Gianluigi Buffon

italienischer Fußballtorhüter

Gianluigi „Gigi“ Buffon [dʒanluˈiːdʒi ˈdʒidʒi bufˈfon] (* 28. Januar 1978 in Carrara) ist ein ehemaliger italienischer Profifußballer und gilt als einer der besten Torhüter der Fußballgeschichte.[1][2][3][4] Mit 657 Einsätzen ist er Rekordspieler der Serie A sowie mit 176 Länderspielen Rekordnationalspieler der italienischen Nationalmannschaft.

Gianluigi Buffon
Gianluigi Buffon (2025)
Personalia
Geburtstag 28. Januar 1978
Geburtsort Carrara, Italien
Größe 191 cm
Position Tor
Junioren
Jahre Station
1984–1986 USD Canaletto
1986–1990 ASD Perticata Calcio
1990–1991 Bonascola Calcio
1991–1995 AC Parma
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1995–2001 AC Parma 168 (0)
2001–2018 Juventus Turin 509 (0)
2018–2019 Paris Saint-Germain 17 (0)
2019–2021 Juventus Turin 17 (0)
2021–2023 Parma Calcio 43 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1993–1994 Italien U16 3 (0)
1995 Italien U17 3 (0)
1994–1995 Italien U18 3 (0)
1995–1997 Italien U21 11 (0)
1997 Italien U23 4 (0)
1997–2018 Italien 176 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Buffon wurde mehrfach als Welttorhüter des Jahres ausgezeichnet und gewann mit der Nationalmannschaft bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 den Weltmeistertitel. Den Großteil seiner Vereinskarriere war er für Juventus Turin aktiv, für den er von 2001 bis 2018 sowie von 2019 bis 2021 spielte und unter anderem zehn italienische Meisterschaften gewann. Seine aktive Karriere beendete er 2023 im Alter von 45 Jahren bei Parma Calcio, wo er auch seine Profikarriere begonnen hatte.

Gianluigi Buffon wurde in eine sportlich geprägte Familie hineingeboren und ist in der toskanischen Kleinstadt Carrara aufgewachsen. Seine Mutter Maria Stella Masocco war als Leichtathletin aktiv, Vater Adriano Buffon betrieb Gewichtheben.[5][6] Auch seine beiden älteren Schwestern, Guendalina (* 1973) und Veronica (* 1975), wurden später in die italienische Damen-Volleyballnationalmannschaft berufen. Der ehemalige Nationaltorwart Lorenzo Buffon war ein Cousin seines Großvaters.

Seine fußballerische Laufbahn begann Buffon als Feldspieler für regionale Amateurvereine. Einen prägenden Einfluss auf seine weitere Entwicklung hatte die WM 1990 in Italien, bei der ihn insbesondere der kamerunische Torhüter Thomas N’Kono beeindruckte. Anschließend wechselte Gigi selbst auf die Torwartposition und machte aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen sowie seines Talents schnell auf sich aufmerksam.[7] 1991 wurde er nach einem erfolgreichen Probetraining im Alter von 13 Jahren in die Jugendabteilung der AC Parma aufgenommen. Angebote des FC Bologna und der AC Mailand hatte er wegen der Entfernung abgelehnt, weshalb er seine fußballerische Ausbildung im heimatnäheren Fußballinternat von Parma fortsetzte. Zwei Jahre später (1993) gehörte Buffon zum Kader der italienischen U-16-Nationalmannschaft und belegte mit ihr bei der U-16-EM den zweiten Platz.[8]

Karriere

Bearbeiten

AC Parma

Bearbeiten
Gianluigi Buffon (1998)

Buffon gab am 19. November 1995, im Alter von nur 17 Jahren, gegen die AC Mailand sein Serie-A-Debüt und blieb bei seinem Einstand ohne Gegentor (0:0). Dabei zeigte er spektakuläre Paraden und machte durch starke Reflexe sowie ein gutes Stellungsspiel auf sich aufmerksam, wodurch er das Vertrauen seines Trainers Nevio Scala rechtfertigte.[9] Im Verlauf der folgenden Saison 1996/97 entwickelte sich Buffon zum Stammtorhüter und verdrängte Luca Bucci. Die AC Parma wurde mit nur zwei Punkten Rückstand auf Juventus Turin Vizemeister, wobei Buffon in 27 Liga-Einsätzen lediglich 17 Gegentore hinnehmen musste. Nachdem Buffon gegen Inter Mailand einen Elfmeter des brasilianischen Weltfußballers Ronaldo pariert hatte, gaben die Fans ihm den Spitznamen „Superman“ und er galt als eines der größten Torwarttalente Italiens.

Ende der 1990er Jahre erlebte die AC Parma die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte und überzeugte durch teilweise spektakulären Offensiv-Fußball. Der durch den Nahrungsmittelkonzern Parmalat finanziell großzügig unterstützte und von Calisto Tanzi geführte Klub zählte mittlerweile zu den Topteams der Serie A. Unter Trainer Alberto Malesani gewann die Mannschaft in der Saison 1998/99 sowohl die Coppa Italia als auch den UEFA-Pokal.[10] Im Finale setzten sie sich mit 3:0 gegen Olympique Marseille durch.[11][12] Für seine Leistungen erhielt Buffon im Jahr 1999 sowohl die Trofeo Bravo als bester Nachwuchsspieler Europas als auch die Auszeichnung des besten Torwarts der Serie A. Schon als junger Profi zählte der Shootingstar zu den Schlüsselspielern eines hochkarätig besetzten Teams, zu dem unter anderem die Verteidiger Fabio Cannavaro und Lilian Thuram sowie Offensivkräfte wie Enrico Chiesa und Hernán Crespo gehörten. Buffon stand bis zum Saisonende 2000/01 bei der AC Parma unter Vertrag und absolvierte 220 Pflichtspiele für die Gialloblu.

Juventus Turin

Bearbeiten
Gianluigi Buffon

Am 3. Juli 2001 wechselte Buffon für 54 Millionen Euro zu Juventus Turin und war zu diesem Zeitpunkt der teuerste Torwart der Fußballgeschichte.[13] Die Rekordsumme wurde erst 2018 überboten. Buffon unterzeichnete einen Fünfjahresvertrag mit einem Jahresgehalt von umgerechnet fünf Millionen Euro.[14][15] Bei Juve trat er die Nachfolge des wenig überzeugenden Niederländers Edwin van der Sar an, der den Klub verließ. Mit Buffon wechselte auch Lilian Thuram zur Alten Dame, der bis dahin zusammen mit Fabio Cannavaro das Herzstück der Parma-Defensive gebildet hatte.

Nach seinem Wechsel etablierte sich Buffon rasch als zentrale Stütze der Mannschaft und gewann mit Juventus in seinen ersten beiden Spielzeiten zweimal die italienische Meisterschaft (2001/02, 2002/03). Das von Marcello Lippi trainierte Team zeichnete sich insbesondere durch eine äußerst stabile Defensive, in der Buffon eine Schlüsselrolle einnahm, sowie eine gute Organisation aus. Am 28. Mai 2003 erreichten sie zudem das Champions League-Finale, das im Old Trafford ausgetragen wurde. In dem rein italienischen Duell unterlag die Mannschaft der AC Mailand nach einem torlosen Spiel im Elfmeterschießen.[16] Buffon hatte im Verlauf des Wettbewerbs herausragende Leistungen gezeigt und maßgeblich zum Finaleinzug beigetragen, die ihm die Ehrungen des besten Torwarts und besten Spielers der abgelaufenen Saison einbrachten (UEFA Club Football Awards).[17] Zudem erhielt er erstmals die Auszeichnung als Welttorhüter des Jahres, wodurch er seine Stellung als einer der komplettesten und führenden Torhüter seiner Generation unterstrich.

2004 stieß mit Fabio Cannavaro ein weiterer italienischer Nationalspieler zu Juventus Turin und das wiedervereinigte Trio Buffon – Thuram – Cannavaro bildete den Kern einer der besten Abwehrformationen Europas.[18] In den Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 gewann die mittlerweile von Fabio Capello trainierte Mannschaft zwei weitere Meisterschaften, die dem Verein jedoch infolge des Manipulationsskandals später aberkannt wurden. Buffon verpasste aufgrund einer komplizierten Schulterverletzung die Hinrunde 2005/06 und wurde durch Christian Abbiati vertreten.[19] Im Zuge der Enthüllungen des Manipulationsskandals um den Juve-Manager Luciano Moggi, geriet Buffon im Mai 2006 selbst in das Visier der Staatsanwaltschaft Turin. Gegen ihn und drei weitere Profis wurde wegen des Verdachts ermittelt, an illegalen Wetten beteiligt gewesen zu sein.[20] Buffon bestritt die Vorwürfe und erklärte, nicht auf Fußballspiele gesetzt zu haben. Die Ermittlungen gegen ihn wurden später eingestellt.[21][22] Die systematischen Spielmanipulationen entwickelten sich zum größten Skandal des italienischen Fußballs („Calciopoli“) und am 14. Juli 2006 fällte der Fußballverband sein Urteil: Juventus wurde zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt, zudem erkannte man dem Verein die beiden zuvor gewonnenen Meistertitel ab.[23][24] Während Trainer Capello und zahlreiche Stars die Alte Dame verließen, hielten die Leistungsträger Alessandro Del Piero, Pavel Nedvěd, Mauro Camoranesi, David Trezeguet und Buffon dem Klub die Treue und gingen mit ihm in die zweite Liga.[25]

Obwohl Juventus mit 17 Minuspunkten starten musste, gelang ihnen 2006/07 erwartungsgemäß der sofortige Wiederaufstieg. Buffons Verbleib erwies sich dabei als elementar für den sportlichen Erfolg und nach dem gelungenen Aufstieg in die Serie A verlängerte er am 7. Juni 2007 seinen Vertrag bis zum Jahr 2012.[26] 2007/08 und 2008/09 erreichte Buffon mit Juventus unter Claudio Ranieri in der Serie A die Ränge drei bzw. zwei. Danach folgten zwei weniger erfolgreiche Spielzeiten, die jeweils mit Rang sieben abgeschlossen wurden.

Im Sommer 2011 wurde Ex-Juventus-Kapitän Antonio Conte, der mit Buffon bis 2004 zusammen gespielt hatte, Trainer der Turiner. Unter Conte gewann Buffon drei italienische Meisterschaften in Folge und kassierte dabei als Stammtorhüter die wenigsten Gegentore aller Serie-A-Vereine. Im September 2012 wurde sein Kontrakt bis Ende 2016 verlängert.[27]

Gianluigi Buffon im Trikot von Juventus Turin (2014)

Nach drei Meistertiteln in drei Jahren, aber mehreren weniger erfolgreichen Auftritten auf europäischer Ebene legte Conte am Ende der Saison 2013/14 sein Amt als Trainer bei Juventus Turin nieder. Sein Nachfolger wurde Massimiliano Allegri, der den Verein auf Anhieb zum Double aus Meisterschaft und Coppa Italia sowie ins Finale der Champions League führte. Am 6. Juni 2015 bestritt der mittlerweile 37-jährige Buffon im Berliner Olympiastadion gegen den FC Barcelona sein zweites Champions-League-Finale. Juventus verlor mit 1:3.

Im Mai 2016 verlängerte Buffon seine Vertragslaufzeit bei Juventus Turin bis Juni 2018.[28] Am 6. November 2016 erreichte er mit dem Spiel gegen Chievo Verona als vierter Spieler die Anzahl von 600 bestrittenen Serie-A-Spielen.[29] In der Saison 2016/2017 der Serie A wurde Juventus Turin Meister, im Finale der Champions League verloren die Italiener gegen Real Madrid.

Am 17. Mai 2018 kündigte Buffon an, Juventus Turin mit dem Ende der Saison 2017/18 nach 17 Jahren zu verlassen.[30] Für Juventus kam er auf insgesamt 509 Ligaeinsätze.[31]

Paris Saint-Germain

Bearbeiten

Zur Saison 2018/19 wechselte Buffon in die französische Ligue 1 zu Paris Saint-Germain. Er unterschrieb beim amtierenden Meister, Pokal- und Ligapokalsieger einen Einjahresvertrag mit einer Option auf eine weitere Spielzeit.[32] Unter Thomas Tuchel wechselte sich Buffon mit Alphonse Aréola im Tor ab. Neben 17 Ligaspielen kam Buffon fünfmal in der Champions League zum Einsatz, darunter in beiden Achtelfinalspielen, in denen PSG gegen Manchester United ausschied. Mit PSG gewann er den Supercup und die Meisterschaft.[33]

Rückkehr zu Juventus

Bearbeiten

Zur Saison 2019/20 kehrte Buffon zu Juventus Turin zurück. Er unterschrieb einen bis zum Saisonende laufenden Vertrag und wurde hinter Wojciech Szczęsny als Ersatztorwart eingeplant, nach Vertragsende im Juni 2020 sollte er eine andere Aufgabe im Verein übernehmen.[34][35] Ende September überholte Buffon Paolo Maldini als italienischen Spieler mit den meisten Profieinsätzen auf Klubebene, als er beim Sieg über SPAL Ferrara seinen zweiten Einsatz für Juventus nach seiner Rückkehr absolvierte.[36] Am 15. Dezember 2019 kam Buffon in seinem vereinsübergreifend 700. Ligaspiel zum Einsatz, als er beim 3:1-Sieg gegen Udinese Calcio zwischen den Pfosten stand. Am 29. Juni 2020 verlängerte er seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis Ende Juni 2021.[37] Am 4. Juli 2020 löste Buffon im Rahmen eines 4:1-Heimsieges gegen den FC Turin mit seinem 648. Einsatz Paolo Maldini als Rekordspieler der Serie A ab.[38] Am 2. Februar 2021 bestritt er im Halbfinale der Coppa Italia, beim 2:1-Erfolg über Inter Mailand sein 1100. Pflichtspiel.[39]

Rückkehr nach Parma

Bearbeiten

Zur Saison 2021/22 kehrte Buffon nach Parma zum mittlerweile in Parma Calcio 1913 umbenannten Verein zurück und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023, der am 28. Februar 2022 um ein Jahr bis 2024 verlängert wurde.[40][41] Mit Parma spielte er in der zweitklassigen Serie B.

Im August 2023 erklärte Gianluigi Buffon seine aktive Karriere nach 28 Jahren im Profi-Fußball für beendet.[42]

Nationalmannschaft

Bearbeiten
Buffon mit Simone Perrotta (links) und Marco Materazzi (rechts) während der WM 2006
Buffon bei der Fußball-Europameisterschaft 2012

Schnell wurde Buffon auch der Rückhalt in der U-21-Fußballnationalmannschaft und nahm mit dieser bei der U-21-EM 1996 in Spanien teil. Im Alter von 19 Jahren debütierte er am 29. Oktober 1997 im Play-off-Spiel um die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 gegen Russland unter Cesare Maldini bei der A-Nationalmannschaft, als er für den verletzten Gianluca Pagliuca einsprang. Bei der WM 1998 in Frankreich gehörte er zum Kader der Italiener, kam jedoch nicht zum Einsatz.

Zur EM 2000 stieg Buffon zum Stammtorhüter der Nationalmannschaft auf, konnte aber an der Endrunde aufgrund eines gebrochenen Daumens nicht teilnehmen. Sein Ersatzmann Francesco Toldo zeigte dort gute Leistungen und machte ihm die Position im Tor streitig. Buffon setzte sich in der Folge dennoch durch und war bis 2018 die Nummer eins im italienischen Tor.

Die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bestritt Buffon als Stammtorhüter der von Marcello Lippi betreuten Squadra Azzurra. Er zeigte tadellose Leistungen und wurde im gesamten Turnierverlauf von keinem gegnerischen Spieler aus dem Spiel heraus bezwungen. Die einzigen Gegentore, die er in den sieben Partien kassierte, waren ein Eigentor von Cristian Zaccardo und ein Elfmeter von Frankreichs Zinédine Zidane im WM-Finale am 9. Juli 2006. Jenes Finale gewann er gegen Frankreich nach Elfmeterschießen und wurde Weltmeister. Außerdem erhielt er die Lew-Jaschin-Trophäe als Auszeichnung für den besten Torhüter des Turniers.

Auch bei der Europameisterschaft 2008 stand Buffon bei allen Spielen im italienischen Tor. Im Vorrundenspiel gegen Rumänien parierte er einen Elfmeter und verhinderte so das vorzeitige Ausscheiden seiner Mannschaft. Auch im Elfmeterschießen des Viertelfinales gegen Spanien hielt Buffon einen Elfmeter. Italien verlor das Spiel jedoch und schied aus.

Am 14. November 2009 absolvierte Gianluigi Buffon beim 0:0 im Freundschaftsspiel gegen die Niederlande im Stadio Adriatico zu Pescara sein 100. Länderspiel für Italien. Er wurde auch in den italienischen Kader für die Weltmeisterschaft 2010 berufen. Beim ersten Vorrundenspiel am 14. Juni gegen Paraguay erlitt er einen Bandscheibenvorfall, musste vorzeitig ausgewechselt werden und wurde in der zweiten Halbzeit von Federico Marchetti vertreten. Auch in den nächsten Spielen konnte er nicht eingesetzt werden. Italien schied in der Vorrunde aus.

Am 15. November 2011 stellte Buffon beim 0:1 gegen Uruguay den Rekord von Dino Zoff von 112 Länderspielen als Torwart ein.[43] Auch bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine stand Buffon im Kader. Dort qualifizierte sich die italienische Mannschaft unter Cesare Prandelli nach Siegen gegen England, als er einen Schuss im Elfmeterschießen parierte, und Deutschland für das Finale gegen Spanien, das mit 0:4 verloren wurde.

Beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2013 erreichte Buffon mit Italien das Spiel um Platz drei gegen Uruguay, das 2:2 nach Verlängerung endete und im Elfmeterschießen entschieden wurde. Dort hielt er drei Elfmeter, wodurch Italien Dritter wurde. Am 10. September 2013 stellte Buffon beim 2:1-Sieg gegen Tschechien mit seinem 136. Länderspiel den Rekord von Fabio Cannavaro ein und qualifizierte sich gleichzeitig mit seiner Mannschaft vorzeitig für die WM 2014 in Brasilien. Mit einem weiteren Einsatz im Länderspiel gegen Dänemark am 11. Oktober 2013 wurde er alleiniger italienischer Rekordnationalspieler.

Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien war Buffon Italiens Nummer eins. Beim ersten Gruppenspiel gegen England wurde er aufgrund einer Verletzung von Salvatore Sirigu vertreten, in den beiden anderen Gruppenspielen stand er als Kapitän im Tor. Nach der Partie gegen Uruguay (0:1) wurde er zum Man of the Match gewählt, obwohl die italienische Nationalmannschaft aufgrund dieser Niederlage in der Vorrunde ausschied.[44]

Bei der EM 2016 in Frankreich wurde er erneut als Stammtorwart in das italienische Aufgebot aufgenommen und stand in vier der fünf Turnierspiele im Tor. Nur beim bedeutungslosen dritten Gruppenspiel gegen Irland kam Sirigu zum Einsatz. Das Viertelfinale gegen Deutschland verlor Italien im Elfmeterschießen, bei dem Buffon den Elfmeter von Thomas Müller parierte.

Am 24. März 2017 bestritt Buffon in der WM-Qualifikation gegen Albanien sein 168. Länderspiel und übernahm damit den Rekord für die meisten absolvierten Länderspiele eines Europäers.[45] Darüber hinaus war dies das 1000. Spiel in seiner Profifußball-Karriere. Nachdem Italien die Qualifikation zur WM 2018 am 13. November 2017 gegen Schweden verpasst hatte, erklärte Buffon am selben Abend seinen Rücktritt aus der italienischen Nationalmannschaft.[46] Er erklärte sich jedoch Anfang März 2018 bereit, noch weitere Spiele für die Nationalmannschaft zu bestreiten.[47][48] Zu seinem 176. und letzten Länderspieleinsatz kam Buffon am 23. März 2018 bei einer 0:2-Niederlage in einem Freundschaftsspiel gegen Argentinien. Im Mai 2018 erklärte er seinen endgültigen Rücktritt.[49] Der Rekordnationalspieler absolvierte 176 Spiele für die Squadra Azzurra, ganze 40 Einsätze mehr als der zweitplatzierte Fabio Cannavaro.

Nationalmannschaft

Bearbeiten

AC Parma

Bearbeiten

Juventus Turin

Bearbeiten

Paris St. Germain

Bearbeiten

Persönliche Auszeichnungen

Bearbeiten
  • Rekordsieger der italienischen Fußballmeisterschaft (10 Siege)
  • Längste Serie ohne Gegentor in der Geschichte der Serie A (974 Minuten bzw. 10 Spiele)[50]
  • Rekordsieger des Italienischen Supercups (7 Siege)
  • Rekordspieler des Italienischen Supercups (9 Spiele, zusammen mit Dejan Stanković)
  • Italienischer Spieler mit den meisten Profieinsätzen für Mannschaften auf Klubebene (930 Spiele)
  • Rekordspieler von Juventus Turin in der Serie A sowie in allen Wettbewerben zusammengefasst (nach Minuten)
  • Rekordspieler der Serie A (657 Einsätze)
  • Rekordnationalspieler der italienischen Nationalmannschaft (176 Spiele) – Bis er von Sergio Ramos am 14. November 2020 überboten wurde, auch Europa-Rekord[51]
  • Rekordspielführer der italienischen Nationalmannschaft (80 Spiele)
  • Meiste WM-Teilnahmen (5 Teilnahmen, zusammen mit Antonio Carbajal, Rafael Márquez, Lothar Matthäus)
  • Von 2001 bis 2018 war Buffon mit einer Ablösesumme von über 50 Millionen Euro der teuerste Torhüter der Welt.

Nach der aktiven Karriere

Bearbeiten

Von August 2023 bis April 2026[52] hatte er den Posten des Delegationsleiters der italienischen Männer-Nationalmannschaft inne.[53]

Buffon kam in der Vergangenheit durch die Verwendung rechtsextremistischer Symbolik unter Beschuss. Während seiner Zeit bei der AC Parma zeigte er ein T-Shirt mit dem faschistischen Spruch „Boia chi molla“ („Gehängt sei, wer aufgibt“), wofür er vor der Disziplinarkommission des Sportverbands landete. Er sorgte nochmals für große Aufregung, als er unbedingt mit der Rückennummer 88 spielen wollte. Die Zahl 88 gilt als ein rechtsextremes Schlüsselsymbol. Buffon gab sich jedoch unwissend: „Die 88 habe ich genommen, weil sie vier Eier hat. Und beim Fußball braucht man Eier“, lautete sinngemäß seine Erklärung.[54] „Wer ahnt denn, dass hinter dieser Zahl der Hitlergruß steht?! Das wissen doch wirklich nur Nazis!“, zeigte sich Buffon überrascht.[55]

Buffon übernahm 2010 zusammen mit Cristiano Lucarelli und anderen Eignern den größten Fußballklub seiner Heimatstadt, Carrarese Calcio. Seit 7. Juli 2012 ist er alleiniger Eigner des Vereines.[56]

2018 wurde der Torwart als Teil des World-of-Tanks-Partnerschaftprogramm zum Panzerkommandanten. Er stellte Wargaming.net sein Bild und seine Stimme für die italienische Besatzung zur Verfügung.[57] Während des Events hatten 58.806 Spieler die Aufgabe abgeschlossen und im Anschluss Buffon als Besatzungsmitglied für einen ihrer Panzer zur Verfügung.[58]

Bei einem Auswärtsspiel gegen Parma Calcio 1913 am 19. Dezember 2020, das Juventus 4:0 gewann, zeichnete ein Spielfeldrandmikrofon eine Äußerung Buffons zu seinem Mannschaftskollegen Manolo Portanova auf, die einen Fluch beim Namen Gottes enthielt („Dio cane“, auf Deutsch etwa „gottverdammt“). Nachdem sich die Aufzeichnung der zunächst nicht geahndeten Äußerung im Internet viral verbreitet hatte,[59][60] wurde Buffon im Februar 2021 vom Sportgericht des italienischen Fußballverbandes FIGC zu einer Geldbuße von 5000 Euro verurteilt,[61] da die italienischen Fußballregeln gotteslästerliche Äußerungen seit März 2010 mit Spielausschluss bestrafen (Regel 12, Punkt 43). Als Buffon Einspruch gegen die Geldstrafe einlegte, verschärfte das Berufungsgericht des Verbandes das Urteil in zweiter Instanz und sperrte den Torwart für das Lokalderby gegen den FC Turin am 3. April 2021.[62][63]

Im April 2021 wurde bekannt, dass er eine Akademie für Nachwuchs-Torhüter ins Leben rufen wird. Im Sommer 2021 werden verschiedene Camps in Italien starten. Unterstützt wird das Projekt von führenden Torwarttrainern Italiens.[64]

Am 5. Mai 1999 gewann Buffon gemeinsam mit Enrico Chiesa seinen ersten Titel (Coppa Italia 1998/99) als Profi. Seinen letzten Titel (ebenfalls Coppa Italia 2020/21) gewann Buffon gemeinsam mit Chiesas Sohn Federico 22 Jahre später.[65]

Buffon war von 2011 bis 2014 mit dem tschechischen Model Alena Šeredová verheiratet. Der Beziehung entstammen zwei Söhne (* 2007 und * 2009). Am 6. Januar 2016 wurde sein dritter Sohn geboren. Die Mutter ist Ilaria D’Amico, die als Moderatorin für Sky Sport arbeitet. Im September 2024 heirateten Ilaria D’Amico und Buffon.[66]

Der erstgeborene Sohn Louis ist ebenfalls Fußballspieler.

Siehe auch

Bearbeiten
Bearbeiten
Commons: Gianluigi Buffon – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. Florian Haupt: Iker Casillas & Gianluigi Buffons: Großartige Freundschaft der Torwart-Legenden. In: Die Welt. 22. Februar 2017 (welt.de [abgerufen am 18. November 2018]).
  2. Torhüter Gianluigi Buffon: Arrivederci nach 17 Jahren bei der Alten Dame. In: FAZ.net. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 18. November 2018]).
  3. Oliver Kahn: Oliver Kahn über Juve-Torwart Buffon: Numero Uno. In: Spiegel Online. 3. Juni 2017 (spiegel.de [abgerufen am 18. November 2018]).
  4. Torwart-Legende: Gianluigi Buffon verkündet Abschied von Juventus. In: Spiegel Online. 17. Mai 2018 (spiegel.de [abgerufen am 18. November 2018]).
  5. Gianluigi Buffon
  6. Was ihr vielleicht von Gianluigi Buffon noch nicht wusstet
  7. Gianluigi Buffon: "Das Schicksal machte aus mir einen Torwart"
  8. The Making of Superman. In: goal.com. Abgerufen am 14. April 2026.
  9. Goal.com: Buffons Serie-A-Debüt
  10. SPOX: Parma in den 90er-Jahren
  11. Spielinfo
  12. AC Parma UEFA-Pokalsieger 1999
  13. Teuerste Torhüter-Transfers aller Zeiten
  14. Buffon, teuerster Torwart der Welt
  15. Teuerste Torhüter-Transfers aller Zeiten
  16. Spielinfo
  17. Buffon Spieler des Jahres
  18. Capellos magisches Dreieck
  19. Buffon fehlt Juventus lange Zeit
  20. Italienischer Fußball-Skandal: Nationaltrainer Lippi im Kreis der Verdächtigen. In: Spiegel Online. Abgerufen am 17. April 2026.
  21. Buffon beteuert seine Unschuld. In: kicker.de. Abgerufen am 17. April 2026.
  22. Manipulations-Skandal: Buffon darf zur WM. In: stern.de. Abgerufen am 17. April 2026.
  23. Juve, Lazio und Florenz steigen ab
  24. Turins Zwangsabstieg bestätigt
  25. Ballon-d'Or-Sieger, Weltmeister und Legenden: Diese Stars gingen 2006 mit Juventus in die Serie B
  26. Buffon bleibt bei Juve
  27. Juve bindet Buffon bis 2016
  28. Italienischer Meister: Juventus setzt weiter auf Routinier Buffon
  29. Juve-Keeper Gianluigi Buffon erreicht 600 Spiele in der Serie A
  30. Eine Legende tritt ab: Buffon sagt Juve Ciao, kicker.de, 17. Mai 2018, abgerufen am 17. Mai 2018.
  31. Siehe sein Profil auf der Website von Juventus Turin, abgerufen am 31. Mai 2018.
  32. Gianluigi Buffon signs with Paris Saint-Germain (Memento vom 6. Juli 2018 im Internet Archive), psg.fr, 6. Juli 2018, abgerufen am 6. Juli 2018. (englisch)
  33. Mein Abenteuer außerhalb Italiens endet : Buffon verlässt PSG, kicker.de, 5. Juni 2019, abgerufen am 9. Juni 2019.
  34. Welcome home, Gigi! auf der Website von Juventus, abgerufen am 4. Juli 2019 (englisch)
  35. Buffon kehrt zu Juventus zurück – in neuer Rolle, kicker.de, 4. Juli 2019, abgerufen am 4. Juli 2019.
  36. Buffon becomes the Italian player with the most club appearances. In: figc.it. FIGC, 30. September 2019, abgerufen am 30. September 2019 (englisch).
  37. Gigi and Chiello, 2021! Juventus Turin 29. Juni 2020.
  38. Maldini überholt: Buffon ist jetzt Rekordspieler der Serie A kicker, 4. Juli 2020.
  39. "1100 fois comme la première" pour Buffon. 2. Februar 2021, abgerufen am 3. Februar 2021 (französisch).
  40. SUPERMAN RETURNS - WELCOME HOME, GIGI BUFFON! (Memento des Originals vom 28. Juni 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., parmacalcio1913.com, 17. Juni 2021, abgerufen am 19. Juli 2021.
  41. https://twitter.com/parmacalcio_en/status/1498249834410749954. Abgerufen am 28. Februar 2022.
  42. Torwartlegende Gianluigi Buffon beendet seine Karriere. 2. August 2023, abgerufen am 2. August 2023.
  43. FIFA.com: Niederlage bei Buffons Rekordspiel (Memento des Originals vom 12. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  44. „Vampir“, „Kannibale“ und „Zahn Gottes“ – Der nächste Weltmeister darf nach Hause, sportschau.de, abgerufen am 30. Juni 2014.
  45. Länderspiele: Buffon übernimmt Europarekord. In: transfermarkt.de. Transfermarkt GmbH und Co. KG, 24. März 2017, abgerufen am 25. März 2017.
  46. WM-Qualifikation: Gianluigi Buffon tritt bei Italien zurück auf sport1.de
  47. Der ewige Gigi: Buffon kehrt in Nationalteam zurück
  48. Bestätigt: Gianluigi Buffon spielt wieder für Italiens Nationalmannschaft (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2024. Suche im Internet Archive)
  49. Buffon ends Italy career, football-italia.net, 17. Mai 2018, abgerufen am 6. Juli 2018.
  50. Derbysieg und Rekord für Gianluigi Buffon
  51. Nations League: Ramos verschießt zwei Elfmeter gegen die Schweiz – Der Spiegel – Sport. Der Spiegel, abgerufen am 15. November 2020.
  52. Rücktritte nach Italiens Desaster. 2. April 2026, abgerufen am 2. April 2026.
  53. "Wiederbelebung der Nationalmannschaft": Buffon verlängert mit klarem Ziel. Abgerufen am 7. Juli 2024 (deutsch).
  54. Wiener Zeitung: Wenn Fußballer Extremisten sind. In: Wiener Zeitung. Stand: 28. September 2008 online, abgerufen am: 7. Oktober 2008.
  55. Birgit Schönau: Gigantisch Gigi, in: Die Zeit No. 23 vom 3. Juni 2015, S. 22.
  56. Buffon übernimmt Viertligisten komplett, 7. Juli 2012
  57. WoT Auftrag um „Buffon“ zu gewinnen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2024. Suche im Internet Archive), 11. Mai 2018
  58. Auswertung des Fußballevents, 31. Juli 2018
  59. Sara Madonna: Espressione blasfema di Buffon contro il Parma: il Giudice grazia il portiere della Juve. In: Spazio Napoli, 21. Dezember 2020 (italienisch), abgerufen am 14. Januar 2024.
  60. Buffon ha bestemmiato. Libero: “Perché non è stato punito? C’è un video che gira sui social”. In: arenanapoli.it, 22. Dezember 2020 (italienisch), abgerufen am 14. Januar 2024.
  61. Buffon, multa da 5000 euro dopo la frase blasfema in Parma-Juventus. In: Sky Italia, 18. Februar 2021 (italienisch), abgerufen am 14. Januar 2024.
  62. Nach Gotteslästerung: Torwartlegende Buffon für ein Spiel gesperrt. In: Katholisch.de, 31. März 2021, abgerufen am 14. Januar 2024.
  63. Calcio: frase blasfema, Buffon squalificato salta il derby. In: Rai Sport, 30. März 2021 (italienisch), abgerufen am 14. Januar 2024.
  64. Sport1.de: Serie A: Juve-Star Gianluigi Buffon gründet Akademie für junge Torhüter. Abgerufen am 27. April 2021.
  65. Titel mit Vater und Sohn – Gianluigi Buffon gewann Cup mit Enrico und Federico Chiesa. Abgerufen am 21. Mai 2021.
  66. Fußballlegende Gigi Buffon hat Ilaria D'Amico geheiratet. 2. Oktober 2024, abgerufen am 7. Oktober 2024.