Dumbo (1941)

Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1941

Dumbo, der in Deutschland auch unter dem Titel Dumbo, der fliegende Elefant gezeigt wurde, ist der vierte abendfüllende Disney-Zeichentrickfilm und hatte am 23. Oktober 1941 Weltpremiere in New York City. Vorlage war die Geschichte Dumbo, the Flying Elephant (1939) von Helen Aberson und Harold Pearl frei nach der Geschichte des Elefanten Jumbo. Der Film erhielt 1942 den Oscar für die Beste Filmmusik, außerdem wurde Baby Mine als Bester Song nominiert.

Film
Titel Dumbo
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1941
Länge 64 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Disney Animation
Stab
Regie Ben Sharpsteen
Drehbuch
Produktion Walt Disney
Musik
Sprecher

Nachdem die beiden Vorgänger Pinocchio und Fantasia nicht die Gewinnerwartungen der Disney-Studios erfüllt hatten, wollte man bei Dumbo Kosten senken, was sich nicht zuletzt in der nur rund einstündigen Spieldauer widerspiegelt.

2019 erschien eine gleichnamige Spielfilmadaption.

Handlung

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Endlich bringt der Klapperstorch Mrs. Jumbo, einer Zirkuselefantin, ihren lange erwarteten Sohn. Sie nennt ihn Jumbo jr., aufgrund seiner außergewöhnlich großen Ohren wird er aber von den anderen Elefanten als „Dumbo“ (von englisch dumbo Dummkopf) verunglimpft.

Als Dumbo aufgrund seiner Ohren von einigen jungen Zirkusbesuchern geärgert wird, greift Mrs. Jumbo die Menschen an, um ihn zu beschützen. Daraufhin wird Mrs. Jumbo in einen Käfig gesperrt.

Kurze Zeit später lernt Dumbo die Maus Timothy kennen und freundet sich mit ihr an. Timothy sorgt dafür, dass der Zirkusdirektor Dumbo zum Star seiner nächsten Nummer macht: Der kleine Elefant soll auf die Spitze eines großen Elefantenturms springen. Bei der Aufführung stolpert Dumbo aber über seine Ohren und bringt dadurch sowohl den Turm als auch das gesamte Zirkuszelt zum Einsturz.

Von nun an wird Dumbo nur noch als Attraktion in einer Clownnummer eingesetzt: Er muss aus einem brennenden Haus in einen kleinen Eimer Wasser springen. Die anderen Elefanten sind darüber beschämt und beschließen daraufhin, Dumbo endgültig aus ihrer Gemeinschaft auszuschließen. Um Dumbo aufzumuntern, bringt Timothy ihn zu seiner Mutter Mrs. Jumbo, so dass es zu einer kurz währenden Wiedervereinigung von Mutter und Sohn kommt. Danach trinken Dumbo und Timothy aus einem Eimer Wasser, in den kurz zuvor eine offene Flasche Champagner gefallen ist, mit der die Clowns ihren Erfolg gefeiert haben. Im betrunkenen Zustand träumen die beiden von rosafarbenen Elefanten.

Am nächsten Morgen werden Dumbo und Timothy von einer Schar Raben geweckt. Die beiden müssen feststellen, dass sie auf einem Baum gelandet sind. Für Timothy gibt es dafür nur eine Erklärung: Dumbo muss den Baum heraufgeflogen sein. Bei den Raben löst diese Vermutung zunächst schallendes Gelächter aus. Als Timothy jedoch von Dumbos Schicksal als verstoßenem Außenseiter erzählt, bekommen sie ein schlechtes Gewissen. Sie beschließen, Dumbo beim Fliegen zu helfen, und geben ihm eine „Zauberfeder“. Tatsächlich gelingt es Dumbo, zu fliegen.

Bei der nächsten Aufführung soll Dumbo nun alle überraschen und fliegen. Bei seinem Sprung verliert er allerdings die angebliche Zauberfeder. Noch im Fallen versucht Timothy, der auf Dumbos Mütze sitzt, diesem zu erklären, dass er auch ohne die Feder fliegen kann. Und tatsächlich beginnt der kleine Elefant kurz vor dem Sturz in den Eimer zu fliegen. Nun ist Dumbo ein Star. Seine Mutter wird freigelassen, erhält einen privaten Zirkuswagen, Timothy wird Dumbos Manager und der kleine Elefant von allen gefeiert.

Deutsche Fassungen

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Es existieren zwei deutsche Synchronfassungen. Die erste entstand 1952 anlässlich der deutschen Erstaufführung im Verleih der RKO.[2][3] Für die Wiederaufführung im Jahr 1976 erstellte die Simoton Film in Berlin eine zweite Synchronfassung. Heinrich Riethmüller führte Dialogregie nach eigenem Dialogbuch.[4][3] Die Erstsynchronisation ist seitdem aus dem Verkehr genommen.

Figur Originalsprecher Deutscher Sprecher Deutscher Sprecher (1976)
Timothy Q. MausEdward BrophyHugo SchraderAndreas Mannkopff
StorchSterling HollowayClemens HasseWilfried Herbst
ZirkusdirektorHerman BingGerd Holtenau
MatriarchVerna FeltonHilde HildebrandInge Wolffberg
PrissySarah SelbyEdith Hancke
GigglesDorothy ScottAnneliese WürtzInge Landgut
CattyNoreen GammillErika Rehhahn
Dumbos MutterBetty NoyesFriedel SchusterRosi Rohr
Jim KräheCliff EdwardsBum KrügerHans Nitschke
Dopey KräheJim CarmichaelHans Schwarz
Deacon Krähe Hall Johnson Peter Rebhuhn Claus Jurichs
Fats Krähe James Baskett Erich Fiedler
Specks Krähe Nick Stewart Siegfried Dornbusch
ErzählerJohn McLeishWilhelm BorchertJoachim Pukaß

Rezeption

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Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 95 %[5]
Metacritic (Metascore) 96/100[6]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[7]
Lexikon des internationalen Films SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[8]
Prisma SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[9]
They Shoot Pictures, Don’t They? #822[10]

Dumbo gilt als Klassiker, was sich auch in den Auswertungen von US-Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes fast ausschließlich freundliche Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Verbrieft Frisch“ ein.[5.1] Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“.[6.1]

„Ein sorgfältig und detailreich gestalteter Zeichentrickfilm, der im Grunde eine tieftraurige Geschichte erzählt, bevor er Freundschaft und Nächstenliebe triumphieren läßt. Einige Stellen sind allzu deutlich auf Rührung angelegt, was spielend wettgemacht wird durch zahlreiche komische Höhepunkte, etwa den Formationsflug der Störche, das Schaumbad des Elefantenbabys, das Elefantenballett, vor allem aber die Traum-Parade der rosa Elefanten. Ein vergleichsweise kleiner Disney-Film, verdichtet zu einer Sternstunde an Leichtigkeit und zeichnerischer Erfindungsgabe. (Ein Tiefpunkt ist indes die deutsche Synchronisation.).“

„Dies ist zweifellos einer der besten Disney-Zeichentrick-Filme. Denn hier wird sensibel die Geschichte eines miss gestaltenen Tieres erzählt, das sich schließlich doch noch zu Größe aufschwingt. Tolle Musik, viele witzige Details und natürlich die kindgerechte Umsetzung sorgen für allerbeste Unterhaltung. Absoluter Höhepunkt ist die Rauschsequenz, in der rosa Elefanten eine Parade veranstalten.“

Bei der Oscarverleihung 1942 wurden Frank Churchill und Oliver Wallace für die beste Musik ausgezeichnet. Und auf dem Filmfestival von Cannes 1947 erhielt Dumbo die Goldene Palme als bester Zeichentrickfilm. 2017 erfolgte die Aufnahme ins National Film Registry. Insgesamt listet They Shoot Pictures, Don’t They? Dumbo unter den angesehensten Werken der Filmgeschichte.[10] Außerdem setzen ihn die Nutzer der Filmdatenbank IMDb auf Platz 35[11] sowie die der Cineasten-Community Letterboxd auf Platz 44[12] in der Rangliste der 64 „Disney Meisterwerke“.

VHS, DVD, Blu-ray

  • Dumbo. VHS März 1995.
  • Dumbo. (Disney Classics Erstausgabe, DVD) 24. Februar 1999.
  • Dumbo (Special Collection). Walt Disney Home Video Collection (Sammler-Edition), VHS 2001.
  • Dumbo. Blu-ray, DVD 2010.
  • Dumbo Special Collection. DVD 2011.
  • Disney Classics 4: Dumbo. Walt Disney Home Entertainment, DVD/BD 2017

Soundtrack

  • Walt Disney’s Dumbo. Classic Soundtrack Series. Walt Disney Records, Burbank 1997, Nr. 60949-7.

Siehe auch

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Literatur

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  • Helen Aberson: Dumbo, the Flying Elephant. Mit Illustrationen von Harold Pearl. Roll-a-Book 1939.
  • Walt Disney (Begründer): Dumbo. Walt Disney classics, No. 1. Deutsch von Gudrun Smed. F. Schneider, München 1991, ISBN 3-505-04604-3; 97 S.
  • Leonard Maltin: The Disney Films. 3. Auflage, 384 S. Hyperion, New York 1995, ISBN 0-7868-8137-2.
  • Elmar Biebl, Dirk Manthey, Jörg Altendorf et al.: Die Filme von Walt Disney. Die Zauberwelt des Zeichentricks. 2. Auflage. Milchstraße, Hamburg 1993, ISBN 3-89324-117-5; 177 S.
  • Frank Thomas, Ollie Johnston: Disney Animation. The Illusion of Life. Abbeville Press, New York 1981, ISBN 0-89659-698-2; 575 S.
  • Christopher Finch: Walt Disney. Sein Leben – seine Kunst (Originaltitel: The Art of Walt Disney. From Mickey Mouse to the Magic Kingdoms). Deutsch von Renate Witting. (Limitierte Exklusivausgabe.) Ehapa-Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-7704-0171-9; 457 S.
    aktuelle englischsprachige Ausgabe: The Art of Walt Disney. From Mickey Mouse to the Magic Kingdoms. Abrams, New York 2004, ISBN 0-8109-4964-4; 504 S.

Einzelnachweise

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  1. Freigabebescheinigung für Dumbo. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 3764 -d/KVDVD; abgerufen am 29. April 2026).
  2. Dumbo. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 8. April 2023. (1. Synchro (1952))
  3. 1 2 Dumbo. In: trickfilmstimmen.de. Abgerufen am 22. Oktober 2022.
  4. Dumbo. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 8. April 2023. (2. Synchro)
  5. Dumbo. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 44 Kritiken).
    1. “Certified Fresh”
  6. Dumbo. In: Metacritic. Abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 11 Kritiken).
    1. “Universal Acclaim”
  7. Hal Erickson: Dumbo (Memento vom 15. August 2023 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  8. 1 2 Dumbo. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 3. November 2024.
  9. 1 2 Dumbo. In: prisma. Abgerufen am 4. Mai 2026.
  10. 1 2 The 1,000 Greatest Films (by Ranking). In: They Shoot Pictures, Don’t They? 2026, abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
  11. The 64 Disney Animated Classics. In: IMDb. Amazon, abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch, Wertung SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol).
  12. Walt Disney Animation Studios. In: Letterboxd. Abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
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Commons: Dumbo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien