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Stimmenanteile in Prozent[1]
 %
30
20
10
0
22,86
15,28
15,27
14,99
13,06
7,60
6,77
1,15
1,09
1,04
0,88
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−3,23
−8,87
−4,39
−4,80
+13,06
+7,60
−0,83
+0,08
+1,09
+0,48
−0,19
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Die Ergebnisse von CD&V sind mit den Ergebnissen der gemeinsamen Liste CD&V-N-VA 2004 verglichen.
b Der Vlaams Blok hatte sich 2004 unter dem Namen Vlaams Belang neu gegründet.
c Das Ergebnis von sp.a ist mit den Ergebnissen der gemeinsamen Wahlliste aus sp.a und Spirit 2004 verglichen.
d Das Ergebnis von Open VLD ist mit den Ergebnissen der gemeinsamen Wahlliste aus VLD und Vivant 2004 verglichen.
e Die Neu-flämische Allianz (NV-A) hatte bei der Wahl 2004 auf einer gemeinsamen Liste zusammen mit CD&V kandidiert.
f Die Lijst Dedekker (LDD) wurde 2007 gegründet.
i Die Sociaal-Liberale Partij (SLP) entstand 2009 durch Umbenennung von Spirit. Bei der Wahl 2004 war Spirit auf einer gemeinsamen Wahlliste zusammen mit sp.a angetreten.

Die Flämische Parlamentswahl 2009 fand am 7. Juni 2009 statt. Gewählt wurde das Regionalparlament Flanderns. Am selben Tag wurden in Belgien auch die Wallonische Parlamentswahl und die Europawahl abgehalten.

Vorgeschichte

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Nach der letzten flämischen Regionalwahl 2004 bildete sich eine Koalitionsregierung aus Christen-Democratisch en Vlaams (CD&V), Socialistische Partij Anders (sp.a), Spirit, Vlaamse Liberalen en Democraten (VLD) und Neu-flämischer Allianz (N-VA) unter Ministerpräsident Yves Leterme. CD&V und N-VA sowie sp.a und Spirit hatten bei der Wahl auf gemeinsamen Listen kandidiert. Ungefähr in der Mitte der Legislaturperiode fand die Wahl zur belgischen Abgeordnetenkammer 2007 statt. Dabei büßte die Föderalregierung Verhofstadt II aus VLD, Parti Socialiste (PS), Mouvement Réformateur (MR) und sp.a ihre parlamentarische Mehrheit ein. Daraufhin wurde Yves Leterme von König Albert II. mit der Bildung einer Föderalregierung beauftragt. Sein Nachfolger als flämischer Ministerpräsident wurde Kris Peeters (CD&V), der die Regierung Peeters I aus den o. g. Parteien bildete (VLD hatte sich inzwischen in Open VLD umbenannt).

Bei der Föderalwahl hatten in Flandern vor allem die Christdemokraten (CD&V), die erneut in Verbindung mit N-VA antraten, sowie die Grünen (Groen!) an Stimmen hinzugewonnen. Auch die im Januar 2007 vom ehemaligen VLD-Senator Jean-Marie Dedecker gegründete rechtsliberale Lijst Dedekker erzielte einen beachtlichen Erfolg. Hauptverlierer waren die Liberalen (Open VLD) und die Sozialdemokraten (sp.a), die ebenfalls erneut eine Listenverbindung mit Spirit eingegangen waren. Nach dieser Wahlniederlage trennte sich Spirit von den Sozialdemokraten und nannte sich 2008 in VlaamsProgressieven und 2009 in Sociaal-Liberale Partij um.

Teilnehmende Parteien

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Neben CD&V, N-VA, Vlaams Belang, Open VLD und sp.a, sowie den Parteien Groen! und PVDA+ nahmen noch im Folgenden aufgelisteten neun Kleinparteien an der Wahl teil.[2] Diese Parteien kandidierten nicht in allen Wahlkreisen und/oder stellten nur inkomplette Wahllisten auf. Neben der PVDA+ kandidierten zwei weitere linksradikale Listen. Das Comité voor een Andere Politiek (CAP), das vor den Föderalwahlen 2007 gegründet wurde, kandidierte in den Wahlkreisen Ostflandern und Limburg, und die Linkse Socialistische Partij (LSP), eine auf nationaler Ebene agierende Partei (im französischsprachigen Teil als Parti socialiste de lutte – PSL aktiv), stellte – mit Ausnahme von Ostflandern unvollständige – Listen in allen fünf Wahlkreisen der Region Flandern auf, jedoch nicht in der Region Brüssel. Zwei „national-belgische“ Parteien, die für die Stärkung des belgischen Zentralstaats eintraten, kandidierten: die Belgische Union (BUB), die für einen belgischen Einheitsstaat eintrat, und die 2008 von ehemaligen BUB-Anhängern in Brügge gegründete Belgische Allianz (niederländisch: Belgische Alliantie). In Antwerpen und in Flämisch-Brabant kandidierte die Partei Vrijheid und in Ostflandern die Partei Respect. Letztere umfasste auch Kandidaten der Partij van de Dieren (PvdD), die 2004 im Wahlkreis Antwerpen eine Liste aufgestellt hatte. Eine (unvollständige) Liste der Vrije Christen Democraten (VCD) trat in Westflandern an.[3]

  • Union des Francophones (UF)
  • Belgische Union (BUB)
  • Belgische Allianz
  • Linkse Socialistische Partij (LSP)
  • Respect
  • Vrijheid
  • Comité voor een Andere Politiek (CAP)
  • Vrije Christen Democraten (VCD)
  • Linkse Socialistische Partij (LSP)

Wahlsystem

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Das Wahlsystem entsprach dem der vorangegangenen Wahl 2004. Als Wahlkreise dienten die fünf Provinzen Flanderns. Zusätzlich wurden sechs Abgeordnete in der Hauptstadtregion Brüssel durch die Wähler, die in Brüssel für niederländischsprachige Listen stimmten, gewählt.

Ergebnisse

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Im Wählerregister waren 4.676.488 Wahlberechtigte eingetragen. Wie auch sonst bei belgischen Wahlen herrschte Wahlpflicht. Die Wahlbeteiligung betrug 93,06 %.

Direkte Vergleiche sind aufgrund der Tatsache, dass viele Parteien bei der vorangegangenen Wahl auf gemeinsamen Listen kandidiert hatten, nur eingeschränkt möglich.

Gewählte Abgeordnete nach Parteien in den Wahlkreisen
Landesweites Ergebnis[1]
Partei Stimmen Sitze Anm.
Zahl in  % +/- Zahl in  % +/-
CD&V939.87322,86 % 3,23 %3125,0 % 4[Anm 1]
Vlaams Belang628.56415,28 % 8,87 %2116,9 % 11[Anm 2]
sp.a627.85215,27 % 4,39 %1915,3 % 6
Open VLD616.61014,99 % 4,80 %2116,9 % 4[Anm 3]
N-VA537.04013,06 %(neu)1612,9 %(neu)[Anm 4]
Lijst Dedecker313.1767,62 %(neu)86,5 %(neu)[Anm 5]
Groen!278.2116,77 % 0,83 %75,6 % 1
UF47.3191,15 % 0,08 %10,8 % 
SLP44.7341,09 %(neu)00,0 %(neu)[Anm 6]
PVDA+42.8491,04 % 0,48 %00,0 % 
LSP10.0380,24 % 0,18 %00,0 % 
Belgische Allianz9.3180,23 %(neu)00,0 %(neu)
Vrijheid6.2280,15 %(neu)00,0 %(neu)
Respect5.6920,14 % 0,01 %00,0 % 
CAP2.2110,05 %(neu)00,0 %(neu)
VCD1.8980,05 %(neu)00,0 %(neu)
BUB7120,02 % 0,21 %00,0 % 
Gültige Stimmen4.112.32594,5 %
Ungültige Stimmen239.4825,5 %
Abgegebene Stimmen4.351.807100,00 %124100,0 % 
  1. Die Ergebnisse von CD&V sind mit denen der gemeinsamen Liste CD&V-N-VA 2004 verglichen.
  2. Der Vlaams Blok hatte sich 2004 unter dem Namen Vlaams Belang neu gegründet.
  3. Das Ergebnis von Open VLD ist mit den Ergebnissen der gemeinsamen Wahlliste aus VLD und Vivant 2004 verglichen.
  4. NV-A trat bei der vorangegangenen Wahl 2004 auf einer gemeinsamen Wahlliste zusammen mit CD&V an.
  5. Die Lijst Dedecker wurde 2007 gegründet.
  6. Die Sociaal-Liberale Partij (SLP) entstand 2009 durch Umbenennung von Spirit. Bei der Wahl 2004 war Spirit auf einer gemeinsamen Wahlliste zusammen mit sp.a. angetreten.

Regierungsbildung

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Da die beiden bisherigen Regierungsparteien Open VLD und Sociaal-Liberale Partij (zuvor Spirit) deutlich an Stimmen und Mandaten verloren hatten, schieden sie aus der Regierung aus. In der Regierung, die weiter von Ministerpräsident Kris Peeters geführt wurde, verblieben die drei Koalitionsparteien CD&V, N-VA und sp.a (Regierung Peeters II).

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Ergebnis Flämisches Parlament 7 Juni 2009. Föderaler Öffentlicher Dienst Inneres (wahlergebnisse.belgium.be), abgerufen am 18. April 2026.
  2. Dohet J, Faniel J, Govaert S, Istasse C, Nassaux J, Wynants P: Les partis sans représentation parlementaire fédérale. In: Courrier hebdomadaire du CRISP. Band 2206-2207, Nr. 1, 2014, S. 5110, doi:10.3917/cris.2206.0005 (französisch).
  3. Pierre Blaise, Vincent de Coorebyter, Jean Faniel, Caroline Sägesser: Les résultats des élections régionales, communautaires et européennes du 7 juin 2009. In: Courrier hebdomadaire du CRISP. Band 38, Nr. 2043-2044, 2009, S. 9–106, doi:10.3917/cris.2043.0009 (französisch).