Golice (Cedynia)
Golice [] (deutsch Grüneberg) ist ein Ortsteil der Gemeinde Cedynia, Powiat Gryfiński, Woiwodschaft Westpommern in Polen.
| Golice | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Gryfino | |
| Fläche: | 14,04 km² | |
| Geographische Lage: | 52° 52′ N, 14° 16′ O | |
| Höhe: | 65 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 113 | |
| Postleitzahl: | 74-520 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZGR | |
| Verwaltung | ||
| Webpräsenz: | cedynia.pl/golice/ | |

Geografie
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Das Straßendorf Golice befinden sich im südwestlichen Teil der Woiwodschaft Westpommern und ist südöstlich gelegener Teil der Gemeinde Cedynia. Durch den Ort führt die Droga wojewódzka 125 die das Dorf Bielinek über Cydinia, Moryń mit dem Dorf Wierzchlas verbindet. Von Nordosten aus grenzt das Dorf an Klępicz (ca. 3,5 km), von Nordwesten an Cedynia (ca. 4 km) und nördlich an Orzechów (ca. 3 km). Die unmittelbare Umgebung des Dorfes wird für die Landwirtschaft und den Bergbau genutzt. Die Landschaft um das Dorfe ist leicht wellig und die durchschnittliche Höhe beträgt ca. 65 m über dem Meeresspiegel. Kleine regionale Teiche und Seen gehören zur Myślibórz Seenplatte, die wiederum Teil der Pommerschen Seenplatte ist.
Geologie
BearbeitenDie Oberflächengestalt in der Golicer Region ist durch die Weichsel-Kaltzeit geformt und zählt zu den Moränenlandschaften mit Schwemmböden sogenannter Alluvialböden, Bergkuppen, Findlingen und Seen. Der Untergrund besteht teils aus Geschiebemergel, der in den Hügel mehr zu Tage tritt. Das Mergelsandvorkommen in Golice hat sich als eine Gemengelage von Flugsand und Flottsand (Löss) erwiesen, der den zum Teils vorgelagerten Sander und die dortige Endmoräne überzieht.[1]
Geschichte
BearbeitenFrühe Besiedelung
BearbeitenEin Zeugnis der frühen Besiedelung der Region ist das nicht mehr existierende Großsteingrab Golice der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur.
Das Dorf wird erstmals im Jahr 1319 als Grünberch und 1337 als Grueneberg erwähnt. Der Name Grünberch soll sich vom Blattgrün der damals mit Eichen bewaldeten Hügeln der Umgebung ableiten.[2] Eine andere Quelle verweist mit der Ersterwähnung auf das Jahr 1337 als Golić im Landbuch von Markgraf Ludwig.[3]
Besitzverhältnisse
BearbeitenFamilie von Brederlow
BearbeitenIm Jahr 1337 besaß Heinrich von Brederlow 7 Hufe in Golić. Dieser Besitz ging der Familie von Brederlow nach dem Jahr 1341 aus unbekannten Gründen verloren.[4][5]
In den folgenden Jahren von 1367 bis 1450 gehörten Anteile am Dorf den Rittern von Gustebis.[3]
Ab dem Jahr 1455 kommt das Dorf Grüneberg in den Besitz des Deutschordensritters und Landvogt der Neumark Christoph Eglinger.[3]
Grüneberg als Pfandbesitz 1460
BearbeitenKurfürst Friedrich II. verpfändet für 1800 rheinische Gulden Grüneberg mit dazu gehörenden Dörfern und Gütern, mit Güstebise, Zäckerick, Selchow, das wüste Dorf Eckhorn (Gut Eichhorn in der Nähe des Bahnhofs Zäckerick) und die Dorfstätte Cutzdorf bei Küstrin (Kurczdorf) und Anteile an Wrechow.[6]
Verkauf an den Johanniterorden 1466
BearbeitenFriedrich II. Kurfürst von Brandenburg verkauft im Jahr 1466 das Dorf Grüneberg für 8500 rheinische Gulden, des vormaligen Besitzers Christoph Eglinger, an den Johanniterorden mit dem Herrenmeister Liborius von Schlieben der hier seinen Ordenshauptsitz begründete. Zum Kauf gehörten auch die Dörfer Güstebiese (Gozdowice), das wüste Conradesdorp, Dürrenselchow (Żelichów), das im Sternberger Land gelegene Trebow (Trzebów), Eichhorn (Zaborzyce) mit halber Mühle, Seen, Wälder und Zubehör, Zäckerick (Siekierki) und die Anteile von 16 Hufen mit Zins und Rente am Dorf Wrechow.[7][8][6]
Bekannt gewordene Komture (Leiter und Verwalter der Ordensniederlassung) der sogenannten Komturei (auch Kommende genannt) des Johanniterordens in Grüneberg waren Hans Muschwitz im Jahr 1527 und Heinrich von Arnim im Jahr 1540.[3]
Ordensamt Grüneberg 1550
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Ab 1550 war Grüneberg Sitz des Ordensamts des Johanniterordens. Zu diesem Amt gehörten im Jahr 1804 die umliegenden Dörfer Selchow, Güstebiese, Neu-Güstebiese (auch Carlsbiese), Teile von Zäckerick und Wrechow, sowohl die Vorwerke Grüneberg, Eichhorn, Zäckerick (auch als Meierei bezeichnet), Ferdinantshof und Carlshof. Aus diesem Grundbesitz erwirtschaftete das Ordensamt Einnahmen und Erträge zum Erhalt und Betrieb des Ordens und zum angemessenen Lebensunterhalt des Herrenmeisters. Grüneberg mit der größten Ackerfläche, der damals bestandenen sechs Ordensämtern, erwirtschaftete jährlich mehr als 10.000 Taler.[6]
Kammergut Grüneberg
BearbeitenIm Jahr 1608 wurde die Kommende aufgelöst, und Grüneberg in eine herzogliche Domäne umgewandelt, die bis ins Jahr 1662 bestand. Von 1662 bis zum Jahr 1690 war Grüneberg wieder Johanniter-Kommende (auch Commende). Im Jahr 1665 umfasste das Dorf, neben dem Gutshof jeweils zwei Bauernhöfe, drei Kleinbauernstellen und fünf Kötterstellen sowie eine Schmiede, eine Schäferhütte und eine Wassermühle in Eichhorn (einer nicht mehr existierenden Siedlung). Vom Jahr 1690 bis zur Aufhebung im Jahr 1810 war Grüneberg wieder ein Kammergut.[9] 1774 wurden die Ländereien des herrschaftlichen Eigenbesitzes und jene der Bauernschaft separiert. Zu diesem Zeitpunkt errichtete man einen Gutshof, der eine Fläche von etwa 900 Morgen umfasste und auf dessen Gelände 2.000 Schafe Platz fanden. Christian Badicke (1753–1803) vormals Schultheiß in Zäckerick übernahm im Jahr 1783 die Domäne Grüneberg (bis ins Jahr 1811 zur Johanniterordensballei Brandenburg gehörig) als Nachfolgepächter vom königlichen Kammerrat Johannis. Einige Jahre später ernannte ihn der Herrenmeister Prinz August Ferdinand von Preußen zum Oberamtmann und im Jahr 1802 übernahm er als Generalpächter die Domäne Grüneberg.[10]
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren zwei Mühlen verzeichnet. Ende des 18. Jahrhunderts umfasste das Dorf 7 große Bauernhöfe, 5 kleine Höfe, 4 Kleinbauernstellen und 20 Katen, insgesamt 312 Einwohner in 24 Haushalten. Im frühen 19. Jahrhundert waren im Dorf noch die örtliche Schmiede und eine Mühle aufgeführt. Im Jahr 1929 stand das Gut Grüneberg (ca. 560 ha) unter staatlicher Verwaltung. Zu jener Zeit umfasste das Dorf sieben Höfe mit einer Größe zwischen 34 und 135 Hektar. Um 1900 begann man teilweise die alten unansehnlichen Fachwerkhäuser im Ort abzureißen und die neuen Häuser in Ziegelbauweise zu errichten.[3]
Dorfkirche Golice
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Die Kirche Golice ist ein gotischer Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts mit eingezogenem rechteckigem Chor. Seit dem Jahr 1749 besaß die Kirche einen kirchenschiffsbreiten Turm mit einem hölzernen Aufsatz, dessen Bekrönung ein eisernes Johanniterkreuz zierte. Vom ursprünglichen Turm sind nur die Grundmauern erhalten. Der Turmaufsatz ist nicht mehr vorhanden und der Westgiebel trägt heute als Bekrönung ein großes Kreuz. Das Johanniterkreuz auf dem Ostgiebel kündet dagegen noch heute von der Ordensvergangenheit. Die Kirche ist dem heiligen Jakob geweiht Die lateinische Aufschrift des Malteserkreuzes lautet:
- Obere Spitze: IOHMAV = Johannes
- Untere Spitze: 166Z = 1662
- Linke Spitze: NA S ; MAG = ? ; ? Magister
- Rechte Spitze: PRI ; ORD = Prior ; ? Prior ordinarius[11]
Seit dem Jahr 2007 gibt es auf der Südseite der Kirche ein Denkmal für den polnischen Geistlichen Karol Józef Wojtyła, von 1978 bis 2005 Papst Johannes Paul der II.[12]
- Grundriss der Kirche
- Blick auf die Westgiebelbekrönung mit Kreuzen
- Ostgiebelbekrönung Malteserkreuz des Johanniterordens (von 1662)
- Denkmal für Papst Johannes Paul der II.
Einwohnerentwicklung
BearbeitenIndustrie
BearbeitenGolice heute
BearbeitenDurch den Regierungsfond für strategische Investitionen der Woiwodschaft Westpommern, mit einem Gesamtvolumen von 23 750 000,00 Złoty (umgerechnet 5 581 250,00 Euro) für den Straßenausbau der Woiwodschaftsstraße 125, mit Fahrradweg für Bielin, Golice und Moryń, konnte im Jahr 2024 der Straßenbauabschnitt in Golice fertiggestellt werden.
- Der neue Radweg an der Straße 125 in Richtung Golice
- Blick auf den neuen Kreisverkehr im Dorf
- Neue Bushaltestelle in Golice
- Bergbaudenkmal
Weblinks
Bearbeiten- Bilderserie Kościół św. Jakuba auf polska-org.pl (polnisch), auf der Postkarte ist die Kirche noch mit Turm zu erkennen und es wird der Landwirt und Domänenpächter des Amtes Zehden in Grüneberg Max Ehlert genannt (um 1901).[15]
Einzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Dammer, B.: Über Flottsande in der östlichen Mark Brandenburg. Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 90 Heft 3 (1938), abgerufen am 17. Mai 2026.
- ↑ F. Wilhelm Rieh: Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Scheu, 1861, S. 420 (google.de).
- 1 2 3 4 5 UMCedynia: Witamy w Cedyni! (polnisch). cedynia.pl, abgerufen am 17. Mai 2026.
- ↑ Klaus Neitmann: Landesherr, Adel und Städte in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Neumark. BWV, Berliner Wissenschafts-Verlag, 2015, ISBN 978-3-8305-3029-9, S. 128 (google.de).
- ↑ Klaus Neitmann: Landesherr, Adel und Städte in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Neumark. BWV, Berliner Wissenschafts-Verlag, 2015, ISBN 978-3-8305-3029-9, S. 131 (google.de).
- 1 2 3 Thomas Wagner: Zäckerick an der Oder Dorf der Fischer und der Löwinge ; die Geschichte des preußischen Fischerdorfes im Kreis Königsberg in der ehemaligen Provinz Neumark von den Anfängen bis zum Ende im Jahr 1945. Pro Business, Berlin 2013, ISBN 978-3-86386-487-3, S. 17 bis 18 (google.de).
- ↑ Peter Riedel, Sascha Bütow, Uwe Tresp: Das Mittelalter endet gestern Beiträge zur Landes-, Kultur- und Ordensgeschichte : Heinz-Dieter Heimann zum 65. Geburtstag. Lukas Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86732-188-4, S. 107 (google.de).
- ↑ Karl Kletke: Regesta Historiae Neomarchicae die Urkunden zur Geschichte der Neumark und des Landes Sternberg · Band 2. Ernst & Korn, Berlin 1868, S. 260 (google.de).
- ↑ Freiherr Otto Grote: Lexicon deutscher Stifter, Klöster und Ordenshäuser Das heutige deutsche Reich · Band 1. Commissions-Verlag von A.W. Zickfeldt, Osterwieck A. Harz 1881, S. 195 (google.de).
- ↑ Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien Band 3. C.A. Starke, 1907, S. 8 bis 9 (google.de).
- ↑ GOLICE (Grüneberg) (polnisch). Abgerufen am 24. Mai 2026.
- ↑ Reinhard Schmook: Jenseits der Oder Unterzeile Schicksale neumärkischer Kirchen. (PDF) Abgerufen am 18. Mai 2026.
- ↑ Topographische Uebersicht des Appellationsgerichts-Departements Frankfurt a/O. Nebst Verzeichnis d. in demselben angestellten Richter, Staats-u. Rechtsanwalte. Aus amtl. Quellen zsgestellt. Selbstverl., 1850, S. 24 (google.de).
- ↑ Verein für Computergenealogie: Grüneberg (Königsberg). In: lwiki.genealogy.net. 21. Mai 2024, abgerufen am 27. Mai 2026.
- ↑ Handbuch für den königlich preussischen Hof und Staat. Decker's Verlag, 1905, S. 314 (google.de).

