Diane Abbott

britische Politikerin

Diane Julie Abbott (* 27. September 1953 in Paddington, London) ist eine britische Politikerin (Labour). Sie wurde 1987 als erste Schwarze Frau ins House of Commons gewählt, wo sie seither den Londoner Wahlkreis Hackney North and Stoke Newington vertritt. Abbott gilt als prominente Vertreterin des linken Flügels der Labour Party und stand mit der Parteispitze häufig in offenem Konflikt.

Diane Abbott (2017)

Die Tochter einer Krankenschwester und eines Schweißers, die 1951 aus Jamaika eingewandert waren, besuchte die Harrow County School for Girls, wo sie die einzige schwarze Schülerin war.[1] Anschließend besuchte sie das Newnham College in Cambridge. Nach ihrer Graduierung 1976 in Geschichte[2] arbeitete sie zunächst im Home Office und wechselte danach von 1978 bis 1980 zu einer Tätigkeit beim National Council for Civil Liberties, einem Interessenverband im Bereich der Freiheits- und Menschenrechte. Danach war sie als Journalistin für den Fernsehsender Thames Television und die Produktionsfirma TV-am tätig. In den späten 1980er-Jahren wurde sie Pressesprecherin beim Greater London Council.[3]

Politische Karriere

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Abbott wurde mit 18 Jahren Mitglied der Labour Party. Ihre politische Karriere begann 1982 mit ihrer Wahl in die Ratsversammlung Westminsters.[1] Abbott wird dem linken Flügel der Labour-Partei zugeordnet und sie ist dafür bekannt, Dinge auch in den eigenen Reihen zu kritisieren und direkt anzusprechen.[4]

Bei der Unterhauswahl 1987 trat sie für ihre Partei im Wahlkreis Hackney North and Stoke Newington an, der als Labour-Hochburg galt und gilt, und wurde erstmals ins House of Commons gewählt.[5] Sie war die erste Schwarze Frau, der dies gelang.[6]

2010 wurde sie als mögliche Nachfolgerin von Gordon Brown vorgeschlagen.[7]

2015 wurde Abbott Mitglied des Schattenkabinetts, nachdem sie bereits von Oktober 2010 bis Oktober 2013 Schattengesundheitsministerin gewesen war.[8]

Mit ihrem literarischen Werk ist Diane Abbott auch in New Daughters of Africa, einer 2019 von Margaret Busby herausgegebenen Anthologie Schwarzer weiblicher Autorinnen, vertreten.

Kontroversen

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Im Oktober 2003 setzte sie sich der Kritik aller politischen Parteien sowie dem Vorwurf der Scheinheiligkeit aus, als sie ihren Entscheid bekanntgab, ihren Sohn auf die City of London School, eine der besten Privatschulen Englands, zu schicken. Zuvor hatte sie den britischen Premierminister Tony Blair und die Kronanwältin Harriet Harman dafür kritisiert, dass sie ihre Kinder in ähnlich elitären (jedoch staatlichen) Schulen unterrichten ließen.[9]

Im April 2023 suspendierte die Labour-Fraktion im Unterhaus Abbott bis auf Weiteres, nachdem sie in einem Leserbrief an die britische Zeitung The Observer den Rassismus gegen Juden, Iren und andere Minderheiten im Vergleich zum Rassismus gegen Schwarze relativiert hatte.[10] Im Vorfeld der Unterhauswahl 2024 wurde sie erneut aufgenommen und konnte so auch für Labour antreten.[11] 2025 äußerte sie in einem BBC-Interview, sie stünde weiterhin zu ihren Kommentaren, und wurde daraufhin erneut aus der Labour-Fraktion ausgeschlossen.[12] Sie war anschließend ein Jahr lang unabhängige Abgeordnete. Nachdem 2026 Andy Burnham zum Parteivorsitzenden gewählt wurden war, wurde Abbott Ende Juli erneut in die Fraktion aufgenommen.[13]

Persönliches

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In den späten 1970er Jahren hatte Abbott eine Affäre mit Jeremy Corbyn. 1991 heiratete sie David Thompson, ließ sich aber bereits 1993 wieder von ihm scheiden. Sie hat aus dieser Ehe einen Sohn.[1]

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Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Leyla Keough: Diane Abbott. Abdruck des Eintrages in der Enzyklopädie Africana im Website-Archiv der New York Times
  2. Profile:Diane Abbott. BBC.com vom 5. Januar 2012.
  3. Kandidatenvorstellung auf bbc.co.uk anlässlich der Wahlen 2001, abgerufen am 10. März 2019.
  4. Guardianprofile auf theguardian.com
  5. Election 1987 Results. In: electionpolling.uk. Abgerufen am 18. August 2026 (englisch).
  6. Pioneers: The First Asian and Black MPs. In: parliament.uk. Archiviert vom Original am 30. Juni 2020; abgerufen am 18. August 2026 (englisch).
  7. The Guardian vom 8. Juni 2010: Harriet Harman nominates Diane Abbott for Labour leader
  8. Diane Abbott. In: theyworkforyou.com. Abgerufen am 18. August 2026 (englisch).
  9. Abbott speaks out on school row. In: BBC News. 31. Oktober 2003, abgerufen am 18. August 2026 (englisch).
  10. dpa 23. April 2023: Labour suspendiert Abgeordnete nach Rassismus-Vergleich
  11. Archie Mitchell: Diane Abbott says she has been blocked from standing as Labour MP at general election. In: The Independent. 29. Mai 2025, abgerufen am 18. August 2026 (englisch).
  12. Archie Wheeler: Obvious Labour leadership wants me out, Diane Abbott tells BBC. In: BBC. 15. Juli 2025, abgerufen am 18. August 2026 (englisch).
  13. Kate Whannel: MP Diane Abbott readmitted into Labour Party after suspension. In: BBC. 31. Juli 2026, abgerufen am 18. August 2026 (englisch).