Bergrheinfeld

Gemeinde im Landkreis Schweinfurt in Deutschland

Bergrheinfeld (unterfränkisch: Berch) ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Wappen Deutschlandkarte
Bergrheinfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bergrheinfeld hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 0′ N, 10° 11′ OKoordinaten: 50° 0′ N, 10° 11′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Höhe: 208 m ü. NHN
Fläche: 19,86 km²
Einwohner: 5208 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 262 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97493
Vorwahlen: 09721, 09722
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 115
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 38
97493 Bergrheinfeld
Website: bergrheinfeld.de
Erster Bürgermeister: Ulrich Werner[2] (CSU)
Lage der Gemeinde Bergrheinfeld im Landkreis Schweinfurt
KarteBürgerwald
Karte

Der südwestliche Vorort von Schweinfurt liegt am rechten Ufer des Mains. Typisch für den Ortskern des einstigen Straßendorfes sind die traufseitigen Natursteinhäuser. Bergrheinfeld liegt am Nordrand des Fränkischen Weinlandes. Überregional ist Bergrheinfeld als wichtiger deutscher Stromleitungsknoten und ein Ende von Suedlink bekannt.

Katholische Kirche Mater Dolorosa
Traufseitiges Natursteinhaus,
typisch für Bergrheinfeld

Etymologie

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Der Name Rheinfeld wurde ursprünglich für Berg-, Grafenrheinfeld und Oberndorf verwendet. Bergrheinfeld liegt mit 208 m ü. NHN nur 2 Meter höher als Grafenrheinfeld, was aber bei der Gefahr durch Hochwasser einen maßgeblichen Unterschied ausmacht. Deshalb wurde zur Unterscheidung der gleichnamigen Ortschaften der Name Bergrheinfeld gebräuchlich.[3]

Geografie

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Bergrheinfeld liegt im waldarmen Westen des Schweinfurter Beckens, zwischen Main und Wern. Die Fluren werden von Ackerbau und Hochspannungsleitungen geprägt. Am östlichen und südlichen Rand des Gemeindegebietes liegen Auwälder und zahlreiche kleinere Seen (siehe: Schutzgebiete). Im Ortsteil Garstadt wird im kleinen Maße Weinbau betrieben (0,3 ha Rebfläche).[4]

Bergrheinfeld liegt innerhalb eines wichtigen Infrastrukturknotenpunktes an der südwestlichen Peripherie Schweinfurts, wo Autobahnen, Straßen, Bahnlinien und Hochspannungsleitungen zusammenlaufen, mit einem Leitungsknoten von nationaler Bedeutung (siehe: Leitungsknoten Bergrheinfeld).

Gemeindegliederung

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Es gibt zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[5][6]

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bergrheinfeld und Garstadt.[7] Die Gemarkung Bergrheinfeld hat eine Fläche von 16,076 km². Sie ist in 4106 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3915,23 m² haben.[8][9]

Nachbargemeinden

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Bergrheinfeld hat sechs Nachbargemeinden, von denen sich mit Ausnahme der kreisfreien Stadt Schweinfurt alle im Landkreis Schweinfurt befinden.

Geldersheim Schweinfurt
Werneck Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Grafenrheinfeld
Waigolshausen Röthlein

Bergrheinfelder Insel

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Der Main wurde im Bereich Berg-, Grafenrheinfeld und Oberndorf bei der Mainkorrektion von 1823 begradigt. Der alte Verlauf, mit seinen drei Schleifen, blieb abschnittsweise als Altwasser erhalten.[10]

Altmain (Rand der Bergrhein­felder Insel) im Jahr 2017. Hinten das ein­stige Kernkraftwerk Grafenrheinfeld
Bergrheinfelder Insel im Jahr 2015, kurz vor Stilllegung des Kernkraftwerks

Die Gemeindegrenze zwischen dem rechtsmainischen Berg- und dem linksmainischen Grafenrheinfeld folgt nicht dem heutigen Verlauf des Mains. Im Süden folgt sie der Altmainschleife Süd.

Das Gebiet, das hier fast vollständig vom Main und der östlich von ihm gelegenen Altmainschleife Süd umgeben ist, wird Bergrheinfelder Insel genannt. Zu ihr gehören die Flurabteilungen Im Sand und Im Waidig. Die Bergrheinfelder Insel ist, einschließlich des dort gänzlich zu Bergrheinfeld gehörenden Altmains, 2,15 km² groß.[11] Das brettflache Areal wird seit der Mainkorrektion von 1823 durch einen in den 1960er Jahren ausgebauten Deich entlang des begradigten Mains vor Hochwasser geschützt. Die Bergrheinfelder Insel (204 bis 205 m ü. NHN) liegt 1 bis 2 Meter über dem Wasserspiegel des Mains bei normalem Wasserstand (203 m ü. NHN zwischen der Staustufe Schweinfurt und der Staustufe Garstadt). Sie ist unbewohnt, unbewaldet, wird ausschließlich landwirtschaftlich genutzt und ist trotz ihrer nahen Lage zum einstigen Kernkraftwerk Grafenrheinfeld frei von Hochspannungsleitungen.

Siehe auch: Flutpolder Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld, Gemeindegebiet

Geschichte

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Vorgeschichte

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Die früheste bekannte Besiedlung des Gemeindegebietes erfolgte 2900 bis 2200 vor Christus.[12]

Mittelalter

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Grafenrheinfeld entwickelte sich aus der einstigen Siedlungs- und Gemarkungseinheit,[13] bzw. gemeinsamen Pfarrei Rheinfeld (siehe auch: Etymologie).

Mainkorrektion 1823

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Der Main durchlief zwischen Berg- und Grafenrheinfeld mehrere Schleifen. 1823 wurde er dort durch die Mainkorrektion der Bayerischen Staatsregierung durch vier aufeinander folgende Durchstiche begradigt, wodurch die Mainschleifen zu Altwassern wurden (Altmain) und teilweise verlandeten. Ein Vorläufer des heutigen Maindeichs wurde an derselben Stelle angelegt, der dem begradigten Main folgte. Durch die Mainkorrektion wurden die linksmainischen Gebiete Bergrheinfelds vom Ort abgeschnitten.

Eingemeindungen

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Kirchsteig in Garstadt

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 die Gemeinde Garstadt eingegliedert.[14]

Einwohnerentwicklung

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Der Schweinfurter Vorort verzeichnet aufgrund eines begrenzten Wohnangebotes in Schweinfurt stetiges Einwohnerwachstum.

  • 1961: 3790 Einwohner, davon 279 in Garstadt
  • 1970: 4410 Einwohner, davon 299 in Garstadt
  • 1991: 4701 Einwohner
  • 1995: 4909 Einwohner
  • 2005: 4976 Einwohner
  • 2010: 5092 Einwohner
  • 2015: 5334 Einwohner
  • 2018: 5315 Einwohner[15]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 4476 auf 5315 um 839 Einwohner bzw. um 18,7 %. Quelle: BayLfStat

Sitzverteilung des Gemeinderats von Bergrheinfeld seit 2026[16]
3
2
7
8
3 2 7 8 
Insgesamt 20 Sitze

Gemeinderat

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Der Gemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder.[17] Nach der Wahl zum Gemeinderat am 8. März 2026 ergab sich die im nebenstehenden Diagramm dargestellte Sitzverteilung.

Bürgermeister

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Erster Bürgermeister ist Ulrich Werner (CSU). Er wurde erstmals am 12. März 2017 gewählt und trat das Amt am 1. Mai 2017 an. Bei der Kommunalwahl am 19. März 2023 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt[18]. Die aktuelle Amtsperiode endet am 30. April 2029.

Interkommunale Allianz

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Die Gemeinde ist Mitglied in der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal.

Blasonierung: „Über goldenem Dreiberg gespalten, vorne in Blau ein mit drei blauen Ringen belegter silberner Schräglinksbalken, hinten in Rot drei silberne Spitzen.“[19]
Wappenbegründung: In der vorderen Schildhälfte steht das Wappen des Würzburger Fürstbischofs Echter von Mespelbrunn. Es ist zugleich das Wappen des Juliusspitals in Würzburg, das der Fürstbischof 1576 gegründet hat. 1663 kam Bergrheinfeld in den Besitz des Spitals, das bis zum Ende des Alten Reichs 1803 alleiniger Dorf- und Gerichtsherr war. Bergrheinfeld gehörte zum Territorium des Bistums Würzburg. Daran erinnern die drei silbernen Spitzen in Rot, der Fränkische Rechen. Der Dreiberg steht redend für den Ortsnamenbestandteil Berg-.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Baudenkmäler

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Bergrheinfeld und seine Nachbarorte Grafenrheinfeld und Geldersheim waren die katholischen Orte des Hochstiftes Würzburg, die der protestantischen Region um Schweinfurt im Südwesten am nächsten lagen. In der Gegenreformation förderten die Würzburger Fürstbischöfe diese Vorposten aus Sorge vor der lutherischen Lehre auch durch den Bau prächtiger, barocker Dorfkirchen und die Aufstellung von zahlreichen Bildstöcken, Wegkreuzen, Prozessionsaltären und katholischen Heiligenfiguren, die Fluren und Ortsbilder im scharfen Gegensatz zur ehemaligen Reichsstadt Schweinfurt prägen.

Die katholische Pfarrkirche Mater Dolorosa (deutsch: Schmerzensmutter, 1688–93) von Christian Hermann ist ein hochbarocker Saalbau mit eingezogenem Chor und Turm mit Welscher Haube, der 1873 erneuert wurde. Das Rathaus (Hauptstraße 38; 1666–67) mit Fachwerkobergeschoss war eine Vogtei bzw. ein Rentamt des Juliusspitals Würzburg. Das Zehnthaus (Hauptstraße 36) ist im Kern von 1666 und beherbergt seit Renovierung und Umbau im Jahre 1986 die Gemeindebibliothek. Das Gartenhaus an der Straße Im Keilgarten mit Fachwerkobergeschoss stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die katholische Kuratiekirche (Quasipfarrei) St. Michael in Garstadt (1691–94) von Georg Baumann ist ebenfalls ein hochbarocker Saalbau mit eingezogenem Chor und Turm mit Welscher Haube. Der Gasthof zum Schiff in Garstadt stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Bodendenkmäler

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Im Rahmen der Vorarbeiten für das Umspannwerk Bergrheinfeld West (siehe: Bergrheinfeld West und Suedlink) wurde das bisher zweitgrößte schnurkeramische Gräberfeld Bayerns ergraben. Insgesamt wurden Gräber von 26 Frauen, Männern und Kindern freigelegt, die zwischen 2800 und 2300 vor Christus bestattet wurden.[20]

Schutzgebiete

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Auf Bergrheinfelder Gemeindegebiet befinden sich vier Naturschutzgebiete.

Im Süden der Altmainschleife Süd liegt das Naturschutzgebiet Alter Main bei Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld. Mit seinen Röhrichtbeständen, Hochstaudenfluren, Weidengebüschen und Ufergehölzen ist es ein wichtiger Brut- und Rastplatz für Wasservögel. Weiter südlich am Main liegt das Naturschutzgebiet Garstadter Holz. Im Südosten schließen sich daran die Gartstädter Seen (Baggerseen) an, mit dem Vogelschutzgebiet Garstadt und der Erweiterung des Vogelschutzgebietes Garstadt, bei dem jedoch nur ein kleiner Bereich auf Bergrheinfelder Gebiet liegt.

Naherholung

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Eine Naherholungsanlage mit zwei Badeseen befindet sich auf der anderen Mainseite in der Altmainschleife Süd (siehe: Grafenrheinfeld, Altmainschleife Süd).

Durch Bergrheinfeld führt der 600 Kilometer lange Main-Radweg, der 2008 als erster deutscher Radfernweg vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde.[21] Ferner der Main-Werra-Radweg von Meiningen über Schweinfurt nach Würzburg und der Wern-Radweg von Rottershausen unweit der Wernquelle nach Wernfeld an der Mündung der Wern in den Main.

Die Bocksbeutelstraße führt ebenfalls durch Bergrheinfeld. Ihr nächstes Etappenziel ist die nahe gelegene Volkacher Mainschleife, die Kernregion des Fränkischen Weinlandes.

Regelmäßige Veranstaltungen

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Seit 1996 findet jährlich nach den Pfingstferien die Kulturwoche im und um das Zehnthaus statt.

Öffentliche Einrichtungen

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Freiwillige Feuerwehr Garstadt

Kindergärten

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  • Kindertagesstätte St. Anton
  • Kath. Kindergarten St. Bartholomäus
  • Grundschule Julius-Echter-Schule
  • Mittelschule Holderhecke
  • Musikschule
  • Volkshochschule-Außenstelle

Bibliotheken

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  • Gemeindebibliothek Zehnthaus
  • Mater Dolorosa (kath.)
  • St. Bartholomäus (kath.)
  • St. Michael, Garstadt (kath.)
  • Zum Guten Hirten (evang.)

Feuerwehren

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  • Erholungsanlage Holderhecke

Badeseen

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Taschsee: zwei Badeseen (Baggerseen) in der Altmainschleife Süd am Ortsrand von Grafenrheinfeld

Bootshafen

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In Garstadt befindet sich am Main ein Sportboothafen.

  • Sportzentrum TSV Bergrheinfeld
  • Tennispoint

Wirtschaft und Infrastruktur

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Die Gemeinde liegt an der überregionalen Entwicklungsachse SchweinfurtWürzburg.

Industrie

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Industriegebiet Am Bahnhof

Mainbrücke Bergrheinfeld

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Mainbrücke Bergrheinfeld zwischen Bergrheinfeld (li.) und Grafenrheinfeld, hinter nach ihrer Fertigstellung (2009) abgebrochenen Vorgängerbrücke

Berg- und Grafenrheinfeld werden seit 1901 durch eine Mainbrücke verbunden.[22] 2008/2009 wurde die neue Stabbogenbrücke errichtet. Ursprünglich verkehrte 600 Meter weiter nördlich (mainaufwärts) eine Fähre über den Main in seinem ursprünglichen Verlauf (siehe: Mainkorrektion 1823). Hierauf weist heute dort noch der Name der Einzellage Fährhaus auf Bergrheinfelder Gebiet hin.

Autobahnen:

Berlin ist über zwei nahezu gleichlange Autobahnrouten via A 70 und A 71 erreichbar

Mainbrücke: Seit 1901 verbindet die Mainbrücke Bergrheinfeld, die 2008/2009 als Stabbogenbrücke neu errichtet wurde, die Gemeinde mit Grafenrheinfeld.

Güterverkehr: Gleisanschluss an der Bahnstrecke Bamberg–Rottendorf im Industriegebiet Am Bahnhof

Personenverkehr: nächster Bahnhof ist Schweinfurt Hauptbahnhof (4 km)

Bergrheinfeld ist an das Busliniennetz der Stadtwerke Schweinfurt und des Omnibusverkehr Franken (OVF) der DB Regio angeschlossen.

Eine Schiffsanlegestelle an der Mainbrücke Bergrheinfeld am südmainischen Ufer (auf Grafenrheinfelder Seite) ist in Planung.

Gewässer

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Schleuse Garstadt,
im Hintergrund das 2015 stillgelegte Kernkraftwerk Grafenrheinfeld

Der Main wurde im Raum Bergrheinfeld ab den 1950er Jahren zur Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsstraße ausgebaut. 1953 wurde die Staustufe Garstadt errichtet und 1956/57 der Main auf 203,10 m ü. NHN aufgestaut.[23] An der Staustufe befinden sich ein Laufwasserkraftwerk und eine Schleuse.

Durch Kiesabbau entstanden durch zwei Schweinfurter Baufirmen Baggerseen: unweit der Schweinfurter Stadtgrenze durch Riedel Bau sowie südmainisch an der Grenze zu Grafenrheinfeld durch die Firma Tasch (Taschsee; siehe auch: Badeseen).

Die beiden Gemeindeteile Bergrheinfeld und Garstadt sind durch Deiche, die unmittelbar am Main verlaufen, vor Hochwasser geschützt.

Flutpolder Bergrheinfeld

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Auf der Bergrheinfelder Insel wurde 2003 für einen ca. 170 Hektar großen, gesteuerten Flutpolder eine Machbarkeitsstudie erstellt. Sie zeigte, dass der Standort für die Errichtung eines Polders geeignet ist, und die Regierung von Unterfranken stellte fest, dass der geplante Polder den Zielen des Landesentwicklungsprogrammes entspricht. Bei einem hundertjährlichen Hochwasserereignis (HQ100) könne mit optimaler Steuerung des Flutpolders ein Absenken des Wasserstandes des Mains um ca. 20 cm in der Strommitte erreicht werden. Die Kosten des Polders wurden auf ca. 15 Mio. Euro geschätzt.[24]

Die Planungen des Polders trafen auf großen Widerstand der Bevölkerung und der örtlichen Landwirtschaft.[24]

Der geplante Flutpolder wurde 2006 durch den Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbandes der Region Main-Rhön auf Intervention der Gemeinde Bergrheinfeld, unterstützt vom Landkreis Schweinfurt, gestrichen.[25]

Netzknotenpunkt Bergrheinfeld

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Netzknotenpunkt Bergrheinfeld / Grafenrheinfeld (untere Kartenmitte). Leitungsvorhaben aus dem Bundes­bedarfsplangesetz (BBPlG 2013)
Bergrheinfeld (Deutschland)
Bergrheinfeld (Deutschland)
Wilster
Brunsbüttel
Großgartach
Bergrheinfeld
Scheeßel
Bad Gandersheim / Seesen
Gerstungen
Arnstein
Trassenabschnitte der beiden Stränge von Suedlink: Wilster–Bergrheinfeld und BrunsbüttelGroßgartach

Ein wichtiger deutscher Netzknotenpunkt der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) liegt im Südwesten des Bergrheinfelder Gemeindegebiets.

Umspannwerk Bergrheinfeld

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Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld auf der gegenüberliegenden Mainseite war von 1982 bis 2015 in Betrieb (Lage siehe obere Karte). In funktionaler Einheit mit ihm wurde das Umspannwerk Bergrheinfeld errichtet.

Umspannwerk Bergrheinfeld West

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Der Netzknotenpunkt Bergrheinfeld wurde von 2015 bis 2019 durch das neue Umspannwerk Bergrheinfeld West ausgebaut. Vom Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO wurden 380-/220-/110-kV-Transformatoren für rund 100 Mio. Euro errichtet. Das Umspannwerk ist über vier Stromkreise (zwei 220 kV und zwei 380 kV) mit der Schaltanlage des Kernkraftwerks verbunden.

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Bergrheinfeld West wird zudem Endpunkt einer der zwei Verbindungen von Suedlink, einer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung in Erdverkabelung. Beide Stränge bilden über weite Teile eine gemeinsame Stammstrecke. Ein Strang von Wilster nach Bergrheinfeld bei Schweinfurt versorgt Bayern mit Windstrom, der andere von Brunsbüttel nach Großgartach bei Heilbronn Baden-Württemberg (siehe jeweils untere Karte).[26][27] Die Stammstrecke endet in Pfersdorf, 15 km nördlich vom Netzknotenpunkt Bergrheinfeld, wo sich beide Stränge teilen. Über die Verbindung nach Bergrheinfeld soll ab Ende 2028 Strom fließen.[28]

Siehe auch: KI-Gigafactory „Blue Swan“

Konverter

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Neben dem Umspannwerk Bergrheinfeld West wird von Hitachi Energy ein Konverter errichtet. Er wandelt den Gleichstrom von SuedLink in Wechselstrom um und bringt ihn auf 380 kV.[28] Energieübertragung mittels Gleichstrom, statt wie üblich mit Dreiphasenwechselstrom, besitzt über größerer Entfernungen geringere Übertragungsverluste.

Fulda-Main-Leitung

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Bergrheinfeld soll zudem Endpunkt der Fulda-Main-Leitung werden. Die 380-kV-Wechselstromtrasse durch das mittlere Deutschland soll parallel zur Gleichstromtrasse Suedlink entstehen. In Bergrheinfeld sollen beide Großprojekte zusammentreffen. Die Leitung soll vom neuen Netzknotenpunkt Mecklar (Nordhessen) über Dipperz nach Bergrheinfeld geführt werden und überwiegend als Freileitung und in einzelnen Abschnitten als Erdkabel ausgeführt werden.[29][30][31]

Söhne und Töchter der Gemeinde

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Literatur

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  • „Bergrheinfeld – Garstadt/100 Jahre im Bild“ (108 Seiten), Bach/Schöner – Geiger-Verlag, Horb am Neckar (1989)
  • Chronik „Heimat zwischen Main und Wern: Rheinfeld – Bergrheinfeld“ (400 Seiten) von Karl Schöner, Revista-Verlag, Schweinfurt (1991)
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Einzelnachweise

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  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister. Gemeinde Bergrheinfeld, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 30. Mai 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  3. Gemeinde Grafenrheinfeld/Der Ortsname. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Oktober 2020; abgerufen am 29. Oktober 2020.
  4. 0,29 ha bestockte Rebfläche nach Angabe der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau für das Jahr 2017
  5. Gemeinde Bergrheinfeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 7. April 2020.
  6. Gemeinde Bergrheinfeld, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  7. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 20. Januar 2026.
  8. Gemarkung Bergrheinfeld (090932). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 20. Januar 2026.
  9. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 20. Januar 2026.
  10. BayernAtlas: Urpositionsblatt 1:25.000 Werneck, 1836 (mit später eingezeichneter Bahnlinie Schweinfurt–Würzburg ), Bereich Bergrheinfeld/Grafenrheinfeld. Abgerufen am 9. Oktober 2020.
  11. Gemessen im BayernAtlas
  12. Geschichte Bergrheinfelds. Gemeinde Bergrheinfeld, abgerufen am 15. Januar 2021.
  13. Gemeinde Grafenheinfeld/Geschichtliches/Der Ortsname. Abgerufen am 7. Februar 2021.
  14. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 570.
  15. https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online?sequenz=tabelleErgebnis&selectionname=12411-001
  16. Ergebnisse Gemeinderatswahl 2026 in Bergrheinfeld. Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), abgerufen am 8. März 2026.
  17. Der Gemeinderat Bergrheinfeld. Gemeinde Bergrheinfeld, abgerufen am 13. März 2022.
  18. Wahl des ersten Bürgermeisters - Gemeinde Bergrheinfeld. Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), abgerufen am 8. März 2026.
  19. Wappen von Bergrheinfeld in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  20. Umspannwerk Bergrheinfeld West - TenneT. Abgerufen am 29. September 2020.
  21. n-tv.de: Main-Radweg ausgezeichnet – Fünf Sterne vom ADFC. 27. August 2008.
  22. Gemeinde Grafenrheinfeld: „Der Main und seine Bedeutung für Grafenrheinfeld“. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. Oktober 2020; abgerufen am 29. Oktober 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  23. Gemeinde Grafenrheinfeld/Zeittafel. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. November 2020; abgerufen am 6. November 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  24. 1 2 Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen/Flurpolder Bergrheinfeld. Abgerufen am 7. Oktober 2020.
  25. Röthlein.de/Wegfall des Flutpolders in Bergrheinfeld erzeugte Widerspruch bei Röthleiner Räten. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Oktober 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  26. Nicolai Kwasniewski: Gleichstromtrasse Sued.Link: Hier soll die neue Energieautobahn verlaufen. In: Spiegel Online. 5. Februar 2014. Auf Spiegel.de, abgerufen am 14. Januar 2019.
  27. Versorgungssicherheit für Nordbayern: TenneT-Trafo erreicht Umspannwerk Bergrheinfeld West. In: Tennet.eu. 21. Juni 2017, abgerufen am 14. Januar 2019.
  28. 1 2 Annett Conrad: SuedLink-Baustelle in Bergrheinfeld: Warum dort jetzt Schienen verlegt werden. In: mainpost.de. 12. Mai 2026, abgerufen am 12. Mai 2026.
  29. Netzausbau - Leitungsvorhaben. Bundesnetzagentur, abgerufen am 2. Dezember 2025.
  30. Marcus Filzek, Christiane Scherm: Trotz Protest: Verlauf der Fulda-Main-Leitung steht fest. In: BR24. Bayerischer Rundfunk, 22. August 2024, abgerufen am 2. Dezember 2025.
  31. Fulda-Main-Leitung. Tennet, abgerufen am 2. Dezember 2025.