Ernst Wilhelm Schneider

deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr

Ernst Wilhelm Schneider (* 18. Januar 1924 in Daaden; † 11. März 2014) war ein deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.

Schneider war von April 1938 bis September 1942 in einer Berufsausbildung zum Maschinenschlosser bei der Firma Arn. Jung in Kirchen. Dabei wurde er zum Langemarck-Studium zugelassen. Am 30. September 1942 trat er als Reserveoffizierbewerber beim Infanterie-Ersatz-Regiment „Großdeutschland“ der Division Großdeutschland in Cottbus in die Wehrmacht ein, wo er bis Februar 1943 diente. Von August 1943 bis Januar 1944 war er im Fronteinsatz mit der 18. Kompanie des Füsilier-Regiments „Großdeutschland“ in der Sowjetunion. Am 1. August 1944 wurde er zum Leutnant der Reserve ernannt. Von Oktober 1944 bis Januar 1945 war er Ordonnanzoffizier, Zugführer und Kompanieführer in der Panzerjäger-Abteilung 23 in den Räumen Kurland und Ösel und von Januar bis Mai 1945 Ordonnanzoffizier, Zugführer und Adjutant in der Panzerjäger-Abteilung „Großdeutschland“ in Ostpreußen und der Lüneburger Heide. Von Mai 1945 bis August 1947 war er in Kriegsgefangenschaft des Vereinigten Königreichs und dabei von August 1945 bis August 1947 Kolonnenoffizier im Wehrtransportregiment, das aus ehemaligen „Großdeutschland“-Soldaten gebildet worden war.[1][2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Schneider von November 1947 bis Februar 1956 Detail-Konstrukteur bei der Maschinenfabrik Arn. Jung in Kirchen. Dabei begann er im März 1948 eine Ausbildung zum Techniker am Polytechnikum in Friedberg, das er bereits im Juli 1948 aufgrund der Währungsreform aufgab.[1][2]

Am 2. März 1956 trat Schneider als Oberleutnant in die Bundeswehr ein und war zunächst bis September 1957 Sachbearbeiter in der Annahmeorganisation in Köln. Danach war er Zugführer, Ordonnanzoffizier und Offizier für Militärisches Nachrichtenwesen (S 2) im Panzerjägerlehrbataillon in Munster von Oktober 1957 bis Mai 1958 und Sachbearbeiter im Führungsstab des Heeres IV 4 (Ausbildungsdienstvorschriften) im Bundesministerium für Verteidigung in Bonn von Juni 1958 bis März 1961.[1][2]

Im April 1961 wurde er an die Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg versetzt, um von Oktober 1961 bis September 1963 im 4. Generalstabslehrgang (Heer) zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet zu werden.[3] Danach war er von Oktober 1963 bis März 1967 Generalstabsoffizier für Militärisches Nachrichtenwesen (G 2) und für Planung, Ausbildung und Organisation (G 3) der 1. Gebirgsdivision in Garmisch-Partenkirchen, von April 1967 bis September 1969 Bataillonskommandeur des Gebirgspanzerbataillons 224 in Landsberg am Lech und von Oktober 1969 bis September 1971 Referent im Führungsstab des Heeres I 6 (Luftbeweglichkeit des Heeres) im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. 1971 wurde er zum Oberst befördert. Von Oktober 1971 bis September 1974 war er Chef des Stabes der 1. Gebirgsdivision in Garmisch-Partenkirchen und von Oktober 1974 bis März 1975 Lehrgangsleiter an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.[1][2]

Im April 1975 wurde Schneider Brigadekommandeur der Panzergrenadierbrigade 35 in Hammelburg[4.1] und im April 1976 der Gebirgsjägerbrigade 22 in Mittenwald,[4.2] wo am 30. Januar 1979 die Ernennung zum Brigadegeneral erfolgte. In seiner letzten Verwendung war er ab Oktober 1982 stellvertretender Divisionskommandeur der 1. Gebirgsdivision in Garmisch-Partenkirchen.[4.3] Mit Ablauf des März 1984 wurde er in den Ruhestand versetzt.[5]

Am 28. Oktober 1986 verhängte ein Truppendienstgericht die Disziplinarmaßnahme der befristeten Kürzung des Ruhegehalts gegen Schneider, weil dieser am 12. August 1983 zu seiner privaten Hochzeitsfeier Soldaten des Heeresmusikkorps 8 mit zwei Hubschraubern des Typs Bo 105 nach Untersiemau hatte einfliegen lassen.[1]

Schneider war verheiratet, evangelisch und hatte zwei Kinder.[2] Er starb 2014 und wurde in Daaden beigesetzt.[6]

Auszeichnungen

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Siehe auch

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Literatur

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  • Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 543.
  • Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie. Wehr & Wissen, Koblenz/Bonn 1979, ISBN 3-8033-0293-5, S. 130.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Range 2013 a.a.O.
  2. 1 2 3 4 5 Sadlowski 1979 a.a.O.
  3. Hansgeorg Model, Jens Prause: Generalstab im Wandel: neue Wege bei der Generalstabsausbildung in der Bundeswehr. Bernard und Graefe, München 1982, ISBN 978-3-7637-5241-6, S. 197.
  4. Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995 (= Kurt Mehner und Reinhard Teuber [Hrsg.]: Schriftenreihe Führung und Truppe. Band 5). Militair-Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 1996, ISBN 978-3-931533-03-8.
    1. S. 65
    2. S. 63
    3. S. 56
  5. Clemens Range: Die geduldete Armee: 50 Jahre Bundeswehr. Translimes Media, Berlin 2005, ISBN 978-3-00-015382-2, S. 286.
  6. Traueranzeige Ernst Wilhelm Schneider. In: rz-trauer.de. Rhein-Zeitung, 18. März 2014, abgerufen am 14. Juni 2026.