Giovanni Arduino

italienischer Geologe

Giovanni Arduino (* 16. Oktober 1714 in Caprino Veronese, Republik Venedig; † 21. März 1795 in Venedig) war ein italienischer Geologe. Er gilt als der Vater der italienischen Geologie.

Giovanni Arduino, Büste von Pietro Bearzi (vor 1847). Das Werk ist Teil des Panteon Veneto, heute im Palazzo Loredan a Santo Stefano
Geologisches Profil des Agno-Tals bei Vicenza, angefertigt von Giovanni Arduino (1758)

Arduino war Bergbau-Spezialist. Aufbauend auf seinen Beobachtungen in Norditalien entwickelte er Anfang der 1760er Jahre als erster ein System geologischer Erdzeitalter. Dabei teilte er geologische Formationen in primäre (montes primitivi), sekundäre (montes secundarii) und tertiäre (montes tertiarii) Schichtfolgen ein. Hinter dieser Aufzählung steht bereits die Idee des verschiedenen Alters der Schichten. Die „primitiven“ Gesteine (Basalte, Granite, Schiefer) bilden die älteste Formation, fossile Kalkablagerungen die spätere, sekundäre, und die wenig verfestigten, tertiären Sedimentablagerungen erkannte Arduino als die jüngsten. So kam es zu einer Einteilung der Erdzeitalter in „Primär“ (heute als Paläozoikum oder Erdaltertum bezeichnet), „Sekundär“ (heute Mesozoikum oder Erdmittelalter) und „Tertiär“ (heute ein Teil des Känozoikums, auch als Erdneuzeit bezeichnet).

Arduino erkannte auch die Bedeutung von Fossilien und nutzte diese ebenso wie chemische Methoden zur Altersbestimmung von Gesteinsschichten.

Neben seinen geologischen Studien beschäftigte er sich mit Metallurgie, Chemie und Agrartechnik.

1784 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino gewählt.[1] 1786 wurde er Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze.[2] Der Asteroid (29356) Giovarduino sowie der Dorsum Arduino auf dem Erdmond wurden nach ihm benannt.

Sein Bruder war der Botaniker Pietro Arduino.

Literatur

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Einzelnachweise

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  1. I Soci del passato: Giovanni Arduino. Accademia delle Scienze di Torino, abgerufen am 15. Mai 2026 (italienisch).
  2. National Members (1782 to date). Accademia Nazionale delle Scienze, abgerufen am 15. Mai 2026.