Daniel Kruger
Daniel Kruger (* 1951 in Kapstadt) ist ein südafrikanisch-deutscher Künstler, Schmuckgestalter, und Keramiker. Von 2005 bis 2017 war er Professor für Schmuckkunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
Leben
BearbeitenKruger wuchs in Südafrika nahe der Grenze zu Namibia auf einer Farm auf. Da er seine Kindheit fernab üblicher Unterhaltungsmöglichkeiten verbrachte, vertrieb er sich die Zeit mit Stricken und Häkeln.[1] Er studierte von 1971 bis 1972 Goldschmiedekunst und Grafikdesign an der Universität Stellenbosch, von 1973 bis 1974 Malerei und Bildhauerei an der Michaelis School of Fine Art an der Universität Kapstadt. 1974– 1980 setzte er sein Studium in München an der Akademie der Bildenden Künste in der Goldschmiedeklasse von Hermann Jünger fort.
Schon ab 1985 war er auch in der Lehre tätig, zunächst an der Universität Stellenbosch, dann u. a. an der Rhode Island School of Design in Providence, der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim und an der Statens håndverks- og kunstindustriskole in Oslo, bevor er 2005 als Professor für Schmuckkunst an die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle berufen wurde. Neben eigenen veranstaltete er regelmäßig Ausstellungen mit den Studierenden dieser Hochschule z. B. Wo Alles Anfängt / Where It All Begins. Eine Ausstellung in der Lehrende, Graduierte und Studierende der Schmuckklasse Kruger gleichermaßen beitragen. Auch in der Galerie des Bayerischen Kunstgewerbevereins in München stellte er im Rahmen der internationalen Schmuckmesse SCHMUCK München aus. In der Ausstellung Von hier und dort[2] wurden 2015/2016 in der Burg Galerie im Volkspark Halle Arbeiten von 22 internationalen Schmuckkünstlern gezeigt. Neben den Entwürfen und der Fertigung von Schmuck ist Kruger auch als Keramikkünstler tätig. 2017 ging Kruger als Hochschullehrer im Ruhestand. Er lebt seitdem in München.
Werk
BearbeitenDie Schmuckstücke Krugers sind einzuordnen unter dem Begriff Autorenschmuck: Es entstehen ungewöhnliche Formen, es sind Unikate, aber im Gegensatz zu anderen Schmuckkünstlern sind sie bei Kruger immer wirklich tragbar. Krugers Schmuck und Keramik sind voller Anspielungen: auf historische Objekte oder gesellschaftliche Normen, so spielt Homoerotik bei den frühen Keramiken eine große Rolle, insgesamt ist „das Sinnliche“ im Werk von Daniel Kruger wichtig. Formen, Materialien, Muster, Texturen und Farben werden sorgfältig aufeinander abgestimmt – nicht nur, um eine visuelle Wirkung zu erzielen, sondern auch, um die Sinne von Betrachter und Träger anzusprechen. Viele seiner Arbeiten besitzen eine erotische Ausstrahlung. Handelt es sich bei dem Objekt um ein Schmuckstück, so überträgt sich diese innige Beziehung auf die Person, die es trägt und handhabt. Ein Kunstwerk, geschaffen von einer Person zur Freude einer anderen.“[3] „Den Blick neu einstellen, heißt es bei der Betrachtung von Daniel Krugers seladongrünen Porzellan-Fußbällen oder den weißblauen Delfter Tellern mit Fußballermotiven - doch auch Überreste von abgenagten Knochen oder die klassische Form der Tulpenvase fordern die Betrachter heraus. Wenn es allzu romantisch oder klassisch zu werden droht, setzt der Keramikkünstler Kruger ungewöhnliche Formen oder auch Farben ein und bietet uns Schaulustigen seine barocke Pracht dar.“[4] Sowohl in den Schmuckarbeiten wie auch bei der keramischen Gestaltung verarbeitet Kruger Fundstücke aller Art und verbindet sie zu lebendigen und oft humorvollen Kunstwerken. Als Schmuckkünstler und als versierter Keramiker hat Kruger einen Platz in der internationalen Szene. Seine Objekte wurden von vielen öffentlichen Sammlungen und Museen angekauft.
Einzelausstellungen (Auswahl)
Bearbeiten2026
- Daniel Kruger. Poetic Treasures, Boutwell Schabrowsky Gallery, München[5]
2025
- Daniel Kruger. A story about jewellery, ceramics and other things. Galleria Antonella Villanova, Florenz, Italien
- 2024
- Hello, the Roses...Jewellery and Ceramics. Kopenhagen, Dänemark
- Katharina Weishäupl und Daniel Kruger - kosmós. Kooperation von Julia Lachenmann BELLEPARAIS und Galerie Biró
2022
- Daniel Kruger. A Room of his Own – jewellery,Galleria Reverse, Lissabon, Portugal
2021
- Four Gallery, Göteborg, Schweden
- Galerie Biró, München
2020
- Mixed Bag /virtual exhibition, Galerie Rob Koudijs, Amsterdam
- Paula Gandolfi & Daniel Kruger.Two-Fold Project VII, Galleria Antonella Villanova, Foiano della Chiana, Italien
2018
- Between Nature and Artifice, Funaki Gallery, Melbourne, Australien
- DANIEL KRUGER: In Decorum, Sienna Patti Contemporary, Lenox, USA
2017
- Beads, Galerie Rob Koudijs, Amsterdam
2016
- Jewellery and Ceramics, Galerie Caroline Van Hoek, Brüssel
2015
- Something New and Something Old, Galerie Biró, München
- Zwischen Natur und Künstlichkeit, Daniel Kruger, Schmuck 1974 – 2014, Pforzheim/ Hanau
- Between Nature and Artifice, Stedelijk Museum ‘s-Hertogenbosch, ‘s-Hertogenbosch
2014
- Zwischen Natur und Künstlichkeit, Daniel Kruger Schmuck und Keramik, Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig
2011
- Daniel Kruger Sieraden, Galerie Ra, Amsterdam
2010
- Blumen, Galerie Birò, München
2006
- Der Ball im Porzellanladen. Keramik von Daniel KrugerBamberg, Museen der Stadt Bamberg, Sammlung Ludwig Bamberg
- Schmuck. Daniel Kruger, Herta Sofie Zaunschirm, Zollikon
- Daniel Kruger Jewellery Exhibition, Gallery Deux Poissons, Tokio, Japan
2000
- Jewellery – Daniel Kruger, Joanneum Graz, Österreich
- The classical spirit of the forms... Ceramics by Daniel Kruger, Galerie des Bayerischen Kunstgewerbevereins, München
1996
- Angermuseum Erfurt, Erfurt
- Jewelers’Werk Galerie, Washington D.C., USA
1995
- Hiko Mizuno College of Jewelry, Gallery Yu, Tokio, Japan
- Traditie en Interventie (Schmuck und Keramik), Galerie Ra, Amsterdam
1994
- Five Stones and a Small Feint, Museum het Kruithuis, ’s-Hertogenbosch
- New Jewels Galerij, Gent
1993
- Ringen, Galerie Ra, Amsterdam
- Daniel Kruger. Keramik, Stadtmuseum München
- Galerie Slavik, Wien
1991
- New Jewels Kunstgalerij, Knokke, Belgien
1990
- Galerie Spektrum, München
- Galerie Herta Zaunschirm, Zollikon
1989
- Rezac Gallery, Chicago, USA
1984
- Schmuckmuseum Pforzheim, Pforzheim
- Deutsches Goldschmiedehaus Hanau
- Galerie am Graben (Inge Asenbaum); Wien, Österreich Vienna, Galerie am Graben
1983
- Atelier Mattar, Köln
- Werkstattgalerie Brodhag & Wörn, Berlin
1981
- Dienst Beeldende Kunst, De Moriaan, ’s-Hertogenbosch
1980
- Galerie Orfèvre, Düsseldorf
Publikationen/Kataloge (Auswahl)
Bearbeiten- Barbara Schmidt, Olga Zobel Biró: Daniel Kruger. Schmuck - die unerwartete Bedeutung der seltsamen Dinge / Jewellery – The unexpected meaning of curious things, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-89790-710-2
- Gert Staal, Berthold Reiß, Ernst van der Wal: Daniel Kruger On Camp Ceramics and Other Diversions. Keramik – Ceramics 1984–2005, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-89790-482-8
- Jorunn Veiteberg, Monika Brugger: Daniel Kruger. Zwischen Natur und Künstlichkeit. Schmuck 1974 – 2014, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-89790-411-8
- Daniel Kruger. Vijf Stenen en een Kleine Schijnbeweging, ‘s-Hertogenbosch 1994, ISBN 90-6538-132-5
- Daniel Kruger. Keramik, Katalog zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum. München 1993
- Hermann Jünger: Daniel Kruger. Katalog zur Schmuckausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim, im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau, in der Galerie am Graben Wien, Pforzheim 1984
Weblinks
BearbeitenEinzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Esther Doornbusch: Daniel Kruger. In: Hedendaagse sieraden. 22. April 2017, abgerufen am 14. Juli 2026 (niederländisch).
- ↑ Publikation Details. 8. Mai 2026, abgerufen am 7. Juli 2026.
- ↑ zitiert und übersetzt nach: Daniel Kruger ‹ GIBCA • Gothenburg International Biennial for Contemporary Art. Abgerufen am 7. Juli 2026 (britisches Englisch, Eigendarstellung: „Sensuality plays an important role in Daniel Kruger’s work. The shapes, the materials, the patterns, the textures and the colours are carefully combined to give a visual impact but also to affect the viewer and wearer’s senses. Many of the pieces have an erotic quality. Craft is work made by hands. The process is often slow which gives time for the maker to get to know the material and the – eventually – finished object physically. If the object is a piece of jewellery, this intimate relationship will be transmitted to someone wearing and handling it. An artefact made by one person for someone else’s pleasure.“).
- ↑ Beutin & Günther GbR: Sammlung Ludwig (Bamberg) Ausstellung: Der Ball im Porzellanladen. Archiviert vom am 29. November 2021; abgerufen am 7. Juli 2026.
- ↑ 2026_Poetic Treasures. Abgerufen am 14. Juli 2026 (amerikanisches Englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kruger, Daniel |
| ALTERNATIVNAMEN | – |
| KURZBESCHREIBUNG | südafrikanisch-deutscher Künstler, Schmuckgestalter, Keramiker |
| GEBURTSDATUM | 1951 |
| GEBURTSORT | Kapstadt |