Christian Bartenbach

österreichischer Beleuchtungstechniker und Unternehmer

Christian Bartenbach (* 14. Mai 1930 in Innsbruck, Österreich; † 9. August 2025[1]) war ein österreichischer Ingenieur, Unternehmer, Erfinder und Hochschullehrer. Er war Spezialist für Beleuchtungstechnik und galt als Pionier der Lichtplanung.[2][3][4]

Christian Bartenbach

Bartenbach wuchs in einem technisch geprägten Elternhaus als Sohn des gelernten Elektro- und Radiomechanikers Gustav Adolf Bartenbach sen. (1897–1962) auf, der einen Vorläufer des Tauchsieders erfand und patentierte.[5]

Bartenbach besuchte die Höhere Technische Lehranstalt in Innsbruck. 1954 schloss er das Studium als Ingenieur für Elektronik und Elektrotechnik ab. Anschließend arbeitete er im Familienunternehmen „G.A. Bartenbach, Innsbruck“ und baute darin die Lichttechnische Entwicklungsabteilung auf. 1960 gründete er zusammen mit seinem Bruder Gustav Adolf Bartenbach jun. die „Leuchtenfabrik Bartenbach Lichtsysteme GmbH“, an der er zur damaligen Zeit 50 Prozent der Anteile hatte. Neben seiner Tätigkeit als damaliger Geschäftsführer erforschte und entwickelte er Kunstlichtsysteme.

Die Begegnung mit Ivo Kohler, dem Leiter des Psychologischen Instituts der Universität Innsbruck, veranlasste ihn zum Ausbau der wissenschaftlichen Forschung innerhalb der Entwicklungsabteilung des Unternehmens, wobei er die Wahrnehmungspsychologie in die angewandte Lichtforschung einband. Ab 1964 widmete sich Christian Bartenbach ausschließlich der angewandten Lichtforschung und reduzierte seine Aktivität als Geschäftsführer. Er entwickelte die Dark-Light-Technik (Spiegelrastertechnologie), die erste blendungsfreie Beleuchtung.

1968 gründete Christian Bartenbach das Planungsbüro „Lichtplanung Christian Bartenbach“ in München, das sich ausschließlich mit dem Medium Licht in Zusammenhang mit der lichtarchitektonischen Gestaltung von Innen- und Außenräumen befasst, und verlegte seinen Wohnsitz von Innsbruck nach München. 1970 wurden die in Österreich erarbeiteten Forschungsergebnisse konsolidiert und 1975 auf das Gebiet der Beleuchtung von Großraumbüros konzentriert.

Er entwickelte die Tageslicht-Umlenktechnik und mehrere Sonnenschutzsysteme, für die in mehreren Ländern Patente erteilt wurden. 1989 schuf der Architekt Josef Lackner das neue Stammhaus, das „Bartenbach LichtLabor“ in Aldrans. Dort wurden im so genannten „Künstlichen Himmel“ Tageslichtsituationen erzeugt, wie sie an jedem beliebigen Längen- und Breitengrad auf der Welt, jahres- und tageszeitlich exakt determiniert auftreten können.

Ab 1994 befasste sich Christian Bartenbach vornehmlich mit der Tageslichtumlenkung in Innenräumen, insbesondere in Büroräumen. Gemeinsam mit dem österreichischen Kameramann Christian Berger entwickelte Bartenbach das Cine Reflect Lighting System, eine Übertragung seiner Lichtlenkungstechnik auf die Filmbeleuchtung. Statt das Set direkt auszuleuchten, wird das Licht einer einzelnen, abseits postierten Quelle über Reflektoren gezielt verteilt. Das System kam ab den 2000er-Jahren in internationalen Spielfilmen zum Einsatz, darunter mehrere Werke des Regisseurs Michael Haneke; für die Kamera von „Das weiße Band“ wurde Christian Berger 2010 für einen Oscar nominiert.[6][7]

2003 gründete er die Lichtakademie Bartenbach (heute Bartenbach academy), die ebenfalls in Aldrans situiert war. 2004 zog sich Christian Bartenbach aus dem operativen Geschäft zurück; 2007 übergab er die Unternehmensführung vollständig an seinen gleichnamigen Sohn, blieb aber weiter als Vortragender und Mentor aktiv.[8]

Seit Oktober 2013 firmiert das Unternehmen „Bartenbach LichtLabor“ nur mehr unter der Bezeichnung „Bartenbach GmbH“ mit seinen zwei Divisionen Lighting Design und Research & Development. Im August 2021 wurde das Unternehmen von Eglo Leuchten als Mehrheitseigentümer übernommen.[9] Ende 2024 verlegte das Unternehmen seinen Standort nach Wattens.[10]

Am 8. November 2018 wurde Christian Bartenbach der Österreichische Staatspreis Patent für sein Lebenswerk als außergewöhnlicher österreichischer Erfinder verliehen.

Christian Bartenbach starb am 9. August 2025 im Alter von 95 Jahren.[1]

Lehrtätigkeit

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Ab 1983 lehrte Bartenbach an der Technischen Universität München (TUM School of Engineering and Design); er wurde 1993 zum Honorarprofessor ernannt.[11][12] Er lehrte außerdem an der Universität Innsbruck sowie ab 1985 an der Akademie der Bildenden Künste München und ab 1994 an der Technischen Universität Wien.

Planungen (Auswahl)

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Publikationen (Auswahl)

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Auszeichnungen

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Literatur

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  • Christa Klingler (Hrsg.): Christian Bartenbach. Ein Meister des Lichts. Müry Salzmann Verlag, Salzburg 2015, ISBN 978-3-99014-113-7.
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Einzelnachweise

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  1. 1 2 Edith Schlocker: Trauer um Tirols „Lichtpapst“: Christian Bartenbach ist tot. In: Tiroler Tageszeitung. 12. August 2025, abgerufen am 12. August 2025.
  2. Designline Licht - Im Gespräch: Interview mit Christian Bartenbach. In: designlines.de. BauNetz Media GmbH, archiviert vom Original am 24. Februar 2012; abgerufen am 13. August 2025.
  3. Christian Bartenbach bei aut. architektur und tirol (Memento vom 28. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
  4. Licht als Beruf - Interview mit Christian Bartenbach online. In: BauNetz. 5. Juli 2007, abgerufen am 13. August 2025.
  5. Christian Emil Steppan: Die Bartenbachs. Vom Tauchsieder zum Lichtphilosophen. In: historia.scribere. Nr. 1. Universität Innsbruck, April 2009, ISSN 2073-8927, S. 74 (scribere.at).
  6. Christian Berger: CRLS – Cine Reflect Lighting System. In: christianberger.at. Abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  7. Das weiße Band. Materialien zu einem Film von Michael Haneke. Kino macht Schule, S. 22f., archiviert vom Original am 28. September 2021; abgerufen am 17. Mai 2026.
  8. Our history. Bartenbach GmbH, abgerufen am 11. April 2026.
  9. Nina Werlberger: Deal fixiert: Tiroler Eglo Leuchten kauft Licht-Pionier Bartenbach. In: Tiroler Tageszeitung. 26. August 2021, abgerufen am 18. Mai 2026.
  10. Bartenbach mit neuem Hauptsitz: Einzug in das ehemalige Swarovski-Gebäude. In: lichtnet.de. 16. Oktober 2024, abgerufen am 3. Juli 2026.
  11. 1 2 Prof. Dr. Christian Bartenbach. In: Honorarprofessorinnen und -professoren. Technische Universität München, abgerufen am 17. Mai 2026.
  12. Zum Tod von Christian Bartenbach. Department Architektur der TUM School of Engineering and Design, 21. August 2025, abgerufen am 18. Mai 2026.
  13. Christian Flatz: Universität Innsbruck ehrt verdiente Persönlichkeiten. Universität Innsbruck, abgerufen am 13. August 2025.
  14. Bartenbach für Lebenswerk ausgezeichnet. ORF, 9. November 2018, abgerufen am 13. August 2025.