Charles Nelson Reilly

US-amerikanischer Regisseur

Charles Nelson Reilly (* 13. Januar 1931 in der Bronx, New York City; † 25. Mai 2007[1] in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker, Regisseur und Schauspiellehrer.

Charles Nelson Reilly (2000)

Leben und Karriere

Bearbeiten

Als Dreizehnjähriger überlebte Reilly das Hartford-Zirkusfeuer in Hartford, bei dem insgesamt 167 Menschen starben.[2] Nach seinem Schulabschluss wollte er zunächst Opernsänger werden und nahm ein Studium an der Hartt School of Music auf, brach es aber ab, weil ihm seiner Ansicht nach das gesangliche Talent zu einer größeren Karriere fehlte. Dennoch blieb er Opernliebhaber, sprach in vielen Interviews über die Oper und führte auch bei einigen Opernproduktionen Regie.[3] Stattdessen begann er in den 1950er-Jahren eine Laufbahn als Schauspieler, zunächst vor allem am Theater. 1957 gab er sein Filmdebüt in einer kleinen Rolle in Ein Gesicht in der Menge unter Regie von Elia Kazan.

Größere Bekanntheit erlangte Reilly schließlich in den 1960er-Jahren durch seine Mitwirkung an mehreren erfolgreichen Broadway-Shows: Zunächst trat er in den Originalproduktionen von Bye Bye Birdie (1960) und How to Succeed in Business Without Really Trying (1961) auf, wobei er für seine Darstellung des Bud Frump in letzterem Musical 1962 mit einem Tony Award in der Kategorie Bester Nebendarsteller in einem Musical ausgezeichnet wurde. Eine weitere Tony-Award-Nominierung erhielt er, als er ab 1964 die Rolle des Cornelius Hackl in der Originalproduktion des Welterfolges Hello, Dolly! verkörperte.[4]

Auch in den folgenden Jahrzehnten trat Reilly immer wieder als Musical- und Komödiendarsteller am Broadway und anderen Theaterbühnen in Erscheinung, fast immer in komisch akzentuierten Rollen.[5] Darüber hinaus hatte Reilly im Verlaufe seiner Karriere einige komische Nebenrollen beim Film und arbeitete auch als Sprecher an Zeichentrickfilmen und -serien. Sein filmisches Schaffen als Schauspieler umfasst mehr als 70 Film- und Fernsehproduktionen im Zeitraum von 1957 bis 2006.

Daneben wurde Reilly vielen Amerikanern auch durch seine Auftritte in Fernsehshows bekannt. So sah ihn ab den 1970er-Jahren ein Millionenpublikum als regelmäßiges Mitglied des Rateteams in der Spielshow Match Game, auch an weiteren ähnlich gelagerten Spielshows nahm er teil.[6] Aufgrund seines campigen Humors war er ein beliebter Talkshowgast und beispielsweise in der Tonight Show über die Jahre rund 100-mal zu Gast.[7][8] Einige Kritiker bedauerten, dass seine verrückt anmutenden Fernsehshow-Auftritte oft vergessen ließen, dass er als Theaterschauspieler und Regisseur seriöse Erfolge gefeiert hatte.[9] In späteren Jahren tourte Reilly mit seiner autobiografischen Show The Life of Reilly quer durch die USA.[10]

Reilly starb 2007 im Alter von 76 Jahren an einer Lungenentzündung.[11] Er war homosexuell, was – wenngleich oftmals nicht offen thematisiert – Teil des Humors um ihn herum war.[12]

Filmografie (Auswahl)

Bearbeiten

Fernsehrollen

Bearbeiten
  • 1965: The Steve Lawrence Show
  • 1968–1970: The Ghost and Mrs. Muir – Claymore Gregg
  • 1971–1972: Arnie
  • 1971–1973: Lidsville – Hoodoo
  • 1973–1982: 1990–1991: Match Game
  • 1983–1984: The Match Game-Hollywood Squares Hour
  • 1975–1976: Uncle Croc's Block – Uncle Croc
  • 1980–1982: The Flintstone Comedy Show – Frank Frankenstone
  • 1992–1993: Space Cats – D.O.R.C. (Disembodied Omnipotent Ruler of Cats)
  • 1996–1998: All Dogs Go to Heaven: The Series – Killer
  • 1999–2007: SpongeBob SquarePants – Dirty Bubble
Bearbeiten

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. Though an Associated Press report via CNN stated he died on the 27th, most news sources give the 25th, including updated AP reports. See references below.
  2. Save It for the Stage!: The Life of Reilly. Archiviert vom Original am 14. Februar 2013; abgerufen am 21. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. You are being redirected... Archiviert vom Original am 6. Januar 2022; abgerufen am 21. Januar 2026.
  4. Charles Nelson Reilly, Tony-Winning How to Succeed Star, Is Dead at 76. Archiviert vom Original am 18. Mai 2025; abgerufen am 21. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  5. Charles Nelson Reilly, Tony-Winning Comic Actor, Dies at 76 (Published 2007). 28. Mai 2007 (nytimes.com [abgerufen am 21. Januar 2026]).
  6. Writing About Movies, books, dance, television, Fashion Since She Joined in 2001: Charles Nelson Reilly, in his own words. 7. Dezember 2007, abgerufen am 21. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  7. Charles Nelson Reilly, Tony-Winning How to Succeed Star, Is Dead at 76. Archiviert vom Original am 18. Mai 2025; abgerufen am 21. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  8. A Story About Johnny Carson & Charles Nelson Reilly | September Club. Abgerufen am 21. Januar 2026 (englisch).
  9. X: Charles Nelson Reilly, 76; Tony-winning actor, TV game show regular. 29. Mai 2007, abgerufen am 21. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  10. Writing About Movies, books, dance, television, Fashion Since She Joined in 2001: Charles Nelson Reilly, in his own words. 7. Dezember 2007, abgerufen am 21. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  11. X: Charles Nelson Reilly, 76; Tony-winning actor, TV game show regular. 29. Mai 2007, abgerufen am 21. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  12. The Gay Comedians Who Showed the Way Even if They Weren’t Exactly Out. In: The New York Times. Abgerufen am 21. Januar 2026 (englisch).