, sondern einen Vorgang zunehmender Öffnung und Transparenz gegenüber der Wirklichkeit. Ebenso lehnt Gebser teleologische Deutungen der Bewusstseinsgeschichte ab. Jede Annahme einer vorgegebenen Entwicklungsrichtung oder eines feststehenden Endziels beruht nach seiner Auffassung auf einem mental-rationalen und linearen Zeitverständnis, das selbst nur Ausdruck einer bestimmten Bewusstseinsstruktur ist. Auch der Begriff des Fortschritts erweist sich aus diesem Grund als problematisch: Fortschritt bezeichnet stets eine Bewegung auf etwas hin und zugleich eine Entfernung von etwas anderem. Die Transformationen der Bewusstseinsstrukturen lassen sich daher weder als kontinuierlicher Fortschritt noch als evolutionäre Höherentwicklung begreifen. Die Zukunft der Menschheit bleibt für Gebser grundsätzlich offen. Weder ist sie durch eine vermeintliche Evolution auf ein bestimmtes Ziel hin determiniert, noch durch die Vorstellung eines idealen Endzustands abgesichert. Gerade diese Offenheit bildet eine wesentliche Voraussetzung menschlicher Freiheit. Ein endgültiger Abschluss der Bewusstseinsentfaltung wäre für Gebser vielmehr die eigentliche Tragödie, auch wenn diese Möglichkeit prinzipiell bestehen bleibt.[34]

Raum und Zeit

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Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Bewusstseinsstrukturen ist nach Gebser ihre jeweilige Beziehung zu Raum und Zeit. Veränderungen des Bewusstseins manifestieren sich daher stets auch in einer veränderten Erfahrung und Gestaltung dieser beiden Grunddimensionen. Die mythische Struktur ist durch ein zyklisches beziehungsweise rhythmisches Zeitverständnis gekennzeichnet. Zeit erscheint als Wiederkehr, eingebunden in die Rhythmen der Natur und des Kosmos. Der Raum wird entsprechend als geschlossenes und sinnhaft geordnetes Ganzes erfahren.[35]

Effizienz und Defizienz

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Gebser entwickelte die Begriffe „Effizienz“ und „Defizienz“ im Rahmen seiner Theorie der Bewusstseinsstrukturen, die er seit den 1930er-Jahren ausarbeitete. Eine erste Ausformulierung findet sich in Abendländische Wandlung (1943), ihre systematische Darstellung erfolgte jedoch in seinem Hauptwerk Ursprung und Gegenwart, dessen erster Band 1949 und zweiter Band 1953 erschien. Mit den Begriffen beschreibt Gebser zwei Entwicklungsphasen jeder Bewusstseinsstruktur. In ihrer „effizienten Phase“ entfaltet eine Struktur ihre schöpferischen und kulturprägenden Möglichkeiten, während sie in ihrer „defizienten Phase“ ihre ursprüngliche Lebendigkeit verliert und sich in Einseitigkeit, Übersteigerung oder Erstarrung äußert. Effizienz und Defizienz sind dabei keine moralischen Bewertungen, sondern strukturgeschichtliche Kategorien, mit denen Gebser den Wandel des menschlichen Bewusstseins erklärt.[36]

Auszeichnungen

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Quelle:[3]

Rezeption (Auswahl)

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Gebsers Werk bildete die Grundlage für eine Reihe späterer kulturtheoretischer und integraler Ansätze (Integrale Theorie). Die folgenden Beispiele stellen nur eine Auswahl der wichtigsten Rezeptionen dar. In der akademischen Rezeption wird Gebser dabei überwiegend außerhalb des Mainstreams verortet und eher als kulturphilosophische Synthesearbeit denn als empirisch abgesicherte Theorie behandelt, wenngleich er in einzelnen theoretischen Kontexten weiterhin rezipiert wird.

Ken Wilber

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Ken Wilber bezieht sich in Up from Eden (1981) sowie in späteren Arbeiten mehrfach auf Gebser und integriert dessen Modell der Bewusstseinsstrukturen in seine eigene integrale Theorie. Dabei versteht er Gebsers Ansatz als wichtigen Vorläufer seiner eigenen Entwicklungsmodelle, ergänzt ihn jedoch um zusätzliche Stufen bzw. Zustände des Bewusstseins, die über Gebsers „integrale Struktur“ hinausgehen.[39]

William Irwin Thompson

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William Irwin Thompson setzt sich in Coming into Being (1996) kritisch und vergleichend mit Gebsers Bewusstseinsmodell auseinander. Er stellt Parallelen zwischen Gebsers Strukturen und der medienhistorischen Entwicklung nach Marshall McLuhan her – von der oralen Kultur über Schrift und Druck bis hin zur elektronischen Kultur. In Transforming History: A Curriculum for Cultural Evolution (2001) überträgt Thompson diese Perspektive auf Fragen kultureller Evolution und Bildungstheorie. Gemeinsam mit dem Mathematiker Ralph Abraham erweitert er in Self and Society: Studies in the Evolution of Consciousness (2004) den Vergleich zusätzlich auf mathematische und wissenschaftshistorische Entwicklungsstufen (von Arithmetik über Geometrie und Algebra bis hin zu Dynamik und Chaostheorie) sowie auf musikgeschichtliche Entwicklungen.[40][41]

Literatur

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Primärtexte

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  • Jean-Gebser-Reihe (JGR) herausgegeben und mit Beiträgen von Rudolf Hämmerli und Elmar Schübl im Chronos-Verlag Zürich:
  • Gesamtausgabe In 8 Bänden (+ Registerband). Hrsg. von Rudolf Hämmerli. Novalis, Schaffhausen 1975–1981. Neuausgabe 1986, 2. Auflage 1999, 3. Auflage 2011.
  • Ursprung und Gegenwart. DVA, Stuttgart 1949–1953, 2. Auflage 1966. DTV, München 1973, 2. Auflage 1986, ISBN 3-423-05921-4. Chronos-Verlag, Zürich 2015, ISBN 978-3-0340-1301-7.
  • The Ever-Present Origin. Authorisierte Übesertzung durch Noel K. Barstadt mit Algis Mickunas. University Press, Athens, Ohio / London 1985, (Amerikanische Übersetzung von „Ursprung und Gegenwart.“ 2. Auflage 1991)
  • Origen y presente. Traducción José Rafael Hernández Arias. Ediciones Atalanta, Vilaür 2011. (Spanische Übersetzung von „Ursprung und Gegenwart“.)
  • Jean Gebser: The Trend Towards Integration in Modern Science and its Counterpart in the Ancient Wisdom of the East. Vorwort von Purvezji J. Saher: Eastern Wisdom and Western Thought. A Comparative Study in the Modern Philosophy of Religion. George Allen and Unwin Ltd., London 1969. (Nicht in Gesamtausgabe enthalten, aber im Internet abrufbar, auf ia601409.us.archive.org)
  • Rudolf Hämmerli (Hrsg.): Jean Gebser: Einbruch der Zeit. Novalis, Schaffhausen 1995, ISBN 3-7214-0662-1 (Text-Sammlung mit Ausschnitten aus Gebsers Werken)
  • Anxiety, a condition of modern man. Heiri Steiner mit Jean Gebser. Dell, New York 1962.

Festschriften und Sammelbände mit Beiträgen zu Gebser

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  • Transparente Welt. Festschrift zum sechzigsten Geburtstag von Jean Gebser. Hrsg. von Günter Schulz. Huber, Bern, Stuttgart 1965.
  • Wege zum integralen Bewusstsein. Eine Festgabe für Jean Gebser zum 20. August 1965. Bremen 1965.
  • Die Neue Weltschau. Internationale Aussprache über den Anbruch eines neuen aperspektivischen Zeitalters veranstaltet von der Handels-Hochschule St. Gallen. Zwei Bände. DVA, Stuttgart 1952 / 53.
  • Die Welt in neuer Sicht. München-Planegg: O. W. Barth 1957.
  • Wege zur neuen Wirklichkeit. Hallwag, Bern 1960.
  • Ursprung und Gegenwart des integralen Bewußtseins. Hrsg. von Herbert Kessler. Mannheim 1976.
  • Beiträge zur integralen Weltsicht. Hrsg. im Novalis Verlag Schaffhausen.
  • Heike Koall: Jean Gebser. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 21, Bautz, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3, Sp. 458–466.

Sekundärliteratur zu Jean Gebser

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  • Ursula Assing-Grosch: Das schwierige Kind: Jean Gebsers Bewusstseinsphänomenologie in der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis. Centaurus Verlagsges., Pfaffenweiler 1993
  • Georg Feuerstein: Structures of Consciousness: The Genius of Jean Gebser: An Introduction and Critique. Integral Publ., Lower Lake 1987
  • Georg Feuerstein: Jean Gebser: What Color Is Your Consciousness? Robert Briggs Ass., San Francisco 1989
  • Inga Fitzner: Integrales Bewusstsein – eine Spurensuche. Lit Verlag, Münster 2012, ISBN 978-3-643-11696-3
  • Heinz Friedrich: Neue Horizonte. Begegnung mit der Gedankenwelt von Jean Gebser. Europa-Vg., Zürich 1967
  • Kai Hellbusch: Das integrale Bewußtsein. Jean Gebsers Konzeption der Bewußtseinsentfaltung als prima philosophia unserer Zeit. Tenea, Berlin 2003, ISBN 978-3-936582-58-1
  • Joachim Illies: Adolf Portmann, Jean Gebser, Johann Jakob Bachofen: Drei Kulturforscher, drei Bilder vom Menschen. (= 67, Texte, Thesen), Edition Interfrom, Zürich 1975
  • Eric Mark Kramer (Hrgs.): Consciousness and Culture: An Introduction to the Thought of Jean Gebser. (= 101, Contributions in Sociology), Greenwood Press, Westport & London 1992, ISBN 0-313-27860-1
  • Heinrich Leopold: Globalisierung und integrales Bewusstsein. Der Beitrag Jean Gebsers zu einer neuen Weltsicht. Novalis, Schaffhausen 2008.
  • Wolfgang Mastnak: Popper, Gebser und die Musikpädagogik. Integrale Strukturen musikalischer Erziehung. Schriften der Hochschule „Mozarteum“, München u. Salzburg 1990
  • Inge Meidinger-Geise: Jean Gebser – ein Denker unserer Zeit. (= Heft 67, Dortmunder Vorträge), Dortmund 1965
  • Elmar Schübl: Jean Gebser (1905-1973). Ein Sucher und Forscher in den Grenz- und Übergangsgebieten des menschlichen Wissens und Philosophierens. Chronos, Zürich 2003, ISBN 3-0340-0590-3
  • Elmar Schübl: Jean Gebser und die Frage der Astrologie. Eine philosophisch-anthropologische Studie auf der Grundlage der astrologischen Auffassung von Thomas Ring. Novalis, Schaffhausen 2003, ISBN 3-907160-27-4
  • Wolfgang Schwarz: Hoffnung im Nichts. Radhakrishnan, Gebser und der westöstliche Geist. Müller, Krailling bei München 1961
  • Wehr, Gerhard: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4
  • Christoph Zollinger: Die Debatte läuft – Ganzheitliche Thesen für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, Die unerhörte Aktualität der integralen Vision Jean Gebsers. Via Nova, Petersberg 2005, ISBN 3-86616-006-2

Weiterführende und ergänzende Sekundärliteratur

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  • Harald Atmanspacher: Die Vernunft der Metis. Metzler Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-476-00884-3
  • Sri Aurobindo: The Life Divine. 2 Bde. Pondicherry 2005 (Aurobindos wichtigstes Werk; Gebser las es nach der Vollendung seines Hauptwerks und war von den Übereinstimmungen beeindruckt.)
  • Emma Brunner-Traut: Frühformen des Erkennens am Beispiel Ägyptens. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990 (Ein Beitrag zur „unperspektivischen“ Welt der magisch-mythischen Bewusstseinsstrukturen. Die Autorin bezieht sich auch auf Gebser.)
  • Peter Gendolla: Zeit. Zur Geschichte der Zeiterfahrung. Vom Mythos zur „Punktzeit“. DuMont, Köln 1992 (Eine „Geschichte der Zeiterfahrung“, die nicht nur mit Gebsers Ausführungen kongruiert, sondern auch einige sehr wichtige und interessante Ergänzungen dazu liefert. Mit Auswahlbibliographie zum Thema „Zeit“.)
  • Karen Gloy: Zeit. Eine Morphologie. Alber, Freiburg 2006 (Die Autorin verwertet in dieser „Morphologie“ u. a. auch Gebsers Hauptwerk „Ursprung und Gegenwart“. Mit umfangreicher Bibliographie zum Thema „Zeit“.)
  • Romano Guardini: Das Ende der Neuzeit. Ein Versuch zur Orientierung. Hess, Basel 1950 (Gebser dazu: Guardini „führt mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit den Nachweis dafür, daß das mental-rationale Zeitalter, dessen letzte Blüte die sogenannte ‚Neuzeit’ gewesen ist, ein für allemal und endgültig erschöpft ist und wir vor einer grundlegenden Neuorientierung stehen.“ V/I, 202)
  • Julian Jaynes: Der Ursprung des Bewußtseins durch den Zusammenbruch der bikameralen Psyche. (Sachbuch 9529), Rowohlt, Reinbek 1986, TB-Ausg. mit verkürztem Titel 1993
  • Erich Neumann: Ursprungsgeschichte des Bewusstseins. (Beruhend auf der Tiefenpsychologie C.G. Jungs, der ein Vorwort dazu verfasste, versucht das Buch „archetypische Stadien der Bewusstseinsentwicklung“ herauszuarbeiten.)
  • Christian Reinhardt: Das polare Paradox. Vom Ende der Philosophie und dem Übergang zu einer anderen Geschichte. Novalis, Schaffhausen 2004 (Das Buch ermöglicht eine philosophiegeschichtliche Einordnung Gebsers vor dem Hintergrund der von Nietzsche, Ludwig Wittgenstein und Heidegger eingeläuteten „Selbstüberwindung der Philosophie“ und vor dem Hintergrund östlicher Philosophien wie dem Zen-Buddhismus. Gebsers Werk ist eine der wichtigsten Quellen dieses Buches.)
  • Pierre Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos. Beck, München 1959 (Auch Teilhard de Chardins Konzeption betrachtete Gebser als der eigenen verwandt.)
  • Paul Tiedemann: Über den Sinn des Lebens. Die perspektivische Lebensform. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993 (Kann zur näheren Beschäftigung mit der mentalen Struktur herangezogen werden, obwohl der Autor Gebser nicht zu kennen scheint.)
  • Ken Wilber: Sex, Ecology, Spirituality. The spirit of evolution. Shambala, Boston & London 1995 (Der US-amerikanische Philosoph Wilber verwertet Gebsers Bewusstseinsgeschichte innerhalb einer umfassenden evolutiven Weltsicht.)
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    • Medien
  • SWR. Der deutsch-schweizerische Philosoph und Schriftsteller Jean Gebser im Gespräch. SWR Retro – Wir trafen (…), 7. Dezember 1956, auf ardsounds.de ardsounds.de

Quellen und Anmerkungen

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  1. Jean Gebser 1905–1973 – Eine chronologische Skizze JGG, Jean-Gebser-Gesellschaft 2025, auf jean-gebser-gesellschaft.ch jean-gebser-gesellschaft.ch
  2. Kurzbiografie: Jean-Gebser-Gesellschaft jean-gebser-gesellschaft.ch
  3. 1 2 3 4 5 6 Jean Gebser: Ursprung und Gegenwart Erster Teil. In: Gesamtausgabe. Band II. Novalis Verlag, Schaffhausen 1978, ISBN 3-7214-0015-1, S. Umschlag.
  4. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 31–32.
  5. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 38–40.
  6. Fredi Lerch: Der Philosoph, der am lautesten lachte. Journal B, Kultur, 4. Dezember 2020, auf journal-b.ch journal-b.ch Abschnitt: „Das heimatlose Elternhaus“.
  7. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 41–43.
  8. Bei der sogenannte „Kleine Matrikel“ handelte es sich, im Gegensatz zur großen, regulären Immatrikulation, um ein historisches Verzeichnis an Universitäten für Gasthörer, Hospitanten oder Studierende ohne Reifezeugnis (Abitur), was in der Folge zu keinem universitären Examen berechtigte. Im Deutschland der Weimarer Republik waren dort oft auch männliche Weltkriegsteilnehmer oder Personen verzeichnet, die aufgrund von Krieg und politischer Krise keine reguläre Hochschulzugangsberechtigung erwerben konnten an der Humboldt-Universität Berlin ein; siehe hierzu auch Alexandra Wernerowna Rebelein: Studentisches Leben in der Weimarer Republik. Grin, 2002, ISBN 978-3-640-05833-4, Teilauszug auf grin.com grin.com
  9. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 51
  10. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 46
  11. Elmar Schübl: Was ist der Mensch? In: Jean Gebser: Ein Mensch zu sein. Autobiografische Texte, Notizen und Gedichte. Herausgegeben von Rudolf Hämmerli und Elmar Schübl, Chronos Verlag (Jean-Gebser-Reihe, Bd. 4), Zürich 2020, ISBN 978-3-0340-1593-6, S. 7–18, Textauszug auf chronos-verlag chronos-verlag.ch S. 14–16
  12. Hans Gebser und die Generation von 27. mit Anacleto Ferrer, Artur Heras, Instituto Cervantes (Fráncfort), 2. März 2026, auf cultura.cervantes.es cultura.cervantes.es
  13. Jean Keckeis: In memoriam Jean Gebser. In: Jean Gebser (Hrsg.): The Ever-Present Origin. Ohio University Press, Athens, Ohio 1985, ISBN 0-8214-0219-6, S. xviii-xxiii.
  14. Daniel Bernsen: Europa im Krieg – Exil in Mexiko. Medien im Geschichtsunterricht, 17. Oktober 2025, auf geschichtsunterricht.com
  15. Jean Gebser 1905–1973 – Eine chronologische Skizze JGG, 2025, auf jean-gebser-gesellschaft.ch jean-gebser-gesellschaft.ch S. 1
  16. Harold Fred Brock Winstone, Male 31 January 1887–7 April 1964, [der Bruder von Roy Hewin Winstone], auf ancestors.familysearch.org ancestors.familysearch.org
  17. Elmar Schübl: Was ist der Mensch? In: Jean Gebser: Ein Mensch zu sein. Autobiografische Texte, Notizen und Gedichte. Herausgegeben von Rudolf Hämmerli und Elmar Schübl, Chronos Verlag (Jean-Gebser-Reihe, Bd. 4), Zurüch 2020, ISBN 978-3-0340-1593-6, S. 7–18, Textauszug auf chronos-verlag chronos-verlag.ch S. 18
  18. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 75–76
  19. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 110–112
  20. Pioniere der Farbenfabrikat. Burgdorfer Industriegeschichte, Burgdorfer Stadmagazin, Nr. 1, Frühling 2020, auf proburgdorf.ch
  21. Fredi Lerch: Jean fasziniert Jean: Eine Freundschaft. Journal B, 8. Dezember 2022, auf journal-b.ch
  22. Jean Gebser 1905–1973. Jean Gebser Gesellschaft JGG, auf Jean-gebser-gesellschaft.ch jean-gebser-gesellschaft.ch
  23. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 179–183
  24. Jo Gebser, Jean Gebser JGG, 3. April 2020 «Du suchst, weil du gefunden hast. – Wege zur Selbstfindung». Titel und Vortrag, den Jo Gebser 1973 über das Werk ihres Mannes hielt, auf m.soundcloud.com m.soundcloud.com
  25. Rudolf Hämmerli, Elmar Schübl (Hrsg.): Jean Gebser: Ein Mensch zu sein. Autobiografische Texte, Notizen und Gedichte. (= Bd. 4, Jean-Gebser-Reihe), Chronos Verlag, Zürich 2020, ISBN 978-3-0340-1593-6, Textauszug auf chronos-verlag.ch chronos-verlag.ch S. 13
  26. Gerhard Wehr: Jean Gebser. Individuelle Transformation vor dem Horizont eines neuen Bewußtseins. Via Nova, Petersberg 1996, ISBN 3-928632-26-4, S. 157
  27. Rudolf Hämmerli, Elmar Schübl (Hrsg.): Jean Gebser: Ein Mensch zu sein. Autobiografische Texte, Notizen und Gedichte. (= Bd. 4, Jean-Gebser-Reihe), Chronos Verlag, Zürich 2020, ISBN 978-3-0340-1593-6, Textauszug auf chronos-verlag.ch chronos-verlag.ch S. 15
  28. Seine letzte Wohnadresse, Sandrainstrasse 109, ist zwar postalisch 3084 Wabern zugeordnet, steht aber auf Stadtberner Boden. Siehe: Fredi Lerch: Wenn der Verstand die Vernunft verliert
  29. Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE). 2. Ausgabe, auf api.pageplace.de api.pageplace.de Artikel zu „Meidinger-Geise, Inge, geb. Geise, Schriftstellerin, * 16.3.1923 Berlin, † 10.10.2007 Erlangen.“ S. 52
  30. Julian Jaynes: Ein moderner Blick auf die Mutation vom mythischen zum mentalen Bewusstein. (englisch A Modern Look On The Mutation From The Mythic To The Mental Consciousness) In: Julian Jaynes: Erinnerung an sein vor 30 Jahren erschienenes Werk. (englisch In memory of his work published 30 years ago) übersetzt von Ingo-Wolf Kittel, Augsburg, Jean Gebser-Gesellschaft 2006, auf jean-gebser-gesellschaft.ch jean-gebser-gesellschaft.ch
  31. Esther Keller-Stocker: Aufsätze zu einer ganzheitlichen Theologie. 29. Mai 2014, auf theologie-vision theologie-vision.eu
  32. Vgl. Ursprung und Gegenwart, S. 83
  33. Der Begriff der Mutation wurde von Gebser zwar aus der biologischen Terminologie (De Vries: „Mutationstheorie“) übernommen, bekommt im Zusammenhang mit dem menschlichen Bewusstsein jedoch einen geistigen Sinn. Er bezeichnet einen sprunghaften, diskontinuierlichen Durchbruch des Neuen.
  34. Georges Pfeifferschneider: Unterwegs nach Gebserville. Die Manifestationen der aperspektivischen Welt nach Jean Gebser und ihre Auswirkungen auf den Erziehungsprozess. Jean-Gebser-Gesellschaft, 2003, S. 1–56, auf jean-gebser-gesellschaft.ch jean-gebser-gesellschaft.ch (PDF; 1,9 MB).
  35. Heinrich Leopold: Globalisierung und integrales Bewusstsein. Der Beitrag Jean Gebsers zu einer neuen Weltsicht. Novalis, Schaffhausen 2008, ISBN 978-3-907260-45-6, S. 13–43.
  36. Kai Hellbusch: Das integrale Bewußtsein. Integral Review 1, 2005, auf integral-rieview.org S. 24–25
  37. Burckhard Dücker, Verena Neumann: Literaturpreise. Register mit einer Einführung: Literaturpreise als literaturgeschichtlicher Forschungsgegenstand. Diskussionsbeiträge des SFB 619 »Ritualdynamik« der Ruprecht Karls Universität, Heidelberg, Hrgs. Dietrich Harth und Axel Michaels, Universität Heidelberg, Nr. 12 Juni 2005, auf archiv.ub.uni-heidelberg.de archiv.ub.uni-heidelberg.de S. 141
  38. Auszeichnungen Literatur seit 1940, auf web.archive.org web.archive.org
  39. Karin Kolbe: Die Evolution des menschlichen Bewusstseins nach Erich Neumann, Jean Gebser und Ken Wilber. Velbrück, Weilerswist 2021, ISBN 978-3-9346-4845-6.
  40. Bill Kelly: Structures Of Consciousness: Wilber, Gebser, Thompson. Medium, 11. Februar 2023, auf wkelly1-19385.medium.com Abschnitt: „Thompson on Gebser and Wilber“
  41. William Irwin Thompson: The Cultural Phenomenology of Literature. in: LivingLit 04 (Reader/Sammelband), 2004, S. 158–205, auf yorku.ca S. 162; 174–176