Bill Bright
Bill Bright (eigentlich: William Rohl Bright; * 19. Oktober 1921 in Coweta, Oklahoma; † 19. Juli 2003 in Orlando, Florida) war ein US-amerikanischer Evangelist und Gründer des weltweit größten Missionswerks Campus Crusade for Christ International, das heute mit 26.000 Vollzeitmitarbeitern und ca. 225.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern in 191 Ländern der Erde arbeitet. In Deutschland, Österreich und der Schweiz existiert das Missionswerk unter Campus für Christus.
Leben
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Bill Bright war der Sohn von Forest Dale Bright Senior (1889–1982) und Mary Lee Rohl (1889–1982). Mit vier weiteren Brüdern und zwei Schwestern wuchs er auf der Farm seiner Eltern auf. Seine Geschwister waren Florence Bright Skinner (1912–2006), Samuel Ray Bright (1914–1989), Forrest Dale Bright Junior (1915–2005), Glenn Evans Bright (1916–1994), Lee Robert Bright (1918–1998) und Jo Ann Bright Gray (1926–1996).[1] Vor allem durch seine Mutter, die den Methodisten angehörte, kam er schon früh mit dem christlichen Glauben in Berührung, konnte aber lange nichts damit anfangen. Auf Grund einer Sportverletzung begann er, die Spiele der heimischen Football-Mannschaft zu kommentieren. So entwickelte er schon in jungen Jahren eine außergewöhnliche Redebegabung.
Bright studierte Wirtschaft und Soziologie, schloss sein Studium 1944 mit Auszeichnung ab und wurde danach als außerordentlicher Professor an die Northeastern State University in Oklahoma berufen. Er zog allerdings das Geschäftsleben vor und gründete in Los Angeles eine erfolgreiche Konfekt-Fabrik. In dieser Zeit lernte er Dawson Trotman, Charles Fuller, die Hollywood First Presbyterian Church und deren Universitäts-Pastorin, Henrietta Mears, kennen. Durch ihren Einfluss entschied er sich 1945 bewusst für ein Leben mit Jesus Christus und begann, intensiv die Bibel zu lesen. Auch die geistlichen Schriften von Andrew Murray (1828–1917) und Reuben A. Torrey (1856–1928) haben seinen Glauben und seine Theologie beeinflusst.[2] Parallel zum Geschäftsleben studierte er Theologie an der Princeton University und dem Fuller Theological Seminary.
1948 heiratete Bright die ebenfalls aus Coweta stammende Vonette Zachary. Als Ehepaar schlossen sie einen schriftlichen „Vertrag mit Gott“ ab, in dem sie sich mit allem, was sie waren und hatten, Gott zur Verfügung stellten. Kurze Zeit später entstand die Idee einer weltweiten christlichen Bewegung unter Studenten, mit dem Ziel, „die Welt in dieser Generation mit dem Evangelium zu erreichen“. Ausgangspunkt dieser Studentenarbeit wurde 1951 die University of California, Los Angeles (UCLA), und Vonette und Bill Bright arbeiteten eng mit den Studenten zusammen. Lange blieb die Studentenarbeit der einzige Arbeitszweig von Campus Crusade for Christ, nach zehn Jahren wirkten 300 Mitarbeiter an 100 Studienorten. Im Laufe der Zeit rückten immer mehr Zielgruppen in den Fokus: Künstler, Botschafter, Strafgefangene, Geschäftsleute, Schüler und weitere Gruppierungen. Ab 1956 begannen sie in weiteren Staaten zu arbeiten, 1977 waren sie in 150 US-Städten und in 100 Ländern tätig[3] bis zu seinem Lebensende kamen nochmals 73 Länder dazu.[4] Fünf Jahrzehnte lang war Bright der internationale Präsident von Campus Crusade for Christ, 2001 trat sein langjähriger Mitarbeiter Steve Douglass seine Nachfolge an.
Bill Bright verstarb im Juli 2003 im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Lungenfibrose in Orlando. Er wurde auf dem Campus Crusade Headquarters Mausoleum in Orlando bestattet, seinen Grab befindet sich auf dem Grundstück des Mausoleum Park grounds.[5]
Familie
Bearbeiten1948 heiratete Bright Vonette Zachary (1926–2015)[6], die beiden adoptierten zwei Jungen.
Schriften (Auswahl)
BearbeitenBill Bright hat mehr als 100 Schriften, Bücher und zahllose Artikel geschrieben. Auf Deutsch sind u. a. erschienen:
- Die Mitteilbaren Konzepte, 9 Bücher mit Themen wie: Wirksames Gebet, Leben im Heiligen Geist, 1971.
- Überraschungen mit Gott, 1983, ISBN 3-7751-0815-7.
- Natürlich weitersagen – wie man andere zum Glauben einladen kann, 1990, ISBN 3-7751-1594-3.
- Gottes Handeln erwarten – geistliche Erneuerung durch Fasten und Beten, 1996, ISBN 3-88404-102-9.
- Ich hab’s : Schlüsselerlebnisse mit Gott, 1998, ISBN 3-7751-1890-X.
- mit Ted Dekker: Kind des Himmels, Projektion J, Asslar 2003, ISBN 3-8949-0449-6.
- Erste Liebe – Gott leidenschaftlich lieben lernen, 2004, ISBN 3-7655-1856-5.
Wirkung
Bearbeiten1979 stellte Bill Bright den Film Jesus vor.[7] Der Film floppte an den US-amerikanischen Kinokassen, ist international aber ein großer Erfolg. Nach eigenen Angaben wurde der Film in über 1.800 Sprachen übersetzt (Stand Mai 2020)[8], nach anderen Angaben in 785 Sprachen. Angeblich soll er von 5 Milliarden Menschen in 234 Ländern gesehen worden sein.[9]
Seit 1972 motivieren Explo-Konferenzen (der Begriff Explo steht für geistliche Explosion) Christen in aller Welt, den Missionsauftrag Jesu umzusetzen und andere zum christlichen Glauben zu bekehren. 1972 in Dallas/Texas war Premiere mit 85.000 Teilnehmern, 1974 in Seoul/Korea kamen 330.000 Teilnehmer. Seit 1985 wurde die Explo jeweils per Satellitenübertragung weltweit ausgestrahlt.[10]
1996 erhielt Bill Bright in London, England, den mit 1,1 Millionen Pfund dotierten Templeton-Preis für Fortschritt in der Religion. Mit dem Geld förderte er einen weltweiten Gebetsdienst.[11]
Literatur
Bearbeiten- Joshua Brahinsky: Bill Bright and the Campus Crusade for Christ: The Renewal of Evangelicalism in Postwar America, Oral History Review, Oxford University Press, Volume 36, N° 2, 2009, S. 264–266[12]
- Bill Bright – was prägte ihn, was trieb ihn an? In: Konzentration aufs Wesentliche. Zeitschrift Christliches Zeugnis. Ausgabe 1/2004.
- Sarah Ruth Hammond: God's Businessmen: Entrepreneurial Evangelicals in Depression and War, 2017.
- Lianne Roembke: Bill Bright. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 24, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9, Sp. 364–366.
- Mark A. Smith: A Review of Bill Bright and Campus Crusade for Christ: The Renewal of Evangelicalism in Postwar America, 2009 (Artikel: 10.1080/15363750902941920).
- John G. Turner: Bill Bright and Campus Crusade for Christ: The Renewal of Evangelicalism in Postwar America, University of North Carolina Press, 2008.
- Kim Twitchell: Bill Bright – Mit Gott auf Du. 2005, ISBN 978-3-88404-145-1.
Weblinks
Bearbeiten- Brett H. Smith: Bill Bright and Campus Crusade for Christ: The Renewal of Evangelicalism in Postwar America, Website christiancentury.org (7. April 2009, amerikanisches Englisch).
- Literatur von und über Bill Bright im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Bill Bright in der Datenbank Find a Grave (25. Juli 2003, englisch).
- Owen Strachan: Bill Bright and Campus Crusade for Christ. The Renewal of Evangelicalism in Postwar America, Website thegospelcoalition.org (23. Juni 2011, amerikanisches Englisch).
Einzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Bill Bright in der Datenbank Find a Grave (25. Juli 2003, englisch, abgerufen am 16. Mai 2026)
- ↑ Fred Sanders: The Trinitarian Theology of Bill Bright, Theology, Website scriptoriumdaily.com (7. Februar 2011, englisch, abgerufen am 16. Mai 2026)
- ↑ Brett H. Smith: Bill Bright and Campus Crusade for Christ: The Renewal of Evangelicalism in Postwar America, Website christiancentury.org (7. April 2009, amerikanisches Englisch, abgerufen am 16. Mai 2026)
- ↑ Hanspeter Nüesch: Bill Bright (1921 -2003), Website retokaltbrunner.com (2025, abgerufen am 16. Mai 2026)
- ↑ Bill Bright in der Datenbank Find a Grave (25. Juli 2003, englisch, abgerufen am 16. Mai 2026)
- ↑ Bill Bright in der Datenbank Find a Grave (25. Juli 2003, englisch, abgerufen am 16. Mai 2026)
- ↑ Jesus bei IMDb
- ↑ „The Official Ministry Statistics of The JESUS Film Project“ ( des vom 30. Januar 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Peter Schmid: Ein geistlicher Visionär: Bill Bright, Gründer von Campus für Christus, 81-jährig gestorben, Website jesus.ch (22. Juli 2003, abgerufen am 16. Mai 2026)
- ↑ John G. Turner: Bill Bright & Campus Crusade for Christ: the renewal of evangelicalism in postwar America. UNC Press Books, 2008, ISBN 0-80785873-0, ISBN 978-0-80785873-8, S. 152.
- ↑ http://www.templetonprize.org/previouswinner.html
- ↑ https://muse.jhu.edu/pub/8/article/365749
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bright, Bill |
| ALTERNATIVNAMEN | Bright, William Rohl |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Evangelist und Gründer des weltweit größten Missionswerks Campus Crusade for Christ International |
| GEBURTSDATUM | 19. Oktober 1921 |
| GEBURTSORT | Coweta, Oklahoma |
| STERBEDATUM | 19. Juli 2003 |
| STERBEORT | Orlando, Florida |